GERICHTE MIT GESCHICHTE:

Gerichte, die in einem großen, hohen Topf zubereitet werden, sind schon sehr alt und weltweit verbreitet. Im deutschen Sprachgebrauch werden aber nur solche Gerichte als Eintopf bezeichnet, die einen geringen Flüssigkeitsanteil haben, also keine reinen Schmorgerichte (wie Gulasch etc.) sind.

Eines der Lieblingsrezepte unserer Familie ist im Winter ein schöner, leckerer Grünkohleintopf. Das Rezept stammt von meiner lieben „Tante Finchen“ (Josefine Molitor (1902-1996) und ist für uns das beste… TIPP: Von ihr habe ich auch u.a. auch das köstliche „Knusprige Lauch-Quiche“-Rezept (zum Nachlesen) in meinem anderen Blog-Artikel beschrieben.

Und ich bereite diesen Grünkohl-Eintopf traditionell schon „immer“ für unsere ganze Familie zu. Dieser lässt sich übrigens perfekt (auch am Tag zuvor) vorbereiten und dann ebenso schnell in einer großen, hohen Pfanne oder einem entsprechend großem Topf auf dem Herd wieder kurz erwärmen. Im Gemüsefach des Kühlschranks ist frischer Grünkohl bis zu einer Woche haltbar.

KURZE HISTORIE:

Schon unsere Vorfahren wussten, dass es in der kalten Jahreszeit nichts Besseres gibt als einen warmen Eintopf, von dem die ganze Familie satt wird. Der klassische Eintopf hat eine sehr lange Geschichte, schon im Mittelalter, wo die Lebensmittel nicht selten knapp waren, wurde alles, was man in der Küche hatte, in einen Topf getan, gekocht und wer reich war, konnte diese auch „herzhaft abschmecken“ (Salz und Gewürze waren damals rar und teuer).
Ein spezieller Topf für das Kochen über offenem Feuer war ein dreibeiniger Kessel. Solche Töpfe sind in verschiedenen Kulturen bekannt. Im arabischen Raum bestand früher z.B. teilweise die gesamte Küchenausstattung nur aus einer Feuerstelle (mit einem dreibeinigen Kochgefäß darüber), die sich im Haus oder auch im Hof befand.

Ähnliches traf auf die Küchen der unteren Schichten im antiken Rom und in Griechenland zu. Weiteres Beispiel ist dias nordafrikanische Tajine-Gefäß: Dies ist ein runder, aus Lehm gebranntes Schmor-Topf mit gewölbtem oder spitzem (konischem) Deckel (=Dampfkochtopfsystem)… Für Schmorgerichte stellt man in Nordafrika auch heute noch gelegentlich – wie wir in Marokko erlebt haben – die Tajine klassischerweise auf ein Holzkohlefeuer. (Quelle: Wikipedia)

Kreuzblütler…

Die Gattung: Cruziferae oder Brassica oleracea var. sabellica … so ist der wissenschaftliche Name: „Grünkohl“ ist weltweit verbreitet. Er war als eine der ersten Kohlsorten bereits schon sehr früh auf dem eurasischen Kontinent bekannt. Spanier, Später haben dann Portugiesen, Briten und Niederländer ihn dann auf den amerikanischen Kontinent eingeführt. Grünkohl ist ein Blattkohl und besteht aus stark gekräuselten Blättern. Niedrige Formen werden 30 – 40 cm hoch bei einer Ausbreitung von etwa 30 cm und hohe Sorten bis zu 100 cm bei einer Ausbreitung von 60 cm. Er wächst schnell und ist anspruchslos. Das typische Wintergemüse wird ab Oktober/November bis März geerntet. Traditionell endet die Grünkohlsaison am Gründonnerstag vor Ostern.

Der Grünkohl (auch Braunkohl, Hochkohl, Winterkohl, Krauskohl oder Oldenburger Palme genannt) ist ein typisches Wintergemüse und eine Zuchtform des Gemüsekohls: Zu der Gattung gehören auch Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Kohlrabi. (Quellen: Wikipedia).

GESUNDE GEMÜSE WINTERKÜCHE:
Die Küche im Winter ist abwechslungsreich, gesund und vor allen Dingen köstlich.
Die Winterküche steht für leckere Eintöpfe, heiße Suppen, zahlreiche Wintergemüse etc.

