GERICHTE MIT GESCHICHTE:

Es war einmal in LINZ:
Mit der Hauptstadt Oberösterreichs ist die Linzer Torte namentlich fest verbunden. Ihr Rezept soll die älteste Tortenbackanleitung der Welt sein. The very best: Damit kann die süße Köstlichkeit mit dem Wahlspruch „in Linz beginnt’s“ kulinarisch auf jedem internationalen Parkett überall würdevoll vertreten sein. Mit einem feinem Gittermuster aus Mürbeteig, feinen Gewürzen und der roten Konfitüre ist die saftige Linzer Torte ein absoluter Klassiker der feinen Kuchenbäcker.


  • Die Linzer Torte ist ein Kuchen aus ursprünglich gerührtem Mürbeteig mit einem recht hohen Anteil an Nüssen. Früher verwendete man auch nur Mandeln. Heute nimmt man auch oft eine Mischung aus Mandeln und gerösteten Haselnüssen.
  • Zu den weiteren Zutaten zählen ganz einfach nur Eier, Butter, Mehl, Zucker, Zitronenschale und natürlich Gewürze wie Zimt und Nelke.
  • Auf dem feinen Mürbeteigboden wird traditionell Johannisbeer-Marmelade (Ribisel) oder -gelee verteilt. Darauf dressierte man dann aus einem Teil der noch rohen Mürbeteigmasse ein schönes Gitter samt hübsch geformtem gezackter Rand zur Verzierung.
  • Das braucht natürlich etwas Geduld und viel Fingerspitzengefühl. Das Ergebnis kann sich dann aber absolut sehen lassen… Zur genauen, altehrwürdigen Historie folgt unten im Anhang dann noch Informativeres.

Traditionell bestreichen die Österreicher ihre Linzer Torten-Oberfläche – mit Johannisbeergelee bzw. -Marmelade (sog. Ribiselgelee), während die badische Variante oft mit Himbeermarmelade gebacken wird


Omas Linzer Torte“:
Rezept aus ihrem alten Original Bayrischen Kochbuch

Unser heimliches Lieblings-Rezept wurde überliefert von meiner Großmutter „Christina Röcking“ (1892 -1981) aus Aschaffenburg. Diese Linzertorte wurde auch von meiner Mutter regelmäßig zuhause für die Familie zubereitet. Das alte „Bayerische Kochbuch“ meiner Großmutter hatte schon damals die original österreichischen Zutaten etwas verändert, meine Oma dann ebenfalls nach ihrem Geschmack, daher ist IHRE Linzertorte keine Original-Linzer-Torte aus Österreich…sondern Omas „bayrische“ Linzertorte, die wir schon als Kinder liebten!


LINZER TORTE

DAS REZEPT meiner Großmutter hatte meine Mutter damals schon etwas – mit einigen modernen Zutaten – wie Rum-Aroma / Bio-Zitrone / Mandelblättchen / brauner Zucker – abgeändert…


DIE MUTTER ALLER TORTEN – wird nun hier ausführlich beschrieben…

Backofen auf 180 Grad Ober-/ Unterhitze (Umluft: 160 Grad) vorheizen. Springformboden (Ø 26 cm) fetten.

Zutaten allgemein:

  • 200 g Mehl, ½ Tl. Backpulver,
  • 200 g feingemahlene, ungeschälte Mandeln,
  • 2 Eier,
  • 200 g Butter (kalt),
  • 150 g (evtl. brauner) Zucker,
  • Gewürzmischung: 1 Prise Salz, 1/2 TL gemahlener Zimt, 1 Bio-Zitronenschalenabrieb, je 1-2 Prisen Kardamon, Nelkenpulver, Muskatnuss, evtl. 3-4 Tropfen Rum-Aroma: Alles gut miteinander vermischen.
  • etwa 1 Tl. Sahne (zum Verquirlen des Eigelbs)
  • ein paar blättrige Mandeln für die Randverzierung
  • Puderzucker (Sieb)

