Der Winter-Apfel-Kuchen: Schon beim Anschnitt strömt ein unvergleichlicher Apfelduft einem entgegen … einfach zum Anbeißen!  Das alte, köstliche Rezept des „Winterapfelkuchens“ meiner liebsten Großmama aus Aschaffenburg  wird hier ganz zum Schluss verraten.

Lesedauer: Zirka 5-10 min.



WINTERAPFEL-SORTEN

GOLDPARMÄNE…oder COX ORANGE RENETTE…und der Schöne aus Boskoop, im Deutschen zumeist kurz Boskop genannt, ist ebenfalls eine zu den Renetten zählende Sorte des Kulturapfels und den Winteräpfeln zuzurechnen. Sein ursprünglicher Name war Renette von Montfort. Auch „Golden Delicious“ – Jonagold, Berlepsch, Kaiser Wilhelm und viele andere gehören zur Gattung der Winteräpfel.


Großmutters Apfelbaum

Es gab eine Zeit in meiner Kindheit, als sich unsere Wünsche noch in Wirklichkeiten verwandelten, da wuchs inmitten des großen Gartens meiner Oma in Aschaffenburg – am Pompejanum – ein schöner Apfelbaum, der im Winter voller rotbackiger Äpfel hing… wir durften sie pflücken und sie schmeckten – in meiner Erinnerung – wie süßer Honig und saftig wie frisches Quellwasser.


Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung // an der Wiesen aufgedecktes Grau. // Kleine Wasser ändern die Betonung. // Zärtlichkeiten, ungenau, // greifen nach der Erde aus dem Raum. // Wege gehen weit ins Land und zeigens. // Unvermutet siehst du seines Steigens // Ausdruck in dem leeren Baum.  –  Gedicht: © Rainer Maria Rilke (1875-1926) war ein bekannter österreichischer Lyriker deutscher und französischer Sprache.

>>>> Anmerkung: Die korrekte Schreibweise von längeren Gedichten mit Schrägstrichen:
Manche Gedichte sind so schön, aber oft sehr lang… d.h.: Sie brauchen eigentlich für einen Blog-Artikel „zu viel Platz“…Ich wollte aber nicht auf sie verzichten…daher wurden die kurzen Vers-Zeilen durch Schrägstriche unterteilt: Laut Duden wird heute diese Art // durch Schrägstriche // üblicherweise als Satzzeichen nur noch gebraucht, um Verse im Fließtext voneinander abzugrenzen (zum Beispiel wie hier im Gedicht-Satz, um die Länge abzukürzen).


Mir fällt auf – wenn ich das „Rilke“- Gedicht noch einmal auf mich wirken lasse – spontan die besondere Stimmung… von einer Art von Neuem, Aufbrechendem im gerade beginnenden Jahr… Ein erahntes oder evtl. auch erwünschtes, hoffnungsvolles Ereignis? Vielleicht eine aufkeimende neue Liebe, die das lyrische Empfinden des Dichters beschreibt?

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge,
würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“,
soll angeblich Martin Luther einst gesagt haben.


Ein „Apfel-Leben“ im Jahresverlauf:

ALLER ANFANG IST DER FRÜHLING, und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… wie es Hermann Hesse so trefflich in seinem Gedicht „STUFEN“ beschreibt…

Es gibt sie noch, die wunderbare, sich langsam öffnende Natur im Frühling…und die Apfelblüte: Es ist ein Naturschauspiel der Superlative! Ende April beginnt die schöne Blütezeit der Apfelbäume.


Frühling, ja – du bist’s! Dich hab ich vernommen! – Gedichts-Vers aus „ER ISTS“…von © Eduard Mörike (1804 – 1875). Er war ein deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter.

