GERICHTE MIT GESCHICHTE: Dieses Rezept hier ist die bayrische Version von besonderen Maultaschen mit einem „Kartoffel-Teig“ , einst zubereitet von meiner liebsten Großmutter Christina Röcking (1892 -1981) aus Aschaffenburg (Unterfranken). Es ist eines unserer heimlichen Lieblings-Rezepte. Wir vertrauen sowieso nur Omas Originalrezept – und das wird natürlich gehütet wie ein Goldschatz – . Natürlich gibts heute einmal für Euch eine Ausnahme… 😉

LESEDAUER: Zirka 8-10 min.

„Maultasche muss Maultasche bleiben und da gehört kein Lachs oder sonstiger Zeitgeist hinein.“ – Zitat: Vincent Klink (*1949), Sternekoch (wielandshoehe.de)

HISTORIE: Eine Geschichte besagt, dass auf diese Weise pfiffige Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher wohl auch der Name Maultasche) in der „Fastenzeit“ das Fleisch vor dem lieben Herrgott (in gefüllten Gemüsetaschen mit Fleischeinlage) verstecken wollten, was im Volksmund zum Beinamen „Herrgottsbscheißerle“ führte. So ist der schwäbische Erfindungsgeist von Mönchen aus Maulbronn (gegründet 1138 als Filiale des Klosters Hirsau, gegründet 1082) (also hier die Erfindung des Fleisch-Versteckens in der Fastenzeit) legendär, und die Staufer haben dann diese Rezepte nach Sizilien getragen (siehe Rezeptbuch von Kaiser Friedrich II.!) dort gab es dann in Italien alsbald die RAVIOLI… 🙂
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Andererseits sagte man, dass es sich bei den Maultaschen nur um eine „schwäbische“ Kopie schon längst bekannter italienischer Teigwaren wie Ravioli und Tortellini handle. Damit könnten tatsächlich Maultaschen ebenso italienischen Ursprungs sein: Da es in der Umgebung von Maulbronn (Baden-Würtemberg) zahlreiche „Waldenser“ Orte gebe, sei dies auch sehr wahrscheinlich: Die „Waldenser“ waren (Ende des 17.Jahrhunderts) protestantische Glaubensflüchtlinge aus Norditalien, die auch zum Beispiel den Maulbeerbaum in Süddeutschland einführten. Wer weiß?…

Der Ursprung des Wortes Maultasche geht jedenfalls auf das 16. Jahrhundert zurück und ist zunächst in der Bedeutung als „Ohrfeige“ bezeugt. „Tasche“ geht dabei wohl auf „tatschen“ bzw. „tätschen“ im Sinne von „schlagen“ zurück, vermutlich aufgrund der aufgeschwollenen Form, ähnlich einer Wange nach einer Ohrfeige. Daher stammt vielleicht auch der alte Spruch: „Etwas aufs Maul bekommen“ ? Das „Allgemeine Küchenlexicon für Frauenzimmer“ nennt im Jahr 1794 gleich mehrere Rezepte für Maultaschen: Dabei handelt es sich jedoch meistens um Süßspeisen.

„Maultaschen“ sind wie der Schwabe selbst. In einem unliebenswürdigen Gewand verbirgt sich ein trefflicher Kern. Die dem Auge ungefällige Hülle birgt eine köstliche Fülle“ . Zitat: Thaddäus Troll (1914-1980) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bekanntesten schwäbischen Mundartdichter.

„Nichts Genaues weiß man nicht“ ist ein beliebter Spruch im Volksmund dafür, dass an irgendeiner Sache schon was dran ist – aber was, weiß man eben nicht.

Kleine…Große…Runde…Rechteckige… die Formenvielfalt von „Teig-Taschen“ ist grenzenlos… Jedoch werden die Maultaschen bei uns eher „traditionell in viereckiger Form“ gefertigt.

Inzwischen sind unsere „Maultaschen“ auch weit über die Grenzen hinaus als „Spezialität“ bekannt. Den Maultaschen ähnlich sind die zahlreichen „Teigtaschengerichte“ aus aller Welt. Hier zu nennen sind italienische Ravioli, Tortellini, russische Pelmeni, polnische Piroggen oder auch chinesische Wan Tan etc.