Für den Belag: 350 g (1 Glas) Himbeer- oder Johannis-Konfitüre für den Boden-Belag (evtl. durch ein Sieb passieren oder Himbeer-Gelee, falls man die „Kerne“ nicht mag). Manch einer mischt noch etwas Himbeergeist unter die Konfitüre.. der Alkohol verdunstet beim Backen komplett… evtl. 1-2 El Puderzucker nach dem Backen für die Oberfläche.
Zubehör: Springform – 26er Form – ein „Teig-Rädchen“ zum sauberen Schneiden von ausgerolltem Teig (für die Teig-Streifen), Teigroller (Nudelholz), Backpinsel, Puderzuckersieb.

Vorbereitung

MISCHUNG: 1 Prise Salz, 1/2 TL gemahlener Zimt, 1 Bio-Zitronenschalenabrieb, je 1-2 Prisen Kardamon, Nelkenpulver, Muskatnuss, evtl. 3-4 Tropfen Rum-Aroma

Gewürzmischung: Alle Gewürze schon einmal zusammenstellen bzw. fertig mischen. Nur mit all diesen Gewürzen schmeckt sie für uns authentisch (!!)

To-do-List first: Die Bio-Zitronenschale (1 Tl) abreiben, abgedeckt aufheben. Kalte Butter schon einmal klein würfeln – bei Zimmertemperatur aufbewahren. Mandeln fein mahlen oder fertig gemahlen kaufen…. beiseite stellen. Ein komplettes Ei und zusätzlich ein Eiweiß kommen in den Teig.
Das *Eigelb (vom zweiten Ei) mit etwas Rahm verrühren und für ein späteres Bestreichen der Linzerstreifen auf der Kuchen-Oberfläche (in einem Glas) abgedeckt kühl aufbewahren.


Zubereitung für den Mürbeteig

  • Das fein gesiebte Mehl mit den gemahlenen Mandeln, Zitronenschale, Zucker, Salz und den o.a. Gewürzen in einer Rühr-Schüssel gut vermischen.
  • Die nicht zu kalte Butter in kleinen Stücken zusammen mit dem einen ganzen Ei und und dem Eiweiß (des 2. Eies) locker zur Teig-Mischung geben.
  • Sofort alles mit den Händen (oder der Küchenmaschine) fein zerbröseln.
  • Die Teigmischung mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handrührgerätes (oder mit den Händen – wie meine Oma) gut aber nur ganz kurz verkneten.

  • Achtung: Je länger geknetet wird, desto mehr Gluten entsteht. Gluten gibt dem Teig Stabilität, Zu­sammen­halt und Elastizität, das ist z.B. beim Brotteig sogar erwünscht, aber nicht beim zarten Mürbeteig…wie der Name schön sagt: Mürbe­teig­-Backwaren sollen ja schließlich zart „mürbe“ im Mund zer­gehen… 😉

Zubereitung – Grundprinzip für das Gitter auf der Kuchen-Oberfläche: Die Hälfte des fertigen Mürbeteiges auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. Einen Kreis Ø 26 cm ausstechen und diesen mit einem Messer in ca. 2 cm breite Streifen radeln oder schneiden = dies ergibt das spätere Gitter. Aus dem restlichen Teig einen 26 cm runden Boden formen und gleichmäßig in die gut gefettete (oder mit Backpapier ausgelegte) Springform legen. Einen ca. 2 cm hohen Rand formen. Diesen Rand mit „Gabelzinken“ etwas flacher drücken (verzieren). Den Boden in der Form üppig (etwa 1.5 cm hoch) mit Marmelade bestreichen und mit den ausgeradelten Teigstreifen gitterartig (schön gleichmäßig – über Kreuz – ) belegen.