One-Pot…Eintopfgerichte…

Diese Eintopf-Gerichte wurden früher regional auch als „Gemüse-Durcheinander“ bezeichnet, Über das offene Feuer im Kamin in der mittelalterlichen Küche konnte in einem wohlhabenden Haushalt ein großer Kochkessel gehängt werden. Sowohl der „Eintopf“ als auch der deutlich häufiger benutzte Begriff „Eintopfgerichte“ wurden erstmals im Ersten Weltkrieg neu geschaffen.

Bis heute hat sich am Prinzip des Eintopf-Kochen nichts geändert, denn noch immer werden Kartoffeln mit Gemüse und Fleisch oder Wurst in einem großen Topf lange gekocht und mit frischen Kräutern zum Abschluss verfeinert. Ja…und wenn etwas im Topf noch übrig ist?


Wie ließ schon einst Wilhelm Busch Witwe Bolte sagen: „Wovon sie besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt.“ (Zitat: Wilhelm Busch (1832–1908). Dies trifft auch absolut für unseren Grünkohl-Eintopf zu. 😉 WENN…was übrig bleibt 😉

Der Grünkohl, Braunkohl oder Krauskohl ist ein typisches Wintergemüse
und eine alte Zuchtform des Gemüsekohls.

Der Geschmack des Grünkohls ist angenehm würzig und süßlich-herb. 

In den vergangenen Jahrzehnten dagegen verlor die gesunde Grünkohl-Kost an Ansehen und galt eher als „Arme-Leute-Essen“. Derzeit aber gibt es hier beim Grünkohl im Winter „Hochkonjuktur“…Es werden die grünen, krausen Stängel als regionale Delikatesse wiederentdeckt und in New York sogar als Trendgemüse der Saison und als echtes Superfood gehyped…Dank seines hohen Vitamin- und Eiweißgehaltes wird Grünkohl auch bei uns nun schon länger als Superfood gehandelt und gerne in gesunde Smoothies gemixt und zu Salat oder Suppe verarbeitet.

Grünkohl wird in Amerika „KALE“ genannt. Daher findet man hier auch öfters die Begriffe: Wie z. B. Kale-Chips, Kale-Salat, grüner Kale-Smoothie…Schonend gedünstet oder roh im Power-Smoothie – so lieben Amerikaner ihren „Kale“.


KALE – die Bezeichnung für amerikanischen Grünkohl –

Kreative Grünkohl-Küche:

  • In Form von knusprigen Gemüsechips – aus dem Ofen – werden die Blättchen zum perfekten Fingerfood und gesunden Snack.
  • Mit Nüssen und Olivenöl gemixt, wird aus frischem Grünkohl ein leckeres Pesto – ebenso grün, aber mal eine aparte Alternative zum klassischen Basilikum.
  • Als Suppeneinlage oder winterlichen Gemüseeintopf sollte man sich den Grünkohl auch nicht entgehen lassen.

Auch in Deutschland hat der winterliche Kohl schon lange absoluten Kultstatus erreicht:  Da werden sogar in bestimmten Gegenden – wo Grünkohl angebaut wird – sog. „Grünkohlfahrten“ angeboten: „Hey…wir machen einen Ausflug in die Natur, es gibt Schnaps und danach wird eingekehrt und lecker Grünkohl gegessen. Wer die meisten Portionen verputze, werde sogar Grünkohl-König….“ sagt jedenfalls die Reiseleitung. Speziell in Norddeutschland zelebriert man die Kohlsaison mit geselligen Grünkohlfahrten und dem traditionellen Kohlessen. Schon im Jahre 1545 fand in Bremen der erste öffentliche Grünkohlschmaus zu Ehren des grünen Gemüses statt…sagt Wiki.

Wer den Grünkohl fein pürieren möchte – der sollte das Pürée eher für ein
delikates „Grünkohl-Crème-Süppchen“ verwenden – und nicht für einen herzhaften
Eintopf, zu dem die gegarten Grünkohl-Blätter nur grob kleingeschnitten werden. 
Püriert hat er dann die Konsistenz von Rahmspinat. 


Das feine, besondere „Grünkohl-Crème-Süppchen“

Zutaten: 1 kg Grünkohl, 400 g Kartoffeln, 1 Zwiebel, 3 Möhren, 1 Zehe Knoblauch, 50 g Butter, 1 EL Crème fraîche, 1 Liter Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskat. Pinien- oder Sonnenblumenkerne, Honig.

