Gerichte mit Geschichte

„Geselliges Vergnügen, munteres Gespräch muss einem Festmahl die Würze geben“. –
Zitat: William Shakespeare (1564 – 1616) war ein englischer Dichter, Dramatiker und Theaterleiter


Wir wollten uns mit der Familie einmal wieder etwas Besonderes gönnen: Ein Filet Wellington…. ein feines Rinderfilet, bestrichen mit einer Farce aus köstlichen Pilzen, Gewürzen und Kräutern – auch *Duxelles genannt – und in Butter-Blätterteig eingebacken.

LEICHT UND GUT VORZUBEREITEN…

„Filet en Croûte“

Anm.: *DUXELLES (in der Küchensprache) ist eine würzige Farce aus sehr fein gehackten Pilzen. Sie kann mit Schalotten, Knoblauch, Crème fraîche und Kräutern ergänzt werden. Der Name „Duxelles“ geht angeblich auf „François-Pierre de La Varenne“ (*1618 in Dijon; † 1678) einen der bedeutendsten Köche des 17. Jahrhunderts zurück, dessen berühmtes Kochbuch „Le Cuisinier François“ die europäische Kochkunst bis heute geprägt hat. Er soll diese Fleisch-Farce nach dem „Marquis d’Uxelles“ (1619–1658) – seinem damaligen Dienstherren – so benannt haben.


„Alle Speise köstlich schmeckt, wenn den Tisch die Liebe deckt“. –
Zitat: © Felix Dahn (1834-1912) war Universitätsprofessor für Rechtsgeschichte, Schriftsteller.

Ich habe den einfachsten Geschmack. Ich bin immer
mit dem Besten zufrieden.

„I’m a man of simple tastes. I’m always satisfied with the best…“ Zitat: Oscar Wilde (1854-1900) war Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker… Er wurde er zu einem der bekanntesten Schriftsteller im viktorianischen Großbritannien. (Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1998179-oscar-wilde)


HISTORISCHES

Arthur Wellesley (1769-1852)
„1. Duke of Wellington“

Wikimedia-Commons-Datenbank
Bild: en.wikipedia.org

Herzog ist ein Adelstitel. Im Französischen entspricht er dem duc, im Englischen dem duke


  • Das „Filet Wellington“ ist ein berühmtes Fleischgericht, das bereits um 1900 in mehreren deutschsprachigen Kochbüchern enthalten war. Es sei namentlich dem – in Dublin geborenen – englischen Aristokraten Arthur Wellesley (dem 1. Duke of Wellington) gewidmet worden.  Nach ihm wurde (anno 1840) auch die Hauptstadt Neuseelands „Wellington“ benannt. 
  • Der Aristokrat Arthur Wellesley habe die Köstlichkeit im Jahre 1813 nach einer siegreichen Schlacht gegen napoleonische Truppen auf spanischem Boden ausgerechnet in einem Bauernhaus aufgetischt bekommen – und habe die Köstlichkeit vom Fleck weg zum Lieblingsessen erkoren

Der gebürtige Ire Wellesley (1769-1852) schaffte es später – als Marschall (Adelstitel) – zum Oberbefehlshaber der britischen Armee und wurde für seine Verdienste in der Schlacht bei Waterloo – in der er (mit Hilfe der Preußen), sogar Napoleon (1769-1829) besiegte – sogleich zum „Duke“ (Herzog) ernannt:

Der „Duke of Wellington“ hatte also in Teig eingebackenes Fleisch im Baskenland kennen und lieben gelernt. Verbürgt ist dies zwar alles nicht so genau… Hierüber ranken sich wohl einige „Legenden“…sagt Wiki.


„Die Speisetafel ist der einzige Ort, wo man sich niemals während der ersten Stunde langweilt“. – Zitat: © Jean Brillat – Savarin (1755-1826) war ein bekannter französischer Schriftsteller und einer der bedeutendsten *Gastrosophen.