Maultaschen“ sind eine deutsche Teig-Taschen-Spezialität: Seit vielen Jahren ist hier eine schwäbische Firma „Marktführer“ bei der Herstellung „Original Schwäbischer Maultaschen“ als Fertigprodukt: Ein himmelweiter Unterschied…figure it out 😉

Es gibt auch zahlreiche Rezepte in schwäbischen Kochbüchern. Hierzu wird meist ein „Nudelteig“ verwendet. So serviert man Maultaschen auf drei unterschiedliche Arten: In einer Brühe als Suppen-Einlage, geschmelzt mit gebratenen Zwiebeln und vor allem zu einem besonders herzhaften Kartoffelsalat oder einfach goldgelb geröstet in Scheiben geschnitten und mit Eiern in der Pfanne angebraten.

EXTRA: Das beste „bayerische“ Kartoffelsalat-Rezept meiner Oma gibts heute für Euch dazu…also „das Beste zum Schluss“ findet man am Blog-Ende.


Maultaschen im Kartoffel-Teig: Kartoffeln liefern auch hochwertiges Eiweiß und nennenswerte Mengen Kalium. Bei den Vitaminen sind hier vor allem B-Vitamine und Vitamin C enthalten. Kartoffeln sind kohlenhydrathaltig, haben viele gesunde Ballaststoffe, sie haben kaum Kalorien oder Fett…Diese Eigenschaften sind nicht zu unterschätzen…

Völlig andere Teig-Taschen (als die schwäbischen Nudelteig-Taschen) sind dagegen die bayrischen „Kartoffel-Maultaschen“ :
Hier wird nämlich – wie gesagt – kein Nudelteig, sondern meist ein „Kartoffelteig“ zubereitet, ausgewalzt und mit einer herzhaften Einlage versehen. Dieser spezielle Teig wird aber in Bayern auch beispielsweise oft bestückt mit einer süßen Füllung z.B. mit Apfelschnitzen. Es ist eines unserer Lieblings-Rezepte, die wir als Kinder – häufig auch in der süßen Variante – bei Omamama genießen durften. Sie hatte viele Obstbäume in ihrem großen Garten.
So…nun zu ihrem bayrischen Rezept, das sie feinsäuberlich in ihrem Rezept-Büchlein aufgeschrieben hatte. Man kann diese Kartoffel-Maultaschen in einer guten, kräftigen Bouillon oder aber mit Röstzwiebeln bestreut zu „bayrischem“ Kartoffelsalat servieren.

Apropos geröstete Zwiebeln: In Schwaben schreibt man „geschmelzt“… In Bayern aber eher „geschmälzt“...sagt Herr Duden…das komme vom (Butter-)Schmalz, und sei eine eher landestypische Schreibweise...
„Ond wia machet d’Schwoba nochat abgschmelzte Maultascha“ ? Die Zwiebeln werden erst gebraten und dann mit Brühe sanft gegart…so dass sie „schmelzen„…so heißt es.


Bayrische Maultaschen mit geschmälzten Zwiebeln…(Das Rezept ergibt ca. 6 große Maultaschen oder 12 kleinere…(die alle auch tiefkühltauglich sind)

Mehlig kochende Kartoffel-Sorten sind: die bekannten „Bintje“, Adretta oder Augusta: Hier berät der Lebensmittelhandel gerne...

ZUTATEN für den „Kartoffelteig“:  800 g Pell-Kartoffeln (mehlig kochend), 200 g Weizenmehl, 100 g Speisestärke, 2 Eigelb, je 1 Tl. Salz und Muskat, Mein Tipp: Evtl. fertiges Kartoffel-Püree-Pulver bereitstellen. Zubehör: Kuchenrädchen.
Für die geschmälzten Zwiebeln: 2 gr. Zwiebeln, etwas Butterschmalz, Salz, Pfeffer, evtl. etwas „Semmelbrösel“.


