Diese Erde ist unsere Heimat. Heimat ist dort, wo wir leben, wo wir uns wohl fühlen. Die Heimat ist der Ort, wo die Zukunft unserer Kinder liegt. Wer euch verdrängen möchte, den werdet ihr wissen lassen, dass er die Heimat nicht in eurem Herzen verdrängen kann. Denn dort lebt sie weiter, bis an das Ende eures Lebens.“ Zitat: © „Kühne, Michael P.“

Dies war ein Spruch aus dem vorigen Jahrhundert. Inzwischen hat sich der Begriff Heimat doch ziemlich verändert. Wir gehen einmal auf Spurensuche.

Zu unserer Erinnerung werden hier zunächst manche bereits bekannten Dinge aus der Vergangenheit zum Thema Heimat kurz „beleuchtet“:
„Laut Duden“ ist „Heimat“ ein Land, Landesteil oder Ort, in dem man geboren und/oder aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt einfach zu Hause fühlt. Der ursprüngliche Bedeutungsgehalt eines solchen Ortes lässt sich in etwa als „Stammsitz“ eingrenzen. So taucht „Heimat-/heimat-“ häufig auch als Vorsilbe auf, die oftmals topografische Begriffe genauer bestimmte Dinge wie Heimatbrauch, Heimatberge, Heimatkirche oder aber auch Gefühle oder Zustände beschreibt, wie etwa heimatlich oder heimatlos. Übrigens ist der Heimatbegriff zunächst immer ein Rechtsbegriff gewesen. Heimat war eben der Ort, an dem jemand geboren oder in der Gemeinde „gemeldet“ war.

„HEIMAT KANN MAN NICHT VERERBEN:
Sie ist in meinem Kopf.
Und sie ist in meiner Seele“.
Zitat: © „Horst Bienek“ (*1930), dt. Schriftstelle
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ES WAR EINMAL:
Vor über hundert Jahren entstanden zum „Heimat-Schutz“ vereinzelt sog. Dachverbände wie zum Beispiel den Dürerbund (gegründet 1902 in Dresden) und der Bund Deutscher Heimatschutz (gegründet 1904 ebenfalls in Dresden). Beide waren auf die tiefe Idealisierung sowie die „Bewahrung“ und den „Schutz“ dessen, was wirklich „deutsch“ war (Natur-Kunst-Kultur) ausgerichtet. Die tiefe Verwurzelung des Menschen in seinem „Vaterland“ bzw. in dem deutschen Volkstum und in der Landschaft war sehr wichtig. Dabei waren diese Verbände damals kritisch ablehnend gegenüber allem was „fremd“ war, z.B. „der Moderne“ und der Industriegesellschaft, aber auch „fremdländischen“ Menschen.

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die sich die Welt nicht angeschaut haben“. Zitat: © Alexander Freiherr von Humboldt (1769 -1859) deutscher Naturforscher.

So brachte der spätere Friedensnobelpreisträger Alfred Hermann Fried 1908 in einem Aufsatz über „Patriotismus“ das „Heimatgefühl“ auf den Punkt: „Die menschliche Gewohnheit zeigt uns – an Personen, Dingen, Einrichtungen – soweit diese „mit allen Sinnen“ wahrgenommen werden können – das ursprüngliche und eigentlich >>patriotische<< Empfinden des Menschen, das wahrhaftige Heimatgefühl.“
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Der Begriff Heimat (oder auch Vaterland) verweist im Allgemeinen traditionell immer auch auf Stabilität, Vertrauen, Sicherheit, also auf eine Beziehung zwischen Menschen und einer Region. Das sei alles doch nur verstaubte trockene Theorie, so hört man, was im Duden oder in irgendwelchen Büchern geschrieben steht. Doch wer fragt denn die Menschen einmal direkt: Ist es eigentlich heute noch so richtig für euch, zu erleben, dass der Begriff „Heimat“ wirklich viel mehr ist, als nur ein Gefühl?

In dem Begriff Heimat stecken ja heutzutage doch so viele verschiedene, teils kontroverse „Ansichten“, so dass sie für jeden Menschen eigentlich – gerade in unserer „Multi-Kulti“ Gesellschaft – immer etwas ganz Anderes bedeuten. In unseren heutigen Welt, ist es mittlerweile immer unwichtiger, wo man eigentlich herkommt und wesentlich bedeutsamer, wie man sich auch vor allem innerlich entwickelt hat. Unsere städtische Jugend hat mit dem Heimatbegriff nun meistens eher „weniger am Hut“… d.h. es gibt in diesem Alter „Interessanteres“. Vielleicht wird dies noch in bestimmten ländlichen Gegenden anders gesehen, wo das Brauchtum im Ort in den Familien noch hochgehalten bzw. praktiziert wird.
Für einige Menschen hat der Begriff „Heimat“ auch etwas leicht „Spießbürgerliches“ an sich, ebenso wird er gerne missbraucht von eher rechtslastigen politischen Bewegungen. Genauso wenig mag ich hier das diametrale Gegenteil: Leute, die sich meist etwas großspurig als „Weltbürger“ und als „überall zuhause“ bezeichnen und den Begriff Heimat eher abfällig negieren.

Zitat: „Er hat keinerlei Überzeugung, aber die verteidigt er leidenschaftlich“. © Jean Louis Forain (1852-1931) französischer Maler, Grafiker und Karikaturist.