In einer großen hohen Pfanne die gewürfelte Zwiebel und den Knoblauch in Butter andünsten. Geschälte Kartoffeln und Möhren ebenso fein würfeln. Die geputzten Grünkohlblätter in kochendem Salzwasser blanchieren und gut abgegossen – mit den Kartoffeln/Möhren in die Zwiebelpfanne geben und vor allem kräftig würzen. Alles zusammen anbraten und mit Gemüsebrühe ablöschen. Zirka 25 min. weichkochen lassen und zum Schluss mit dem Pürierstab (oder Mixer) fein zerkleinern. Crème fraîche einrühren, nun nur noch evtl. nachwürzen – fertig, heiß servieren. Zum Schluss noch –  je nach Geschmack – Pinien- oder Sonnenblumenkerne mit etwas Honig vorsichtig (!) karamellisieren lassen und als „Topping“ über den fertigen Teller streuen…oder evtl. einen kl. Crème fraîche – Klecks und ein Mini-Grünkohlblättchen als Deko und schon ist das feine, köstliche Süppchen servierbereit.


Kalettes, Flowersprout – sind eine neue Kohlröschenzüchtung

NEWS: Die Pflanze heißt „Kalette“. Aus dem Englischen übersetzt ist „Kalette“ ein Hybridpflanzen-Markenname für Grünkohlsprossen. Es gibt diese neuartige Grünkohlzüchtung schon eine Weile: Die Kalettes sind zarte Kohlrosetten, die durch ihre Form und eine grün-violette Farbe auf dem Teller hübsch aussehen und auch gut schmecken. Erfunden haben das neue Gemüse britische Züchter, Doch leider kann man Kalettes noch nicht überall bei uns kaufen. Die Garzeiten in Topf, Pfanne und Mikrowelle liegen bei nur zwei bis fünf Minuten.

Das neue „Superfood“ Kalette ist das Ergebnis von 15 Jahren Veredelung. Es ist eine Kreuzung mit dem Geschmack von Rosenkohl, kombiniert mit dem milden, süßen, nussigen Geschmack von Grünkohl. Die Kohlröschen enthalten die doppelte Menge an Vitamin B6 und C und A, Calcium und Eisen… mehr als der normale Sprossenkohl. Blanchiert man die Kalettes nur, bleibt das Gemüse knackig und die schöne Farbe erhalten. Man kann die Rosetten auch nur kurz anbraten oder roh als Kalette-Salat genießen. Anbaumethode ist genauso, wie beim Sprossenkohl. Den Samen – zum Selbstanbau im Garten – gibt es im Handel (auch online) zu kaufen. Der hohe, kräftige „Stiel“ dieser Gemüse-Sorte (Kalette) enthält viele kleine Rosetten-Köpfchen (Kalettes) dieses köstlichen Gemüses. (Quelle: Edeka)

Eine neuartige, aparte Grünkohlzüchtung: Kalette…
kleine grün- und altrosafarbene Blättchen-Strünke.
Sie sehen von der Form her aus wie winzige „Romana“-Salatköpfe mit krausem Köpfchen.

Achtung – Namensvetter: „Kalette“ (auch kl. Rippe) heißt auch die winzige, flache Facette, mit der ein zum Brillant geschliffener Schmuckstein am unteren Ende sicher abschließt… 😉 also nicht verwechseln beim Einkauf… 😉


Als Faustregel für Hobby- und Kleingärtner gilt immer noch: Grünkohl am besten nach dem ersten Bodenfrost ernten. Doch Vorsicht: „Bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius würde auch der Grünkohl erfrieren“…sagt der Gärtner.  


Vitamine…Vitamine…

Hervorstechend ist auch der hohe Mineralstoffgehalt, ganz besonders Calcium und Eisen. Nach Möhren ist Grünkohl der zweitstärkste Lieferant von Provitamin A, er enthält die Vitamine B1 und B2 sowie Folsäure in höheren Mengen als die meisten anderen Gemüsearten. Der hohe Gehalt an Vitamin C (100mg/100g) bleibt bei der Lagerung und auch bei der Zubereitung teilweise erhalten, somit sind diese Kohlarten als Vitamin-C-Spender besonders im Winter gut geeignet…Im Grünkohl sei mindestens zehnmal so viel Karotin enthalten wie im Weißkohl und sogar doppelt so viel Eiweiß wie im Blumenkohl und sogar viel mehr Vitamin C als in der Zitrone. Zudem enthalte der Grünkohl einen beachtlichen Anteil an Folsäure, die zur Blutbildung und Versorgung unserer Körperzellen mit Sauerstoff benötigt wird….meinte Alfons Schubeck. „Grünkohl sei eine Vitaminbombe“... sagte er schon – wie ich hörte – vor vielen Jahren, als er seinen Grünkohl-Schwarzwurzel-Salat in seiner Fernsehsendung (BR) zubereitete.