IM FRÜHLING: Die Winterblüher im Garten sind längst verblüht, gelb leuchtende Narzissen stehen noch in voller Pracht auf den Wiesen und die weißen Apfelblüten harmonieren wunderschön mit den späten Tulpen im Beet. Der Apfelbaum ziert sich mit seinen hübschen kleinen Büscheln voll weiß-rosiger Blüten im Wonnemonat Mai. Die kleinen Blüten öffnen sich und bieten begehrte Nahrung für Wild- und Honigbienen. Manch ein Apfelbaum trägt Sorten alter „Kulturäpfel“ aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Die Apfelblüte folgt der Kirschblüte mit 2 Wochen Verzögerung und dauert ebenfalls bis zu drei Wochen. Es darf keinen Frost mehr geben. Auch ein kurzer Hagelschauer kann die empfindlichen Blüten zerstören. Die Bienen brauchen Sonne und Wärme, sonst fliegen sie nicht und befruchten auch keine Blüten… und dann gäbe es auch keine Äpfelchen…


Oh…schau doch nur nach oben in den blauen Himmel…ein laues Lüftchen säuselt durch die Apfelblüten und wie sie tanzen mit dem Wind…sie färben unsere Welt rosarot…

UND IM WINTER? …dann wird geerntet…

Mit Winteräpfeln sind Apfelsorten gemeint, die nach der Ernte im Herbst – meist im Oktober oder November – zwei Monate oder länger lagern müssen und gewöhnlich erst im Dezember oder später genussreif sind. Bei Winteräpfeln handelt es sich demnach um so genannte Lagersorten. (Wikipedia) – Oft wird auch der Kühlschrank benutzt, der selbstverständlich ebenso ideale Kühle für das Lagern von Obst bietet. Jedoch sollten Äpfel immer separat gelagert werden, da sie Ethylen ausstoßen. Dieses Gas führt z.B. bei Gemüse – das daneben gelagert wird – sehr schnell zum Verderb.


Apfel-Gesundheit: Dass ein Apfel zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, weiß fast jeder. Ein weiterer Grund für seinen guten Ruf könnte auch das alte, englische Sprichwort sein: „An apple a day keeps the doctor away“ (deutsch: Wer jeden Tag einen Apfel isst, spart sich den Arztbesuch).

„Der Äpfelchen begehrt Ihr sehr, // Und schon vom Paradiese her. // Von Freuden fühl ich mich bewegt, // Dass auch mein Garten solche trägt.“ –  Faust I, Vers 4132 ff. / Die Schöne…ZITAT: ©  Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

>>>> Anmerkung: Die korrekte Schreibweise von längeren Gedichten mit Schrägstrichen wurde weiter oben beschrieben. <<<<


Forscher der Universität Oxford haben es in den vergangenen Jahren immer wieder bestätigt: Der Apfel steckt voller gesundheitsfördernder Substanzen. Mineralien…Vitaminen…Ballaststoffen…sekundären Pflanzenstoffen … wer weiß, was er sonst noch so alles kann… und schmecken tut er… ganz saftig und süß!

Historisches:

Eine Studie aus dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte wirft ein neues Licht auf die Kulturgeschichte des Apfels. In frühen Zeiten brachten fliegende Händler in ihren langen Karawanen die Obst-Bäume zusammen mit anderen Nutzpflanzen über die Seidenstraße in viele Gegenden Eurasiens.

Ursprungsland? Der Apfel kommt wohl ursprünglich aus Zentral- und Westasien und wurde bereits rund 10.000 vor Christus in der Region des heutigen Kasachstans angebaut. Irgendwann begannen die Menschen damit, Apfelbäume zusätzlich zu veredeln… Beim Veredeln werden zwei Pflanzen zu einer, indem man auf einen Baum ein Stück der anderen Apfelsorte aufsteckt. Durch dieses sogenannte Umpfropfen ist es möglich, dass auf einem Baum eine andere Sorte wächst und sich die Wuchseigenschaften verändern. Die Technik soll schon in der Antike bekannt gewesen sein. Die heutigen Apfelsorten sind das Ergebnis von Vermischung und Veredelung über die Jahrhunderte hinweg.

