GERICHTE MIT GESCHICHTE: Eines unserer Familien-Lieblings-Rezepte wurde überliefert von meiner Großmutter „Christina Röcking“ (*1892 -/+1981) aus Aschaffenburg. Der wunderbare Rhabarberkuchen mit feiner Quarkfüllung ist auch von meiner Mutter im Frühjahr zuhause für uns Kinder zubereitet worden. Das alte, fein säuberlich handgeschriebene Kochbuch meiner Großmutter hatte schon damals meine Neugier als Kind geweckt

LESEDAUER: 10 -12 Minuten


ES WAR EINMAL…

Wir waren in der „Maienzeit“ oft bei meiner Oma zu Besuch: Ich erinnere mich gerne an den Blick aus ihrem verglasten Wintergarten hinten hinaus in Omas großen, schönen Garten mit den schattigen Obstbäumen – wo in der Nachkriegszeit im vorderen Bereich die Gemüsebeete (mit Salaten, Radieschen, Tomaten, Zwiebeln etc.) waren. Der Gemüsegarten meiner Oma war riesig – zumindest mit Kinderaugen betrachtet. Besonders die roten Rhabarberstangen im grünen „Blätterwald“ im Frühjahr waren ein echter Blickfang. „Bloß nicht die Blätter essen!“, höre ich meine Oma sagen, als sei es erst gestern gewesen…dazu später mehr…

Geerntet wird der Rhabarber generell erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung. Die Ernte beginnt meist im Mai. Nun ist gerade, zwischen Ende April und Juli, der Rhabarber – den man noch vor einigen Jahren als altmodisch abgetan hatte... in der Küche wieder sehr gefragt, Rhabarberkompott kann man durch Sterilisieren haltbar machen oder einfrieren – gefroren ist es etwa 12 Monate haltbar.

Wie man die Rhabarber-Stangen korrekt erntet – habe ich von meiner Großmama gelernt:

  • Man dreht die Rhabarberstangen vorsichtig und so weit wie möglich am Ansatz im Boden heraus. Dabei sollte man darauf achten, dass man keine Teile vom Wurzelstock mit abtrennt.
  • Beim Herausdrehen der Rhabarberstangen entstehen keinerlei Schnittwunden und die jungen Knospen in den Blattachseln werden so geschont.
  • Das Abschneiden der Stangen ist nicht zu empfehlen, da durch die Schnittstellen leichter z.B. Pilz-Krankheiten in die Pflanze gelangen können oder aber die Pflanzen auch leichter faulen können.
  • Nach dem Herausdrehen der Rhabarberstangen ist es wichtig, auch sämtliche Blätter von den Stangen zu entfernen, denn diese sind giftig – also ungenießbar.
  • Generell gilt, dass man immer nur so viele Rhabarber-Stiele auf einmal von der Pflanze nehmen sollten, wie man gerade benötigt. So behält die Pflanze noch genügend Blätter, um somit kräftig Energie für ihr weiteres Wachstum zu haben. 

Mein Rhabarberkuchen…

SOULFOOD? Rhabarberkuchen erinnert mich immer auch ein bisschen an Omas wunderbaren Käsekuchen, der ähnlich zubereitet wird – nur ohne Rhabarber. 😉 Rhabarberkuchen ist allerdings weicher, mit diskret frisch säuerlicher Note und saftiger. Und wärmer im Sinne von herzerwärmend oder heimelig…es ist nur so ein Gefühl… Wisst Ihr, was ich meine? Wenn man manchen Kuchen isst, hat man das Gefühl, es sei alles gut… und ich glaube, das ist das Geheimnis von Oma Christinas Rhabarberkuchen…

Oxalsäure kann in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen und Nierenschäden verursachen“, sagte Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Viel Oxal-Säure findet sich vor allem in den Blättern, unter anderem deshalb sollte man 
Rhabarberblätter nicht essen, sondern unbedingt entfernen. Die Rhabarber-Blüten aber –
sind essbar: Dazu am Blog-Artikel-Ende Ausführlicheres.


  • Rhabarber ist ein typisches Saisongemüse. Die aus Ostasien stammenden robusten Stängel sind je nach Wetterlage zwischen März und April erntereif – sollten jedoch nicht länger als bis zum 24. Juni, dem Johannistag, geerntet werden.

