GERICHTE MIT GESCHICHTE


ES WAR EINMAL…EINE KINDHEITSERINNERUNG:
Vor vielen, vielen Jahre hatte ich als Kind „süße“ Törtchen mit dem Namen „Leipziger Lerchen“ kennen und lieben gelernt.

Eine kurze Geschichte aus meiner Kindheit:

Damals – nach dem 2. Weltkrieg – als ich noch als Kind in meiner Familie im Saarland in der Französischen Besatzungs-Zone wohnte, fuhren meine Eltern öfters (für ein paar Stunden) über die Zoll-Grenze nach Deutschland (heim ins „Reich“ wie sie oft schmunzelnd sagten…). Meistens wollten sie in das – zirka 20 km weit entfernte und am Rande des Naturparks „Hunsrück“ gelegene – Städtchen Birkenfeld (Nahe) zum Einkaufen fahren, um dort einige besondere Dinge zu besorgen, wie z.B. „deutsche“ Kaffeesorten, die es im Saarland nicht zu kaufen gab…Die französische Kaffee-Röstung ist eine sehr dunkle, leicht bittere Röstung, die damals niemand von uns mochte.
Eine kurze Einkehr in einem bestimmten kleinen Café im Zentrum der Stadt (in dem es ein besonders köstliches Gebäck mit dem Namen „Leipziger Lerchen“ gab) war immer Tradition.
Die Bäckerei-Besitzer mussten wohl aus Leipzig stammen – da dieses Gebäck eigentlich in der Region eher unbekannt war.

Historisches: Die Beziehungen des Saarlandes zu Frankreich regelte damals ab 1935 ein Vertrag, in dem das „Saarland“ als eigener „Staat“ anerkannt wurde, der – wie es hieß – “ in einer Art wirtschaftlichem Protektorats – Verhältnis zu Frankreich stand“. Dieser Sonderstatus des (teil-)autonomen Saarlandes dauerte bis zum 31. Dezember 1956. Das Saarland (von 1920 bis 1935 Saargebiet genannt) war also nach dem Zweiten Weltkrieg ein Teilgebiet der französischen Besatzungszone.

Natürlich hatten wir in der Grundschule schon „Französisch“ als Hauptfach…Unsere Währung war damals bis 1956 der französische FRANC. Am 27. Oktober 1956 – nach einer „Volksabstimmung“ – schlossen die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich das „Saarabkommen“, demzufolge das Saarland zum 1. Januar 1957 der Bundesrepublik beitrat. Danach bekamen wir dann erst die neue Währung der D-Mark. (Auszüge: Wikipedia)


„Erinnerungen verschönern das Leben…das Vergessen allein macht es erträglich.“ – Zitat: HONORÉ DE BALZAC (1799-1850) war ein berühmter französischer Schriftsteller.

In Erinnerung habe ich – dort in diesem kleinen Ort – noch sehr gut dieses kl. hübsche Café mit Bäckerei am Marktplatz. Meine Eltern brachten mir dann auch später noch oft von dort meine geliebten „Leipziger Lerchen“ mit, die ich damals in diesem kl. Café irgendwann einst kennengelernt hatte. Die Freude war groß…
Irgendwie ist dann dieses – mein damaliges – Lieblingsgebäck all die Jahre völlig bei mir in Vergessenheit geraten. Nun wollte es der Zufall, dass es von mir neu entdeckt wurde….Vor kurzem erst – las ich eines Morgens in einer Zeitung darüber einen kurzen Artikel…Wie war das noch? Leipziger Lerchen?…Da fiel mir alles wieder ein…wie schön…dachte ich.


LEIPZIGER-LERCHEN-GEBÄCK?

Wie kam es eigentlich zu diesem etwas seltsamen Namen?

Damit diese köstliche Geschichte der „Leipziger Lerchen“ nicht in Vergessenheit gerät, möchte ich heute hiervon kurz darüber berichten.
DIE LEIPZIGER LERCHEN – sind heute eine süße Spezialität aus Sachsen:


Doch was hat diese Spezialität eigentlich mit den Singvögeln – den Lerchen – zu tun?