KARTOFFEL-TEIG-ZUBEREITUNG:

Heutzutage nimmt man hier für den Teig- so man eine hat – die „Küchenmaschine“ (mit Nudelwalzvorrichtung)
Nun folgt aber exklusiv für Euch Omas Hand-Rezeptur:
Und so gelingen die Kartoffelmaultaschen nach Großmutters Rezept: Die Kartoffeln in der Schale am Vortag in Salzwasser kochen, noch warm schälen und gut auskühlen lassen. Über Nacht kaltstellen.

Anderntags die Kartoffeln grob zerstampfen und durch ein Sieb oder besser eine Kartoffel-Presse drücken. Am besten gleich auf eine sauberes großes Holz-Brett, auf dem man danach den Teig verkneten kann. Die durchgepressten Kartoffeln zu einem Hügel aufhäufen und eine Mulde in die Mitte drücken. Dort hinein kommen die gut „verklepperten“ Eigelbe und das Mehl, die Stärke, eine Prise Salz und die Gewürze.

Dann muss der Teig mit beiden Händen „geschmeidig“ geknetet werden. Das Mehl sollte griffbereit stehen, denn je nach Konsistenz der Kartoffeln und Größe der Eier muss man noch etwas Mehl oder Wasser zugeben. Ist der Teig zu trocken: 1-2 EL Wasser zugeben, ist er zu feucht noch etwas Mehl zugeben. (TIPP: Heutzutage nehme ich statt Mehl in diesem Fall lieber etwas (1-2 El) fertiges Kartoffelpüree-Pulver evtl. hinzu. Aber: Nur etwas Kartoffelpüree-Pulver dazu geben, wenn der Teig zu weich ist).

Der Teig sollte schön “geschmeidig“ zum Ausrollen sein. Bei Zimmertemperatur den Teig – gut abgedeckt, damit er nicht austrocknet – kurz ruhen lassen. Weiter unten gibt es dann eine genaue Anleitung – wie der Kartoffelteig später ausgerollt bzw. gefüllt wird.

Vorher jedoch sollte man zuerst die Füllung zubereiten.

Es gibt in Schwaben auch „gerollte“ Maultaschen, die später in Scheibchen aufgeschnitten in die Bouillon kommen.

Zutaten für DIE FÜLLUNG der Maultaschen:
1 Zwiebel, 1-2 Knoblauchzehen, 1 Bund glatte Petersilie, 250 g TK-Spinat oder frischen Spinat, 1 EL Butterschmalz, 3 EL Semmelbrösel, 600 g Hackfleisch (oder fertiges Bratwurst-Brät vom Metzger), 2 Eier, ½ Tl Salz, 1 Tl. getrockneten Majoran, 1 Tl. scharfer Senf, ein paar Umdrehungen Pfeffer aus der Mühle, 1 kräftige Prise frisch geriebene Muskatnuss.

Zubereitung der Füllung: Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und fein schneiden. Petersilie abspülen, trocken schütteln und fein hacken. Frischen Spinat waschen, putzen, blanchieren, abtropfen lassen, gut ausdrücken und ebenfalls fein hacken. (Oder alternativ TK-Spinat auftauen und ebenso verarbeiten). Zwiebel und Knoblauch in einer Pfanne im Butterschmalz gut anschwitzen, Petersilie untermischen und alles in eine Schüssel geben. Dann Semmelbrösel, fein gehackten Spinat, Hackfleisch und Eier hinzufügen. Kräftig mit Salz, Pfeffer, Senf, Majoran und Muskat würzen und alles gut schön gleichmäßig durchmengen, damit die Farce eine gute Bindung bekommt.

Die Füllung beiseite stellen, bis der Kartoffelteig fertig ist und schön ausgerollt auf dem Tisch ausgebreitet liegt. Dazu gibt es – weiter unten – eine Bild-Anleitung (Bleistiftsteichnung). Diese hatte Christina Röcking in ihrer handgeschriebenen Anleitung genau so erklärt.

Falls der Teigrand beim Lagern auf dem Brett etwas trocken geworden ist, kann man ihn sparsam mit etwas kaltem Wasser (mit einem feuchten Pinsel) bestreichen.