KLEINE GEMÜSEKUNDE:

  • HISTORISCHES: Der Rhabarber – wissenschaftlich auch „Rheum rhabarbarum“ genannt –
    stammt ursprünglich aus der Himalaja-Region Chinas. der Begriff Rheum rhabarbarum bedeutet so viel wie fremde und ausländische Wurzel. 
  • Rhabarber wurde in Europa erstmals im 18. Jahrhundert kultiviert.
  • Der Rhabarber ist eigentlich ein Gemüse, obwohl er praktisch nur in süßer Form auf den Tisch kommt.
  • Bereits im 16. Jahrhundert wurde er auch in Russland angebaut und gelangte von dort aus – wie erwähnt – erst im 18. Jahrhundert auch in andere Teile Europas.
  • Die Engländer waren es übrigens später, die sich als Erste über Verwendungsmöglichkeiten Gedanken machten.
  • Sie entwickelten dabei heute so legendäre Rezepte wie „Rhabarber Trifle“ und „Rhabarbercrumble“- eine Art Streuselkuchen ohne Boden aus einer Auflaufform. (Wikipedia)

Rhabarber ist also kein „Obst“, sondern eine Gemüsesorte, genauer gesagt ein Blattstiel-Gemüse: Er zählt zu den Knöterich-Gewächsen und ist mit Sauerampfer verwandt. Fürchtet man, dass der Rhabarber zu sauer ist, dann sollte man ihn am besten gleich zu Beginn der Erntezeit (ab April) genießen, da schmeckt er wesentlich „milder“. Außerdem haben rote Sorten ein deutlich süßeres Aroma als grüne. Bis heute sind Deutschland, England und die Niederlande in Europa die Hauptanbau- und -zuchtgebiete von Rhabarber.

ACHTUNG – aufgepasst:

  • Es gibt einige wichtige Besonderheiten, die man unbedingt beachten sollte: Keine alten Metall-Töpfe oder Alufolie zum Kochen für Rhabarber benutzen: Ich meine hiermit bei diesen Töpfen – die Aluminium- oder Zink-Töpfe, aber die sind ja heutzutage – im Gegensatz zu „früher“… eher selten noch im Gebrauch.
  • Säuren der Speisen bilden mit Zink z.B. die giftigen Zinksalze.
  • Edelstahl aber geht immer…  Edelstahl ist ein erstklassiges und langlebiges Material und zudem auch die sicherste Option für den Gebrauch in der eigenen Küche. Edelstahl setzt keinerlei Toxine frei und reagiert nicht bei Kontakt mit den Lebensmitteln.
  • Auch mit Kupfergeschirr gelingt die Zubereitung von Speisen besonders gut und schonend. Es sind die besten Töpfe und Pfannen zum Kochen und Braten. Das liegt vor allem an den hervorragenden Materialeigenschaften des Kupfers. Kupfer ist hier aucht ein perfekter Wärmeleiter.
  • Früher hatte man ja sogar noch „Eisentöpfe“ fürs Kochen-Schmoren-Braten benutzt. Zum Kochen von „Rhabarber“ darf also ein Topf aus diesen Materialien (chemisch: unedle Metalle) niemals genommen werden, denn die in dem Stangengemüse enthaltene Oxal-Säure greift diese „Metalle“ (wie z.B. Aluminium) oberflächlich an.
  • Unedle Metalle sind Metalle, die bei Normalbedingungen mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren, sie oxidieren… Dies trifft u.a. auch auf Eisen, Zink oder Aluminium zu.
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  • Die im Rhabarber reichlich vorhandene „Oxalsäure“ reagiert mit bestimmtem Metall – wie auch z.B. mit Alufolie (!!), so, dass der Geschmack sich verändert (metallisch). So also entstehen leicht giftige Stoffe.
  • Was aber ist mit Edelstahl? Edelstahl – auch Chrom-Nickel-Stahl genannt – ist korrosionsbeständig (keine Rostgefahr) und ist auch völlig unempfindlich gegenüber Säuren und Laugen.
  • Hier nimmt man heutzutage – wie gesagt – am besten (chemisch: edlere Metalle) EDELSTAHL-TÖPFE bzw. – Pfannen.
  • Oder einfach „Auflauf-Formen“ aus Keramik oder Glas z.B. fürs Rhabarber- Kompott benutzen.
  • So lässt sich das Kompott auch darin einfrieren oder für gut drei Tage frisch im Kühlschrank aufbewahren.
  • (Rhabarberkompott kann man übrigens problemlos einfrieren und es so gut 12 Monate haltbar machen). 
  • Metalle: UNEDEL??? EDEL?? Kl. Ausflug in die Chemie: Edelmetalle sind Metalle, die korrosionsbeständig sind, das heißt, die in natürlicher Umgebung unter Einwirkung von Luft und Wasser dauerhaft chemisch stabil sind.
  • Aufgrund dieser Stabilität sind als Beispiel Gold und Silber seit dem Altertum zur Herstellung von Schmuck und Münzen in Gebrauch. (Wikipedia)
  • Das chemisch edelste Metall ist noch vor Gold das Platin…kaum bzw. durch fast nichts angreifbar… (Chemie in der Schule??…;-)) na ja…da gibt es noch das „Königswasser“, aber das ist wieder eine andere Geschichte!