Eine weitere Interpretation des Begriffes *Gastrosophie geht auf Jean Brillat-Savarin zurück und lautet die „Lehre von der Pflege des Magens“ – In der aktuellen Fachliteratur ist auch von der „Philosophie des Essens“ die Rede.

„Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel“

  • Die *Gastrosophie ist die Lehre von der Weisheit des Essens. http://de.wikipedia.org/wiki/Gastrosophie
  • Der Begriff geht zurück auf ein Buch vonBaron Eugen von Vaerst“ (1792-1855) : Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel (verfasst: anno 1851).
  • Sein Pseudonym war: Der Chevalier de Lelly… (Anm.: Chevalier (französisch für „Ritter“) – Abkürzung Chev. – steht für Titel von Mitgliedern einiger internationaler Ritterorden…sagt Wiki…)
  • Baron von Vaerst war preußischer Offizier und Schriftsteller.
  • In seinem Buch Gastrosophie erhebt der Baron von Vaerst den Genuss von Speisen zu einer Kunstform und beschreibt die drei Arten von Feinschmeckern: Gourmand, Gourmet und Gastrosoph.
  • Der Gastrosoph wähle beim Essen nur das Beste aus, unter Berücksichtigung der Gesundheit und der „Sittlichkeit“... so Baron Eugen von Vaerst.
  • Dem Kritiker Johann Heinrich „Harry“ Schraemli (*1904-/† 1995) zufolge ist das Buch von Baron von Vaerst „das geistreichste Werk, das je über die Freuden der Tafel geschrieben worden ist.“ (Buch: Von Lucullus zu Escoffier. Schraemli-Interverlag, Zürich 1949 – Ein Schlemmerbuch für kluge Frauen und gescheite Männer) .
  • Aktuelle Anbieter unter anderen z.B. ZVBA oder www.booklooker.de 

  • FÜR INTERESSIERTE: Seit 2008 gibt es sogar einen Universitätslehrgang Studium für gastrosophische Wissenschaften an der Universität Salzburg.  – (Curriculum 2009) www.gastrosophie.at/ 
  • Zentrum für Gastrosophie – Ernährung. Kultur. Gesellschaft, Universität Salzburg, Kapitelgasse 6, A-5020 Salzburg.
  • Andere Quellen bestehen darauf, dass es das ebenso aromatische – wie in der Zubereitung aufwendige – und anspruchsvolle Fleischgericht schon lange vorher gegeben habe.
  • Fleisch in Teig einzubacken, damit es schön saftig bleibt, ist in Frankreich schon seit langer Zeit übliche Tradition. Das allseits in Frankreich bekannte „Filet en Croûte“ ist auf jeden Fall der „anonyme“ Vorläufer des Filet Wellington. (Quellen: Wikipedia und  Bayern 1 – Kochgeschichten 21.11.2014)

„Ich halte Kochen für einen schöpferischen Vorgang, der sich allerdings von den schönen Künsten dadurch unterscheidet, dass man ihn unmittelbar vom Endprodukt her genießen kann“. Zitat: © Günter Grass (1927-2015) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker.


Und nun zum Wesentlichen…

DAS FILET


DER BRATEN:

  • Bei dem Filet Wellington handelt es sich in der Regel um ein Mittelstück vom Rinderfilet, das ummantelt wird von einer aromatischen Farce aus gehackten Steinpilzen/Champignons, Gewürzen und Kräutern und in einem Blätterteigmantel (en croûte) eng eingebettet – fertig im Ofen gegart wird.
  • Durch die Ummantelung wird das Filet sehr schonend gegart und dadurch extrem zart.
  • Wenn wir Gäste haben…sind die Aaaah`s und Ooooh`s vorprogrammiert … denn das Filet Wellington ist immer ein recht feines Gericht nicht nur für Gäste, denn es sieht bewunderungswürdig und sehr aufwendig aus.
  • Aber… das Allerwichtigste: Es schmeckt einfach köstlich und ist eigentlich gar nicht so schwer zuzubereiten.