Nebenbei bemerkt enthält Grünkohl ausreichend Ballaststoffe, die trotz der wenigen Kalorien nachhaltig satt machen.

Noch ein Tipp: Die Grünkohlblätter kann man vor dem Dünsten oder Schmoren (vorher von
den harten, dicken Rippen abzupfen) kurz in Salzwasser kochen. Das macht sie milder und bekömmlicher. Dazu gleich mehr..


Grünkohl und Pinkel“ (geräucherte Grützwurst) ist auch ein bekanntes norddeutsches Leibgericht. Die plattdeutsche Bezeichnung „Pinkel“ steht für eine herzhaft geräucherte Wurst aus Würfelspeck, Flomen, Gerstengrütze, Zwiebeln, Gewürzen, Salz, Pfeffer. Diese würzige Wurst schmeckt hervorragend zu frischem herzhaften Grünkohl-Gemüse.
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Die „Bregenwurst“ ist eine leicht geräucherte Mettwurst aus Schweinefleisch – verbreitet in Niedersachsen, besonders in Braunschweig und Umgebung.
Die „Kohlwurst“ ist eine kräftig geräucherte Rohwurst aus Schweinefleisch – verbreitet in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.


Im Schnitt werde pro Haushalt ein Kilogramm Grünkohl im Jahr gegessen.
Dabei stammen allerdings zwei Drittel aus der „Tiefkühltruhe“,
nur ein Drittel würde frisch zubereitet….sagt Wiki.


GESUNDE WINTER-KÜCHE:

DER GRÜNKOHL-EINTOPF

Unser winterlich herzhaftes Soulfood

Zutaten für 6 Personen:
1,5 kg frischen Grünkohl (alle Strünke entfernen), 200 g geräuchertes, gut durchwachsenes „Gelderländer-Dörrfleisch“ in dicken Scheiben (oder andere geräucherte Schinkenspeck-Marken), 4 große Zwiebeln (500 g), 2 dicke Knoblauchzehen, 1 kg Kartoffeln, 1 El Butter- oder Gänse-Schmalz, 6-8 Mettwürstchen oder Mettenden oder Räucherenden („vorgebrüht“), zirka 500 ml Gemüsebrühe oder Fond (oder auch 3-4 El Instant Gemüsebrühpulver ins Kochwasser).
Als Reserve nicht vergessen: fertigen „TK-Grünkohl“ bereithalten…falls mehr Gäste kommen bzw. der Appetit größer ist…diesen könnte man dann noch schnell unter den bereits fertig gekochten Grünkohl mischen, danach das erneute Abschmecken nicht vergessen…

Die „Gewürze“: 1 Tl Zucker, 1 El scharfer Senf, kräftig: Salz, Pfeffer, ordentlich *Muskatnuss (frisch gerieben). Zusätzlich „nach Gusto“: ein paar Haferflocken und/oder wer möchte (vorgegarte) Kasseler Koteletts (Knochen vorher schon entfernt) – sowie Räucherwurst nach Gusto.

Beachten sollte man dabei: *Muskat sollte nicht mitkochen, da das Gewürz sehr schnell an Aroma verliert, besser erst kurz vor dem Auftragen mit Muskat würzen.
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Einen ausreichend großen hohen Kochtopf bereitstellen.
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Die Blätter werden mit einem kl. scharfem Küchenmesser für die Zubereitung vom Strunk abgetrennt und die mittlere harte Blattrippe herausgeschnitten. Im Anschluss die Grünkohlblättchen auf ein Brett geben und mit einem Messer je nach Vorliebe grob oder
etwas feiner schneiden.