FRISCH VOM MARKT gekauft… schmeckt der Rhabarber am besten…


VORSICHT: Rhabarber-Blätter früh entfernen:
Vor allem in den Blättern befinden sich Giftstoffe, diese können bei rohem Verzehr zu Kreislaufstörungen und Erbrechen führen.

Rhabarber darf also – wie oben erwähnt – auch niemals in größeren Mengen „ROH“ gegessen werden. Nicht nur die Blätter sondern auch die Rhabarber-Stangen enthalten sehr viel Oxalsäure – und diese ist im rohen Rhabarber ungesund bis sogar giftig: Vor allem sind die „Blätter“ – wie oben erwähnt – „hochgiftig“ und sollten keinesfalls verzehrt werdenwie meine Oma mich damals schon immer davor – in ihrem Garten bei den Rhabarberstauden – gewarnt hatte: „Die sind giftig – Kind…pass auf.“

Generell wird also davon abgeraten, Rhabarber roh zu essen. Grund dafür ist – wie gesagt – die im Rhabarber enthaltene Oxalsäure. Diese ist für uns zwar „nur“ in sehr großen Mengen giftig, ihr Anteil im noch rohen Rhabarber ist aber vergleichsweise doch recht hoch.
Kochen mit viel Wasser“ ist übrigens hier also wirklich die effektivste Maßnahme: Dabei geht der größte Teil der Oxalsäure ins Kochwasser über – das man ja doch wegschütten muss.


  • Da der Rhabarber auch ein „Calcium-Räuber“ ist, bietet es sich an, ihn mit calciumreichen Lebensmitteln zu kombinieren, wie Milch, Joghurt, Quark.
  • WISSENSWERTES: Wenn man Rhabarber mit Milchprodukten isst, verbindet sich die Oxalsäure (als Komplex) mit Calcium aus Milch, Quark und Co. und wird später so wieder ausgeschieden.
  • FAZIT: Durch den Genuss von Rhabarber mit jeglicher Art „Calcium“, wie z.B. von „Milchprodukten“ (Sahne/Quark etc.) sowie das sorgfältige Schälen der Stangen und auch das „Blanchieren“ in ausreichend Wasser danach, wird also der Oxalsäure-Gehalt zusätzlich deutlich vermindert und ist so unbedenklich.

Den Oxalsäuregehalt kann man also schon bei der Zubereitung reduzieren. Den größten Einfluss haben Einweichen und Kochen, da die Oxalsäure ins Wasser übergeht. Das Wasser sollte also – wie gesagt – entsprechend nicht weiterverwendet werden.


***GESUNDHEIT: Rhabarber enthält sehr wenig Kalorien – nur 20 Kilokalorien pro 100 Gramm. Dafür kommen in dem Gemüse recht viele Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Phosphor vor. Des Weiteren finden sich darin reichlich Vitamin C und viele gesunde Ballaststoffe. Durch den hohen Gehalt auch an „Kalium“ wirkt Rhabarber zudem entwässernd. Das enthaltene „Natrium“ wirkt auch recht verdauungsfördernd.


