LESEDAUER: Zirka 15 min. je nachdem wie ausführlich 😉

GEDANKENGÄNGE – zur Kunst –

Es geht mir nicht darum, dass der Betrachter meiner Bilder alles weiß und alles versteht, wie ich es verstehen will. Ein Bild, ein Kunstwerk muss in meinen Augen etwas sein, was die Fantasie anregt und entflammt in ganz ekstatischer Weise. Der Betrachter darf nicht um seine sinnliche Erfahrung gebracht werden. (Zitat: „Arik Brauer“, geb. 1929 in Wien, Expressionist, er gilt als einer der Hauptvertreter der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“.)
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Meine Ausführungen zu diesem interessanten Thema folgen nun und beginnen zunächst „mit einigen Zitaten“ aus aller Welt und mit dieser Aussage: „Kunst entsteht im Kopf des Betrachters. Der Künstler liefert dafür nur die Voraussetzung“. © Peter von Krusenstern (*1954, Kunstmaler, Maler, Autor).
Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Begabung, Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. (Wikipedia).


MONA LISA

Bei den weltweit bekannten Künstler-Bildern wie Da Vincis «Mona Lisa» (gemalt anno 1503) oder Monets «Seerosen» (gemalt um 1915) sind sich die meisten Menschen einig: „Das ist wirklich Kunst“.

Mona Lisa ist ein weltberühmtes Ölgemälde von „Leonardo da Vinci“ aus der Hochphase der italienischen Renaissance. Das auf Italienisch als „La Gioconda“ – davon abgeleitet ihr französischer Name La Joconde – bekannte Bild wurde vermutlich zwischen 1502 und 1506 in Florenz gemalt und nach der Florentinerin „Lisa del Giocondo“ (1479-1542 benannt – der Gattin des Florentiner Tuch- und Seidenhändlers Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo (1465-1542). (Wikipedia)


Die berühmte KUNST-SCHULE von Athen (italienisch La scuola di Atene) ist ein Fresko des Malers „RAFFAEL“ , das dieser von 1510 bis 1511 in der „Stanza della Segnatura“ des Vatikans (ursprünglich der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. anfertigte. Er war Papst vom 1. November 1503 bis zum 21. Februar 1513 . So begründete er im Jahr 1506 die päpstliche Leibwache Schweizergarde und verstand sein Amt vor allem im Sinne eines italienischen Territorialfürsten. Er hatte einen ausgeprägten Kunstsinn. Am 18. April 1506 begann er den Bau des Petersdoms, mit der Absicht die größte und prächtigste Kirche des Erdkreises zu erbauen. Auch sein Lebenswandel hatte eine vitale Seite, denn der Papst war Vater von drei Töchtern.

KUNST-BEGRIFF: Im Wandel der Jahrhunderte…

Die oben genannten Definitionen von „Kunst“ gelten – nicht nur im europäischen Raum – für wirklich herausragende Werke. Auch für die beeindruckende „Bilderhauer-Kunst“ der alten Griechen und Römer, also für die Gesamtheit der Werke von Künstlern ganzer Epochen und somit für das künstlerische Schaffen generell.

Eine unglaubliche Faszination der in Stein gemeißelten, makellosen Schönheit alter Skulpturen ergreift den Betrachter immer wieder.

Ein kurzer „Ausflug“ zur „europäischen“ Geschichte der Kunst: Es wird allgemein angesehen, dass Kunst eine schöpferische Tätigkeit der Natur im Menschen selbst ist. Kunstgefühl ist einer der Grundtriebe des Menschen und bereits seit Urzeiten (also schon in der Eiszeit bei den sog. „Höhlenmenschen“ z.B. in Lascaux) eines seiner wichtigsten Ausdrucksmittel.
In früheren Zeiten wurde in Europa „Kunst“ ausschließlich von „Autoritäten“ definiert, deren Entscheidung nicht hinterfragt werden durfte. So legte z. B. im Feudalismus ein Fürst fest, was Kunst ist und was nicht – u. a. wurden auch die „nur von ihm“ zusammengesetzten und kontrollierten Kunstakademien allgemein akzeptiert.

Das weltberühmte Gemälde „Die Erschaffung Adams“ ist das zentrale Werk des „Deckenfreskos“ von Michelangelo (Michelangelo Buonarroti, 1475-1564), das auch als Genesis-Fresko bekannt ist. Es gehört zu einer Reihe von Illustrationen des Buches Genesis in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan in Rom, die Papst Julius II. in Auftrag gab.

