GERICHTE MIT GESCHICHTE: Hier handelt es sich um den im Volksmund auch bekannten Kalten Hund oder Schokoladen-Kekskuchen, der in den 60iger und 70iger Jahren an keinem Kindergeburtstag fehlen durfte. Mein Sohn wünschte sich schon als Kind immer zum Geburtstag einen „kalten Hund“ als Kuchen. Dieses Rezept war auch an den jährlichen Kindergeburtstagen mit den Freunden immer der „Renner“… Na ja, die vielen „Schokoladenmäulchen“ und Händchen danach waren oft nur ein kleines Problem…
Zeit also für einen absoluten Kindheitsklassiker, den ich mit diversen Kindergeburtstagen verbinde: Kalter Hund. Ein leckerer Kekskuchen, auch bekannt als Kalte Schnauze

Da das traditionelle Originalrezept meiner Großmutter „Christina Röcking“ durch sein Palmfett und Blockschokolade nicht nur sehr kalorienhaltig, sondern auch nicht besonders gesund ist, habe ich eine köstliche Alternative ausprobiert, mit hochwertiger Zartbitter-Schokolade und „guter“ Butter. Es kommt kein Zucker extra dazu. Das Rezept ist bestens gelungen, es schmeckt einfach wundervar, ist ruck zuck fertig und hält sich im Kühlschrank „ewig“ . Na ja…die Kalorien, die sind natürlich auch noch da…aber da man ja jeden Tag nur höchstens ein „Mini-Häppchen“ davon nascht… 😉

Es ist egal, ob dunkle Schokolade oder helle Schokolade genommen wird – …ob eine hohe Kuchenkastenform oder eine flache breite Terrinenform – wie hier – „Chacun à son goût“…sagte unsere Tante Finchen immer: Jeder nach seinem Geschmack oder einfacher: Jedem, wie es ihm gefällt 😉

Historie: Die Geschichte dieses „Kuchens ohne Backen“ lässt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen; die Firma Bahlsen gab in den 1920er Jahren ein Rezept für einen „Schokoladenkuchen aus Leibniz-Keks“ heraus. Heute wird der Kuchen aber vor allem mit der Küche der deutschen Wirtschaftswunderzeit (50er/60er-Jahre) assoziiert. Der „Kuchen“ besteht original aus in Kakao-Kokosfett-Crème aufgeschichteten Butterkeksen.

In Italien ist eine ähnliche Speise unter dem Namen salame di cioccolato (Schokoladensalami) oder Salame turco („Türkische Salami“), in Griechenland als Mosaïkó („Mosaik[kuchen]“) bekannt. In Dänemark nennt man ihn Kiksekage („Kekskuchen“), in Norwegen Delfiakake („Delfia-Kuchen“) nach einer Markenbezeichnung von Kokosfett. In Großbritannien gibt es den chocolate biscuit cake, der meist eine runde Form hat und aus zerbröckelten Tea Biscuits hergestellt wird (siehe Rezept und Infos am Blog-Ende).

Der Weltrekord für den längsten „Kalten Hund“ liegt bei 994,9 Metern. Er wurde im Oktober 2019 in Ronneburg (im hessischen Main-Kinzig-Kreis) aufgestellt. Dabei wurden rund 93.000 Kekse verwendet. (Quelle: Wikipedia)


Eine Option: Zartbitterschokolade bester Qualität wählen.

Kalter Hund

Zutaten für eine Kastenkuchenform (25-30 cm):


600 g beste Zartbitterschokolade (60%)
150 g Butter
200 ml Sahne
150 g gehackte Mandeln (optional)
250 g Butterkekse, 25er bis 30er Kastenkuchenform, Öl.