Mürbeteig sollte zunächst (kühl gestellt) zirka 30-60 Minuten ruhen (je länger, desto besser). Die Butter wird dadurch wieder hart und der Zucker hat später beim Backen eine Chance, sich sanft aufzulösen. Letzteres wiederum sorgt dafür, dass der Teig beim Backen nicht auseinanderläuft und gleichmäßiger bräunt. Daher stelle ich die Form mit dem bereits belegten Boden/Gitter gerne noch etwas länger kühl vor dem Backen.

Im Rezept heißt es: Den Teig zunächst zu einer Kugel formen: Da gibt es einen Trick:

Omas Trick

Anm.: Oma hatte eine andere Art den Teigboden einfacher vorzubereiten:
Den Teig nicht als Kugel kühlen, da man diesen kalten „Klumpen“ später schlecht ausrollen kann. Also den „weichen“ (frisch zubereiteten) Teig vorher schon gleichmäßig mit hohem Rand in der Kuchen-Form (wie oben beschrieben) verteilen. Den Boden gleichmäßig mit Gabelzinken mehrmals „einstechen“, damit er sich später beim Backen nicht wölbt.
Die komplette Kuchen-Form – mit dem schon exakt in die Form gelegten Teigboden, der oben mit Folie gut abgedeckt wurde – dann während mindestens 30 min. – oder auch ruhig über Nacht – im *Kühlschrank ruhen lassen, falls man den Kuchen anderntags backen möchte. Er sollte nur unbedingt wieder Zimmertemperatur (vor dem späteren Back-Vorgang) haben.


Anm.: Die ersten elektrischen *Kühlschränke gab es übrigens in Deutschland erst in den dreißiger Jahren – sie waren damals nicht für jedermann erschwinglich…Dank seines auffälligen Äußeren erreichte damals vor fast 100 Jahren der Bosch-Kühlschrank von 1933 einen hohen Bekanntheitsgrad, der durch umfangreiche Werbemaßnahmen weiter verstärkt wurde.

Übung macht den Meister…Kinderkuchen…alles selbstgemacht… (!!)


TIPP: Die Teigstreifen (bei Zeit-Knappheit) schon Vortags vorbereiten: Fürs „Gittermuster“ kann man auch die Teigstreifen (wie oben erwähnt) zum Verzieren also tags zuvor ebenfalls schon komplett mit einem Teigrädchen ausradeln. Dicht nebeneinander auf ein leicht bemehltes Brett legen (mit Folie gut abgedeckt) und zusammen mit dem ausgerollten Boden kühl stellen. Später diese dann erst 30 min. (bei Zimmertemperatur) abgedeckt aufbewahren und danach den – schon mit Marmelade bestrichenen – Kuchen mit den fertigen Gitterstreifen verzieren. Der Teig (wie gesagt: Zimmertemperatur) sollte schön geschmeidig sein, sonst brechen die Linzer-Streifen beim Dekorieren leicht.

Aprikosenmarmelade auf dem Linzerteig schmeckt ebenfalls köstlich…ist aber nicht das Linzer-Original.


Dann geht der „Zusammenbau der Linzer-Streifen“ als Gitter-Muster später am nächsten Tag tatsächlich ruckzuck. (Omas Trick!).

Omama sagte mir oft, wenn ich mal in den Ferien ein paar Tage bei ihr war: „Komm wir backen „Linzer“…ich hab` da schon mal etwas vorbereitet“ … und sie nahm die Kuchenform aus der Kühlung (damals gab es bei ihr noch eine kühle „Speisekammer“ neben dem verglasten Wintergarten, von dem aus man auf den großen Garten (mit Hühnerhaus, Gemüse-Beeten, Obstbäumen (und in der Mitte einem kl. Springbrunnen mit zwei Steinbänken unter Bäumen – hinunterschauen konnte)… Hach jaaah… Den schönen Ausblick werde ich nie vergessen…


Doch nun zum Wichtigsten:

DIE ZUBEREITUNG:

Ich durfte damals dann den schon bereits fertig in der Spring-Form gelegten Linzer-Mürbeteig-Boden mit Marmelade einstreichen und die ausgeradelten Linzerstreifen schön gleichmäßig auf der Marmelade gitterförmig auslegen und diese (und den bereits mit Gabelzinken hübsch verzierten Rand) danach sofort mit *Eigelb (Pinsel) bestreichen…Wie alt war ich wohl damals? Schätze, wohl so zirka 9-10 Jahre? Sorry…ich schweife ab 🙂


KUCHENGLÜCK: „Das Glück ist süß wie Kuchen und schön wie ein Gedicht. Du musst es aber suchen. Sonst findet es Dich nicht“.© Frantz Wittkamp (*1943), deutscher freischaffender Graphiker, Maler und Autor.

Selbstgebackene Linzertorte aus Ullas Kitchen…


TEIGSTREIFEN-FERTIGSTELLUNG:


  • Normalerweise radelt man den Rest-Teig gleich nach der Teigzubereitung aus:
  • Zuerst also den restlichen (zimmerwarmen) Teig erneut nur kurz (!) zusammenkneten und ca. 1 cm dick ausrollen und in etwa 1,5 cm gleich dicke Streifen schneiden oder „radeln„.
  • Diese Teig-Streifen werden dann gitterartig auf den schon mit „Konfitüre“ bestrichenen Kuchenboden (siehe Fotos) schön „gleichmäßig“ über Kreuz ausgelegt.
  • Für den Außen-Rand gleich danach den Rest der ausgeradelten Teigstreifen kurz erneut miteinander verkneten, eine Rolle formen und in der Kuchenform – an den Kuchenrand – drücken, diese unten und oben mit etwas verquirltem Eigelb „festkleben“.
  • Mit dem Gabelrücken (Zinken) ein hübsches Streifen-Muster (s.o) auf diesen leicht gewölbten Kuchen-Rand drücken.
  • Mit dem restlichen – mit etwas Rahm verquirlten – *Eigelb (des zweiten Eies) nun nur noch sorgsam alle Teig-Streifen und den Rand (nicht zu üppig) – einpinseln. (Vorsicht: Nicht die Marmelade (!) mit bestreichen – das sieht später unschön aus).
  • *TIPP: Man kann den „Kuchen-Rand“ auch sofort nach dem Bestreichen mit Eigelb – mit ein paar blättrigen Mandeln verzieren…das sieht recht hübsch aus, die Mandeln werden schön goldbraun beim Backen – das ist aber wohl nicht „original“! (Dies hatte meine Mutter früher häufig so hübsch verziert).

Die Linzer Torte in der heißen Ofenmitte während ca. 20 – 30 Minuten backen.


Darauf achten, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird. Evtl. die Oberfläche mit Backpapier abdecken. Nach etwa 20 min. im Ofen die Bräunung beobachten und die leicht gebräunte Linzertorte (siehe Fotos) herausnehmen und ganz auskühlen lassen.


TIPP: Die erkaltete Linzer Torte (ohne Form) sehr gut mit Folie o.ä. abdecken bzw. gut einpacken, damit sie nicht austrocknet und an einem kühlen Ort vor dem Servieren – wenn möglich – 1 bis 2 Tage ruhen lassen, so ziehen die Gewürze gut durch und sie schmeckt…himmlisch. Vor dem Servieren die Linzertorte schön gleichmäßig mit Puderzucker (im Sieb) bestäuben.


Linzer Torte schmeckt nach zwei bis drei Tagen immer am besten und hält sich lange (gut verpackt) frisch. Sie ist auch TK-geeignet… Bon appétit!