Die Fleischfarce auf die schon fertig ausgerollten Teigplatten mit Abständen als kleine „Klösse“ mittig setzen und den Teig „zusammenklappen“ und Taschen-Form ausradeln. Hier gibt es diverse Möglichkeiten: Wenn eine runde Teigplatte gewünscht wird: Dann einfach einzelne Teigstücke (mit Füllung) wie „Ravioli“ mittig umklappen und die Ränder gut (z. B. mit Gabelzinken) zusammendrücken oder viereckige „Packerl“ formen (was die üblichere Variante ist).
Die fertigen Maultaschen in feiner Bouillon-Brühe zirka 10-12 Minuten bei kleiner Hitze gar ziehen lassen.

DIE GARNITUR:

Die geschmälzten Zwiebeln nicht vergessen: 2 gr. Zwiebeln (in dünne, gleichmäßige Ringe geschnitten) in etwas Butterschmalz schön knusprig bräunen, nach Geschmack einen Löffel „Semmelbrösel“ zum Schluss zugeben, „würzen“ nicht vergessen und alles nur „goldbraun“ rösten. Vorsicht, dass nix anbrennt!
Et voilà..die leckere „Knusper-Garnitur“ ist fertig…man kann sie über die Maultaschen in der herzhaften Bouillon kurz vor dem Servieren darüberstreuen oder aber als geschmälzte Maultaschen servieren, die zum echten, bayerischen „Kartoffelsalat“ meist dazu serviert werden: Siehe Omas-Original-Rezept am Blog-Ende...

Die gefüllte Teigplatte einfach mittig zusammenklappen und mit Gabelzinken oder Löffelstiel den Rand schön fest andrücken…ähnelt hier eher einem Raviolo…

Die fertig gegarte große Maultasche wird später dann als ganzes Stück im Suppenteller in der heißen Brühe serviert. Mit Schnittlauchröllchen oder Petersilie = Peterle (wie Großmama sagte) und Röstzwiebeln bestreut servieren. Man kann narürlich auch mehrere kleine Maultaschen aus dem Kartoffelteig formen… „An Guadn“ sagte meine Oma immer… 😉


GENAUE ANLEITUNG FÜR DIE HERSTELLUNG GEFÜLLTER MAULTASCHEN:

Hier folgt meine „Bleistift-Zeichnung“ zu Omas Rezept über ihre „Zubereitungs-Art“ der bayerischen „Maultaschen“ :
Es wird in langen Teig-Bahnen gearbeitet, genauso, wie meine Oma sie immer zubereitet hatte. Das geht schneller und sieht hübsch akkurat aus. Unten weiter im Text folgt, wie diese Art der Zubereitung von meiner Großmama durchgeführt wurde. Dies hatte sie in ihrem alten Rezept-Heft genau so beschrieben.

Hier liegt die zweite Teigplatte bereits über der ersten (mit der bauchigen Füllung), alle Seiten wurden schon fest mit den Fingerkuppen an die gefüllten Nudelteig-Platten angedrückt. Diese Vierecke müssen nun nur noch mit dem Kuchenrädchen einzeln „ausgeradelt“ werden. Die einzelnen Maultaschen werden dann in einer heißen Brühe sanft gegart, Omas Teigtaschen hatten also immer die traditionelle rechteckige, bauchige Form. Pro Person gab es eine Maultasche im Suppenteller mit guter Bouillon.

Mit etwas Übung geht das Formen der Maultaschen „nach Omas Art“ ganz einfach:
1. Das funktionierte bei Oma nämlich am besten immer an ihrem großen Küchentisch, der vorher etwas „bemehlt“ wurde. Den Teig zu zwei lange Teigstreifen (ca. 60 cm lang und 10 cm breit) schön glatt (nicht zu dünn!) einzeln ausrollen: Ein Teigstreifen – direkt daneben – legen, d.h. über dem anderen Teigstreifen auf der Tischplatte liegend.
Der untere Teigstreifen wird zuerst befüllt:
2. Die Füllung klecksweise (mit Abstand) auf dem ersten langen Streifen verteilen: Zirka einen halben Eßlöffel Füllung jeweils mittig exakt auf den Teigstreifen setzen. Genauen Abstand wahren: Ergibt ca. 6 große Maultaschen. Man kann aber auch kleinere „Päckle“ zubereiten (weniger Füllung und geringerer Abstand).
3. Den zweiten oberen gleichlangen Teigstreifen (direkt über den unteren) sorgfältig also „über alle Füllungen“ gleichmäßig darüberlegen. Um die Füllung (= sieht wie ein kleiner Berg aus) der einzelnen Maultaschen sorgsam ringsherum alle Teig-Ränder vorsichtig mit den Fingerkuppen andrücken, damit der Teig später nicht reißt und nichts ausläuft (siehe o.a. Zeichnung).
4. Dann die einzelnen Maultaschen „trennen“: An den Zwischenräumen (mit ca. 2 cm Abstand) auseinander „rädeln“ oder schneiden, so dass die vier Enden um die Füllung fest verschlossen sind und bei Garvorgang nichts auslaufen kann. Man erhält so eine geschlossene, rechteckige „Maul-Tasche“.