***KRANKHEIT: Wer zu Gicht oder Nierensteinen (Calcium-Oxalat-Steinen) neigt, sollte Lebensmittel – wie Rhabarber – die, wie gesagt, viel Oxalsäure enthalten, meiden oder allenfalls nur selten bzw. sparsam verzehren. Oxalsäure versteckt sich in fast allen pflanzlichen Lebensmitteln. Das betrifft neben Rhabarber beispielweise aber auch andere Gemüse-Sorten wie Spinat, Mangold, Sauerampfer oder Rote Bete. Spitzenreiter ist aber doch der Rhabarber mit 460 mg pro 100 gRote Bete dagegen nur 180 mg/100 g.
Der gelegentliche Verzehr von Mangold, Spinat oder Rhabarber ist für gesunde Menschen absolut nicht schädlich. Menschen mit bekannten Nierenerkrankungen oder einer Neigung zur Bildung von Harnsteinen sollten aber vorsichtshalber doch ganz auf oxalsäurereiche Nahrungsmittel verzichten. 
TIPP: Der Gehalt an Oxalsäure ist (wie erwähnt) im Juni am Ende der Saison höher als gleich zu Beginn der Ernte im April.

Oxalsäure (Ethandisäure) ist eine Dicarbonsäure

Man müsste mindestens 600 mg pro kg Körpergewicht in sich aufnehmen – um daran schwer zu erkranken.Das ist absolut utopisch viel... man müsste z.B. bei einem Körpergewicht von 60 kg zirka 15 kg rohe Süßkartoffeln essen…das hat wohl bisher noch niemand freiwillig ausprobiert, hier gibt es nur Fallstudien von Personen, die reine Oxalsäure (z.B. in Bleichmittel) zu sich nahmen – in absichtlich selbstschädigendem Verhalten…
In Lebensmitteln stellt der Stoff tatsächlich bei normalen Gebrauch aber keinerlei Gefahr dar. (Hier gibt es – für interessierte – entsprechende Nahrungs-Tabellen – Quelle: https://www.ernaehrungs-umschau.de/)

Die Dosis macht das Gift. 

Der Spruch stamme wohl von „Phillipus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim“ (allgemein bekannt als „Paracelsus“ (* 1493 in Egg, Kanton Schwyz – / † 1541 in Salzburg). Er war unter anderem ein berühmter Schweizer Arzt, Mystiker, Naturphilosoph… sagt Wikipedia.


  • ***Der Oxalsäure-Gehalt von Lebensmitteln lässt sich also vor allem durch „die Art der Zubereitung“ deutlich senken, besonders – wie schon erwähnt – durchs Kochen, aber auch durch Dämpfen, Blanchieren…so ist der Genuss dann auch im Wesentlichen völlig unbedenklich…

Wichtig bei Rhabarber ist, dass er – genau wie Spargel – nicht zu spät (nicht nach dem 24. Juni – wie oben erwähnt) geerntet wird, denn dann enthält er später viel zu viel Oxalsäure. Danach brauchen die Pflanzen eine lange Ruhephase, um sich für die Ernte im nächsten Jahr zu erholen… Im Ursprungsland China wird übrigens die Rhabarber-Wurzel in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oft verwendet.

Verwendung in der Küche

  • Rhabarber schmeckt einfach wunderbar als Kompott, Sirup, Kuchen, Marmelade, in Drinks oder Eis und selbstgemachten Sorbets.
  • Auch zu „herzhaften“ Speisen lässt sich das Gemüse perfekt kombinieren und bietet dabei einen ungewöhnlichen Kontrast in der phantasiereichen Küche… 
  • Sehr erfrischend zum Beispiel ist er als Rhabarbersirup, der – aufgegossen mit Sekt oder Prosecco – einen herrlich frischen Aperitif abgibt.