Die Wurzeln der Geschichte des modernen Apfels sind wohl exakt im Tien-Shan-Gebirge Kasachstans zu finden. Die größte Stadt des Landes trägt bis heute den Namen Almaty, was übersetzt so viel wie „Stadt des Apfels“ heißt, sagt Wiki. – Von hier kommt der Großteil des genetischen Materials, haben wissenschaftliche Studien gezeigt. Der heutige Apfel enthält Spuren von mindestens vier Wildapfelarten.

Wie Robert Spengler vom „Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte“ in einer neuen Studie darlegt, zeigen fossile und genetische Belege, dass Apfelbäume bereits Millionen Jahre vor ihrer Kultivierung recht große fleischige und süße Früchte entwickelten, die für die damalige Tierwelt wertvolle Nahrungsquellen waren (Quellen:https://www.mpg.de/13511941/ursprung-des-apfels

Der Apfelbaum als Baum des ewigen Lebens taucht in vielen Kulturen in unterschiedlicher Weise auf. Der Apfelbaum hatte aber auch schon in den vorchristlichen Mythen große Bedeutung. Schon bei den alten Babyloniern war es die Göttin Ištar*, die mit dem Symbol des Apfels verehrt wurde. (Ištar*: ist der Name einer in Mesopotamien verehrten Göttin. Dieser Gottheit ist der Planet Venus zugeordnet).

In der griechischen Mythologie wird von den goldenen Äpfeln der Hesperiden erzählt und auch der „Zankapfel“ rund um die Frage, wer denn wohl die Allerschönste sei: Hera, Athene oder Aphrodite, ist bekannt. Auch in der nordischen Sage schenkte die Göttin Idun goldene Äpfel an das Göttergeschlecht der Asen, die dadurch ewige Jugend erhielten.

Sagen und Legenden:


Auch die Geschichte des heiligen Nikolaus ist eng mit dem Apfel verknüpft. Der heilige Nikolaus wird oft mit drei goldenen Äpfeln dargestellt, weil er – der Legende nach – in jedem Jahr, kurz vor der Weihnachtszeit, dick vermummt durch seine Heimatstadt „Myra“ zog und vergoldete Äpfel und Nüsse vor die Hütten der Armen legte. Myra ist eine antike Stadt. Der Ort heißt heute „Demre“ und liegt in der Provinz Antalya in der Türkei. Die Stadt Myra ist heute ein berühmter Wallfahrtsort wegen des von dort stammenden Nikolaus von Myra.

Auch in den Märchen begegnen wir den Äpfeln:

Für „Schneewittchen“ ging es vor dem späteren „Happy End“ erstmal unglücklich aus, als sie in den vergifteten Apfel der bösen Stiefmutter biss. Und bei „Frau Holle“ sollten Goldmarie und Pechmarie den reifen Apfelbaum schütteln… Oder in Legenden wie „Wilhelm Tell“ finden wir den berühmten Apfel wieder…

So knackig, saftig, süß und säuerlich – ganz paradiesisch…schon Adam und Eva wussten, wie verführerisch ein Apfel sein kann. Der Apfel diente schon immer auch als Symbol – vom Sündenfall bis hin zu den mächtigen Kaisern und Königen:

Schon im antiken Persien galt der Apfel als Symbol herrschaftlicher Macht, ein Status-Symbol, die auch später von mittelalterlichen Kaisern weitergeführt wurde. Diese trugen als „Insignie“ eine goldene Kugel als Sinnbild für die Erde. Der „Reichsapfel“ symbolisierte im Heiligen Römischen Reich so die Weltherrschaft und war jahrhundertelang fester Bestandteil der feierlichen Krönungszeremonien von Kaisern und Königen.


„Adam war auch nur ein Mensch…er wollte den Apfel nur, weil er verboten war…“ – Zitat: Mark Twain (1835-1910) war ein bekannter amerikanischer Schriftsteller. Er ist vor allem als Autor der Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt geworden.