Zubereitung

Blanchieren gegen die Bitterstoffe:

Die vom Strunk abgestreiften zarten Grünkohlblättchen gründlich waschen, verwelkte Blätter aussortieren…In einem ausreichend großen Topf das Wasser zum Kochen bringen, kräftig salzen und den Grünkohl portionsweise – wie oben schon erwähnt – ca. 2-3 Minuten blanchieren, bis alles zusammenfällt. Die Blätter eiskalt abschrecken. Im Sieb gut abtropfen lassen. Beiseite stellen. Das überschüssige Wasser vorsichtig im Sieb mit den Händen aus den abgekühlten Grünkohlblättchen ausdrücken.

Wissenswertes: Grünkohl zählt zu den Bittergemüsen. Die Bitterstoffe entstehen durch den Zerfall von Enzymen. Dieser Vorgang wird durch das Blanchieren jedoch weitgehend gestoppt.

Schmoren…schmurgeln…leise köcheln…

Die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und fein würfeln, ebenso den Räucherspeck mit scharfem Küchenmesser in kl. Würfel schneiden und alles zusammen in Butter- oder Gänseschmalz kräftig in einer Pfanne anbraten. Diese angebratene Zwiebel-Räucherspeck-Mischung in dem großen Topf mit dem gehackten, blanchierten Grünkohl gut vermischen, mit Gemüsebrühe auffüllen und zirka 1 Stunde mit leicht geöffnetem Deckel leise köcheln lassen, Aufpassen… dass er am Boden nicht anbrennt… evtl. Brüh-Flüssigkeit später nach Bedarf nachfüllen. 15 Minuten vor Ende der Garzeit nach Belieben Pinkel, Kassler und Co. zugeben und mitgaren oder die bereits vorgegarten Mettwürstchen zum Grünkohl – kurz vor Ende der Kochzeit – dazugeben. Das Ganze noch etwas leise „simmern“ lassen…

Wegen der „Braunfärbung“ beim Kochen, wird der Grünkohl wohl auch in vielen Gegenden „Braunkohl“ genannt…vor allem auch in „Braunschweig“ 😉

Hhmmm… Kürzlich selbst gekochter, sehr schmackhafter Grünkohl-Eintopf von Martin G. (!!!)

Während der Grünkohleintopf gart, die „Kartoffeln“ schälen, würfeln, salzen und wie üblich 20 min. kochen. Abgießen, noch heiß mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Kartoffelstampf später – kurz vor dem Servieren – unter den dann fertig gegarten Grünkohltopf gleichmäßig untermischen, d.h. ( laut Tante Finchen) mit dem heißen Eintopf „innig“ vermengen.

Extra-Tipp: Wer den Grünkohl zusätzlich andicken möchte, gibt  ca. 10 Minuten vor Ende der Garzeit ein paar Haferflocken dazu. Man rechnet dabei ca. 1-2 EL blütenzarte Haferflocken auf 1 Kilo Grünkohl. (Wir mögen es lieber „pur“…)
Ggf. noch etwas Brühe hinzufügen, falls der Grünkohl im Topf zu trocken erscheint, er sollte doch schön „saftig“ sein.

Der Geschmack muss auch richtig „herzhaft“ sein, also vor dem Servieren nochmals „kräftig“ mit Senf, Salz, Pfeffer, Muskat (!) und etwas Zucker abschmecken. Tante Finchen tat damals noch „Maggi“ dran..

 Grünkohl wird wegen seiner Farbe nach dem Kochen auch Braunkohl genannt.

WICHTIG IST, DASS DER EINTOPF SCHÖN HEISS SERVIERT WIRD!

Vorrichten:

„Vorgekochte“ Mettwürstchen entweder separat später (kurz erhitzt) auf einer Platte extra dazu reichen oder aber die Mettenden (vorher- so gut es geht – „enthäutet“) in Scheiben schneiden und kurz vor dem Anrichten sorgfältig unter den heißen Grünkohleintopf mischen.
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TIPP: Übrigens müssen Mettwürstchen „immer komplett durchgegart sein“. Zudem ist die Haut oft sehr „fest oder hart“ und schwer verdaulich. Daher enthäute ich die Mettwürstchen gerne meist direkt nach dem Kochen (sieht zwar etwas zerrupft aus, da die Haut sich oft sehr schwer lösen lässt, aber in kl. Scheiben geschnitten (unter den Grünkohleintopf gemischt), spielt das keine Rolle mehr und es ist alles dann dafür auch wunderbar bekömmlich.
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Auch die Kasseler Koteletts schneide ich vorher schon (bevor sie in den Eintopf kommen) in mundgerechte Stücke. Es ist ja schließlich ein EINTOPF, der nur mit der Gabel oder dem Löffel gegessen wird.
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Man kann aber die Fleisch-Zutaten auch unzerteilt – wie gesagt – separat zum Grünkohl auf einer EXTRA Platte servieren, so dass sich jeder selbst nach Gusto bedienen kann. Dazu dann später am Tisch das Messer zur Gabel neben dem Teller nicht vergessen.