STERNEKÜCHE… die großen „Meister“ am Werk…
„Rhabarber erobert die „Sterneküche“ titelte unlängst „DIE WELT“ einen Artikel…

  • Das säuerliche Gemüse, dessen Saison bereits im Frühling beginnt, findet zu dieser Zeit immer mehr Liebhaber.
  • „Alfons Schubeck“(*1949) schwört aufs Rhabarber-Kompott mit einer Note „Ingwer“ und auf die Kombination mit Erdbeeren.
  • „Veronique Witzigman“ (*1970) die Tochter von Ekkehard Witzigmann – ist Münchens Konfitüren-Queen, mag besonders ihre Rhabarber-Erdbeer-Marmelade. Sie ist Expertin für Süßspeisen und Desserts…
  • Auch „Otto Koch“ (*1949) war bis 2015 in seinem „Restaurant 181“, ganz oben auf dem Münchner Olympiaturm. Seit 2015 sei er nun in „Hospitaly Consulting“ in gastronomischer Beratung und Events in Deutschland, in Europa, Ägypten, Malediven, Bali, Japan, USA unterwegs…
  • Auch der Bayreuther Sternekoch „Alexander Herrmann“ (*1971) (seit 2019 mit zwei Michelin-Sternen dekoriert!) bevorzugt (in Wirsberg) dieses herrliche Stangen-Gemüse im Frühling möglichst schon recht früh... „Alexander Hermann“ verrät uns auch hier, dass er am liebsten den Rhabarber (in Stücke geschnitten) in einer Auflaufform mit Zucker, Butter, Vanille, Himbeermarmelade und etwas frisch gepresstem Orangensaft zubereitet. Nach 10 Minuten (bei 160 Grad im Ofen) ist das „Gemüse“ weich und kann mit feiner Vanillesauce oder Vanillemousse serviert werden… so sagt er 😉
  • Die unverwechselbaren Stangen sind im Frühling – auch in der Sterne-Küche – gefragt wie nie…

TADAAA….!!!
Der Rhabarber ist da…


ERNTEZEIT:

AB WANN GIBT ES DENN DEN RHABARBER IM JAHR?
Geerntet wird Rhabarber in der Regel ab April, aber manchmal auch schon im März. Der entsprechende Erntezeitpunkt ist daran zu erkennen, wenn Stängel und Blätter nicht mehr gewellt sind.


ZUBEREITUNG DER STANGEN:

  • Das Blatt und das untere Ende der Rhabarberstange großzügig abschneiden. Den Rhabarber schälen, dafür die faserige Schale einfach mit einem kleinen glatten Küchen-Messer von unten nach oben abziehen, sowie faserige und holzige Stellen des Rhabarbers abschneiden.
  • Unter der roten Schale sind die Stangen (geschält) meist „grün“…

DER KUCHEN – leicht abgewandelt – aus dem alten bayrischen Rezeptbuch meiner liebsten Oma Röcking:


Mein wunderbarer Rhabarber-Kuchen – frisch gebacken:
EIN KÖSTLICHER FRÜHLINGS – GENUSS


Fränkischer Quarkkuchen mit Nüssen und Rhabarber

Gesamt-Zutaten: 1 kg RHABARBER – 180 g Butter, 250 g Zucker, Salz, 5 Eier, 100 g zarte Haferflocken, 125 g gemahlene Haselnüsse (mit Schale), 125 g Mehl, 200 g Magerquark, 2 P. Vanillezucker, 125 ml Milch, 125 ml Sahne, etwas Puderzucker, 1 P. Sahnesteif (alternativ) oder eine Handvoll gemahlene Haselnüsse für den „vorgebackenen Kuchen-Boden“.

TIPP-KUCHENFORM: 26er Tarteform (geschlossen) oder 26er Springform mit auslaufsicherem Flachboden. (z.B. von DR. 0E..ER)


Zubereitung:

ZUERST den Rhabarber – wie oben angegeben etwa 1 kg – putzen. Man erhält danach ca. knapp 800 g geschälten Rhabarber. Die Stangen waschen und in ca. 2-3 cm lange, gleichmäßig große Stückchen schneiden. Den Rhabarber mit gut 6-8 EL Wasser und 100 g Zucker nur kurz aufkochen. Der Rhabarber zieht hier viel Wasser. Dann den Rhabarber in einem Sieb sehr gut abtropfen lassen, mit Küchenkrepp etwas trocken tupfen und komplett auskühlen lassen. Das „Sudwasser“ unbedingt wegschütten…


Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

SCHRITT 1: Der Rührteig

  • Zubereitung für den Rühr-Teig: 180 g Butter, 100 g Zucker und eine Prise Salz mit den Schneebesen des Handrührgerätes (oder Küchenmaschine) dick cremig rühren. 1 Ei und 2 frische Eigelbe einzeln darunter rühren.
  • Die Haferflocken, 125 g gemahlene Haselnüsse und 125 g Mehl mischen, mit den Knethaken unter den Teig vermengen.
  • Den Rührteig in die Kuchenform füllen und verteilen:

Oma sagte immer: Der Rühr-Teig fällt „schwer reißend vom Löffel“ (d.h. er ist etwas „klebrig“), daher hatte sie immer am einfachsten den Teig mit der rückseitigen Rundung eines ganz normalen, etwas angefeuchteten (Suppen) „Löffels“ direkt auf dem Kuchen-Form-Boden ruck-zuck verteilt.

Anm.: Die Kuchenform (26 cm Ø TIPP: siehe oben) zunächst gut ausbuttern. Ich nehme hier stattdessen auch immer gerne zugeschnittenes „Backpapier“.

TIPP: Von den beiden übrig gebliebenen Eiweißen hatte Omama immer köstliche kl. „Baisers“ gebacken, die wir Kinder damals schleckern durften!


SCHRITT 2: Vorbacken und Vorbereitung

VORBACKEN: Im vorgeheizten 200 Grad warmem Backofen den „Kuchen-Boden“ ca. 15 Minuten vorbacken, herausnehmen, etwas abkühlen lassen. Den Ofen nicht ausschalten.


Kuchenboden: In der Zwischenzeit die gemahlenen Haselnüsse – auf dem bereits vorgebackenen, etwas abgekühlten Kuchenboden – mit einem Löffel gleichmäßig dünn „wedelnd“ aufstreuen, dann wird dieser durch den feuchten Rhabarber nicht so stark aufgeweicht.

  • Omama hatte hier stattdessen auch oft zum „Abdichten“ ein paar Löffel dunkle Marmelade (oder dickes Frucht-Gelee) genommen, welches sie in kl. „Klecksen“ (nicht zu dick) auf den Boden setzte und mit der „Löffel-Rundung“ rundherum schön gleichmäßig überall glatt strich, so dass der Boden komplett (nur dünn) mit der Marmelade bedeckt war
  • Ich persönlich habe später immer lieber den „Gemahlene-Nüsse-Belag“ (gegen das „Durchfeuchten“ des Bodens) bevorzugt. Auch ein Päckchen „Sahnesteif“ auf dem Tortenboden verstreut, hilft auch gegen das Durchweichen….

Es empfiehlt sich, die Rhabarber-Stangen nicht zu klein zu schneiden,
sonst wird das Ganze dann beim Garen eher schneller zu Mus…


SCHRITT 3: Die Zubereitung für die Quark-Sahne-Füllung:

  • 200 g Mager-Quark, 150 g Zucker, Vanillin-Zucker, 1 EL Mehl, 2 Eier und 125 ml Milch mit den Schneebesen des Handrührgerätes gut glatt und innig verrühren. Separat 125 ml Sahne sehr steif schlagen und diese danach schön gleichmäßig unter die „Quark-Crème“ heben.

SCHRITT 4: Das „Rhabarber-Kompott“

  • Nun – wie oben schon erwähnt – das sehr gut abgetropfte „Rhabarber-Kompott“ auf dem – mit z.B. gemahlenen Nüssen belegten – bereits VORGEBACKENEN Kuchen-Boden schön akkurat verteilen.
  • Danach sogleich locker mit der (doch noch etwas flüssigen) Quark-Sahne-crème bedecken.
  • (TIPP: Falls man keine „auslaufsichere“ Kuchenform benutzt, sollte man hier besser ein passendes großes Stück Backpapier auf dem gesamten Ofenboden auslegen).

Rhabarber… Rhabarber… bleibt immer schön saftig im feinen Kuchenbelag… einfach köstlich.