Eine weitere Definitionsebene für Kunst war früher auch die „Kunstfertigkeit“ des Künstlers. Dessen gute handwerkliche Fähigkeiten waren hier das wesentliche Kriterium. Dies unterschied den Kunstgegenstand vom Alltagsgegenstand.
In der „Renaissance“ (1300-1600) kam es dann zu einer neuen Betrachtungsweise der Kunst. Die reine Natur-Nachahmung mittels großartiger handwerklicher Fähigkeiten war zuvor zur Perfektion getrieben worden. Es begann ein ständiger Kampf gegen die alten Regeln.
(Renaissance [rənɛˈsɑ̃s] (entlehnt aus französisch renaissance „Wiedergeburt“) beschreibt die europäische Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert. (Wikipedia)


DAS BERÜHMTE BILD DER VENUS VON BOTTICCELLI
Sandro Botticelli (1445-1510) war einer der bedeutendsten italienischen Maler und Zeichner der frühen Renaissance: Die Venus (griechisch Aphrodite: die Meerschaumgeborene) steht auf einer Muschel im Meer, die von Göttern des Windes, von einem Regen aus Rosen begleitet, ans Ufer getrieben wird. An Land wird sie von einer der Göttinnen – sie galten den Griechen als Göttinnen der Jahreszeiten – mit einem rot-violetten Umhang empfangen.Trotz ihrer Nacktheit ist die Göttin kein Symbol der bloß körperlichen, sondern der geistigen Liebe. Venus erscheint so als unendlich zartes und empfindsames Wesen, das als Geschenk des Himmels in einer Muschel an unsere Küsten getragen wird. (Zitat: blog,Singulart.com)

EUROPÄISCHE KUNST

Die europäische Kunst sollte uns früher die Welt zeigen, verklären und erklären und dabei auch dazu noch moralisch sein. Sie sollte Sinn stiften, die Menschen zusammenführen. Aber das vermochte schon die Religion eines Tages nicht mehr, aus deren Zwängen sich die Kunst in einem jahrhundertelangen Prozess befreit hat. In einer weitgehend „agnostischen“ Welt wird der Kunst allerhand aufgebürdet. (tagesspiegel.de)

Immer „neuere“ Regeln für die Kunst wurden aufgestellt, bis diese wieder von den „Avantgardisten“ der nächsten Generation abgeschafft wurden. Solange ein z.B. „modernes“ Kunstwerk noch als solches leicht erkennbar war, also z. B. auf Leinwand gemalt war und einen „Rahmen“ hatte, wurde es von vielen Kunstinteressierten noch mehr oder weniger problemlos als solches akzeptiert.

Später hatten dann bürgerliche Kreise versucht, „die Definitionsmacht“ für Kunst zu übernehmen. Professoren drängten sich damals verstärkt in die Kunstakademien. Diese frühen „hierarchischen“ Strukturen bzw. eine einseitige „Einflussnahme“ gibt es heutzutage (in Bezug auf die Kunst) nicht mehr.
Auch gibt es nirgendwo auf der Welt einen sog. „Kunstpapst“, der als allgemein anerkannte „Jury“ über gute und schlechte Kunst entscheidet. Solch eine Person würde heute wohl auch von niemand mehr ernst genommen.

„DAS KANN ICH AUCH“

Wer hat das nicht schon mal gedacht, wenn er im Museum vor einem Stapel „Gips-Pappe“ stand. Oder vor einem riesigen Gemälde, das nichts anderes zeigt als eine zart schimmernde Spraywolke. Na ja…denkt da doch mancher, das hätte ich auch machen können: Es gibt auf diesen Spruch nur die einzig mögliche Antwort: „Und warum hast du es dann nicht gemacht?“

In der Kunst funktioniert es wie im Patentamt: „Erfunden ist erfunden“. Allerdings wurde doch schon seit erdenklichen Zeiten immer wieder gegen dieses „Gebot“ verstoßen: Schon die alten Römer hatten die Statuen der Griechen kopiert


ZURÜCK ZUR GESCHICHTE DER KUNST

Zum strengen „Klassizismus“ , der auf Farbigkeit auch verzichten konnte, zählte der bekannteste Vertreter „Jean-Auguste-Dominique Ingres“ (1780–1867). Als Gegenpol zu Ingres erschien u.a. Eugène Delacroix (1789–1863). Ihm war die „Farbe“ und nicht die Linie wichtiger. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts (um die Jahre 1820) war Frankreich an der Schwelle zwischen Klassizismus und Romantik. Damals verweigerten ihm „die Klassizisten der Académie Française“ lange Zeit die Zuwahl in dieses höchste Gremium französischer Künstler.
Eugène Delacroix“ wurde danach zum weiteren Vorbild vieler Impressionisten, die sich dann ganz entschieden, sowohl von der romantischen Schule (in der Zeit zwischen 1795 und 1830) als auch dem Klassizismus abgewendet haben.