Liebesäpfel – meist auf Jahrmärkten zu finden – sind ganze Äpfel, die mit einer Kandiszuckerbeschichtung bedeckt sind, wobei ein Stab als Griff eingesetzt ist…

Der Liebesapfel als Symbol

Äpfel und Menschen verbindet seit jeher viel. Die Frucht wurde angeblich schon für Adam und Eva zum Objekt der Begierde – was aus dem herzhaften Biss ins köstliche verbotene Fruchtfleisch folgte, ist hinlänglich bekannt. Dass die Geschichte von Äpfeln und Menschen – trotz dieser eher abschreckenden Erzählungen – doch noch eine Erfolgsstory wurde, war trotzdem auch vielleicht diesen märchenhaften Geschichten zu verdanken. 😉 Die Frucht gehört heute einfach zu den beliebtesten Obstsorten. Mehr als eine Million Tonnen haben deutsche Obstbauern im vergangenen Jahr geerntet.

Last but not least… begegnet uns noch heute der Apfel oft als Symbol – das ein Jeder kennt… den Begriff „Big Apple“. Das ist der Spitzname der US Metropole New York – Zur Herkunft dieser Bezeichnung existieren verschiedene Theorien: Mehr dazu weiß „Wiki“…und natürlich kennen wir alle auch das Symbol des „Apple“ Computers…mit dem berühmten Apfelzeichen.


Eine Erinnerung an unsere Kindheit ist dieses entzückende alte Kinderlied
„In einem kleinen Apfel // da sieht es niedlich aus; // es sind darin fünf Stübchen , // grad wie in einem Haus. // In jedem Stübchen wohnen // zwei Kernchen, braun und klein; // die liegen drin und träumen // vom lieben Sonnenschein.   //Sie träumen auch noch weiter // gar einen schönen Traum // wie sie einst werden hängen // am lieben Weihnachtsbaum. “ (Text: Volksgut) Melodie: © Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) aus »Die Zauberflöte« (»Das klinget so herrlich« soll Mozart gesagt haben.)
>>>> Anmerkung: Die korrekte Schreibweise von längeren Gedichten mit Schrägstrichen wurde weiter oben beschrieben. <<<<


“ Süße, wohlbekannte Düfte…streifen ahnungsvoll das Land“
Gedichts-Auszug aus „ER IST`S“ :
© Eduard Mörike (1804 – 1875), deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter.


WINTERAPFEL-FREUDEN… tataaa…

DER KUCHEN


Der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel, der Kapfel, der goldbraune Apfel!…. wer kennt es nicht, das alte Gedicht aus dem „Volksgut“ ?

Es ist Winterapfelzeit: Köstlichkeiten…

WINTERAPFEL-KUCHEN

ZUTATEN TEIG:
100 g Butter, 75 g Zucker, 1 Ei, 250 g Mehl,1 TL Backpulver, Je 1 Prise Salz,  Zimt

ZUTATEN FÜLLUNG:
4 Winter-Äpfel z.B. Boskoop, 1 Bio-Zitrone, 150 g weiche Butter, 150 g Zucker, 5 Eier, 100 g Marzipanrohmasse, 200 gemahlene Mandeln, 1 EL Mehl, 1 Msp. Nelkenpulver, 1 TL Zimt

Zusätzlich für die Kuchenoberfläche: 35 g flüssige Butter, 35 g Zucker
Zubehör: 26er Springform, Backpapier, 1 grobe Küchenreibe, Backpinsel.


VORBEREITUNG:
Backofen auf 170° C Ober-/Unterhitze vorheizen. 26er Springform gut fetten oder mit Folie den Boden belegen.
100 g Marzipanrohmasse im Block zirka 10 min. einfrieren. Zitronenschale einer ganzen Bio-Zitrone abreiben. Die Zitrone halbieren und den Saft der ganzen Zitrone ausdrücken.