HISTORIE:

ES WAR EINMAL…
DIE LEIPZIGER LERCHE AUS DEM AUENWALD:

Die – nun bei uns seit über hundert Jahren bereits geschützte – Vogelart der LERCHEN – wurde seit dem Mittelalter bis weit in das 19. Jahrhundert hinein (vor allem in Europa) sehr häufig zum Verzehr gefangen und meist als feines Ragout in Pasteten zubereitet. Die Lerchen galten damals als ein sehr begehrter Gaumenschmaus, sozusagen als eine Fest-Tags-Delikatesse.
Die Region Leipzig war jahrhundertelang gut bekannt als „Lerchen-Hauptfanggebiet“. Der Leipziger Auwald ist auch heute noch in seiner Gesamtheit ein ausgewiesenes weiträumiges Landschaftsschutzgebiet mit gleich mehreren Naturschutzgebieten.

Diese kleinen Singvögel galten bis dahin bei wohlhabenden Bürgern als Delikatesse und wurden jährlich zu hunderttausenden verspeist. Die Vögelchen jagte man meistens in den Herbstmonaten in den weiträumigen Leipziger Auenwald-Gebieten. Damals wurden die meisten im Spätherbst vor ihrem Abflug in den Süden gefangen, vor allem bei ihrer kurzen Rast zwischen Elbe und Saale. 
Später waren sie dann – gegart und in Form von herzhaft gefüllten Pasteten zubereitet – ein ganz besonders begehrter bzw. beliebter Gaumenschmaus.

So sind damals in Leipzig und Umgebung die Lerchen zu Hunderten sofort nach dem Fang gerupft worden, einzeln in Papier gewickelt und in Spezial-Kisten auch in die ganze Welt verschickt worden.


Am Trillern erkennt man die Lerche“ .
(Sprichwort)



Die „Leipziger Lerche“ ist heute ein „genussreiches“ Stück Stadt-Geschichte

Die Delikatesse geht also ursprünglich auf diese Spezialität, den herzhaften und sehr beliebten Gaumenschmaus im 17./18. Jahrhundert zurück: Die köstlich gefüllten Feld-Lerchen wurden in kleinen Pasteten gegart.
Beste Köche servierten die Vögel damals beispielsweise mit Speck, Ingwer und Muskat, eingewickelt in Lorbeerblätter und in braun zerlassener Butter gebraten. Als Ragout wurden sie auch häufig in einen pikant gewürzten Pasteten-Teig gefüllt und hübsch zum Verkauf verpackt. Die Leipziger liebten dieses Festtagsgericht über alles, sodass die Jagd auf die Vögel im sächsischen Raum überhandnahm. Unzählige Rezepte für die Leipziger-Lerchen-Vögel fanden sich schon im 18. und 19. Jahrhundert in jedem bekannten Kochbuch.
Millionenfach wanderten damals also die Heide- und Feld-Lerchen aus dem Leipziger Land im 18./19. Jh. in die Bratpfannen und Räucherkammern“ und wurden anschließend (natürlich auch zum eigenen Gebrauch) schön sicher mit den (heute berühmten) Speck-Bändern als „Balg“ in Schachteln verpackt und verkauft, aber auch oft vor allem nach Russland exportiert. In den alten sächsischen Kochbüchern zwischen den Jahren 1712 und 1850 findet man noch heute Erstaunliches: Z.B. Lerche am Spieß …

Viele meiner Rezepte stammen auch aus dem uralten Lieblingskoch- und Backbuch meiner liebsten Großmutter Cristina Röcking (1892-1981) aus Aschaffenburg am Main. (siehe Bilder vom Buch am Blog-Artikel-Ende)


Unglaublich heutzutage, wie viele Lerchen-Vögel dabei ihr Leben lassen mussten!

Aus dem Jahre 1720 ist aus der „Historie“ bekannt, dass allein im Monat Oktober über 400.000 Lerchen gefangen wurden. Die wohlhabenden Leipziger, die dieses Festtagsgericht von den sog. „Lerchenfrauen“ im Leipziger „Salzgässchen“ erwarben, konnten davon kaum genug bekommen.

Doch bald empörten sich immer mehr Tierschützer und Vogelfreunde über diese Gaumenfreude. Schließlich verbot der sächsische König Albert von Sachsen (* 23. April 1828 in Dresden; † 19. Juni 1902 in Sibyllenort) im Jahre 1876 allgemein unter hoher Strafandrohung die Jagd auf alle Heide- und Feldlerchen.