„Mein Küchenmotto: Vom Einfachsten nur das Beste“. –
Zitat: © Alfred Biolek (*10. Juli 1934 – / † 23. Juli 2021) war ein deutscher Fernsehunterhaltungskünstler, Talkmaster, Jurist, Kochbuchautor und Fernsehproduzent. Er starb mit 87 Jahren in seiner Wahlheimat Köln.

Mein Sichtfenster im Ofen zeigt an, dass das
Prachtstück dort schön kräftig am braten ist…
Immerhin braucht es im vorgeheizten Ofen
bei 200 Grad circa 50-60 min.
Im Vordergrund
zu sehen sind kl. Brotbällchen aus dem
Rest-Blätterteig geformt….


„Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.“
Zitat: François de La Rochefoucauld (*1613 /†1680) war ein französischer Adeliger und Militär, der jedoch vor allem als Literat in die Geschichte eingegangen ist. Mit seinen aphoristischen Texten gilt er als berühmter Vertreter der französischen Moralisten.


DAS REZEPT… et voilà…

TIPP: HIER FOLGT NUN MEINE AUSFÜHRLICHE REZEPT-ANLEITUNG.
Eine „Kurzfassung“ eines ähnlichen (abgewandelten) Rezeptes gibt es hier zum Herunterladen bei
https://www.edeka.de/rezepte/rezept/amp/filet-wellington.html


Das Rezept – mit meiner eigenen „To-Do-Anleitung“ – die letztendlich für ein total entspanntes Vorbereiten der einzelnen Schritte sorgt, da man viele Kleinigkeiten (z.B. würfeln, schnibbeln, kleinschneiden für die Farce etc.) schon tags zuvor erledigen kann, wird nun recht ausführlich hier beschrieben.

Wenn die Farce und die blanchierten Mangold-Blätter schon fix & fertig (am Vortag zubereitet) vor einem auf dem Tisch stehen, ist dann nur noch der Blätterteig (nach Anleitung) auszurollen und der „Auf- bzw. Einbau“ des Filets als Päckchen schnell fertig. – Für mich waren es dann nur noch knapp 15 Minuten… am Zubereitungstag.

😉 Zugegebenermaßen muss man dann doch noch mit ca. 60 Minuten rechnen,
bis der Backofen das Prachtstück fertig gebraten – wunderbar goldgelb gebräunt – präsentiert… 😉


FILET WELLINGTON

  • Die Einkaufs-Liste (was man nicht zuhause hat) – Zutaten für zirka 6 Personen:
  • 800 g frisches Rinderfilet (Mittelstück), 400 g frischen Butter-Blätterteig (aus dem Kühlregal im Markt:
  • Tipp – z.B.: 2 Packungen à 270 g von Ta..e – Pf..ni)
  • 1 mittelgroße Mangoldstaude (oder entsprechende Menge Blattspinat – falls man keinen Mangold hat),
  • knapp 500 g Waldpilze (z.B. Champignons / inkl. getrockneter Steinpilze = ergibt 350 g fertig geputzte Pilze).
  • 2 Eier, 1 B. Sahne, Butterschmalz, Schalotten/Knoblauch/Rosmarin/Thymian/ Majoran/Petersilie, 1 kl. P. Bacon-Würfelchen, scharfer Senf, 1 B. Crème fraîche, Butter, Gewürze.

ALTERNATIVE: Mit hauchdünnen Schinkenspeck-Scheibchen das ganze Filetstück ummanteln…
und dann das Filet mit der Farce in Blätterteig packen…ist im Original-Rezept so vorgesehen.