Tipp: Heutzutage kann man – wer diese besitzt – zum Ausrollen des Teiges auch eine „Nudelmaschine“ nehmen, dann bekommen die Teigplatten eine schön gleichmäßige, glatte Teig-Dicke, und es geht „ruck-zuck“ .
Aber Omama und ich bekamen das auch so ohne Maschine immer bestens hin.
Wer Kuchen backen kann, der kann auch mit Teig umgehen, also keine Sorge…es ist wirklich ganz leicht! Einfach einmal dieses Rezept ausprobieren und mir unbedingt berichten… 😉

Eine etwas andere Zubereitung von Maultaschen-Rollen, die ebenfalls in einer herzhaften Brühe gegart werden…wenig Teig, viel Fleischfüllung…nach dem Garen die Rolle mit scharfem Messer in Scheiben schneiden und die einzelnen Stücke im Suppenteller servieren.

Die „Klappform“ ist die einfachste Taschen-Form, einfach einen Teig-Kreis ausrollen, diesen füllen und über der Füllung übereinanderklappen. Den Teig-Rand fest mit Zeigefinger-Kuppe und Daumen andrücken und hübsch überkreuz ineinander verdrehen bzw.“zwirbeln“ und nochmals gut an die Maultasche andrücken.

Es gibt „verschiedene“ Arten die Teigstücke zu verarbeiten:
Wenn also dann alle Teigzutaten gut vermengt sind und ein glatter Teig entstanden ist, diesen fertigen Teig halbieren und auf der bemehlten Arbeitsfläche zu zwei Rollen formen: Zum Beispiel kann man auch jede Rolle in ca. sechs gleichmäßige Scheiben teilen. Aus diesen werden dann jeweils die Maultaschen (siehe Bild) einzeln geformt. Dazu die 6 Scheiben zirka 3-4 mm dick mit dem Nudelholz gleichmäßig rund oder viereckig (Je nach Geschmack) ausrollen, aber nicht zu dünn. In die Mitte dieser Teigstücke kommt dann die Füllung., der Teigrand wird einfach darüber geklappt. Die Maultaschen kann man ebenso „offen“ belassen (wie auf dem Foto oben) . Oder aber – wie auf dem Bild hier unten zu sehen ist, den Teig ganz einfach über der Füllung zusammenklappen…und den Rand verzieren. 😉


Es lebe die Vielfalt…..chacun à son goût: …jeder nach seinem Geschmack, also wie es ihm gefällt!

UND…

ZU DEN MAULTASCHEN GIBTS DEN BERÜHMTEN BAYERISCHEN KARTOFFEL-SALAT :

OMAS BAYERISCHER KARTOFFEL-SALAT:

Für die Zubereitung von bayerischem Kartoffelsalat eignen sich festkochende Kartoffeln am besten. Zum Beispiel: Gala, Linda, La Ratte, Sieglinde…Kartoffeln sind wirklich sehr gesund. Da sie reich an Vitamin C und Kalzium sind und zudem auch noch reichlich Magnesium enthalten, sind sie bei Sportlern besonders beliebt. Die leicht verdaulichen, kalorienarmen Kartoffeln bestehen außerdem zu circa 78 Prozent aus Wasser.

Wenn man den bayerischen Kartoffelsalat bereits am „Vortag“ zubereitet, können sich die Aromen sogar noch besser entfalten. Das erneute Abschmecken bzw. Nachwürzen dann anderntags nicht vergessen!