IMPRESSIONISMUS

Schon ein paar Jahre zuvor wurde der „Impressionismus“ vor allem von seinen bekanntesten Vertretern mit geprägt wie z.B. von: Camille Pissarro, Paul Cézanne, Claude Monet, Alfred Sisley, Auguste Renoir und Edouard Manet, Edgar Degas, Rodin und „Berthe Morisot“ : Sie war die einzige bedeutende Malerin im französischen Impressionismus.


So erlebte der „Impressionismus“ dann seine volle Blütezeit in den Jahren 1863 – 1883.
Die Impressionisten bestanden darauf, dass sich in ihren Augen, die farbige Erscheinung des Lichts, eines Gegenstandes, der Umgebung sowie der Schatten ständig verändere und nur sie diese verschiedenen, dabei entstehenden Farbwelten nachempfinden bzw. malen könnten. Nur das sei für sie absolute Kunst. Sie behaupteten, ihren Zeitgenossen in dieser Hinsicht voraus zu sein. Die Impressionisten malten häufig unter freiem Himmel. So war in den meisten ihrer Bilder die Reflexion des Lichtes sehr wichtig.

Mit „der Treue zur Natur“ war die Haltung „realistischer“ Maler mit ihrem Hauptstreiter „Gustave Courbet“ ebenfalls grundlegend für den Impressionismus. Die Maler dieser Zeit waren Impressionisten in dem Sinn, dass sie nicht eine Landschaft wiedergeben, sondern die von ihr hervorgerufenen Sinneswahrnehmung. Der Künstler Claude Monet hatte der künstlerischen Richtung zu ihrem Namen verholfen: Auf einer Ausstellung wurde er nach dem Titel seines Werkes gefragt, das eine Hafenansicht im Nebel zeigte, und da antwortete der Maler, es handele sich einfach um eine „Impression“, einen Sinneseindruck. Damals entstand auch die Technik des „Pointillismus“: das Bild bestand „aus winzigen, wie im Raster gesetzten farbigen Punkten“. Sie hatte in den Jahren zwischen 1889 und 1910 ihre Blütezeit. 

Der deutsche „Impressionismus“ (Berliner Sezession mit Wilhelm Leibl, Max Slevogt und Lovis Corinth, Max Liebermann, Adolph Menzel u.a.) wurde später vor allem in den 1890er Jahren auch von der Entwicklung der Freilichtmalerei in Deutschland inspiriert sowie der holländischen Malerei des 19. Jahrhunderts (Haager-Schule (1870-1920): Unter anderem galt damals Vincent van Gogh aber schon als Vorläufer des Expressionismus. Sein Hauptwerk, das stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet wird, übte starken Einfluss auf viele Künstler aus, vor allem auf die „Fauves“ und die Expressionisten.


„Kunst macht sichtbar. – Dieser Gedanke steht hinter meinem Schaffen. Unsichtbares sichtbar zu machen. Vergessenes aus der Phantasie hervorzubringen und in eine Welt einzutauchen, wie sie nur die Kunst hervorbringen kann“ .
Zitat: Heinz Rupp (*1940) Bildhauer und Maler

Info die „Fauves“ :

Fauvismus“ wird in der Kunstgeschichte einer Stilrichtung der Malerei (Spätimpressionismus) zugeordnet: Dieser Stil stammte aus Frankreich und in französischer Sprache bedeutet les fauves: „wilde Tiere“ oder „wilde Bestien“. Ein Kunstkritiker hatte diesen Begriff aufgebracht und er war damals eher negativ zu verstehen. Der „Fauvismus“ (ab ca. 1905) bildete dann später die erste Bewegung der klassischen Moderne.
Die Hauptvertreter der zunächst geschmähten Bewegung waren z.B. u.a. Henri Matisse. Hier schlossen sich unter anderen „Raoul Dufy“ und „Georges Braque“ an. „Die Wurzeln“ des Fauvismus entstammen „noch“ dem Impressionismus, Ziel war aber, der „Flüchtigkeit“ impressionistischer Bilder entgegenzuarbeiten, um dem Werk mehr „leuchtende“ Farbigkeit und vor allem „Dauer“ (frz. durée) zu verleihen. Einer neueren Sichtweise zufolge habe der Fauvismus auch Gemeinsamkeiten mit dem Expressionismus.Bereits 1907 löste der Kubismus dann den Fauvismus ab. (Quellen: Wikipedia)
Es ist etwas ungewöhnlich, gleichzeitig d.h. parallel nebenenander verlaufend – verschiedene Kunstrichtungen zu Anfang des 19. Jh. zu sehen.