TIPP: Leider hatte ich das letzte Mal etwas zu wenig „Eintopf“ für den großen Appetit der Gäste 😉 und es waren dann doch etwas mehr Gäste gekommen, als angekündigt…

So musste ich den Grünkohl-Eintopf kurzfristig „strecken“ und habe mir mit fertigem „TK-Grünkohl“ von einer „bekannten“ Firma (I..u) ausgeholfen, der tatsächlich nicht schlecht war! Ich hatte ihn noch schnell später dann zu meinem bereits fertig gekochten Grünkohl im Topf mit untergerührt. Also früh an „TK-Vorrat“ denken! Natürlich noch das Abschmecken bzw. evtl. kräftiges Nachwürzen nicht vergessen.

Der Eintopf lässt sich sehr gut vorbereiten und wenn die Gäste kommen, dann einfach kurz wieder “ sachte“ auf „kleiner“ Hitze unter „ständigem Umrühren“ aufwärmen (evtl. noch etwas kochende Brühe zugeben, damit er am Topf-Boden nicht anbrennt): Er muss – wie schon erwähnt – unbedingt heiß serviert werden!

Grünkohl NICHT häufiger wieder aufwärmen. Er enthält Nitrat. Dies ist in dieser kleinen Menge nicht schädlich, allerdings baut der Körper dieses in Nitrit und später in Nitrosamine ab. … Wärmt man Grünkohl öfters auf, entsteht mehr Nitrit im Kohl. Dies passiert allerdings erst bei sehr häufigem Erwärmen. Das gleiche gilt übrigens z.B. auch für SPINAT und andere Kohlsorten.
TIPP: Später ein Vitamin C haltiges Getränk zu sich nehmen…Die gute Nachricht: Vitamin C, Vitamine E und Polyphenole, also sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, hemmen die Nitrosamin-Bildung. Da die meisten Gemüsesorten bereits reich an Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sind, ist die Bedenklichkeit von nitrathaltigem Gemüse für die menschliche Gesundheit eher gering.


UND DIE KARTOFFEL DARF NATÜRLICH HIER NICHT FEHLEN

„Denke nur: auch die Kartoffel // Ist ein Kind der Erdenmutter // Und – erlaub mir, alter Stoffel // Schmackhaft namentlich mit Butter“. – Gedicht: Friedrich Theodor von Vischer (1807 – 1887), deutscher Philosoph, Lyriker, Erzähler und Ästhetiker.

„Kartoffel in der Früh, zu Mittag in der Brüh´, zu Abend im ganzen Kleid, Kartoffel in Ewigkeit“ – dichtete angeblich Friedrich Schiller (1749-1805)  – Er war Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker, Lyriker und Essayisten.

Angeblich erwähnte auch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) – der berühmte deutsche Dichter – die Kartoffel mehrfach in seinen Werken. Zudem wird ihm folgendes Zitat zugewiesen:

„Morgens rund, mittags gestampft,
abends in Scheiben –
dabei soll’s bleiben. Es ist gesund.“


Wie wärs denn einmal – statt Blumen – mit einem Grünkohl-Strauß?

Was ist ein One-Pot-Gericht? Ein neuer Trend?

Der Trend, der von der amerikanischen „Küchen-Queen“ Martha Stewart (*1941)  erfunden wurde, verspricht einfache, zeitsparende und abwechslungsreiche „Ein-Topf“ Rezepte: Gemeint sind dabei nicht (nur) Omas altbewährte, klassische Eintöpfe, sondern auch schnelle Köstlichkeiten mit Reis, Pasta, Gemüse, Fleisch und Fisch. Begonnen hat alles vor einigen Jahren mit einer Entdeckung in Italien. In einem kleinen Restaurant in Apulien stießen zwei Amerikanerinnen auf Recherche-Reise auf ein Gericht, das bald als „One-Pot-Pasta“ weltweit Karriere machen sollte…