So verschwand also einst – vor über hundert Jahren – die Leipziger Lerche ganz von der Speisekarte. Die Lerchen wären heute wohl sämtlich ausgestorben, wenn nicht…der Lerchen-Fang vom König Albert von Sachsen verboten worden wäre.


Und die Lerchen fliegen wieder…

Die Lerchen:
„Welch ein Schwirren, welch ein Flug? Sei willkommen, Lerchenzug! Jene streift der Wiese Saum, diese rauschet durch den Baum. Manche schwingt sich himmelan, Jauchzend auf der lichten Bahn. Eine, voll von Liedeslust, flattert hier in meiner Brust. “ – Gedicht: Ludwig Uhland (1787-1862) war ein berühmter deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.


Doch damals gab es eben – Gott sei Dank – doch noch „DIE FINDIGEN „LEIPZIGER-ZUCKER-BÄCKER“ … Es hieß dort: Sächsische Schmeckleckerchen, die sächsischen Bäcker verstehen ihr Handwerk…


Eine echte Alternative zu den begehrten, herzhaften „Vögelchen-Pasteten“ musste her und zwar möglichst sofort, und zwar auch aus Liebe zu den kulinarisch begehrten Vögelchen…

Gesucht wurde eine süße Köstlichkeit, die an die einstigen Lerchen jeden erinnern sollte:
Da kam also in dieser Zeit den gewitzten Leipziger Konditoren quasi als „Ersatz“ schon recht bald eine absolut glänzende Idee:
Aus ofenfrischem Mürbteig, Mandeln, Nüssen und Kirsch – und oder Aprikosenkonfitüre bereiteten die Bäcker ein unnachahmlich köstliches Gebäck, dessen Duft allein damals alles überbot, was man kannte…
Sie schufen also eine neue süße Leckerei und nannten diese ganz einfach „Lerche“:
Als Ersatz für die früher äußerst begehrte Fleisch-Pastete war dieses nun ein absolut köstliches Marzipantörtchen, das genau den mit Speckbändern umwickelten „Vogelbalg“ nachbildete.


Die neue „Leipziger Lerche“ – Kreation war also geboren:

Um den enttäuschten Feinschmeckern also schnell einen Ersatz zu bieten, entwickelten – mit dieser „süßen“ Idee – findige Leipziger Konditoren also ein köstliches, völlig neues Gebäck. Sie füllten ein kleines Mürbeteig-Tartelette mit einer köstlichen „Crème“ und einem Klecks Konfitüre und verkauften es unter dem Namen „Leipziger“ Lerche. Diese kulinarisch reizvolle Kreation erfreut sich auch heute noch im sächsischen Raum großer Beliebtheit, sonst ist sie in unserem restlichen Land eher unbekannt.

Und das Wichtigste: Die Begeisterung über diese köstlichen Törtchen hat sich – zumindest in Sachsen – bis heute erhalten: Es gibt in Leipzig noch viele alte Bäcker-Familien-Betriebe, die diese Spezialität als süße, echte Leckerbissen – nach den alten Rezepten original auch heute noch zubereiten und auch in alle Welt verschicken (der Online-Handel floriert!).

Auch alte Freunde von uns aus Baden-Württemberg (Schwetzingen), die öfters in Sachsen zu Verwandten reisen, bringen diese Törtchen von dort regelnmäßig mit nach Hause…wie mir kürzlich berichtet wurde.

Welcher Leipziger Bäcker eigentlich damals wohl als Erster diese kleine Kalorienbombe schuf, weiß heute niemand mehr.
Fest steht jedoch: Die Leipziger Spezialität ist auch heute noch – zumindest in Sachsen – in aller Munde… 😉


So ist dem damaligen König Albert von Sachsen und in der Folge dann natürlich auch den Leipziger Konditoren zu verdanken, dass die Lerchen in Leipzig und Umgebung wieder unbeschwert in den Lüften kreisen und munter ihre Lieder trillern dürfen. Und wir alle natürlich – auch heute noch – diese kleinen süßen Kostbarkeiten genießen können….