Der Expressionismus

Er ist eine Stilrichtung in der bildenden Kunst (auch Literatur und Musik), die ihre Hochphase zwischen 1910 und 1925 besonders in Deutschland hatte. Die Vorliebe für das negative Extreme mit den Themen Tod, Verfall, Zerstörung, Hinrichtung, Untergang und Wahnsinn ist ein weiteres Merkmal der Epoche des Expressionismus.
In Frankreich verfolgte der Fauvismus die gleichen Ziele, nämlich die Gefühlswelt, den „seelischen“ Ausdrucks des dargestellten Menschen zu zeigen.
Die Jahre zwischen 1905 und 1925 waren eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheiten in Europa, nicht zuletzt wegen der starken politischen Spannungen, die 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Danach entstand die Weimarer Republik, die sich ebenfalls als äußerst instabiles politisches System bewies…

Zunächst aber wurde dann doch noch der „Expressionismus“ (1910-1925) als Kunstrichtung (auch vor allem in der „Literatur“ – z.B.: Kafka, Trakl, Franz Werfel, Döblin) als eine völlig neue Kunstrichtung angesehen. Eine Steigerung des Gefühls bis zum Rausch, wie die Stimmung des Grauens und eines nahenden Endes, kennzeichnen auch die expressionistische Literatur. Zu den berühmtesten Autoren gehörte auch Georg Heym, Gottfried Benn, sowie Elke Lasker-Schüler, sie gilt als Vorreiterin des Expressionismus. Sie war vor allem auch bekannt durch ihre expressionistische Lyrik. Sie schrieb zahlreiche Gedichte, aber auch Prosa und Dramen.

Diese Stilrichtung sollte als Kunst des gesteigerten Ausdrucks (von lat. expressio „Ausdruck“) eben nicht nur in der Malerei verstanden werden. Er stand deutlich im absolut „konträren“ Gegensatz zu dem Impressionismus, welcher nur wirklich „flüchtige, aber ganz lichtstarke Augenblicke“ darzustellen versuchte.

Der Expressionismus in der Musik zeichnete sich ebenfalls durch eine totale Auflösung des Bisherigen aus: Völlig extreme Unterschiede in den Tonlagen und der Lautstärke, unzählige Dissonanzen und unruhige Melodien sind hierbei die eigentlichen Merkmale. Zu den bekannten Komponisten zählen hier vor allem u.a. Schönberg, Ives, Berg, Webern und Bela Bartók et. al.


Es wird generell in der Malerei – vor allem aber besonders im „Expressionismus“ – der Betrachter „emotional“ angesprochen. Bekannteste Vertreter waren hier unter anderem „Franz Marc, Edvard Munch, Paul Gauguin, Henri Matisse,Oskar Kokoschka, Amedeo Modigliani u.a.“. Diese „Bilder der Realität“ wurden oft völlig verzerrt als Abstraktion und mit kräftigen, knalligen, fast schrillen Farben gemalt. Zur damaligen Zeit war dies für Viele oft ungewöhnlich schockierend.

Künstler des Expressionismus waren zum Teil in „Künstlergemeinschaften“ zusammengeschlossen. Dazu gehören Künstlergemeinschaften wie zum Beispiel „Blauer Reiter“ oder „Die Brücke“. Diese Künstlergemeinschaften hatten es am Anfang nicht leicht. Die realitätsferne Darstellung von Emotionen und Ereignissen fand bei den Kunstkritikern zunächst überhaupt keinen Anklang, weshalb die Künstler „nicht in den großen Salons“ des Landes ausstellen durften. Sie galten in der „feinen“ Gesellschaft als „Misfits“ (englisch für „Außenseiter, Unangepasste“), also als nicht gesellschaftsfähig.


Künstlergemeinschaften „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“

Zwischen den Jahren 1900 und 1905 bildete sich in Dresden eine neue Künstlergemeinschaft:

„DIE BRÜCKE“:
Sie wurde am 7. Juni 1905 in Dresden von vier jungen „Architekturstudenten“ gegründet (Kirchner, Bleyl, Heckel, Schmidt-Rottluff). Hinzu kamen noch mehrere recht junge Künstler u.a. Pechstein, Brückner, Nolde und Otto Mueller.
Ein großes Vorbild der „Brücke“ war „Vincent van Gogh„. Zu den erklärten Zielen der Brücke gehörte ein „einheitlicher“ Gruppenstil. Wesentliche malerische Merkmale waren eine kontrastreiche, intensive Benutzung von Farbe, die Veränderung der Form durch „bewusste“ Vergröberung und „Verzicht“ auf Details, oder ein holzschnittartiger Charakter mit kantigen Formen und eine kühne Raumgestaltung. Weitere Techniken umfassten die Radierung, den Holzschnitt, die Lithografie und das Aquarell.
Zu den bevorzugten Motiven der Brücke-Maler zählten der Mensch: In Bewegung, Tanz, Zirkus und Varieté, die Nacht, das Hintergründige, Mensch und Natur, Leben in der Großstadt, Akte und Badende.… Die meist „brotlosen“ Künstler waren in den Augen der sog. Gesellschaft „Bohèmiens“…unbekümmerte, leichtlebige und unkonventionelle Künstlernaturen.