Zutaten für die Farce bereitstellen:

  • Am besten die Zutaten schon einmal (abgewogen) bereitstellen:
    Eine kl. Mangoldstaude (oder entsprechende Menge Blattspinat – falls man keinen Mangold hat) : Zirka 6-8 große Mangoldblätter, Salz/Pfeffer (frisch gemahlen), 2 EL Butterschmalz.
  • Für die Farce: 2 Schalotten, 1 Zehe Knoblauch, Rosmarin/Thymian/ Majoran, ½ Bd. Petersilie, 30 g Butter. Einkauf: 500 g Waldpilze (z.B. Champignons / inkl. getrockneter Steinpilze = ergibt 350 g geputzte Pilze), 30 g rohe Schinken-Würfelchen, 1-2 El. scharfen Senf, 2 El Crème fraîche, Salz, Piment d`Èspelettes (oder etwas Chili), Pfeffer.
  • Und für die Außen-Hülle: 400 g frischen Butter-Blätterteig
  • Und die zwei Eier nicht vergessen – d.h.: 2 Eigelb – etwas Sahne (zum späteren Bestreichen der Blätterteig-Oberfläche).

Anm.: Speckscheiben erschienen uns heutzutage zu „mächtig“... daher hatte ich dies nun abgeändert….d.h. ich habe anstatt der üblichen *Schinken-Speckscheiben schöne große, blanchierte Mangoldblätter genommen. Die Mangoldstaude sollte – beim Kauf – frisch und knackig aussehen. TIPP: Anstatt Mangold kann man auch – wie oben erwähnt – einfach schön breite, größere Spinatblätter gut verwenden.

Alternative – das Original mit Schinkenspeck –


Anm.: Wer möchte, kann natürlich (anstatt Mangold) mit hauchdünnen Schinkenspeckscheibchen das bereits gut gewürzte Filet gänzlich (dünn) ummanteln.

Das Rezept hört sich schwieriger an, als es ist und tatsächlich ist das „Einpacken“ des Filets – durch die genaue Anleitung hier – ruckzuck fertig!!


DAS RINDERFILET:

Anm.: Bevor man das frische Filet zum Anbraten in die Pfanne legt, muss man das Filet zunächst erst *parieren, d.h. das Filetfleisch von allen unerwünschten Teilen (Sehnen, Haut, Fett) sorgfältig befreien. Aber vielleicht hat dies schon beim Einkauf der Metzger Ihres Vertrauens für Sie erledigt.


Hier folgt nun eine recht ausführliche Beschreibung des Rezepts: Meiner langjährigen Erfahrung nach – bekommt man hier doch in der Zubereitung schnell Routine. Das Gute ist, dass man – nicht alles auf einmal fertigstellen muss, sondern auch tags zuvor Vieles schon vorbereiten kann… Die Fertigstellung kann dann ganz entspannt am Tag – bevor die Gäste kommen – erfolgen….

Die Vorbereitung

DIE TO-DO`S – first – PILZE und MANGOLDevtl. schon am Vortag;

  • Zirka 500 g frische Pilze sorgsam putzen. (Es sollten – insgesamt – 350 g Pilze abgewogen und zur Verarbeitung übrigbleiben.)
  • Getrocknete Steinpilze zuerst ausreichend lang (zirka 1 Std.) wässern. Danach in einem Geschirrtuch gut trocken tupfen, etwas putzen – falls nötig… und mit den anderen frischen Pilzen zusammen abwiegen (350 g) und zunächst beiseitestellen.
  • Dann zirka 6-8 Mangoldblätter in kochendem Salzwasser nur ganz kurz (1-2-min.) blanchieren, mit einem Sieb aus dem heißen Wasser nehmen (kurz kalt abschrecken!) und gut in Küchentüchern beidseits vorsichtig glatt ausbreiten – und vorsichtig trocken tupfen (damit sie nicht zerreißen!). Dabei sorgsam die hellen Blatt-Rippen entfernen. Die Mangoldblätter müssen – später zur Verarbeitung – noch leicht feucht sein.

Im Originalrezept wird häufig einfach „nur“ Gänseleberpastete mit fein gehackten Champignons vermischt. Hier nehmen wir heute eine Pilz-Kräuter-Farce.