Wenn man schon erwachsen ist, dann kann „Heimat“ aber auch sein, etwas selbst dort zu bewirken, zu gestalten, sich selbst einzubringen und zwar zusammen mit den Mitmenschen vor Ort und in der Gegenwart. So war ich früher – in unserer alten Heimat – neben meinem Beruf – auch ehrenamtlich über viele Jahre aktiv – ( zu finden in meinem Blog „Auszeit“ – dort am Blog-Ende gibt es „Näheres“). Eine sinnvolle Motivation wäre eventuell – wenn es einem liegt – sich auch schon früh in jungen Jahren politisch für unser Land einzusetzen und mitzureden…zumindest aber, indem man wählen geht, das ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich.

Wir können unsere Politik im Lande
eigentlich auch derzeit eine sog. „Identitätspolitik“ nennen.

Vielerorts sind die Populisten im Aufwind, sie arbeiten meist digital, sind auf allen Kanälen/Bildschirmen präsent. Auch haben sie gelernt, die kritischen Medien zu umgehen, sie reden direkt mit den Leuten, dem „Volk“ (vor allem im Osten der Republik) und das schafft so eine gefährliche Parallelwelt. Die letzten Wahlen vor kurzem haben es leider absolut bestätigt.

Nach dem „Identitätsprinzip“ ist eben bei manchen die Frage, wer bekennt sich überhaupt zu seiner Heimat, nimmt sie wahr, bringt sich vielleicht ein? Wer ist es, der also dazugehört bzw. zugehören möchte und wer nicht. Für viele ist das nicht so wichtig. All das bedient jedenfalls aktuell der „Heimatbegriff“ und deshalb hat dieser Begriff tatsächlich heute wieder absolut „Hoch-Konjunktur“ in manchen Regionen.


„Du bist da zuhause, wo dich das Leben lächeln lässt“.
© Angelika Emmert (*1968)

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Gerade in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten durch Migration und Integration immer mehr in größeren „Problemzonen“ sich etablierende Parallelgesellschaften entstanden, die jeweils nach ihren eigenen Gesetzen leben und den Heimatbegriff in unserem Sinne wohl gar nicht erst kennen und auch nicht kennenlernen wollen, aber das ist wohl doch schon wieder ein ganz anderes Thema….

„Man darf niemals ‚zu spät‘ sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang“. Zitat: © Konrad Adenauer (1876-1967) war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
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Das Wort „Heimat“ gibt es nur in der Einzahl. Es wird dringend Zeit für einen offiziellen Plural des Wortes: Das findet die ZDF-Moderatorin „Dunja Halali“ als Tochter irakischer Einwanderer: „Käme ich aus Indonesien, England oder China, wären diese Länder ganz bestimmt auch wichtige Puzzleteile für meinen ganz eigenen Begriff von Heimat: Meine Heimat“en“. Sie forderte dafür ein neues Wort im Duden. Denn Heimat ist heutzutage doch in den seltensten Fällen nur ein einziger Ort.
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Der wohl berühmteste Redner Roms, der Philosoph und Schriftsteller „Cicero“ (106 v. Chr. – 43 v. Chr.) beschäftigte sich schon damals intensiv mit dem Thema Heimat. Seiner Ansicht nach entwickeln sich „Heimatgefühle“ vor allem durch unsere positiven Erlebnisse an einem bestimmten Ort. Wiederholen sich dort diese schönen, intensiven Erlebnisse, dann kommt es zu einer Manifestation im Gehirn, in dem dann immer positive Gefühle hervorrufen werden, sobald überhaupt z.B. an die „Heimat“ nur gedacht wird. Interessante damalige These, die heute von allen modernen Neurowissenschaftlern bestätigt wird: siehe Näheres hierzu auch in meinen Blogs zum Beispiel „Positives Feedback/Glück/Freundschaft/Auszeit“:…kurze Abschnitte über die vielfältigen Wege der Gehirnströme über unser ZNS und wie unsere Hormone uns „steuern“.


Wen sehnsüchtiger Drang nach den Wundern der Fremde hinaustrieb,
lernt in der Fremde – sehr bald! – innigstes Heimatsgefühl.
Zitat: © Emanuel Geibel“ (1815 – 1884), deutscher Lyriker und Dramatiker

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„Ubi bene, ibi patria“. (Wo es dir gut geht, dort ist die Heimat). Oder auch etwas variiert: „Wo ich ein guter Mensch sein kann, da ist mein Vaterland, da bin ich gern zuhause“. Dies sagte schon: „Pacuvius“ (220 – 130 v. Chr.) ein römischer Tragödiendichter.

Umformuliert wurde dieses „Ubi bene ibi patria“ erst viel später: „Unsere Heimat ist die Welt – wo es uns „wohl“ geht, das heißt, wo wir Mensch sein können, da ist unser Vaterland“. Dies formulierte schon so „Wilhelm Liebknecht“ (1826-1900) anno 1871.
Als radikaldemokratischer Revolutionär beteiligte er sich damals aktiv an den Revolutionen von 1848/49 – nach der französischen Februarrevolution vor allem im deutschen „Baden“ (=Lage des Großherzogtums Baden im Deutschen Kaiserreich. Baden ist ein historisches Territorium im Westen Baden-Württembergs).
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HEIMATLAND = VATERLAND?
In Frankreich sah dies vorher im 17./18.Jhrh. ganz anders aus: Das Volk war völlig machtlos, hatte überhaupt keinerlei Rechte, wurde total unterdrückt. Die oberste Gesellschaft besaß dagegen alle Privilegien. Die Staatskassen waren leer. Und der König schwach und zögerlich. Genügend Gründe also für den gewaltigen Ausbruch einer Revolution „der Kampf für ein neues Vaterland“: „Allons enfants de la Patrie, le jour de gloire est arrivé! Contre nous de la tyrannie, l’étendard sanglant est levé“... (Übersetzt heißt es „im Text zu Anfang“: Auf, Kinder des Vaterlands! Der Tag des Ruhms ist da. Gegen uns wurde der Tyrannei blutiges Banner erhoben...)
Die berühmte französische Nationalhymne „Marseillaise“ wurde von „Claude Joseph Rouget de Lisle“ wohl in Straßburg anno 1792 verfasst.