Emil Noldehatte der „Brücke“-Künstlergruppe nicht nur kunsthistorisch folgenreiche Kontakte vermittelt, sondern auch die Kunst der Radierung. Er verließ jedoch unwillig die Gruppe schon im Jahre 1907: Er fühlte sich von dem „Trend zum Einheitsstil“ künstlerisch „gestört“ und äußerte spöttisch: „Ihr solltet euch nicht Brücke, sondernvan Goghiana“ nennen“…
„Die Brücke“ wurde bereits im Mai 1913 in Berlin wieder aufgelöst, auch Ernst-Ludwig Kirchner (1880-1938) hatte sich von der Gruppe distanziert…Diese berühmte Künstler-Gruppe gilt heute noch als einst wichtiger Vertreter des Expressionismus und als Wegbereiter der klassischen Moderne.
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Kurz nach der Auflösung „Der Brücke“ (zirka 1912) entstand als „Gegen-Protest“ erneut wieder eine völlig andere Art von „Bewegung“:

DER BLAUE REITER“:
Initiativ waren hier Künstlern wie: Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke, Gabriele Münter, Paul Klee u.a. – welche „wegen deutlicher Meinungsverschiedenheiten“ mit „den sog. Anderen der „Brücke“ sich komplett neu orientierten und ihre Bewegung: „Der Blaue Reiter“ nannten. Diese Künstler mochten keine schrillen Farbdissonanzen, sondern liebten eher die sanften Farbharmonien.
Wassily Kandinsky hatte bereits im Jahre 1909 eine Neue Künstlervereinigung München mit anderen Künstlern mitgegründet, die er jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten verließ. Der „Blaue Reiter“ war aber zunächst nur eine Buch-Bezeichnung von Wassily Kandinsky und Franz Marc für ihre Ausstellungs- und Publikationstätigkeit gewesen, bei der beide Künstler in dem erstmals Mitte Mai 1912 herausgegebenen gleichnamigen „Almanach“ als alleinige Herausgeber fungierten. Die im Umfeld der Redaktion des “ Blauen Reiters“ tätigen Künstler (s.u.) waren später dann wichtige Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts: Sie bildeten alle untereinander ein lockeres Beziehungsnetz…organisierten gemeinsame Ausstellungen, waren aber keine Künstlergruppe im engeren Sinne, wie z.B. die Brücke in Dresden. Das Werk der angeschlossenen Künstler wird dem deutschen Expressionismus zugeordnet.

Einen absolut großen Einfluss auf die Kunsttheorien des „Blauen Reiters“ hatte das 1910 erschienene fantastische Buch von Wassily Kandinsky „Über das Geistige in der Kunst“ (siehe Literatur bei „google books“ einsehbar). Kandinsky sieht hier in der abstrakten Kunst das Geistige und somit auch das Religiöse. Allerdings definiert er diesen Begriff des Abstrakten nicht wirklich konkret.
Es ist aber in seinen Ausführungen deutlich zu sehen, dass er nur allein das „Abstrakte“ für die absolut wahre Realität hält. Wassily Kandinsky (1866-1944) war ein russischer Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker. Er lebte auch lange in Deutschland und Frankreich.
(Quellen: Wikipedia)


Vor zirka hundert Jahren

…kam dann plötzlich jemand „auf die Idee“ und malte einfach nur ein „großes schwarzes Quadrat“– mit Öl auf Leinwand – (Kasimir Malewitsch (1879-1935) russische Avantgarde). Der Künstler, Theoretiker und Lehrer ist im Westen vor allem als Begründer des „Suprematismus“ – der reinen gegenstandslosen Kunst – bekannt.