VORTAG:
Zubereitung der FARCE als „Mantel“ des FILETS:
Die Pilz-Mischung (350 g) wird erst einmal fein klein gehackt…

  • FÜR DIE PILZ-FARCE:
    Die getrockneten Steinpilze sind schon – wie oben angegeben – gründlich eingeweicht worden. Nun die Champignons und Steinpilze nochmals gut abtrocknen und beides nur grob gehackt zunächst beiseite stellen.
  • FÜR DIE KRÄUTER-MISCHUNG:
    Von Hand – (oder in der Küchenmaschine oder mit dem Elektrohacker) alle „Kräuter“ wie Petersilie/Thymian/Majoran/Rosmarin sowie die Schalotten und Knoblauchzehen ebenfalls kleinschneiden bzw. mithacken. Kräftige Würze (Salz/Pfeffer) nicht vergessen.
  • Alles zusammen – die KRÄUTER-MISCHUNGmit der PILZ-FARCE gut miteinander vermengen und zunächst in einer Schüssel beiseitestellen.

Et voilà… und schon kommt sie…
Die Zubereitung:

  • Eine ausreichend große Pfanne bereitstellen:
    Vorbereitung: Das sauber parierte Rinderfilet in reichlich Butterschmalz scharf von allen Seiten gründlich anbraten, herausnehmen und abkühlen lassen.
  • Danach das Filet rundum salzen, kräftig pfeffern. Das Filet nun mit scharfem Senf (mit einem breiten Backpinsel) gleichmäßig ringsum gleichmäßig gut einstreichen.
  • Das angebratene und so schon gewürzte Filet zunächst abgedeckt auf einem Teller oder einer Schale beiseite stellen und ruhen lassen.

  • VORBEREITUNG – DIE FARCE:
    Die PILZ-KRÄUTERFARCE (Füllung):
    Wie oben erwähnt – sind alle Zutaten nun schon fertig fein klein geschnitten und stehen bereit.
  • Zunächst kommt das kurze ANBRATEN dieser PILZ-KRÄUTER-FARCE:
    In einer Pfanne die Schinkenwürfelchen (Bacon) zuerst „sanft“ anbraten, 30 g Butter und die bereits grob gehackte Pilz-Kräuter-Farce (siehe oben) hinzugeben und alles gut vermischt kurz „kräftig“ mit anbraten.
  • Danach diese Pilz-Kräuter-Farce gut würzen: Mit Piment d`Espelettes (oder Chili), Salz/Pfeffer und etwas Senf… alles ruhig recht kräftig abschmecken. Zum Schluss 2 El Crème fraîche gut unterrühren.
  • Diese angebratene Farce nun erst abkühlen lassen und auch kühl stellen.
  • Später diese erkaltete, bereits gegarte Farce in der Küchenmaschine nicht zu fein mixen… sie sollte streichfähig sein, aber KEIN Mus werden (!) und in eine Schüssel umfüllen.
  • Diese Farce unbedingt nochmals kräftig herzhaft abschmecken! Evtl. fehlt noch eine Prise Zucker oder noch etwas Pfeffer, etwas Salz? Es darf ruhig eher etwas kräftiger gewürzt werden… Alles fertig?
  • Auch diesen Vorgang könnte man schon tags zuvor erledigen… dann wäre die „Farce“ am Zubereitungstag zum „Aufbau“ schon fix& fertig…

DIE EIGELB-SAHNE (zum späteren Bestreichen der Blätterteig – Oberfläche) am Zubereitungstag vorbereiten: Zwei Eigelbe mit etwas Sahne verquirlen und für später – in einem Glas oder Schälchen gut abgedeckt kühlgestellt – aufheben und beiseitestellen.