Selbstgebackene
GEBURTSTAGS-LINZER-TORTE
Der absolute Lieblingskuchen unserer Enkelin Clara, die gerade neun Jahre alt geworden ist 😉


ES LEBE DIE VIELFALT:

VARIATIONEN ALS „LINZER-TARTELETTES“

Gleiche Teig-Zutaten wie oben für ca. 12 „Tarte-Förmchen“ (z.B.: Ø 10-12cm, evtl. mit Hebeboden): Statt einer runden Linzer-Torte habe ich auch kleine runde Tarteletts mit diesem Rezept gebacken. Die Förmchen gut einfetten und evtl. etwas „bebröseln“ (mit ein paar Semmelbröseln oder fein gem. Nüssen bestreuen). Gut 2/3 des Teiges ausrollen und in die einzelnen gefetteten/bemehlten Förmchen „einbetten“. Den Teig etwas andrücken und jeweils einen ca. 1 cm hohen Rand formen. Teigboden/-rand mehrmals mit der Gabel einstechen und abgedeckt anschließend in den Kühlschrank stellen.  Marmelade in einer Schüssel glattrühren und nicht zu dick auf die Böden verteilen. Rest-Teig im Gittermuster – wie oben beschrieben – dekorieren.

TIPP-Abwandlung: Statt des Gittermusters kann man auch nette Ausstechförmchen (Sternchen-Herzchen etc.) verwenden und diese Teigstückchen zum Schluss oben auf die Marmelade legen, mit Eigelb bestreichen etc. das ist dann zwar nicht mehr das echte Linzer-Torten- Dekor…


„Backofen auf 175°C bei Ober-Unterhitze“ zirka 10 min. vorheizen.


Die Törtchen vor dem Backen mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank kühlen. Anschließend im vorgeheizten Backofen nur 15-20 Minuten goldbraun backen. TK-geeignet: Das Gebäck lässt sich – wie auch die „Linzer-Torte“ ebenfalls gut verpackt einfrieren! Die kl. Törtchen sind im Sommer auch zum Mitnehmen fürs PICKNICK perfekt…


VARIATIONEN ALS LINZER PLÄTZCHEN:

Meine Großmutter hatte „für Besuch“ immer eine Blechdose in der Küche parat (damals gabs noch „Speisekammern“ (!) – wo sie ihre Dose „Linzerkuchen-Schnitten“ kühl aufbewahrte) – diese hielten sich dort recht lange frisch… Übrigens lassen sich diese und auch der Kuchen sehr gut tiefkühlen und bei Zimmertemperatur langsam auftauen. Vor dem Servieren frisch mit Puderzucker bestreuen.


“Was sind aller Dichter Worte gegen eine Linzer Torte!” (Zitat: © Ernst von Wildenbruch (*1845-/+1909) Schriftsteller)

HISTORISCHES:
Als „süßer Gruß“ wird die „Linzer“ bereits seit der Biedermeierzeit (1814 -1884) vor allem aus der oberösterreichischen Donaustadt Linz in alle Herren Länder verschickt. 

Torten mit ähnlichen Zutaten und Erscheinungsbild sind sogar nachweislich schon aus dem römischen Reich bekannt. Die „Linzer Torte“ gilt jedoch als älteste Torte der Welt: Das wohl älteste überlieferte Linzerkuchen-Rezept stamme von Anna Margarita Sagramosa aus dem 17. Jahrhundert (anno 1653). Das charakteristische Rautenmuster der Linzer Torte ist vermutlich aber aus praktischen Gründen entstanden, denn waren die aufgestrichenen Marmeladen oder Salsen (Fruchtmus) zu feucht, riss die geschlossene Teigdecke durch den Dampf beim Backen auf und der Boden wurde speckig.

Seit 2009 findet in Linz der erste „Tag der Linzer Torte“ statt. Seither ist dort diese Veranstaltung mit Büdchen, Backwettbewerben, Schaubacken und mit dem Auftritt illustrer Liebhaber der Torte fixer Bestandteil im Spätherbst.