TIPP: wer möchte kann auch noch 1,5 Tassen Espresso oder RUM (nur für Erwachsene!) hinzufügen: Zirka 1 Esslöffel zur Schokoladencrème geben und den Rest Espresso (1 Mini-Mokka-Tässchen) jeweils tropfenweise (sparsam, damit die Kekse nicht zu weich werden!) über die einzelnen Kekse „beim Einschichten“ mit einer Pipette o.Ä. träufeln. (Für Kinder nicht geeignet). Das Originalrezept hat diese Zutaten nicht dabei.
___________________________________________________________________________________________________________
Zubereitung: Gehackte Mandeln (optional) kurz in einer trockenen Pfanne goldgelb anrösten, erkalten lassen. Die „Schokolade“ grob hacken und zusammen mit der Butter und der Sahne in einem Metall-Töpfchen unter Rühren über einem heißen Wasserbad schmelzen lassen. Von der Herdplatte nehmen, die Mandeln (optional) untermischen und so abkühlen lassen, dass die Schoko-Créme fest, aber noch gut streichbar ist (Konsistenz cremig: Ähnlich wie irgendeine gekaufte „Nuss-Nougat Crème“). 😉 Man kann die gehackten Mandeln auch später noch auf der Oberfläche des Kuchens (solange die Schokocrème noch weich ist) als Deko schön gleichmäßig verteilen.

Die Schokolade sollte beim Schmelzen keine große Hitze abbekommen, sondern langsam schmelzen.

Die Kastenkuchenform etwas beölen, exakt GLATT mit Frischhaltefolie auslegen. Mit Keksen am Boden der Form beginnen: Die Schokoladenmasse und die Kekse abwechselnd in Schichten (je nach benötigter Form bzw. Größe die Kekse vorsichtig mit spitzem Messer „zuschneiden“ und akkurat dicht an dicht in die Form legen). Alles immer schön gleichmäßig mit Crème (nicht zu dick) bestreichen (siehe Fotos), bevor die nächste Schicht (Keks-Crème-Keks-Crème) folgt, bis die Form dann bis zum Rand gefüllt ist. Die letzte Schicht sollte eine Schoko-Schicht sein. Mit Klarsichtfolie die Oberfläche gut abdecken. Mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) kaltstellen. Vor dem Servieren aus der Form stürzen, die Folie abziehen, (evtl. die Schoko-Oberfläche mit heißem Messer etwas erwärmen und mit gehackten Mandeln bestreuen) Den Kuchen in fingerdicke Scheiben schneiden und genießen.


Kalter Hund mit gerösteten, gehackten Mandeln in der Schokoladenfüllung und auf der Oberseite.

TIPP: Bei Zimmertemperatur gelagert wird dieser Kekskuchen schnell recht weich. So habe ich den „Kuchen“ mit dem Elektromesser (es geht auch gut mit sehr scharfem, schmalen, glatten Messer) noch „kühlschrank-kalt“ in gleichmäßige Scheiben (siehe Foto) geschnitten und diese dann einzeln in Folie verpackt. Sie bleiben dann im Kühlschrank gelagert, so ist die Entnahme zum Verzehr für alle einfach 😉 „bequemer“ . Man findet nicht überall Abdrücke von „Schokoladen-Fingerchen“… 😉 Die einzelnen köstlichen „Schnitten“ werden dann direkt frisch aus der Kühlung auf einem Tellerchen serviert…


TIPP:
*** Kalter – Hund – Pralinen ***
Hier sind die Keks-Würfelchen komplett mit Schoko-Kuvertüre überzogen (außen mit etwas „geraspelter „Borkenschokolde“ – Fertigprodukt – und Puderzucker bestreut). Kann man mit „Zahnstochern“ (oder hübschen Holz-Spießchen, die es im Handel zu kaufen gibt) servieren.

KALTER – HUND“ PRALINEN :
EXTRA-TIPP für Gäste und Feste als Häppchen (mit Blattgold überzogen bei festlichem Anlass):
EINKAUF: 200 g Zartbitterschokolade und 1/3 der Rest-Zutaten wie oben angegeben – extra 1 P. dunkle Kuvertüre. Dekor: Grüne Mini-Minzeblättchen, extra Raspelschokolade und /oder festlich: Auch nach Belieben Blattgold zum Verzieren (gibt es im Lebensmittelhandel (essbar) .