Einen ganzen – geschälten – Apfel fein reiben und mit etwas Zitronensaft gut vermischen. Alles beiseitestellen.

Anm. – TIPP: Man kann das Marzipan vorher mind. 10 min. tiefkühlen, dann lässt es sich später – am besten mit einer groben Haushalts-Reibe direkt auf bzw. in die Füllung – reiben und viel besser (grob gerieben) verarbeiten, ohne die übliche „Klumpenbildung“ … (OMAS TRICK!)


ZUBEREITUNG – MÜRBETEIG – BODEN:

Für den Boden: Butter, Zucker, Ei, Salz und Zimt für 2 Minuten schaumig aufschlagen. Mehl und Backpulver auf die Masse sieben und zu einem Mürbeteig verarbeiten: Diese Teigmischung mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handrührgerätes oder mit den Händen gut (aber nur ganz kurz) homogen verkneten.

TIPP: Je länger man Mehl und Wasser knetet, desto mehr Gluten entsteht. Das ist z.B. beim Brotbacken so gewollt. Beim Mürbeteig stört die Glutenstruktur und macht den fertig gebackenen Teig eher (unschön) speckig und brandig (= bröselig). Ein richtig gut gelungener Mürbeteig sollte aber nur so wenig wie möglich Gluten besitzen. ALSO: Nur „kurzes Kneten“ begrenzt das Aufquellen von Glutenproteinen. Hier wollen wir ja eine eher lockere, mürbe Struktur, also den richtig feinen „Mürbeteig“ haben.

Mürbeteig sollte vor dem Backen immer gut kühl gestellt werden und kühl zirka 30-60 Minuten ruhen (je länger, desto besser). Die Butter wird dadurch wieder hart und der Zucker hat später beim Backen eine Chance, sich sachte aufzulösen. Letzteres wiederum sorgt dafür, dass der Teig beim Backen nicht auseinanderläuft und gleichmäßiger bräunt.


Nicht den Teig als Teig-Kugel kühlen – Omas Trick benutze ich schon jahrelang:

Also den Teig nicht als Kugel kühlen, da man diesen kalten „Klumpen“ später schlecht ausrollen kann: Besser den „weichen“ Teig vorher schon gleichmäßig mit einem hohem Rand in der Kuchen-Form verteilen, den Boden mit Gabelzinken – wie gewohnt – mehrmals einstechen.
Die komplette Kuchen-Form mit dem Teigboden (oben mit Folie gut abgedeckt) dann mindestens 30 min. – oder auch ruhig über Nacht – im Kühlschrank ruhen lassen, falls man den Kuchen anderntags erst backen möchte. Er sollte nur wieder Zimmertemperatur – vor dem Füllen bzw. dem späteren Backvorgang – haben.

ZUBEREITUNG FÜR DIE NUSS-APFEL-MARZIPAN-FÜLLUNG:

Butter und Zucker mit dem Rührgerät miteinander verquirlen, die noch leicht gefrorene Marzipanrohmasse auf einer groben Reibe direkt auf diese Mischung reiben und alles sofort mit den Knethaken der Küchenmaschine zusammen schön cremig verrühren. Danach die 5 Eier einzeln in der Rührschüssel homogen unter die Marzipanmasse mengen. Zum Schluss den bereits schon geriebenen Apfel und die restlichen Zutaten wie Nüsse, Mehl, Zimt und die Prise Nelkenpulver mit einem Teigspachtel unter diese Füllung heben. Alles miteinander innig vermischen. Die Nuss-Apfel-Marzipan-Füllung auf dem vorbereiteten Mürbeteigboden gleichmäßig verteilen und die Oberfläche schön glattstreichen.