SCHRITT 5: Der Backvorgang

  • Bei 200 Grad (zirka 30–40 Minuten) den Rhabarberkuchen im heißen Ofen zu Ende backen.
  • Am Ende unbedingt mittig eine Stäbchenprobe machen!
  • Falls die Oberfläche zu dunkel wird, diese mit Backpapier abdecken.
  • Rhabarberkuchen in der Form vollständig auskühlen lassen.
  • Erst kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Frisch aus Ullas Back-Ofen:
OMA RÖCKINGS RHABARBER-QUARK-KUCHEN


GUTEN APPETIT… und viel Vergnügen beim Ausprobieren
meines Rhabarber – Kuchen – Rezeptes.


RHARBERKUCHEN-REZEPTE GIBT ES WIE SAND AM MEER – eigentlich auch sehr lecker sind die Rhabarber-Muffins (rechts im Bild) oder der links mit der Baiser-Haube…Hhmmm……


Die Kindheitserinnerungen an Omas Rhabarber-Quark-Kuchen sind für mich immer noch
unwiederbringlich die ALLERBESTEN.


WISSENSWERTES & TIPPS
über Rhabarber – wie einst von meiner Omama „Christina Röcking“ erzählt – die ich nicht vergessen habe :

  • Wer aus dem Rhabarber ein feines „Kompott“ machen möchte, gibt vor dem Kochen etwas Zucker zum Rhabarber und lässt diesen erst einmal 1-2 Stunden einziehen.
  • Dann erst wird der Rhabarber etwa höchstens 6-8 Minuten in einem Topf oder gr. Pfanne aufgekocht und die Flüssigkeit danach über einem Sieb in der Spüle komplett abgegossen. Der Rhabarber ist danach fast zerfallen.
  • Nun kommt die feine „Würze“: Etwas Zitronensaft, Zimt – wer mag. Vielleicht, je nach Geschmack, fehlt noch etwas Zucker und evtl. ein klein wenig Wasser (oder Weißwein/Sherry) ins Kompott geben…
  • So kann der Rhabarber als Kompott sofort weiterverarbeitet werden oder zum Beispiel erkaltet (z.B. zusammen mit einem Vanillepudding, angerührtem Frischkäse, Quark oder Joghurt als feines „Dessert“ serviert werden.
  • Dazu passen auch fein aufgeschnittene frische Erdbeeren…die beiden Obstsorten vertragen sich sehr gut!

Feines Rhabarberkompott mit Vanille-Crème


Zubereitungs-Tipps

Entwarnung zum Giftgehalt bei Rhabarber gibt die Tatsache, dass sich die Oxalsäure in ihrer höchsten Konzentration vor allem in den Schalen von Gemüse-Rhabarber befindet. Werden die Stiele im Rahmen der Zubereitung gut geschält – wie das eigentlich immer üblich ist – reduziert sich der Gehalt tatsächlich auf ein Minimum.

Wie schon erwähnt, kommt es also sehr darauf an, dass man zu dem oxalsäurehaltigen Rhabarber immer genügend „Calcium“ mit der Nahrung z.B. durch Milchprodukte (Quark, Joghurt, saure Sahne z.B. als Dip etc.) aufnimmt.


Am häufigsten findet man den Rhabarber in der Küche auch als „Konfitüre“ oder „Kompott“ eingemacht, sowie zu Saft oder Most gepresst. Aber vor allem auch in Kuchen oder Torten erfreut sich frischer Rhabarber gerade zur Frühlings- bzw. Frühsommerszeit allgemein immer wieder großer Beliebtheit.
Tipp: Auf 100 g Rhabarber wird immer knapp 1 Esslöffel Zucker verwendet.

  • Wer den Rhabarber nicht gleich verwendet, wickelt ihn am besten in ein feuchtes Tuch ein und lagert ihn im Kühlschrank – so hält er sich gekühlt noch ein paar Tage länger.
  • Die rötlich-grünen Stangen lassen sich auch prima einfrieren:
  • Einfach schälen, kleinschneiden, evtl. vor gefrieren und in einen Gefrierbeutel oder eine Dose packen.
  • Bei späterer Verwendung nicht auftauen, sondern dann unbedingt noch gefroren sofort weiter verarbeiten…
  • Rhabarber ist im Gefrierfach etwa ein Jahr haltbar.