LA PATRIE – das Vaterland
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Die Französische Revolution von (1789 bis 1799): „Liberté, égalité, fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit): Bis heute ist diese Parole untrennbar mit den Errungenschaften der „Französischen Revolution“ verbunden. Die drei Phasen waren: Frankreich vor der Revolution, das Ende der Monarchie und der Weg zur Republik.

„Marianne“ die Nationalfigur der Franzosen.
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Eugène Delacroix“ (1798-1863), Vertreter der Romantik, malte dieses (2,60 × 3,25 Meter) große berühmte Ölgemälde nach der Juli-Revolution im Jahre“1830″. Dabei überließ er nichts dem Zufall: Die versteckten Botschaften sind in dem berühmten Meisterwerk: „Die Freiheit führt das Volk“ (La Liberté guidant le peuple). Das Bild befindet sich heute im „Louvre“ in Paris.

Es gibt in Frankreich kein Wort, das ähnlich klingt wie unser Wort: „HEIMAT“: In Frankreich heißt es: la patrie (das Vaterland), pays d’origine (Ursprungsland), le Pays oder la ville natale oder la ville de la naissance (Geburtsstadt) . Über weitergehende geschichtliche Exkursionen möchte ich hier nicht weiter berichten, denn diese kann man am besten direkt bei Wikipedia o.ä. nachlesen.
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„Heimat ist einfach da, wo man sich nicht erklären muss“, formulierte ganz einfach einst – zu dieser Zeit: © „Johann Gottfried von Herder“ (1744-1803). Herder war ein berühmter deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik.
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CHRISTENTUM:
„Unsere wahre „Heimat“ ist bei Gott im Himmel“ sagen die Christen. Einige kennen dieses große Pauluswort aus dem Philipperbrief, 3,20. Die Erzählung von dem Sündenfall, von Babylon, vom Verlust der Heimat, des Paradieses und Gottes Gnade, die uns Menschen in Jesus Christus (vermittelt durch die Kirche) den Weg zurück in die „Ewige Heimat“ weisen soll, bilden das Zentrum christlicher Religiosität.

Vor kurzem gab es einmal CDU Kampagnen wie „Unsere Heimat. Unsere Werte“ (2018). Diese besagten: „Wir leben in einem vom Christentum geprägten Land, es ist für uns alle sehr wichtig, diese Wurzeln zu bewahren und christliche Grundsätze und Werte auch in dem politischen Kurs wiederzufinden“.


„Ubi bene, ibi patria“.
(Wo es dir gut geht, dort ist die Heimat)
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PHILOSOPHIE:
Die „Philosophen“ finden dann oft noch einen weiteren Weg zurück in die angeblich „wahre Heimat“, der über die biologische Durchgangsstation im Mutterleib hinaus gehen soll und in einer vielleicht noch früheren Heimat im Ur-Dasein seinen Ursprung haben soll… Der Begriff der Heimat ist hier unlösbar mit dem des menschlichen Ursprunges, des „Woherkommens“ verbunden. Ein Weg in die Spiritualität ginge vielleicht – philosophisch gesehen – durch das Tor der Vergangenheit, hin zu einer Reise zur Geburt, vielleicht in den Uterus oder gar zur Empfängnis. Hier lässt sich trefflich philosophieren…

Zitat: „Wer bin ich nur, wo komm ich her? Sind es die Sterne, ist es das Meer? Wo ich die Liebe für mich fand, dort ist gewiss mein Vaterland“.
© Hubert Joost (*1939)

PSYCHOLOGIE:
In der „Psychologie“ – wie auch in Teilen der Kulturanthropologie – gilt beispielsweise „Heimat“ als ein Grundprinzip menschlicher Identität, der sog. „Ich-Identität“. Es beschreibt eine Verflechtung von menschlichen Beziehungen, welches die Position von Menschen in Gruppen und Gesellschaft „lokal, regional, national und global“ bestimmt.Heimatgefühle“ manifestieren sich, psychologisch gesehen, durch eine wiederholte Prägung. Emotional bejaht, könnten dann auch mehrere Orte auf der Welt für Menschen zur Heimat werden. Auf ähnliche Weise entstehen dann die nicht-ortsgebundenen Heimatgefühle z.B. wie das „Sich-Heimisch-Fühlen“ in einem ganz anderen neuen Gebiet.
Letztendlich ließe sich hiermit aber auch ein Grundkonzept jeder modernen Vergesellschaftung fassen – unabhängig davon, um welche Kultur und welchen Sprachraum es sich handelt.

Zitat: „Heimat erkennt und schätzt der Mensch meistens erst, wenn er ganz weit entfernt von daheim, im Ausland ist, da erfüllt ihn die Sehnsucht“. (Zitat: Autor unbekannt)


„Ein Mensch, der keine Heimat mehr hat, gleicht einem windverwehten Blatt“.
Zitat: © „Erich Limpach“ (1899 – 1965), deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker.