ZUBEREITUNG FÜR DAS APFEL – TOPPING:

Die restlichen drei Äpfel schälen, entkernen, halbieren und vierteln. Mit einem scharfen Messer, diese Apfel-Viertel einzeln der Länge nach schön gleichmäßig (1cm tief) in schmale Spalten sorgsam „blättrig“ anschneiden (nicht durchschneiden!) und alles mit dem „restlichen“ Zitronensaft beträufeln. Die Apfelhälften obenauf schön kreisrund locker nebeneinander (nicht zu eng) auf die Marzipan-Crème-Füllung legen, etwas andrücken. Je nach Apfelgröße hat man evtl. Apfelstücke übrig. (Die gehören dann uns – zum „Schnabulieren“ – wie Omama sagte…). Die eingeritzten Apfelstücke nun mit der flüssigen Butter bepinseln und mit einem Teelöffel den Zucker schön gleichmäßig jeweils auf der eingeschnittenen Apfeloberfläche verteilen.

Im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 170° C für ca. 50 -60 Minuten backen.

Hhhmmm… wie das aus dem Ofen duftet!!!

TIPP: Sollte der Apfelkuchen zu stark bräunen, den Kuchen nach 30 Minuten mit Backpapier abdecken.
WICHTIG: Nach dem Backen die Backofentüre einen Spalt breit öffnen und den Apfelkuchen im Ofen  vollständig auskühlen lassen.

GUTEN APPETIT…

TIPP: Das gleiche Rezept kann man auch in 12 kl. Muffinförmchen
als Apfeltörtchen zubereiten:


ZUM ABSCHLUSS NOCH etwas „Historisches“…

Eine kleine, nette Geschichte aus unserer neuen Heimat im schönen Düsseldorf fand ich zufällig kürzlich – zum Thema:
Der Winterapfel „Kaiser Wilhelm“ – eine royale Delikatesse:


Es gibt hier eine sehr alte Apfelsorte, die im Rheinland zunächst im 18 Jh. unter dem Namen Peter Broich bekannt war. Diese alte Apfelsorte wurde bereits anno 1864 als veredelter Baum im Garten von Haus Bürgel in der Nähe von Düsseldorf in Urdenbach entdeckt.

Der „Pomologe“ Carl Hesselmann (1830–1902) aus dem Bergisches Land ließ diese alte Apfelsorte im Jahre 1875 Kaiser Wilhelm zur Geschmacksprobe vorlegen, der daraufhin die Namensverwendung für „diesen wahrhaft majestätischen Apfel“ huldvoll genehmigte und sich mit einer gerahmten Fotografie mit eigenhändiger Unterschrift bedankte.

So wurde diese Apfelsorte dann in KAISER WILHEM APFEL umbenannt. Der sogenannte Wilhelmsapfel ist also auch heute noch eine wahrhaftig royale Delikatesse. Er zählt mit zu den beliebtesten alten Apfelsorten und begeistert mit einem unverkennbaren – feinsäuerlichem Aroma. Er ist saftig und die Früchte sind druckunempfindlich. Er weist zudem einen hohen Polyphenolgehalt auf. Aus diesem Grund ist die Sorte auch für manche Allergiker geeignet. (Wikipedia).


ALLERGIE?

Leider kann nicht jeder die vielen Vorzüge des Apfels genießen: Schätzungen zufolge leiden bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Apfelunverträglichkeit oder sogar an einer schweren Allergie. Gut verträglich und problemlos zu genießen – und in BIO-Märkten oft auf Anfrage erhältlich – gibt es laut BUND viele allergenarme Apfelsorten, hier die bekanntesten:

Roter Boskoop – Finkenwerder Herbstprinz – Alkmene – Berlepsch – Gravensteiner – Goldparmäne… oder der Santana: Der AllergikerApfel ist eine Kreuzung aus dem beliebten Elstar und der Priscilla, einer älteren und weniger bekannten Apfelsorte.

Von den Sorten Golden Delicious, Fuji und Granny Smith sollten sie sich dagegen lieber fernhalten.