«In meinem verzweifelten Bemühen, die Kunst vom Ballast der gegenständlichen Welt zu befreien, floh ich zur Form des Quadrats.» Kasimir Malewitsch, 1913

So wurde er auch von verschiedenen Kunstbewegungen seiner Zeit beeinflusst, darunter dem Impressionismus, Symbolismus und Kubismus und ebenfalls auch von den französischen „Spät-Impressionisten“ und dem Fauvismus geprägt. Er brachte mit seinem „Quadrat auf schwarzem Grund“ die Malerei in eine völlig neue Zeit und mit seinen exakt geometrischen Kompositionen war er einer der Väter der Moderne, er wurde hochgelobt auf der einen Seite…( Quelle: Bundeskunsthalle Bonn: Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde (Ausstellung: 8. März bis 22. Juni 2014)
ABER manch einer bezeichnete dieses Bild – „großes schwarzes Quadrat“– auch „als absoluten Nullpunkt in der bisherigen Kunst“ . (Quelle: kurier.at)
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Die spätere „Geschichte der Kunst“ z.B. dem „nach“ dem Fauvismus beginnenden „Kubismus“ (Pablo Picasso, Georges Braque et al.), Surrealismus, Realismus, Symbolismus, Moderne und anderen mehr… wird hier daher „im Einzelnen“ von mir nicht weiter verfolgt, dies würde in diesem Blog den „Rahmen sprengen“.
>>>Über diese weitere recht spannende „Geschichte der Kunst“ gibt es unzählig viele Literaturquellen im Netz, die man bei Interesse dort nachlesen kann.


Hier endet nun mein „kurzer Ausflug in die Kunst der frühen Jahrhunderte“ – überwiegend die der Malerei. Einiges „Wissenswertes“ (Daten /Fakten) hierzu habe ich nachgelesen, vor allem in meinen vielen „alten Kunstbücher/Lexika“ und den hier angegebenen üblichen Quellen, wie z.B. Wikipedia.


Eigentlich wollte ich früher – in jungen Jahren – unbedingt „Kunst“ studieren, da ich mich „damals“ schon recht früh begeistert mit Zeichnungen und „Malerei“ beschäftigte… es wurde dann doch das „Medizinstudium“…Das „Schicksal“ wollte es anders… meine Familie und mein Beruf ließ mir wenig Zeit…So blieb aber das Zeichnen und „Malen“ für erfreuliche Muse-Stunden…Später in unserem regen „Kunst-und Kulturkreis“ – vor Ort (in meiner alten Heimat) hatte ich dann aber auch eigene Kunst-Ausstellungen mit Verkauf einiger meiner Bilder…
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„Alles hat im Leben seine Zeit, es gibt eine Zeit der Freude, eine Zeit der Stille“ … (Teil eines Zitates wahrscheinlich von „Dietrich Bonhoeffer“ oder aus der Bibel: Prediger Salomon“: …“Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“…?)


„Kunst ist Magie – befreit von der Lüge Wahrheit zu sein“ (Zitat: Theodor W. Adorno)

„KUNST-SZENE“ im Umbruch der Zeit

So folgt nun auch eine kurze Beschreibung einiger tatsächlich recht interessanter „Kunst-Geschehnisse“ auf diesem „Markt“ und vor allem einige „Events“ der Kunst-Szene, die später auch aktuell als kleiner Einblick in den interessanten Bereich des imposanten, mächtigen „Kunsthandels“ und dessen Mäzene geben.
Eine neue Zeit war also nun um die 19. Jahrhundertwende geboren, d.h. die Kunst war im kompletten Umbruch.

DER DADAISMUS:
war eine internationale revolutionäre Kunst- und Literatur-Richtung um 1920, die jegliches künstlerisches Ideal verneint, verspöttet und DIE absolute Freiheit der künstlerischen Produktion sowie einen konsequenten Irrationalismus in der Kunst fordert. Sie wird heute als eine interdisziplinäre und kulturkritische Kunstströmung bezeichnet, die sich in den letzten „Kriegsjahren“ zwischen 1916 und 1917 zuerst in der Schweiz entwickelte und anschließend nach ganz Europa, sowie in die Vereinigten Staaten sich ausbreitete.

Die Dadaisten lehnten damals sämtliche politischen, moralischen und ästhetischen Werte ab und nutzten die Bewegung als eine Form des Protestes gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen und künstlerischen Konventionen.

Von Marcel Duchamp (1887-1968) stammt übrigens als „Persiflage“ das „berühmte“ verfremdete „Mona-Lisa“-Gemälde: „L.H.O.O.Q.“ Das Bild entstand 1919 in Paris. Es war die Zeit des Dadaismus.
Die Abkürzung sei ein „Vulgärausdruck“: frz. buchstabiert: „èl ache o o qu“: spricht man die Buchstaben französisch aus, ergibt sich daraus der Satz „Elle a chaud au cul“ : Dies sei laut Duchamp ein Wortspiel und bedeute so viel wie „Madame habe Feuer im Hintern“.) Oh là là…quelle frivolité!…le scandale… quelle horreur! Nicht nur ganz Paris stand Kopf.
Er hatte später der Mona Lisa auch einen Bart gemalt“ und auch sonst neue Wege in der Kunst beschritten: Das Staatliche Museum Schwerin zeigte das Bild kürzlich: „Das Unmögliche sehen“ – eine Schau über „DUCHAMP“, einen DER Klassiker der Moderne.