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ANDERE LÄNDER – ANDERE SITTEN:
Der deutsche Philosoph Otto Friedrich Bollnow setzt dem Begriff „Heimat“ den Begriff „die Fremde“ gegenüber. Wie sieht es denn überhaupt in den anderen Ländern unserer Erde aus?

Zitat: „Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde“.
© „Karl Jaspers“ (1883-1969), dt. Philosoph.

UNSER DEUTSCHES WORT „HEIMAT“:

Ist unser deutsches Wort „Heimat“ denn wirklich so absolut einzigartig auf der Welt? Zumindest muss man konstatieren: „In der Tat gibt es in der Bildung des Wortes keine genaue Entsprechung in anderen Sprachen“ so die Siegener Sprachwissenschaftlerin Carolin Baumann (Interview in Westfalenpost). Schon der Schriftsteller „Max Frisch“ hatte das deutsche Wort „Heimat“ immer für „unübersetzbar“ gehalten.

Auffällig ist, dass es tatsächlich zum Beispiel auch „im angelsächsischen Sprachraum“ keinen wirklich richtigen Begriff für unser Wort „Heimat“ gibt: „my own country – native country – homeland – home town- natural-habitat – my native land“. Also im Sinne von: „Here is my home, here I live“. Hier ist mein Haus, in dem ich lebe. ODER: es wird im Englischen oft auch so umschrieben: „its my country, where I come from“... es ist mein Land, wo ich herkomme…Doch ein altes englische Sprichwort besagt auch: „Home is where the heart is”… Dennoch kann das deutsche Wort „Heimat“ kaum übersetzt werden.

Max Frisch schreibt dazu: „My country“ erweitert und limitiert die Heimat von vorneherein auf ein Staatsgebiet, „homeland“ setzt Kolonien voraus, „motherland“ tönt zärtlicher als Vaterland, das mit Vorliebe etwas fordert und weniger beschützt, als mit Leib und Leben geschützt werden will, „la patrie“, das hißt sofort eine Flagge…“

Merkwürdig ist eigentlich, dass auch Menschen, die fast ihr ganzes Leben im Ausland verbracht hatten und dort auch die Sprache übernommen haben, dass, wenn sie träumen, in der Regel in der Muttersprache träumen.

Zitat: „Der Mensch bereist die ganze Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es endlich zu finden“.
© George Moore (1852-1933) Irischer Schriftsteller.

Liebe: Göttliches Wort!
Ihm kommt an erhabener Größe nur ein einziges gleich,
das göttlich wie dieses ist: „Heimat…

(Quelle: © Adam Mickiewicz (1798 – 1855), „Patriot“ und Schriftsteller.
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Nun kurz doch noch zur „Geschichte“ des Begriffes „Heimat“ ein paar Anmerkungen:
Schon das Wort „Heimat“ findet sich in unterschiedlicher Schreibweise bereits in mittel-, alt- und mittelniederdeutschen Sprachquellen. Die Heimatbewegung der Weimarer Republik entfaltete schon früh eine verstärkte Heimat-Kultur, weil „Heimatkunde“ damals schon stärker in den schulischen Lehrplänen verankert wurde. Der Begriff fand sich bei völkisch-chauvinistischen Bewegungen aber auch als Abwehrbegriff gegen alles Moderne und alles „Fremde“.

Zitat: „Einheimische lieben es selten, wenn Fremde bei ihnen heimisch werden wollen“. © Walter Ludin (*1945), Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor.

Dies wurde dann in radikaler Form in der NS-Zeit verstärkt umgesetzt. So zielten die Machthaber darauf, die Heimatbewegung zu zentralisieren und sie den ideologischen Vorgaben des Regimes entsprechend radikal rassistisch umzuwandeln mit der Idee: „Heimatliebe = Vaterlandsliebe“ in einer übergreifenden, ethnisch homogenen „Volksgemeinschaft“.
Wer nicht dazu gehörte, wurde „entfernt“.

Zitat: „Heimat ist doch nicht irgendein Ort, sondern die Gemeinsamkeit der Gefühle“. Zitat: Autor unbekannt

Das eigentlich echte „patriotische“ Empfinden, „das Heimatgefühl“ wurde dann allerdings später durch die „Heimatbewegung“ wieder erneut gestärkt. Der Begriff „Heimat“ wurde zum absolut „ortlosen“ Begriff, der in der DDR ausschließlich auf die sozialistische Gemeinschaft zielte.

„In der DDR hat man von mir eine Weltanschauung verlangt, ohne dass ich die Welt anschauen durfte“. Zitat: © Manfred Krug (1937-2016) deutscher Schauspieler, Sänger und Schriftsteller.

ZITAT: „Ich bin nicht unbedingt stolz auf den biologischen Zufall, ein Deutscher zu sein – aber auf zuhause: hier ist es einfach am schönsten“.
© Justus Vogt (*1958), denkender Lebender und lebender Denker.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben „Heimatvertriebene“ durch Flucht und Vertreibung gezwungen, massive Bevölkerungs-verschiebungen in Ost- und Westdeutschland ausgelöst und einen neuen Platz in den Nachkriegs-Gesellschaften gesucht. Sie alle hofften teilweise inständig auf eine Rückkehr in ihre alte Heimat in den „verlorenen“ Gebieten. Der Verlust von Heimat wirkt sich immer mit unendlicher Trauer und starkem Heimweh aus: meist folgt eine totale Idealisierung der alten Heimat, die man zwangsmäßig verlassen musste.

„Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon“. Zitat: Jean de La Fontaine (1621-1695) war ein französischer Schriftsteller und als einer der größten ihrer Klassiker mit einigen seiner Fabeln jedem bekannt. (Wikipedia)

HEIMAT
Nimm dir Zeit den Himmel zu betrachten, suche Gestalten in den Wolken.

Höre das Wehen des Windes und berühre das kalte Wasser.
Gehe mit leisen behutsamen Schritten.
Wir sind hier Eindringlinge, die von einem unendlichen Universum
und nur für kurze Zeit geduldet werden.

(Autor unbekannt)

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Der andere Aspekt bei „Heimatvetriebenen“ ist natürlich dann später die Kompensation von „Heimat„. Wenn man an Migrationen denkt, heißt das, dass man Heimat im Sinne von Vertrautheit irgendwo anders wieder unbedingt kompensieren muss.

So, dass es weltweit tatsächlich viele realistische Nachbildungen der Orte gibt, von denen die Leute einst herkamen. Also, als Beispiel gibt es im Ausland viele deutsche Zentren, die gewissermaßen vor Ort „die alte deutsche Heimat“ simulieren.

Dies haben wir erstaunt öfters an diversen Orten in den USA, z.B. in Nordamerika im Staat Washington („Leavenworth“) erlebt. Wir empfanden dies irgendwie befremdlich, als „Deutschtümelei“ mit u.a. kitschigen Alpen-Ort-Nachbildungen ( und permanenter „Volksmusik-Untermalung“) so ganz und gar „unecht“. Der Tourismus aber blüht an solchen Orten.
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Und sogar in Australien haben wir ganz überraschend im „Barossa-Valley“ (das heute im australischen Bundesstaat „South Australia“ ein weltberühmtes Weinanbaugebiet ist) dieses wirklich erstaunliche „Phänomen“ erlebt:

Hierhin sind bereits 1838 die ersten Deutschen (die auf der Suche nach (religiöser) Freiheit aus preußischen Provinzen Brandenburg, Schlesien und Posen ausgewandert waren), hingezogen. Da es durch die geographischen (im Süden) und klimatikalischen Verhältnisse (in Meeresnähe) bestens geeignet war, haben schon früh diese deutschen „Siedler“ dort ihren Wein angebaut (der übrigens seit langem weltweilt wirklich sehr geschätzt wird).
Hier gibt es unter Anderem die bekannte alte Rebsorte „Shiraz“ (oder Syrah-Traube, die ursprünglich wohl aus dem alten Persien oder aus dem französischen Rhône-Gebiet stammen soll, wo schon damals die alten Römer…etc.).

Sieben Generationen von Winzern und Weinerzeugern haben während der vergangenen 160 Jahre durch ihre stets tatsächlich hervorragenden Jahrgänge dieses fruchtbare Land zu einer der besten Weinregionen Australiens gemacht. Und ihre Häuser in einigen wenigen kleinen Dörfern – die wir dort besucht hatten – wurden dort prächtig nach deutschem „Folklore“- Vorbild gebaut und beschriftet, wie z.B. das hübsch geschmückte „Café zur Gemütlichkeit“, die Metzgerei „Lewwerworscht“ und vieles Kuriose mehr. Das ist natürlich dort im Lande heute ebenso „DIE Touristenattraktion„.

„Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das schlechte Gedächtnis“. Zitat: © Anatole France (1844-1924) französischer Schriftsteller (1921 erhielt er den Literaturnobelpreis).

Wir alle sind heutzutage meist dermaßen europäisiert und in der Welt unterwegs gewesen und das seit so vielen Jahren – dass ich dieses Gefühl einer sicheren Heimat eigentlich nicht habe und auch nicht brauche.
Aber da ich selbst mit meinem Mann viel in der Welt (in fast allen Kontinenten) über Jahrzehnte unterwegs war und viele Menschen in meinem Leben beruflich getroffen habe, habe ich gemerkt, dass „manche Menschen doch deutlich mehr Glück mit ihrer Heimat“ haben als andere.
Beispiele dazu gibt es leider seit Jahrzehnten fast ohne Ende. Es ist sehr traurig, dass es heute immer noch Millionen heimatloser Menschen durch Flucht, Folter und Vertreibung durch immer aggressivere Regime auf unserer Welt (wie z.B. derzeit in Syrien) gibt.

Zitat: „Die Liebe zur Heimat ist die Erinnerung an etwas, das es so heute wohl nicht mehr gibt“.
© Stefan Rogal (*1965), Autor, Herausgeber und Kolumnist.


„Heimat ist nicht ein Ort, sondern die vertraute Gemeinsamkeit der innigen Gefühle“.
Zitat: Autor unbekannt
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In den 1970er Jahren wurde dann auch im Kontext mit der Umweltbewegung ein neues Kapitel im Umgang mit „Heimat“ aufgeschlagen: „Unser Dorf soll schöner werden“ im Kontext der Umweltbewegungen. Neuere Heimatkonzepte wurden favorisiert: „Naturschutz, Umweltschutz und Anti-Atomkraftbewegungen“ beginnend in den 1980er Jahren und bis heute gibt es hier noch viele aktive Gruppierungen.