Zartbitterschokolade wie gewohnt im hei­ßen Wasserbad auflösen und dann mit den Zutaten in einer kl.Form schichten, wie oben angegeben. Der Kalte-Hund-Kuchen sollte „Zimmertemperatur“ haben. Den kalten, fertigen „Kuchen“ auf ein Küchenbrett stürzen und zunächst (mit sehr scharfem, glatten Messer) in zirka 3 cm dicke Scheiben, dann jede Scheibe nochmals exakt in ebenso passende Würfel schnei­den. Mit einem „Lineal“ arbeiten hilft hier 😉 . Fertige Kuvertüe im Wasserbad auflösen: Die Oberfläche mit der abgekühlten, aber noch cremigen, streichbaren Kuvertüre mit einem kl. Backpinsel überziehen und etwas antrocknen lassen (siehe Foto) : „ON TOP“ dann mit Raspel-Schokolade, einem kl. Minzeblatt oder Mini-Blatt-­Goldblättchen verzieren, so sieht man auch bei den Würfelchen die Keks-Struktur an den Seiten. Falls nicht gewollt, einfach komplett mit der Glasur überziehen… (siehe Foto oben).


AUCH DIE ENGLÄNDER LIEBEN IHN:
(englisch: cold dog cake)

Jeder scheint ihn irgendwie zu kennen, jedenfalls wenn man deutsche Wurzel hat. Die Briten haben so auch einen ähnlichen Kuchen (der auch mit Keksen bestückt wird) den sogenannten COLD DOG oder „Chocolate Biscuit Cake“, den Lieblingskuchen von Prinz William und Queen Elizabeth II .  😉


„No bake chocolate biscuit cake“ sieht etwas vornehmer aus….
This chocolate biscuit cake is Her Royal Majesty the Queen’s favorite afternoon tea cake by far,“ chef Darren McGrady, The Royal Chef and former personal chef to Queen Elizabeth II, told TODAY Food. „This cake is probably the only one that is sent into the royal dining room again and again until it has all gone.“

This traditional German chocolate cake is called „Kalter Hund“ . It is made by alternating layers of butter cookies and chocolate cream. Literally translated it means “cold dog” . This classic treat is sometimes also referred to as “Kalte Schnauze” (cold snout), “Schwarzer Peter” (Black Peter) or “Kellerkuchen” (cellar cake). There is no real agreement on how the name „cold dog“ originated. But the name is believed to refer to the fact that this amazing no-bake cake is best served cold and straight from the refrigerator. (Blog by: Andrea_TheKitchenLioness)

Übersetzung: Dieser traditionelle deutsche „Kuchen“ , der aus Schichten von Butterkeksen und Schokoladencreme besteht, heißt „Kalter Hund“ wird manchmal aber auch „Kalte Schnauze“ , „Schwarzer Peter“ oder „Kellerkuchen“ genannt.  Man ist sich nicht wirklich einig darüber, wie der Name des Kuchens entstanden ist. Aber es ist wahrscheinlich, dass der Name des Kuchens in Anlehnung an die Tatsache entstanden ist, dass er am besten kalt, direkt aus dem Kühlschrank (oder wie früher aus dem kalten Keller) serviert wird.

COLD DOG CAKE, eine Biskuit-Variante mit dunklen Schokoladen-Keksen im Teig und Schoko-Crème…Hhmmm!

Hierzu passt naürlich bestens ein frisch gebrühtes „Käffchen“ … für uns Erwachsene 😉

BLOG: Zuerst veröffentlicht im April 2019. Bearbeitung „NEU“ im Februar 2020 durch Hinzufügen der englischen Version: „Cold-Dog-Cake“-