„Marcel Duchamps“ Reproduktion von „Leonardo da Vincis“ weltberühmtem Gemälde MONA LISA (mit Bart), ist heute übrigens eines der bekanntesten „Ready-mades“ des französisch – amerikanischen Malers und Objektkünstlers aus der Zeit des Dadaismus, das er in verschiedenen Versionen schuf. Die erste Version stammt schon aus dem Jahr 1919.

Die Kunstrichtung „Dada“ verachtete völlig alle bürgerliche Ideale und reagierte durch eine strikte Ablehnung „konventioneller“ Kunstformen, die damals von diesen Künstlern (z.B. Salvador Dali, Joan Miró, René Magritte, Max Ernst, Hans Arp, Zürich et al.) oft belächelt und parodiert wurden. (Wikipedia). Es entstanden u.a. auch Fotomontagen, Collagen aus Fotos, Verfremdungen von Alltagsgegenständen und Zeitungsausschnitten.
In Frankreich entwickelte sich der Dadaismus zum „Surrealismus“ weiter.Der Kunst-Begriff „DADA“ soll der „Kindersprache“ entnommen worden sein.


Sexismus“ Debatten gab es damals schon vor über hundert Jahren. Sollte „MeToo“ (und alles, was heute daraus folgt!) revolutionären Charakter haben, dann geht es bei Missbrauch auch um die Existenz der Kunst. Starke Kunst hält es aus, wenn sie mit anderen Augen betrachtet wird. (tagesspiegel.de). Das bedeutet aber auch, dass man sie ernst nimmt.
Gustave Courbet“ (1819-1877) malte damals schon 1866 (im Auftrag eines türkischen Diplomaten) in Paris das Bild „L’origine du monde“. (welt.de). Dargestellt ist ein nackter weiblicher Torso. Das Bild blieb die meiste Zeit der Öffentlichkeit verborgen und wurde verhüllt. Erst seit 1985 hängt dieses außergewöhnliche Werk nun im Musée d`Orsay in Paris: Sichtbar für die gesamte Öffentlichkeit.
„Philipp Demandt“ (*1971), Direktor des Städel Museums, des Liebieghauses und der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main
, hat kürzlich in einem Gespräch mit der „FAZ“ treffend von der „eigenen Autonomie und Wahrheit“ von Kunstwerken gesprochen, die man weder mit dem Dargestellten noch mit dem Künstler gleichsetzen könne: „Kunstwerke werden immer auch im Kontext des Begehrens geschaffen.“ (tagesspiegel.de).
Bei all dem geht es aber auch um Individualität und Menschenwürde, um Werte, die unser Grundgesetz schützt.


Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, so hieße es Wunst“. (Zitat: Friedrich Wilhelm Nietzsche, deutscher Philosoph* 15.10.1844, † 25.08.1900) 😉

Und… es war ja auch der Künstler Marcel Duchamp, der einfach so einen Flaschentrockner in eine Kunst-Galerie stellte und die Welt stand Kopf…oder es gibt auch als bekanntes Beispiel den Düsseldorfer Künstler mit seinem Werk: „Joseph Beuys und der Fetthaufen“. So gab es immer öfter viele andere etablierte, berühmte „Künstler“, die neue Wege gingen…und plötzlich gab es überhaupt keine Regeln mehr.
Weil hier wirklich alles fehlte, von dem man vorher dachte, dass es tatsächlich ein Kunstwerk ausmache, bleibt hier für manche nur noch der Eindruck „ein Kaiser ohne Kleider“ übrig*:


Die „Kunst“ selbst wird für viele Menschen einfach unsichtbar.
*P.S.: Das Märchen: „des Kaisers neue Kleider“ ist sicher allgemein bekannt.
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Nicht das äußere Auge ist das von der Kunst eigentlich angesprochene Organ…„Wir wissen alle, dass Kunst nicht Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können. Der Künstler muss wissen, auf welche Art er die anderen von der Wahrhaftigkeit seiner Lügen überzeugen kann“. Zitat: „Pablo Picasso“
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Wir haben schon in der Schule gelernt, dass die „abstrakte“ Kunst – also später die Loslösung von festen Strukturen – eine Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts ist: Allgemein gilt der russische Maler „Wassily Kandinsky“ (1866-1944) mit seinen organisch-geometrischen Formen – wie oben erwähnt – als einer der frühesten Vertreter.