Auch Kochen bzw. Erhitzen zerstört das Allergen. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, kann zu erhitzten Apfelprodukten wie Apfelmus und pasteurisierten Apfel-Säften greifen oder einfach selbst Ullas Winter-Apfelkuchen oder einen köstlichen „Apple-Crumble“ backen:

Apple Crumble: 500 g Äpfel, geschält und in Spalten geschnitten, 100 g Butter, 100 g Zucker, Prise Salz, 175 g Mehl, Zimt nach Geschmack, 1 Zitrone, Saft davon.
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Apfelspalten mit Zitronensaft beträufeln und in eine gefettete Auflaufform legen. Aus Butter, Zucker, Mehl und etwas Zimtpulver einen krümeligen Streuselteig bereiten und auf den Äpfeln gleichmäßig verteilen. Bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 20-30 Minuten backen. Noch warm mit Eis und Schlagsahne servieren… Manche geben noch Rumrosinen bzw. etwas Calvados in den Streuselteig mit hinzu…Hhhmm!

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet, // was im Ofen bratet! // Hört, wies knallt und zischt. // Bald wird er, // aufgetischt, // der Zipfel, der Zapfel, // der Kipfel, der Kapfel, // der gelbrote Apfel. // Kinder, lauft schneller, // holt einen Teller, // holt eine Gabel! // Sperrt auf den Schnabel // Für den Zipfel, der Zapfel, // den Kipfel, den Kapfel, // den goldbraunen Apfel. // Sie pusten und prusten, // sie gucken und schlucken, // sie schnalzen und schmecken, // sie lecken und schlecken //den Zipfel, den Zapfel, // den Kipfel, den Kapfel, // den knusprigen Apfel. – Gedicht: von Unbekannt – altes Volksgut.

>>>> Anmerkung: Die korrekte Schreibweise von längeren Gedichten mit Schrägstrichen wurde weiter oben beschrieben. <<<<

BRATÄPFELCHEN WERDEN IN FEUERFESTEN FÖRMCHEN PERFEKT IM BACKOFEN GEGART. DAZU GIBTS VANILLE-SOSSE.

„Ullas Bratapfel-Überraschung“:
Köstliches zum Weihnachtsfest oder Silvester findet man (mit Rezept) in meinem anderen Blog-Artikel: „ADVENT…ADVENT… „
LINK kopieren: https://bienchenhamster.de/advent-advent/


DER WEIHNACHTLICH GEFÜLLTE BRATAPFEL

WINTERANFANG

Und wenn der Winter dann wirklich kommt, hatten bereits früher schon unsere „Altvorderen“ den köstlichen Winterapfel – schön aufgeschichtet und luftig gelagert – im kühlen Keller verwahrt…

Winteräpfel (Erntezeit: Oktober) kann man am längsten lagern, wenn die Voraussetzungen stimmen sogar bis zu 3 Monaten: Ein geeigneter Lagerraum ist ein Keller oder Weinkeller in dem Temperaturen von 2 bis 4 Grad Celsius herrschen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von ca. 90% ist ideal. Der Raum sollte dunkel, gut durchlüftet und vor allem frostsicher sein.


DIE APFEL-DIÄT…und die Pfunde purzeln nur so…

DIÄT…DIÄT… APFEL-DIÄTEN SIND DERZEIT SEHR GEFRAGRT…Aufgenommen werden bei der gängigen Variante nur fünf bis sechs Äpfel pro Tag sowie reichlich kalorienfreie Flüssigkeit (ungesüßte Früchte- und Kräutertees, Wasser)…und die Pfunde purzeln… Äpfel regen die Fettverbrennung und den Stoffwechsel an. Weil der hohe Ballaststoffgehalt der Äpfel den Blutzuckeranstieg bremst, wird mehr und effektiver Fett verbrannt. Der Ballaststoff Pektin sorgt dafür, dass die Nahrung länger im Verdauungstrakt verweilt – auch deshalb bleibt man auch länger satt. Auch Vitamine und Spurenelemente sind reichlich in einem Apfel enthalten, wie z.B. Kalium, Magnesium, Vit. B und C … Na ja…zum Jahresanfang ins Neue Jahr 2021 klappts vielleicht dann mit den guten Vorsätzen 😉