DAS FILET WIRD ERST MIT DER „Pilz-Kräuter-Farce“ RUNDUM BESTRICHEN – DANACH ERST MIT MANGOLD-BLÄTTERN UMMANTELT UND ALS KRÖNENDEN ABSCHLUSS IN DEM BLÄTTERTEIG HÜBSCH VERPACKT UND VERZIERT…


Den Ofen in der Zwischenzeit schon einmal auf 200 Grad C. vorheizen.

Ein feiner Blätterteig-Mantel wird nun um das Filet gelegt:

  • So geht es nun zuerst zum „AUFBAU“:
  • Man nehme 2 P. BLÄTTERTEIG-Rollen: Tipp – z.B.: 2 Packungen à 270 g von Ta..e – Pf..ni) – Anleitung zur Verarbeitung anbei.
  • Blätterteigrollen aus der Papierhülle entfernen und die Rollen jeweils vorsichtig z.B. mit einem „Nudelholz“ ein wenig glätten.
  • Küchentisch: Auf einem großen Stück Backpapier/Folie etc. oder einer Backunterlage etwas Mehl gleichmäßig ausstreuen und den frischen Blätterteig darauf ausrollen:
  • Das jeweilige Blätterteig-Ende der 1. Rolle mit etwas verquirltem Eigelb (s.o. Eigelbsahne) mit einem Backpinsel bestreichen und mit dem anderen Teig-Ende der 2. Rolle etwas ( ca. 2 cm) überlappend mit einem Rollholz fest „zusammenkleben“, so dass eine einzige große, gleichmäßig – nach oben hin – längliche Teig-Platte entsteht.
  • Das Filet kommt quer (mittig) auf diese Teigplatte: Je nachdem wie lang und breit das Filet ist – die Platte evtl. etwas zurechtschneiden, so dass zum Beispiel hier ein gr. Blätterteig-Rechteck ( Länge nach oben hin) entsteht – auf welche dann das Filet (mitsamt der späteren „Blätterteig-Ummantelung“) in der Breite gut passt.
  • Bitte zuvor unbedingt ausmessen… eher etwas großzügiger bemessen… abschneiden kann man später immer noch beim Zusammenbau.
  • Die nun fertig ausgerollte rechteckige „Blätterteigplatte“ mit dem Backpapier aufs Back-Blech heben.
  • Den Rest-Teig für das spätere Dekor aufbewahren.

„MAN NEHME“: Ein Backblech (evtl. ausgelegt mit Alufolie oder Backpapier…)

  • Auf dem Backblech: Die schon ausgerollte rechteckige Blätterteig-Platte auf dem „Blech-Boden“ zunächst mit 3-4 schön großen Mangoldblättern etwas überlappend belegen und mit der Hälfte der Farce etwa fingerdick bestreichen. Das bereits gut gewürzte Filet dort mittig darauf setzen.
  • Die übrigen Fleischseiten ebenfalls mit der Farce bestreichen und mit den restlichen Mangoldblätter rundherum um das Filets leicht überlappend bedecken und z.B. mit einem Spatel den Mangold fest an die Farce drücken.
  • So ist „das grüne Päckchen“ fast fertig:
  • Nun die eine Hälfte des Blätterteigs – der auf dem Blech-Boden liegt – auf der einen Seite komplett über das „grüne“ Filet-Paket klappen und überall gut fest andrücken. Die unteren Teig-Kanten (!) immer mit verquirltem Ei bestreichen und fest aneinanderdrücken. Es dürfen keine undichten Stellen (Löcher) entstehen.
  • Danach die andere Blätterteighälfte darüber klappen und diese – wieder an der Nahtkante (mit etwas Eigelb-Sahne) „festkleben“ und auch hier rundherum den Teig nochmals gut an das Filet andrücken.
  • Die beiden Enden der Blätterteig- Rolle (rechts und links) evtl. abschneiden und die Enden fest zusammendrücken. Mit etwas Eigelb/Sahne sozusagen „verkleben“.
  • Es sollte alles tatsächlich dicht verschlossen sein und nirgendwo ein „Loch“ entstehen.
COMME IL FAUT…

Last but not least:

Den aufbewahrten Rest-Teig für das spätere Dekor nehmen:

Nach dem Motto ‚das Beste kommt zum Schluss‘: 

  • DIE VERZIERUNG: Vom Rest-Teig schmale lange (ca. 1,5 cm breite) Streifen ausradeln und diese ausgeradelten Streifen mit der Unterseite auf der Blätterteig-Oberfläche (DEKO) abwechselnd schräg und überkreuzt anbringen (siehe Foto unten).
  • Die gesamte Blätterteighülle nun abschließend gleichmäßig mit dem Rest der verquirlten Eigelbsahne bestreichen.
  • Danach die Blätterteig-Oberfläche mehrmals mit einem kl. scharfem Küchenmesser (entlang der Zier-Streifen – kreuz und quer) mit kl. spitzen Küchenmesser überall leicht „anritzen“ (= kl. KAMINE) – damit der Dampf später beim Garen aus den Blätterteig-Hülle entweichen kann. (sehr wichtig!).
  • BACKBLECH: Das fertig eingewickelte und hübsch verzierte Filet mittig aufs Backpapier-Blech legen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad circa 50-60 min. backen. Sollte die Oberseite des Filets zu dunkel werden, die Ofen-Hitze auf 180 Grad runterschalten und mit Folie abdecken.

  • „Welldone“ oder „Rare“? Das ist hier absolut Geschmacksache: Je nach Dicke bzw. Durchmessers des Filets mehr oder weniger Bratzeit rechnen. Nach Garzeit-Ende vorsichtig das Blech aus dem heißen Ofen herausnehmen und das goldbraun glänzende Blätterteig-Päckchen vorsichtig auf ein großes Küchenbrett legen und zunächst erst einmal ca. 10-15 Min. ruhen lassen. Danach ist es fertig zum Aufschneiden.
  • Mit einem Sägemesser oder recht scharfen Bratenmesser (oder wie bei uns mit einem Elektromesser – siehe Foto) zirka 2 fingerbreit dicke Scheiben abschneiden. Et voilà…Bon appétit!
  • Dazu passt sehr gut eine helle Sauce béarnaise oder auch eine dunkle Madeira-Soße (= Sauce madère… dies ist eine schöne, geschmackvolle dunkle Bratensauce der klassischen französischen Küche).

TIPP: Ein vergleichbares, also ähnliches Rezept findet man (wie oben schon erwähnt) hier unten – gut erklärt – in einem ausführlichen VIDEO (LINK). Man sieht hier schön, wie beispielhaft alle einzelnen Schritte im Video ansprechend gut und leicht verständlich erklärt werden 😉 Nachahmung wärmstens empfohlen… 😉

Einfaches, schnelles Rezept… einfach gut!


TADAAA…der spannende Anschnitt…in unserer Küche…
😉 Schön saftig und rosa…zum Anbeißen köstlich 😉


Dazu gab es feines Wurzelgemüse und eine echte selbstgemachte
„Sauce béarnaise“
Bon appétit!


Die besten meiner oft zubereiteten Saucen
sind zu finden in meinem anderen Blog-Artikel:

Et voilà:

DER ZAUBER-SOSSEN-BLOG:
Dip… Dip… Dip… Dip… Dip… Dip… Dip… Dip… Dip… DIPS… HURRA…

Meine Zaubersaucen-Rezepte:
Sauce gribiche– Sauce béarnaise – Sauce tartare – Avocado-Crème-Sauce



Blog-Artikel: „Filet-Wellington“ veröffentlicht am 29.11.2020 – zuletzt aktualisiert am 18.07.2022.


URHEBERRECHT: Der größte Teil der veröffentlichten Gedichte, Zitate usw. in meinen Blog-Artikeln sind von Dichtern und Autoren, die bereits seit siebzig Jahren verstorben sind und daher in der Regel für den privaten Gebrauch verfügbar. Alle Gedichte sind mit © Copyright und Namen versehen.