Horst Seehofers „Heimatministerium“ plant nun „das neue Deutschland“.
Nun gibt es in Deutschland inzwischen schon drei Heimatministerien. Dies ist eine Folge der Entwicklung in unserer Gesellschaft, wo sich die Diskussion immer wieder um „Fremdenfeindlichkeit, Integration, Toleranz, Kulturbruch oder der Umgang mit dem Islam“ dreht.
Die Bundesregierung will nun seit gut einem Jahr endlich „Heimatpolitik“ betreiben, also dem drohenden Zerfall der Gesellschaft in den boomenden Ballungsräumen und abgehängten Landstrichen entgegenwirken. In ländliche Räume verlagerte Verwaltungsjobs und Studienplätze sollen dabei wiederum auch einige andere Unternehmen anziehen und so die Wirtschaftskraft „auf dem Land“ stärken. Zudem sollen Heimatpreise verteilt werden: Im Mai 2018 wurden die hundert besten bayerischen Wirtshäuser mit jeweils tausend Euro und einer Urkunde ausgezeichnet. So stand Bayerns Minister Markus Söder – außer für einen offenen Geldbeutel – auch für volkstümliche Schwärmereien: “ Heimat sei für ihn „Glockenläuten, Bratwurstduft, Lebkuchen“. Er ist nun seit dem 16. März 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern und seit dem 19. Januar 2019 auch CSU-Parteivorsitzender.

Genauso alt wie „die Tradition des Maifeuers“ am 1. Mai ist die Tradition des reich geschmückten Maibaumes. Er ist als altes heimatliches Brauchtum in fast allen deutschen Bundesländern erhalten geblieben… Maifeuer, Maibäume, Maitänze gehören zu den alten Überlieferungen unserer Heimat. Ursprünglich wurden diese Baumfeste im Wald abgehalten, denn dort war der „beseelte“ Wald-Geist zu Hause. Erst später wurde es Sitte, einen gefällten Baum, meist eine Birke – von jungen Burschen – mit Gesängen und Klängen (in einer Art Prozession) aus dem Wald ins Dorf zu holen und ihn mitten auf dem Dorfplatz aufzustellen. Der Tanz in den  Mai in der „Walpurgisnacht“ gehört ebenso dazu.

<<< MAI-BAUM >>
Das prächtige „Maibaum-Foto“ stammt aus „Buttenwiesen“,
das ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau.
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Die Heimat pflegen, den Menschen Halt, Sicherheit und klare Orientierung bieten, das war schon immer Seehofers Ziel, als er noch Ministerpräsident von Bayern war. Es gibt den Begriff: „Heimat-Liebe“, der schnell zur „Heimattümelei der Romantik“ oder zu „Erweckungserlebnissen“ von „Vaterländischen“-Verbänden“ oder – Interessen führt. Man könnte das gut für eine misslungene Symbolpolitik halten. Und seit dem Wahlerfolg der rechtspopulistischen AfD bei den Bundestagswahlen hat das Thema auch im Rest des Landes enormen Auftrieb bekommen.
Quelle: https://www.handelsblatt.com

Das erste Heimatministerium gab es tatsächlich in Bayern schon 2014 unter dem damaligen Finanz- und Heimatminister Markus Söder (*1967), und seine Aufgabe bestand interessanterweise gar nicht mal darin, irgendwelche romantischen Heimatvorstellungen zu pflegen, sondern sich um ähnliche Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu kümmern. Es ist ja durchaus ein positives Ziel, das zu fördern. Das bedeutet in Bayern vor allem Modernisierung, das „Hinterland“ darf nicht abgehängt werden: Breitbandausbau und Umgehungsstraßen usw. Söder…der „Kümmerer“…Das alles zu organisieren ist längst überfällig gewesen und eigentlich selbstverständlich, dass der Staat sich darum kümmert und hat mit Heimat eigentlich wenig zu tun.
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Die neue CDU-geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen übernahm 2017 das bayerische Modell eines Heimatministeriums und auch ein bisschen das Volkstümliche. Bei ihr darf Volksmusiker Heino nun als „Heimatbotschafter“ werben. Näheres für Interessierte steht geschrieben im „Netz“.
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Zitat: „Wenn du jung bist, willst du nix wie weg, wenn du älter wirst und zurückwillst, dann nur in dein Zuhause: In deine „Heimat“. (Deutsches Sprichwort)
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In meiner Heimat, meinem Zuhause, da bin ich daheim:
Wenn man über Heimat nachdenkt, schwingen für jeden von uns immer besondere persönliche Erfahrungen und Empfindungen mit.

Zitat: „Wir sichern uns unsere Heimat nicht durch den Ort, wo wir leben, sondern durch die Art, wie wir leben“. © Georg von Oertzen (1829 – 1910) deutscher Lyriker.

Für viele Menschen in unserem Land ist aber der Begriff „Heimat“ jedoch häufig noch viel mehr als nur „Lebensart“– es ist z.B. die Familie, die da ist. Es ist vielleicht der Garten, wo man jedes Frühjahr sich freut und darauf wartet, dass die ersten Blumen wiederkommen.


„Heimat ist der Ort, der uns nicht nur Geborgenheit,
sondern auch Aufbruch und stets Rückkehr gewährt“.
 © Ernst Reinhardt (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker

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Es sind die eigenen Kinder, welche man zuhause aufwachsen sieht. Eine landschaftliche Silhouette, die einen täglich wieder willkommen heißt oder der Duft der Erde, die Wälder und Felder. Es ist ein Ort, der mit wohltuenden Erinnerungen verbunden ist. Wenn man von einer weiten Reise zurückgekehrt ist, fühlt man, das man ankommt. Man fühlt das Vertraute, das Geborgene. Man fühlt sich heimisch. Dazu fallen mir interessanterweise oftmals eher sinnliche Kategorien ein. Also gar nicht die Dinge, die man jetzt kognitiv beschreibt, sondern die eher sinnlich vermittelt sind, ein bestimmter Duft oder „Dialekt“ zum Beispiel. Oder eine „Melodie“ oder ganz bestimmte Gerüche, die mit Olfaktorischem (alles, was den Geruchssinn betrifft) und vom Feinsinn her mit bestimmten Klängen, mit Musik zu tun hat. So hat sicher jeder Mensch diesbezüglich seine eigenen, wunderbaren Sinnes-Empfindungen, die oft heimatlich-vertraut in unserer Erinnerung anklingen….weißt Du noch, damals als wir dort…?