Und wenn man sie hierzulande nicht überall kaufen kann…dann werden sie ganz einfach ruckzuck gebacken…das recht einfache, aber ausgesprochen köstliche Rezept folgt sogleich…

Die süße „Leipziger Lerche“ Pastete ist also heute noch unverändert ein beliebtes Gebäck mit sehr alter Tradition. Auf die in Handarbeit hergestellten Mürbeteigkörbchen, gefüllt mit einer feinen Marzipan-Crème und leckerer Konfitüre, sind die Leipziger Bäcker daher auch heute noch besonders stolz.

Siehe folgenden interessanten LINK: Ein Beitrag der Lerchen-Herstellung in einer Leipziger Groß-Bäckerei. Hier der TIPP:

https://medien.hs-merseburg.de/video/Leipziger-Lerche-Die-Entstehung-eines-Traditionsgebaecks/fb92cb71f785e6e2ee2c9ea42450ab31


Hier im Foto: Leckeres Leipziger Lerchen-Gebäck in einfachen Muffin-Förmchen ohne das bekannte Dekor gebacken.

Die „Leipziger Lerche“ ist somit heute noch ein wunderbares altes „Traditionsgebäck“:

Auf diese herrlich duftenden, aus ofenfrischem Mürbeteig mit Marzipan und Marmelade gefüllten Leipziger Lerchen-Tartelettes können sich nun mit meinem alten Rezept – das ich nun hier preisgebe – alle meine Leser freuen…Das Mürbeteigkreuz auf der Oberfläche – also diejenigen „Kreuzbänder“, mit denen das bereits kulinarisch gut gefüllte Geflügel damals zugebunden wurde –   wird natürlich von mir bei meinem Rezept auch nicht vergessen.

FEINE TÖRTCHEN…GEBÄCK…

DAS REZEPT: LEIPZIGER LERCHEN

Es klingt göttlich – ein karamelliges Mandel-Marzipan „mit einem Hauch Aprikose“ (oder Kirsch), das dann mit einem köstlichen Mürbeteig überzogen und so in einer süßen Gebäckkruste enthalten ist…Zum Reinbeißen lecker… Ob helle oder dunkle Marmelade dazu gehört, ist wohl Geschmackssache. Echte Leipziger-Lerchen-Fans meinen gar: Nur die rote Marmelade symbolisiert das Herz der Lerche. Und schmecken würde sie natürlich auch nur damit richtig echt…

Diese Küchlein mit der süßen Marzipanfüllung werden in Sachsen am liebsten „geditscht“, das heißt, einfach in Kaffee oder Kakao getunkt.


Rezept-Zutaten:

Für den Teig: 250 g Mehl, 1 Ei , 1 TL Weinbrand, 60 g  Zucker, 125 g Butter, 1 Prise Salz.

Für die Füllung: 200 g Marzipanrohmasse, 125 g weiche Butter, 75 g Mehl, 1 El Speisestärke, 2 Eigelb, 4 Eiweiß, etwa 3 Tr. Bittermandelaroma, 6 Tl Kirsch- oder Himbeerkonfitüre, 50 g Aprikosenkonfitüre (zum Schluß für die Oberfläche zum Bestreichen)


UTENSILIEN: Ein runder Ausstecher (11 cm Ø), 6 Brioche-Backförmchen (8 cm Ø, Höhe: 3 cm), Spritzbeutel mit großer Lochtülle.

BACKZEIT: Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad auf der 2. Schiene von unten 30 Minuten backen.


TIPP: Falls noch etwas Mürbeteig und Füllung übrig bleiben: Kürzlich habe ich, da Teig-Reste und noch Füllung übrig blieben, davon ein einziges, größeres „Leipziger-Törtchen“ gebacken: Die typischen Lerchen-Kreuzbänder blieben natürlich auch auf der Oberfläche als Dekor. (Siehe Foto weiter unten…)


Für die Teig: Das Mehl in eine große Schüssel sieben: Die kalte Butter in kl. Flöckchen schneiden, zum Mehl geben. Das Ei, den Zucker, die Butterflöckchen, Weinbrand (oder heute nehmen einige auch „Amaretto“) und eine Prise Salz nun dazugeben. Diese Teigmischung mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handrührgerätes oder mit den Händen gut (aber nur ganz kurz) homogen verkneten.