Die BLÄTTER von Rhabarber sind „GIFTIG“ …
aber die BLÜTEN sind auch essbar, zwar nicht besonders lecker… aber hier ist die Konzentration an Oxalsäure jedenfalls unbedenklich.


Wunderschöne Rhabarberblüten

Der Rhabarber bildet seine Blüten später in erster Linie, um Insekten anzulocken um somit seine Vermehrung zu fördern. Die cremefarbenen Rhabarberblüten haben leicht zugängliche Pollen und einen besonders schmackhaften Nektar, weshalb sie unter Bienen und Hummeln besonders beliebt sind. Blüht Rhabarber im Juni, sollten die Triebe möglichst alle entfernt werden, weil sie der Pflanze viel Energie rauben. 

  • Sobald der „Rheum Rhabarbarum“ blüht, lockt er also sofort zahlreiche Insekten an und stellt Nahrung für diese sicher. Die Rhabarber-Erntezeit endet nicht, wenn eine Rhabarberpflanze blüht. Während die Pflanze blüht, kann man die Rhabarber-Stangen bedenkenlos ernten und verspeisen. 
  • Traditionell stellen umsichtige Hausgärtner aber doch meist – am Johannistag, dem 24. Juni – die Ernte ein.
  • Danach bildet Rhabarber nämlich vermehrt Oxalsäure, die in hohen Dosen Nierenschäden verursachen kann
  • Die hübschen Rhabarberblüten sind jedoch nicht nur für Insekten interessant, denn auch der Mensch kann diese nutzen: Diese eignen sich nicht nur als bildschöne Dekoration:
  • WICHTIG: in den Rhabarberblüten ist – wie erwähnt – die Konzentration an Oxalsäure unbedenklich – sie sind zwar essbar, aber nicht sonderlich schmackhaft.
  • Bildschön sieht die Rhabarber-Pflanze vor allem als Blüte in einer Vase aus…

(Quelle: © Plantopedia)


“Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber”… ist in aller Munde…

Früher hatte man Menschen, deren Ausführungen im Gespräch viel zu lang und zu ausschweifend und langweilig waren, ein etwas genervtes “Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber” entgegengerufen. Warum man das wohl gemacht hat? Und wo dieser “Brauch” herkommt, weiß man wohl leider nicht mit Sicherheit. Vermutlich daher, weil wohl  jedes längere Wort, das man mehrmals nacheinander vor sich hinspricht, seinen Sinn vollkommen verliert und eher nervt bzw. verwirrend wirkt?


LABER…RHABARBER…Der humorvolle Zungenbrecher de Luxe:

RHABARBA-BARBARA…
Das „Rhabarber-Barbara“-Gedicht ist als Zungenbrecher-Clip schon seit Jahren zum absoluten Internet-Kulturgut geworden.
„Wenn die RhabarberBarbara-Barbaren ihren RhabarberBarbara-Barbaren-Bart pflegten, gingen sie zum Barbier. Der einzige Barbier, der einen RhabarberBarbara-Barbaren-Bart bearbeiten konnte, wollte das natürlich betonen und nannte sich RhabarberBarbara-Barbaren-Bart-Barbier.…“ usw. (Quelle: „Erdenkerin“ © „Alexandra Schiller“ – https://www.stupidedia.org/stupi/Zungenbrecher) 😉


GEMÜTLICHER FAMILIEN-KAFFEE-NACHMITTAG mit frisch selbst gebackenem Kuchen:
„Fränkischer Quarkkuchen mit Nüssen und Rhabarber“ auf Ullas Tisch.


P.S.: Die feine Kombination von Gedanken und Bildern ist hier im Blog nicht einfach…Ich finde, Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker. Manch` bekannte oder unbekannte Zitate-Spruchweisheiten und kurze Gedichte umrahmen daher meine Gedanken in diesem Blog.


Rhabarber-Blog-Artikel veröffentlicht am 1. Mai 2020 – zuletzt aktualisiert im Juni 2022.


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