Vor allem gaaanz wichtig: „schööön Schlotzig“ muss er sein… der bayerische Kartoffelsalat. Statt schwerer Mayonnaise sorgt die Essig-Öl-Vinaigrette für den etwas leichteren Genuss, na ja…knusprig gebratene Speckstückchen im Salat sind halt auch lecker…

ZUTATEN :
Für den Kartoffelsalat: 1 kg festkochende, gleichgroße (!) Kartoffeln, 1 Tl. Salz.
Für die Salatsoße: 1 gr. Zwiebel (auch eine rote Zwiebel ist heute erlaubt ;-), ¼ l Gemüsebrühe (*Brühwürfel-Instant), 6 El Weißwein-Essig, ½ EL Zucker, ½ TL Salz, 1 Tl frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 2 Tl. scharfer Senf, 4 El Raps-Öl, 150 g fein gewürfelter Schinkenspeck (oder Dörrfleisch), 3 Gewürzgurken, ½ Salatgurke, 2 hartgekochte Eier, 1 Tl. * Salatkräuter (evtl. Fertigprodukt), Petersilie oder ½ Bund Schnittlauch.

TIPP: Um es für mich später einfacher zu gestalten, „schnibbel“ ich gleich zu Anfang – während die Kartoffeln kochen – sämtliche o.a. Zutaten schon einmal klein in eine Schüssel…dann kann man später alles schnell zu den gegarten Kartoffelscheiben geben und untermischen.
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* Wissenswertes: BRÜHWÜRFEL-INSTANT gab es schon zu Großmutters Zeiten: Zu den Vorläufern und Frühformen der Instantsuppe gehören Justus von Liebigs „Fleischextrakt“, Grünebergs Erbswurst (später Knorr). Ab 1872 gab es die Maggi-Würze und Brühwürfel. (Wikipedia)
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* Salatkräuter wie Petersilie, Liebstöckel, Schnittlauch, Dill, Borretsch, Bärlauch aus dem Garten hatte Oma meist selbstgetrocknet in ihrem Vorrat. Heute gibts diese gefriergetrocknet im Glas zu kaufen oder in Tütchen als „Würzige Gartenkräuter“… 😉


Die bekanntesten und beliebtesten „festkochenden“ Kartoffelsorten sind u.a. Linda und Sieglinde.

Zubereitung: Zunächst die Schinkenwürfelchen in einem Pfännchen auf dem Herd mit etwas Öl auslassen und kurz knusprig bräunen, beiseite stellen. Die beiden Eier (in etwa 7-8 Minuten) nicht ganz hart kochen. Abschrecken und Abkühlen lassen.
Kartoffeln gründlich waschen und in kalten Wasser aufsetzen, langsam zum Kochen bringen, pro Kilogramm Kartoffeln zirka einen Teelöffel Salz zugeben: Je nach Größe (Dicke) der Kartoffeln zirka 20–25 Minuten garen. Garprobe mit spitzen kl.Messer machen. Anschließend abgießen, abschrecken,

Noch möglichst heiß die Kartoffel-Schalen abziehen…
TIPP: Ich habe mir angewöhnt, die noch „heißen“ Kartoffeln in einer großen Schüssel (oder sauberem Spülbecken) mit „kaltem“ Wasser, also „unter Wasser“ mit einem kl. scharfen glatten Küchenmesser zu „schälen“, dann geht mit ganz leichtem „Abschaben“ die Schale „ganz easy „fast von alleine runter! Probiert es einmal aus…es geht wirklich ganz schnell.
Kartoffeln danach kurz noch mit Küchenkrepp trocken tupfen und ca. 10 Minuten ruhen lassen, anschließend in schön gleichmäßige knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Für die Salatsoße: 1/4 Liter heiße Brühe zubereiten. Essig, Öl, Zucker, Salz, Senf, Pfeffer gut verquirlen, zur Brühe geben und mit den heißen ausgelassenen Schinkenspeck-Würfelchen vermischen. Diese Brühe nach und nach über die Kartoffelscheiben geben (Achtung: die Kartoffelscheiben sollten auf jeden Fall noch warm und die Brühe heiß sein.)  