TIPP: Je länger man Mehl und Wasser knetet, desto mehr Gluten entsteht.Das ist z.B. beim Brotbacken gwollt. Beim Mürbeteig stört die Glutenstruktur und macht den fertig gebackenen Teig eher (unschön) speckig. Ein richtig schön mürber Mürbeteig sollte aber nur so wenig wie möglich Gluten besitzenALSO: Nur „kurzes Kneten“ begrenzt das Quellen von Glutenproteinen. Hier wollen wir ja eine eher lockere, mürbe Struktur, also den richtig feinen „Mürbeteig“.

Den fertigen Mürbe-Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 3 mm dick ausrollen und 3 Teigkreise (11 cm Ø) ausstechen. Diese Teigkreise halbieren: 6 Förmchen mit etwas Butter fetten, je einen halben Teigkreis etwas rund biegen, in die Förmchen hineinlegen und den Teig schön gleichmäßig auf dem Boden und in den Rundungen der Förmchen andrücken (dies ist etwas „fummelig“ ;-)).

Ullas Trick: Den Teig – vor dem Ausrollen – nicht als Kugel kühlen, da man diesen kalten „Klumpen“ später schlecht ausrollen kann, also den „weichen“ Teig vorher schon gut in den (leicht gebutterten) Förmchen (siehe das Foto oben) verteilen, einen Klecks Marmelade auf den Boden geben und dann erst ca. 30 Min. (mit Folie abgedeckt) im Kühlschrank kaltstellen und ruhen lassen.
Auch die zwölf „Lerchenstreifen“ aus dem Rest-Teig schon einmal ausrädern: Restliches Eigelb verquirlen, die separaten „Lerchen-Streifen“ damit dünn bestreichen und ebenfalls solange kaltstellen.

Für die Füllung: Das Marzipan grob raspeln. (TIPP: Man kann es vorher 30 min. tiefkühlen, dann lässt es sich viel besser reiben). Die weiche Butter mit den Quirlen des Handrührers schaumig rühren: Das geraspelte Marzipan zugeben, sowie Mehl, Stärke, 1 Eigelb und Bittermandelaroma und den Teig nun 2 Minuten weiterrühren. Eiweiß sehr steif schlagen und vorsichtig unter die Teig-Masse heben. Diese Füllung dann in die noch ungebackenen, vorgekühlten Mürbeteig-Förmchen (in einem Spritzbeutel mit großer Lochtülle) geben. Oder: Man kann auch gut mit 2 kl. Löffeln die Förmchen bis zum Rand hin füllen.

Zubereitung: Auf die Oberfläche der Törtchen nun gleichmäßig (über Kreuz) die – schon vorher mit Eigelb bestrichenen – „Lerchenstreifen“ legen, den Rand vorsichtig mit einer Messerspitze an die Förmchen-Rundungen andrücken.

Die „Lerchen-Förmchen“ auf einen Backrost stellen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad auf der 2. Schiene von unten 30 Minuten backen.

Für die Glasur: Die Aprikosenkonfitüre mit 2 El Wasser bei mittlerer Hitze unter Rühren aufkochen, dann durch ein Sieb streichen. Die Lerchen aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und aus den Förmchen stürzen. Mit der flüssigen Glasur nur die Oberfläche dünn bepinseln und mindestens 30 Minuten trocknen lassen.


Ausgekühlt sind sie 3-4 Tage in einer Gebäckdose kühl aufbewahrt haltbar. Man kann sie auch gut (luftdicht verschlossen) einfrieren.


NUR: Der verführerische Duft beim Backen zieht jeden sofort magisch an…so dass ratz-fatz die Köstlichkeiten wenig später rätselhafterweise plötzlich alle verschwunden sind…und keiner weiß wohin? Wo sind sie geblieben…?



Sag mir wo die Lerchen sind…wo sind sie geblieben…?

NABU fordert mehr Artenschutz und meint: Die Feldlerche, der Spatz und der Kibitz seien derzeit extrem vom Aussterben bedroht und fordert ein aktiveres Handeln der Politik im Kampf gegen das Artensterben.