Heimat kann aber auch ein Ort sein, zu dem man eine starke emotionale Bindung hat und sich mit den Menschen dort, die einem vertraut sind – im sog. sozialen Netz – geborgen fühlt.
„Auch Freundschaft ist so etwas wie Heimat“. Zitat: Kurt Tucholski (1890-1935) Schriftsteller, er zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik.

Zitat: „Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich„. Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller.

So schnell will ich aber nicht vergessen: Ich denke manchmal jetzt gerne (vielleicht etwas sentimental) zurück an unseren schönen Garten an unserem selbst erbauten Haus mit den Birken und viel Schnee im Winter, an unsere Kinder in ihren Schneeanzügen mit dem Schlitten…an alte schöne Weihnachtslieder, die auf unserem Klavier gespielt wurden, den „Duft“ frisch gebackener Weihnachtsplätzchen und des Tannenbaums. Und unsere Kids: An Pommes und Gummibärchen und die Sendung mit der Maus und die selbst erfundenen Geschichten, die wir uns ( ich als junge „Mama“ mit meinen Kids) leise in den kuscheligen Betten – phantasievoll ausgemalt – erzählten. Heimat hat eben auch etwas mit dieser Art inniger Geborgenheit und frühesten Kindheitserinnerungen in der Familie zu tun. Ist das Wehmut oder Heimweh? Na ja…wir sind doch nicht sentimental, oder?

Zitat: „Seine Heimat hat man dort gefunden, wo man die Jahreszeit am Duft erkennt und dabei eine Gänsehaut bekommt“. © K. Michael Mühlfeld Bonn (Schreibfeder.de)

NATURGENUSS IM ODENWALD
Grüne Felder, Wiesen und Wälder bis zum Horizont.
Der 
Odenwald – ein „Mittelgebirge“ mit Streuobstwiesen und viel Wald.
In den Dörfern, Fachwerkstädtchen, Burgen und Schlössern
gibt es immer Vieles zu entdecken.
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An solch einem Ort haben wir in Hessen (ganz in der Nähe des Odenwaldes) bis vor kurzem über 40 Jahre lang glücklich und zufrieden gelebt, gearbeitet, unsere Kinder großgezogen. Zurückblickend – vielleicht doch mit ein bißchen Wehmut – war dieses mein Zuhause (gemeint ist nicht die Stadt oder die Landschaft) in welchem wir alle meist glücklich und zufrieden waren. War das alles (von meinem heutigen Gefühl her rückblickend) eher „cosy“? etwa so wie „geborgen“ ? Wie soll ich mein Empfinden beschreiben? Wie einen Schutzmantel? Wie eine Burg, die Sicherheit und Zuflucht für meine Familie und mich war? „My home is my castle?“
Merkwürdig: Ich empfinde manchmal heute noch in Gedanken eine gewisse „Sehnsucht“ nach diesem Ort, den es gar nicht mehr gibt, obwohl wir objektiv nun besser leben und wohnen. War dieser Ort doch so etwas wie eine Heimat?

Der deutsche Sänger „Herbert Grönemeyer“ drückt es so aus: „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!“ welches ich auch so gut nachempfinden kann. Es war – nun im Rückblick gesehen – einfach dort ein tatsächlich nicht zu beschreibendes gutes Gefühl – sich zufrieden, wohl und zuhause zu fühlen. Also es war – in dieser kleinen Welt im Odenwald – die Familie, Geborgenheit, Freunde, die hessischen Dialekte, die Kultur und Traditionen vor Ort, die mir 40 lange Jahre lang persönlich das besondere Gefühl von „HEIMAT“ gab.

 Zitat: „Oh, welche Zauber liegen in diesem kleinen Wort: Daheim“.
© Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Lyriker.

„Heimat – tiefes, liebes Wort der Seele – leise hingehaucht.
Kaum vernommen, schon zerronnen. In der Seele blüht es wieder auf“.
Zitat: © Carl Peter Fröhling (*1933)
Dr. phil., deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker.
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Und so begibt man sich mit dieser Frage doch auf eine recht interessante Spurensuche. War dies die einzig wahre Heimat? Das Wort „Heimat“ muss für mich sicher nicht – wie ich gemerkt habe – immer mit dem Ort verbunden sein, in dem ich geboren wurde oder aufgewachsen bin. Ich habe in meinem ganzen Leben, unter Anderem während des Studiums, bisher immer an vielen, ganz unterschiedlichen Orten gerne auch länger „gewohnt“.
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Jeder weiß aber sicher, wie es ist, „Heimweh“ zu haben, also seine Heimat zu vermissen, irgendwie habe ich dies damals als Kind bei meiner streng katholischen Ursulinen -„Internats-Erziehung“ diffus auch oft so empfunden. Ich empfand es immer als Geschenk, zumindest ein paar vertraute Menschen (Freundinnen) dort vor Ort zu haben. Es gab mir durch diese das Gefühl, sicher und geborgen zu sein, das Gefühl des Willkommen-Seins und das Gefühl akzeptiert zu werden, so wie man ist. Meine „Heimat“ ist also „heute“ immer dort, wo ich auch „selbstbestimmt“ und frei leben kann und meine Persönlichkeit entfalten darf, dies war damals in meiner Kindheit nicht der Fall.
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FÜR IMMER UND EWIG? na ja…ewig sicher nicht:

„Unsere Metropole Düsseldorf
Sie ist die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens und der Behördensitz des Regierungsbezirks Düsseldorf. Die kreisfreie Stadt am Rhein ist mit über 600.000 Einwohnern nach Köln die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt im Kern des zentralen europäischen Wirtschaftsraumes liegt seit Längerem unter den TOP-TEN im Ranking „auf Platz sechs“ der Mercer-Studien über die „Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit“.