Die „Linzer Dortten“ der Jungfrau Josepha und des fürsterzbischöflichen Leibkochs…

Entdeckt wurde ein sehr altes Rezept – erst kürzlich im Jahre 2004 von Waltraut Faissner, der Leiterin der Bibliotheken der oberösterreichischen Landesmuseen: Diese hatte viele der alten Rezepte 2004 in ihrem Buch «Wie man die Linzer Dortten macht» wiedergegeben, das 2010 unter dem Titel «Linzerische Torten auf andere Art» neu aufgelegt wurde (Reihe Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich, Folge 25)

Man befand damals, dass also das Linzer-Rezept aus dem Jahre 1653 das wohl Älteste sei (überliefert aus einem Kochbuch, das niedergeschrieben wurde im Jahre 1653 von Anna Margarita Sagramosa, geborene Gräfin Paradeiser, einer in Verona ansässigen Adeligen. (Anm.: Die Gräfin Anna Margarita Sacramosa (geb. Gräfin Paradeiser) aus Krain – lebte verheiratet in Verona. Das Geschlecht der „Paradeiser“ gehörte zum innerösterreichischen Adel).
In der Wiener Stadt- und Landes-Bibliothek ist es wohl das derzeit Älteste aufgezeichnete Buch.
Das damals erste „gedruckte“ Kochbuch, welches 4 Rezepte (mit dem Wort Linz) und einer „Lintzer Dorte“ bot, war danach dann das „Neue Saltz-burgische Koch-Buch“ aus dem Jahr 1718 des „Hoch-Fürstlich-Salzburgischen Stadt- und Landschaft-Koches“ namens Conrad Hagger (*1666-/+1747). Dieser war hochfürstlicher Verfasser des o.a. berühmten Kochbuches… so heißt es in Salzburg.

Das Werk mit dem Titel «Buech von allerley Eingemachten Sachen, also Zuggerwerckh, Gewürtz, Khütten und sonsten allerhandt Obst wie auch andere guett und nützlich Ding etc.» enthält ganze vier Rezepte mit der Präzisierung «Linz» (das Buch wird heute im Stiftsarchiv Admont (Obersteiermark) als Codex 35/31 aufbewahrt). Anm.: Das Stiftsarchiv Admont = Größter klösterlicher Bibliothekssaal der Welt. (Quelle: Wikipedia)


  • Um 1800 erfuhr die Linzer Torte eine rasche Verbreitung – was man heute unter anderem auf die Erfindung des Rübenzuckers zurückführt, der Speisen mit viel Zucker auch für weitere Bevölkerungsschichten damals schon erschwinglich machte.

TIPP: Kleine Linzer-Törtchen sind schnell gemacht
und können gut tiefgefroren werden. Sie sind für
den Überraschungsbesuch perfekt geeignet, da
schnell aufgetaut…


Vor über 200 Jahren…

Oft wird jedoch auch der Name „Johann Konrad Vogel“ (1796–1883) in den *Annalen genannt. Er wanderte nach LINZ aus, stammte aber ursprünglich aus Mittelfranken: der Heimat meiner Großmutter!

  • Johann Konrad Vogel heiratete anno 1823 in Linz eine „Zuckerbäckerin“: Er war wohl nicht der „Erfinder“ der Linzer Torte, aber er machte sie durch Massenproduktion und Versand damals schon weltweit populär.
  • Als „süßer Gruß“ wurde sie also bereits sei der Biedermeierzeit (1815-1848) – vor allem aus der oberoesterreichischen Donaustadt Linz – in alle Herren Länder, damals zuerst noch mit „Postkutschen“ bzw. per „Schiff“ verschickt – dann kam bald danach die erste deutsche Eisenbahn.
  • So wurde auch bereits damals im Jahr 1856 das Rezept der „Linzer Torte“ – der Überlieferung nach – von einem Linzer „Auswanderer“, dem Maler, Dichter, Sänger, Komponisten und Dirigenten „Franz Hölzlhuber“ (*1826 -/+ 1898) sogar schon nach Amerika (Milwaukee, Wisconsin) per Schiff gebracht: Die Torte war ja lange haltbar. Später wurde sie dann mit der Eisenbahn als Postpaket in alle Welt verschickt…