Alle restlichen Zutaten“ (schon kleingeschnitten): Z.B. die noch übrigen fein gehackten Gewürzgurken, der klein gewürfelten halben Salatgurke und den Salatkräutern mit den warmen Kartoffelscheiben mischen: ...Diese dann sanft und innig achtsam miteinander vermengen, Oma tat dies immer mit ihren (natürlich frisch gewaschenen!) Händen, die Kartoffeln waren noch warm und nicht mehr heiß…das ginge am besten…so sagte sie.
Man kann den Kartoffelsalat nun ruhig (mindestens eine Stunde) gut durchziehen lassen.

Den Salat kurz vor dem Servieren nochmals herzhaft abschmecken, evtl. nachwürzen. Die Kartoffeln schlucken viel Gewürz…sagte Omama. Die gekochten Eier nun pellen und grob würfeln, vorsichtig unter den Kartoffel-Salat heben. Alles in einer hübschen breiten Salatschüssel locker anrichten: Den Schnittlauch oder die Petersilie waschen, trocken schütteln und in feine Röllchen (bzw fein gehackt) schneiden und erst kurz vor dem Servieren über den fertigen Salat streuen.

 Vor allem gaaanz wichtig: „schön schlotzig“ (= sämig, cremig, saftig) muss der bayrische Kartoffelsalat sein…lieber noch etwas herzhafte Brühe nachgeben, falls er zu trocken erscheint.

EIN BAYRISCHER KARTOFFELSALAT

Manche Bayern bevorzugen im Rezept noch Knoblauchzehen, frischen Feldsalat und kleingeschnittene Radieschen dazu…das ist sicher auch sehr lecker. Aber das gabs damals bei unserer Großmutter noch nicht.

UND ZUM BAYeRISCHEN KARTOFFELSALAT GIBTS DANN GANZ FRISCH GEKOCHTE MAULTASCHEN MIT GESCHMÄLZTEN ZWIEBELRINGEN DAZU 😉 GELL?
Mein Mann als „Rheinländer“ sieht mich bei dem Wörtchen „Gell“ immer etwas erstaunt an, man gebraucht dieses Wort wohl nur südlich des „Weißwurst-Äquators“ 😉

 60 Kilogramm Kartoffeln isst der Deutsche durchschnittlich pro Jahr. (www.Welt.de)

BAYeRISCHE BEGRIFFLICHKEITEN…manchmal echt verwirrend:
Bayerisch, bairisch oder bayrisch? Was ist der Unterschied? Das Wort „Bairisch“ ist ein „Dialekt-Begriff“, der sich aus der Bezeichnung der frühen „bairischen d.h. bajuwarischen“ Besiedler und ihres Stammesdialektes (oft auch in Oesterreich) ableitet.
Es ist zu trennen von dem Wort „Bayerisch“ – nicht nur ein geographisch-politischen Begriff – der sich auf den „Freistaat“ Bayern bezieht, wo auch „nichtbairische“ Dialekte verbreitet sind: Es gibt noch einige andere „bairisch-österreichischeDialekte im Osten des „oberdeutschen“ Sprachraums. Der Begriff „Bayerisch“ wird oft auch in besonderen „Eigennamen“ verwendet (etwa bei der Bayerischen Staatsoper, dem Bayerischen Rundfunk oder der Bayerischen Staatsbibliothek oder Bayerische Maultaschen (=Eigenname) ;-)).
Der Begriff: „bayrisch“ ist jedenfalls in der normalen Umgangssprache als Variante von jeher beständig, daher ist die Schreibweise besonders auch in der „Kulinarik“ häufig anzutreffen (Bayrisches Weißbier ;-)). Wahrscheinlich, weil in der gesprochenen Sprache das „e“ selten oder nur undeutlich ausgesprochen oder „verschluckt“ wird. In der Sprachwissenschaft wird diese Erscheinung als »flüchtiges „e“ « bezeichnet. Der Duden lässt in der Regel beide Varianten zu. (Quelle: Wikipedia)


Maultaschen Blog-Artikel veröffentlicht am 17. Februar 2020