(Wikipedia)
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Nun haben wir vor kurzem – nach über 40 Jahren – an unserem neuen Wohnort, in der für mich schönsten Stadt am Rhein, in „Düsseldorf“ – noch dazu in einer tollen Wohnlage – eine „zweite“ Heimat gesucht und gefunden. Ich bin begeistert von Allem, vor allen Dingen aber, dass wir nun wieder nahe bei unseren Kindern sind und ich bin mir ganz sicher, dass auch dieses „Heimatgefühl“ sich irgendwann wieder einfinden wird. Heimat ist für mich also heute ein sicheres, gutes Gefühl und nicht unbedingt irgendein bestimmter physischer Ort, also eine Umgebung, wo keine Gefahren drohen und ich in Frieden leben und alt werden kann.

Mit meiner jetzigen Heimat verbinde ich nun hier angenehme Gefühle, Wärme, meine wunderbaren Kinder mit liebreizender Schwiegertochter und Enkelin, die erlebten Jahreszeiten, Verwandtschaft und Familien-Feiern und unser schönes neues Zuhause. Heimat ist für mich aber auch meine Kultur, meine Traditionen und meine Sprache, sogar das Vogelgezwitscher und die schöne Natur hier – direkt ganz nahe am Ufer des Rhein zu wohnen – gehören nun zu meiner neuen Heimat!

ZITAT: „Man ist ganz bei sich zuhause, wenn man viel lieber heimkommt als fortgeht“. Quelle: „Autor unbekannt

Meine jetzige „Heimat“ ist also nun für immer der Platz, wo ich mit meinem liebsten Ehemann wohne und dass dort auch ganz in der Nähe meine Kinder mit Familie, Freunde und Bezugspersonen leben. Das „Vertraut-Sein“ ist hier wichtig, das eigentliche „Geborgensein“, das „Daheim-Sein“, d. h. alles, wodurch das Gefühl von Wohlbefinden und Wärme vermittelt wird. Und wo ich auch die Freiheit habe, dass ich mehr oder weniger uneingeschränkt tun und lassen kann, was ich möchte (natürlich „im Rahmen“! 😉).

Heimat ist also dort, wo man geschützt und in Frieden leben kann, wo man in dieser kleinen Welt um einen herum geliebt und willkommen ist.
„Freundschaft, das ist so etwas wie Heimat“. Zitat: Kurt Tucholski (1890-1936), Schriftsteller, er zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik.
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„Der Mensch braucht solch ein Plätzchen: Und wär’s noch so klein. Von dem er kann sagen: Sieh! Dieses ist mein! Hier leb‘ ich, hier lieb‘ ich, hier ruh‘ ich mich aus. Hier ist meine Heimat. Hier bin ich zuhaus“. Quelle: „Autor unbekannt“.
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HEIMAT
Mein Land ist so schön,
mit Bergen und mit Seen.
Mein Land ist schön,
am hellen Nordseestrand.

Die Insel Rügen mit den Kreidefelsen,
der Brocken, auf dem spukt der Hexen Schar.
Auch Mecklenburg mit seinen vielen Seen,
wer es gesehen hat, bleibt gerne länger dort!

Kennst du den Schwarzwald, wo die Tannen rauschen?
Das Erzgebirge in der Weihnachtszeit?
Den Berg Oybin mit seinen Felsgesteinen?
Wenn ich dran denke, möchte ich dort gern sein.

Und erst den Eibsee mit smaragdenem Wasser,
die Insel Mainau mit dem Blumenspiel,
die Partnachklamm mit ihren eignen Reizen,
an Zielen nennen könnt ich noch viel.

Hast du dein wunderschönes Land gesehen?
Bist du gewandert frei in der Natur?
Die Luft geatmet, die der Seewind brachte?
Dann lernst du’s kennen als Erlebnis pur.

Mein Land ist schön,
das kann ich ruhig sagen,
man muss nur lernen, richtig hinzusehn.

Heimat-Gedicht: © Christina Telker (*1949)
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BILDER AUS UNSERER ALTEN HEIMAT
Es folgen in ein paar (nicht repräsentativen) Foto-Impressionen Bilder unserer „altehrwürdigen“ Heimat von Anno dazumal bis heute…

Das „Schloss Neuschwanstein“ sieht aus wie ein „Zauberschloss“
und steht bei Füssen im südöstlichen bayerischen Allgäu.
Dieser Bau wurde anno 1869 für den bayerischen König Ludwig II.
(als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg aus der Zeit des Mittelalters) errichtet.
Deutschland ist unser schönes „Heimat-Land“, in West-Europa gelegen,
mit großen und auch kleinen Städten, Wäldern, Flüssen,
Bergketten und Stränden an der Nord-und Ostsee.
Unser Heimatland hat eine über 2.000 Jahre alte Geschichte.

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Ullas Blog „Heimat“ vom 07. September 2019