Wann gab es eigentlich die erste Eisenbahn in Deutschland? Bereits am 7. Dezember 1835 wurde zunächst mit der sechs Kilometer langen Strecke von Nürnberg nach Fürth die erste deutsche Eisenbahnverbindung durch die „Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft“ eröffnet. Seit den Anfängen des Eisenbahnbaus 1835 in Deutschland hat sich viel getan…

(*Annalen = chronologisch geordnete Aufzeichnungen von geschichtlichen Ereignissen)


Das bekannte charakteristische Rautenmuster der Linzer Torte entstand übrigens vermutlich aus recht praktischen Gründen: Wenn nämlich die aufgestrichene Marmelade zu feucht war, bestand die Gefahr, dass durch Verdunstung die geschlossene Teigdecke beim Backen aufriss und der Kuchenboden dadurch speckig wurde….(!)

LINZER PLÄTZCHEN – auch Linzer-Augen genannt – Hhmmm…!!! Frisch gebacken – Weich und zart wie ein Federflaum… einfach ein himmlischer Genuss…


Omas Linzer-Teig wird in „Oesterreich“ auch „Brauner Linzer-Teig“ genannt: Dieser Teig ist Mürbeteig ähnlich – mit ungeschälten Mandeln und „dunklen“ Gewürzen.

Daneben wird aber auch – in manchen Gegenden und Konditoreien – noch eine dressierfähige „Linzer Masse“ verwendet (d.h. einer Marzipan- bzw. weißen Mandel-Nussmasse, die mit Zimt und Zitrone abgeschmeckt wird). Es gibt aber hier auch einen sog. weißen Linzer-Teig (ohne Nüsse)… Varianten gibt es zahlreich! Es lebe die Vielfalt!

Heutzutage gehört die LINZER TORTE in Deutschland z.B. auch zur regionalen, landestypischen Küche in Südbaden, denn große Teile des Landes gehörten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu Vorderösterreich. Hier wird „DIE LINZER“ traditionell mit Himbeermarmelade (wie bei Oma) gefüllt: Im Gegensatz zu Oesterreich, wo man traditionell nur die „Ribiselmarmelade“ (Konfitüre aus Roten Johannisbeeren) benutzt. (Quelle: Wikipedia)

LINZERPLÄTZCHEN…mit „Ausstecherle“ als köstliches Kleingebäck, nicht nur zur Weihnachtszeit…

LINZER-TORTE?

Ein Leben ohne Linzer-Torte ist möglich, aber sinnlos!

Das ist wahr, wie wahr… Hier sprach ein echter “Torten-holic”.Alle Torten machen glücklich… so sagt man.


Die Torte
Ein Mensch kriegt eine schöne Torte,
drauf steh’n in Zuckerguss die Worte:
»Zum heutgen Geburtstag Glück!«
Der Mensch isst selber nicht ein Stück,
doch muss er in gewaltgen Keilen,
das Wunderwerk ringsum verteilen.
Nicht nur das »Glück«, das »heu«,
der »Tag« verschwindet,
und als er nachts die Torte findet,
da ist der Text nur mehr ganz kurz.
Er lautet nämlich nur noch: … »burts« …
Der Mensch, zur Freude jäh entschlossen,
hat diesen Rest vergnügt genossen.

GEDICHT: © Eugen Roth (1895-1976) war deutscher Lyriker und populärer Dichter meist humoristischer Verse.


Kaffeepause  (Wer Kuchen mitbringt, darf kommen.)

Eine “nette” Aufforderung für die nächste Kaffeepause. Mal gucken, wer das tatsächlich wörtlich nimmt…

LINZER „HERZERL“ (die Spezialität aus Linz)
Linz ist eine schöne Stadt in Oberösterreich, die an der Donau liegt

und sich etwa auf halbem Weg zwischen Salzburg und Wien befindet.

BLOG-Artikel: „Linzer Torte“ veröffentlicht am 18. September 2019 – zuletzt überarbeitet im November 2022.


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