ANHANG – Kleine Apfelkunde gefällig? Hier findet ihr sie:
www.alte-obstsorten.de

Willkommen bei den „Alten Obstsorten“… Es gibt eine komplette Liste (von A bis Z) aller fast vergessenen alten Apfelsorten und es gibt ein wunderbares „Obstmuseum“ „Pomarium Anglicum“… im Norden Deutschlands:

NUR KURZ VON MIR ERWÄHNT WIRD DER ANFANG EINER LANGEN UNGEWÖHNLICHEN APFEL-NAMENS-LISTE alter Apfelsorten…begonnen wird hier mit einer kl. Auswahl aus dem  A-B-C :

UNZÄHLIGE APFELSORTEN:

Altländer Pfannkuchenapfel (Hamburg um 1840) säuerlich aromatisch, Verwendung: als Tafelsorte, in der Küche, mittelstarker Wuchs.
Adams Parmäne (Norfolk, England, 1826): mürbe, genügend saftig, zitronenartig gewürzt, Verwendung: als Tafelsorte, in der Küche, mittelstarker Wuchs.
Ananasrenette (Rheinland, um 1820): saftige und aromatische Spitzensorte, Verwendung: als Tafelsorte, in der Küche, zum Entsaften, schwacher Wuchs.
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Bismarckapfel (Neuseeland, 1870): große rotbackige Frucht, Verwendung: als Tafelsorte, starker Wuchs.
Blutroter Gravensteiner (Dänemark): dunkelrote Spitzensorte, aromatisch, Verwendung: als Tafelsorte, starker Wuchs.
Borsdorfer Herbstrenette (Deutschland): süßsäuerliche Frucht, Verwendung: als Tafelsorte, mittelstarker Wuchs..
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Cludius Herbstapfel (Deutschland 1850 saftig angenehm gewürzt mit milder Säure, Verwendung: als Tafelsorte, in der Küche, mittelstarker Wuchs.
Champagner Renette (Champagne, Frankreich, 1799): säuerlich, grüner, später, später gelber Apfel, Verwendung: in der Küche, zum Entsaften, mittelstarker Wuchs.
Cornish Gilliflower (Cornwall, um 1800): süßer, sehr guter Tafelapfel, Verwendung: als Tafelsorte,….USW.


DORT GEHT ES NUN WEITER FÜR INTERESSIERTE APFELFREUNDE IM GROSSEN ABC ALLER APFELSORTEN von A bis Z…

Den folgenden link kopieren: https://www.alte-obstsorten.de/sortenuebersicht.html

Hier kann man auch einen schönen Herbst-Urlaub im „Alten Apfelgarten“ buchen. Der hübsche Ort liegt ganz in der Nähe von Flensburg (Flensburger Förde). Zu „Coronazeiten“ geschlossen. „Pomarium Anglicum“ Waldweg 2 – Ortssteil Winderatt – 24966 Sörup – Tel: 04635-2745



😉

😉 TIPP-HINWEIS…auf meinen anderen aktuell neuen Blog-Artikel 😉

„WINTER … die unterschätzte Jahreszeit?“
passend zum Thema WINTER gibt es hierzu
Erstaunliches, Interessantes und recht Amüsantes zu lesen!


– Blog-Artikel „WINTERAPFEL…EINFACH ZAUBERHAFT“ –
veröffentlicht am: 18. November 2020


URHEBERRECHT: Der größte Teil der veröffentlichten Gedichte, Zitate usw. sind von Dichtern und Autoren, die bereits seit siebzig Jahren verstorben sind und daher in der Regel für den privaten Gebrauch verfügbar. Alle Gedichte sind mit © Copyright und Namen versehen.