Ich habe leider schon lange keine Lerche mehr singen gehört… übrigens auch keine Nachtigall…

Da klingt es doch ganz plötzlich wie im Geiste an mein Ohr: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“… eine wunderschöne zu Herzen gehende „Romeo und Julia“ – Theater-Inszenierung sollte man sich nicht entgehen lassen…


“Ach, Du willst schon fort? Es ist noch längst nicht Tag: Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, die deinem Ohr ins bange Innre drang; Sie singt bei Nacht auf dem Granatbaum dort: Geliebter glaub’s, es war die Nachtigall.” (William Shakespeare)


Natürlich war es die Lerche und zwar mit ziemlicher Sicherheit eine „Leipziger Lerche“, die da für Romeo und Julia sang. 😉

Die meisten Lerchen ziehen nämlich zum Überwintern in den Mittelmeerraum… Na…Verona?
Da hatte sicher damals schon eine Lerche im schönen Innenhof der „Casa di Giulietta“ auf dem Granatbaum gemütlich übernachtet …


Die Feldlerche ist eine wunderbare Sängerin. Steigt sie steil nach oben auf, so scheint ihr Gesang direkt aus dem Himmel zu kommen. Seit jeher freuen sich Menschen über den fröhlichen, tirillierenden, beschwingten Gesang der Feldlerchen. Es klingt wie „pirriit“ oder „pirrili“…

Da verwundert es nicht, dass unser Himmelsvogel als Symbol der Heiterkeit und des munteren Liedes gilt – nicht nur bei uns.
„Sie singt wie eine Lerche“, sagen die Italiener etwa über ein heiteres und sangeslustiges Mädchen. Franzosen loben gar mit dieser Metapher ein ganz besonderes Gesangstalent.

BESCHWINGTER SÄNGER:
„Wo sind die Lerchen hingeflogen, die sonst den jungen Tag begrüßen? Hoch schweben sie am Himmelsbogen, vom Morgenlüftchen wach geküsst: Es floss ein Regen süßer Lieder – herab auf die beglückte Welt – und alle Herzen tönten wieder, und jedes fühlte sich als Held.“  – Gedicht: Robert Eduard Prutz (1816 – 1872), deutscher Publizist, Lyriker und Romancier.


Spatz – Sperling oder Lerche…

Kleiner Ausflug in die Artenkunde…was ist was?

Feldlerchen sind mittelgroße, schlanke Lerchen mit recht langen Flügeln, einer beim Männchen aufstellbaren leichten Haube, kräftigem Schnabel und relativ langen Schwanzfedern.
Maße – Länge: Meistens sind die Männchen deutlich größer als die Weibchen
.
Größe/Länge: Feldlerche: 18 – 19 cm, Gewicht: Feldlerche: 17 – 55 g (Wikipedia)

Die liebe Großfamilie

Jeder kennt ihn und hat ihn oft schon gehört: Den „Spatz“. Kaum jemand in der Vogelwelt ist so bekannt wie dieser kleine Singvogel, der auch zu der Familie der Sperlinge und Lerchen gehört. Seine Gesangeskünste sind aber eher bescheiden, da sind seine Artgenossen – die Lerchen- doch recht virtuos… und singen jubilierend in den allerschönsten Trillertönen um die Wette…

Die LERCHEN gehören also zu der artenreichen Familie der bekannten Sperlinge. Die Familie umfasst mehr als 90 verschiedene Arten. Der Gesang vieler Sperlings-Arten ist wunderbar melodiös und wird mit großer Vehemenz von „Ansitzwarten“ in Bodennähe oder aber im hohen Singflug vorgetragen. Auf dem Boden hüpfen Lerchen nicht, sondern sie laufen. Sie nisten auf dem Boden und legen zwei bis sechs gefleckte Eier. Die Tiere sind meist unauffällig und nicht nach Geschlechtern unterschiedlich gefärbt.  Sie ernähren sich von Sämereien und Insekten.

BLEIBT ALLES IN DER FAMILIE:
Plauderstündchen: OB SPATZ ODER SPERLING…
Der Spatz ist ein „Haussperling“ sagt Wiki…
Nur der „Feldsperling“ hat eine dunkle eckige Markierung am Hals … Seine schokoladenbraune Kappe ist einzigartig und mit seinem weißen Halsband und den weißen Wangen mit schwarzen Fleck hebt er sich deutlich von seinem Verwandten dem Spatz klar ab...meint Wiki.

Das Lerchenlied

Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt’s mir im Herzen nach.

Auszug aus einem Gedicht von Johannes Trojan (1837-1915),
deutscher Humorist, Dichter und Redakteur des »Kladderadatsch«.


Großmutters altes Kochbuch anno 1922


BLOG-ARTIKEL: „Leipziger Lerchen“ veröffentlicht am 30.08.2020