Unser guter alter EINTOPF…man muss dem Kind nur einen neuen Namen geben… 😉

„Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie „Kartoffeln oder Eintopf“ kochen nicht zu kurz kommen“. – ZITAT: Dr. Angela Dorothea Merkel (* 17. Juli 1954) ist seit dem 22. November 2005 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. (Wikipedia)

ANHANG: Auf besonderen Wunsch… noch ein besonderes Rezept 😉

GRÜNKOHL-CHIPS mit Crunch-Feeling…

Statt Kartoffelchips: Gesund-Lecker-Leicht und vor allem gaaanz knusprig… und dazu noch – ganz easy – selbst gemacht… Endlich eine wirklich gesunde Snack-Alternative zum selber machen.

Grünkohl muss nicht immer ein deftiges Gericht sein. Der beste Beweis sind hier vor allem die sogenannten Kale Chips – das sind – wie wir das bei uns hier nennen: „Getrocknete Grünkohl-Chips“ frisch aus dem Backofen. Gesund und lecker sind sie, zudem auch noch superleicht und schnell zubereitet.



Unsere würzigen leckeren Grünkohlchips – nach einem US-amerikanisches Rezept – nennt man dort:

Kale Chips

Zutaten:

Zirka 500 g Grünkohl.
Für die Marinade: 5-6 El Olivenöl, einen knappen Teelöffel Salz – nach Geschmack etwas Zitrone sowie kräftig Gewürze wie Chili- oder Paprikapulver, Thymian oder Sesam, (auch Bockshornklee und Currypulver sind angesagt) zugeben.

EXTRAS: Für 500 g Grünkohl-Blätter braucht man zwei Backbleche…oder man bäckt die Chips nacheinander.


Den Backofen auf 130 Grad vorheizen.
Backzeit: Etwa 20-30 Minuten.


Zubereitung:

  • Man schneidet als Erstes die Grünkohlblätter von dem Strunk ab und zupft die Blätter in mundgerechte Stücke. Da der Grünkohl im Ofen fast auf die Hälfte schrumpft, dürfen die Stücke keinesfalls zu klein sein.
  • Als Nächstes die Grünkohlblättchen gut waschen und – ganz wichtig (!) – gründlich trocknen lassen, am besten mithilfe einer Salatschleuder. Danach noch in ein großes Küchenhandtuch oder in Papierküchentücher (z.B. Z..a) einwickeln und erst ganz getrocknet wieder die Blättchen herausnehmen. TIPP: Die Blätter müssen komplett trocken sein, damit die Chips am Ende auch wirklich richtig knusprig werden.
  • Marinade: Das Olivenöl mit dem Salz, den Gewürzen, etwas Zitronensaft vermischen und die Grünkohlblätter damit vorsichtig einreiben, sie sollten gut mit Marinade bedeckt sein. Dazu die Marinade am besten mit den bloßen Händen in die Grünkohlblättchen vorsichtig leicht einmassieren. Das könnte man auch bei größerer Menge in einer Salatschleuder tun, hier verteilt sich die Marinade wie im Flug an den zarten Blättchen…
  • Danach die „Kale Chips“ auf einem – mit Backpapier ausgelegtem – Blech schön gleichmäßig verteilen. Die einzelnen Chips sollten nicht zu eng aneinander und nicht überlappend liegen, sonst werden sie nicht knusprig. Nach ca. 10 Minuten alle Chips mit einem Pfannenwender gleichmäßig wenden und weiterbacken.
    Tipp: Zwischendurch öfters mal kurz für 1-2 min. die Ofentür komplett öffnen, damit der Wasserdampf entweichen kann…oder mit einem Holzlöffel die Ofentür während der Garzeit einen Spalt geöffnet halten. .
  • Chips herausnehmen, Nach Belieben nachsalzen und genießen. Grünkohlchips schmecken als gesunder Apéro-Snack und eignen sich auch gut als Suppen-Topping….sieht hübsch aus.. WICHTIG: komplett auskühlen lassen. Und dann kanns also losgehen:

Knusper ➤ Knupser ➤ Crunchy…


Regionales Superfood: Grünkohl steckt voller immunstärkender Vitamine.



Blog-Artikel: „Grünkohl-Eintopf perfekt zur Winterzeit“ … veröffentlicht im Februar 2019 – überarbeitet im Dezember 2020.