Abstrakte und/oder provokantere Kunst

Die später aufkommende, also zunehmend abstraktere und/oder provokantere Kunst, die sich durch ihre totale „schöpferische Freiheit“ stark facettenreich parallel in der Malerei und der Bildhauerei entwickelt hatte (und z. T. bewusst überhaupt jeglichen Bezug zur klassischen Kunst ablehnte!) hatte es da später doch schon deutlich schwerer.
Es entstanden „Bildräume“ voller Unschärfen und lichten Farben….Die Wirklichkeit verschwimmt hier oft zunehmend, die Formen weisen kaum noch Bezug zur Realität auf. Die „gegenstandslose oder gegenstandsfreie“ Kunst wurde etabliert. Nichts ist mehr so, wie es scheint, ist Kunst denn nur ein schnöder Schein?


An einer Wand im Museum ist zu lesen: „Der Geschmack ist der Feind der K.u.n.s.t.“
© Marcel Duchamp (1887 – 1968), französischer Maler

Man muss Kunst nicht verstehen, man muss sie „erfahren“…mit allen Sinnen… spüren, ob oder wie sie einen berührt…

(Blog-Text-Quelle s.o.: Kurze Auszüge aus dem sehr zu empfehlenden Büchlein: „Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst“, Dr. Christian Saehrendt (geb. 1968, Kunsthistoriker/Publizist): Köln 2009).


Wichtig ist für die meisten Menschen in der Kunst auch die „Ästhetik“:
Diesen Punkt als wichtigen Teil der „Philosophie der Kunst“ hatte auch Georg Friedrich Wilhelm HEGEL (1770-1831) deutscher Philosoph, (der als wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus gilt) besonders herausgestellt. Siehe hierzu auch (bei Wiki o.ä.) die „Hegelsche Ästhetik“: Seine interessanten Vorlesungen hierzu (anno 1826) sind überliefert.

Die „Fettecke“ war ab 1963 ein gestalterisches Element im Schaffen des deutschen Künstlers Joseph Beuys: „Fettecke“ weggeputzt: „Kunst im Eimer“ titelte damals die Zeitung die ZEIT…

Wir leben in einer Zeit, in der eigentlich alles und jedes Objekt Kunst werden kann. Dies wird von einigen oft als eine Entwertung des Kunstbegriffes angesehen.

KUNST = Mensch = Kreativität = Freiheit 
Joseph Beuys
(1921-1986) war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.

„Die Schönheit ist die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen“. Zitat: Franz Grillparzer (1791 – 1872) österreichischer Schriftsteller.

Wem gehört denn eigentlich „die Kunst“?

Bei den Museen – die Kunstwerke schon immer aufgekauft hatten, gibt es häufig aber auch „Leihgaben“ namhafter Künstler. Als der Direktor des Krefelder Kaiser Wilhelm Museums 1954 ein „Mobile“ vom Künstler „Alexander Calder“ kaufte, da waren 3000 Mark für sein armes Museum viel Geld. Heute würde er für das gleiche „Mobile“ mehr als 100 000 Euro zahlen müssen. (Quelle: Zeit.de)
Die o. a. Frage stellt sich besonders, wenn es um Ankäufe der Jahre 1933 bis 1945 geht. Meist geht es hier um sogenannte Raubkunst, die in der NS-Zeit den Besitzer wechselte – . Seit 1998 sind deutsche Museen verpflichtet, die Herkunft ihrer Bestände zu prüfen und für Kunstwerke, die in der NS-Zeit beschlagnahmt wurden, gerechte Lösungen zu suchen – wie z.B. die ursprünglichen Besitzer zu finden. (DIE ZEIT-Archiv)

Es ist klar, dass die zeitgenössische Kunst auch immer als Dokument unserer Zeit betrachtet werden muss. Es ist die Zeit, in der wir leben und in der die Kunst teilweise auf diese oder jene wieder ganz neue Art definiert wird. Das ist nicht besser oder schlechter als in den vergangenen Jahrhunderten, in denen es eben sehr viele festgelegte Reglements gab, was als Kunst zu betrachten sei.


Der französische Begriff „Gravure“ enthüllt die Herkunft des Kupferstichs.

Bildende Kunst?

Für alle „visuell“ gestaltenden Künste („bildend“ bedeutet hier „gestaltend“ als angewandte Kunst) gilt dieser Begriff. Ursprünglich war es die Baukunst, Bildhauerei, Grafik, Zeichnung, Malerei und Fotografie sowie das Kunsthandwerk.
Die bildende Kunst wird unterschieden von den „darstellenden“ Künsten (wie Theater, Tanz und Filmkunst), Literatur und Musik.

Und was sind „Bildende Künstler“? Künstler der „Angewandten Kunst“ oder derDarstellenden Kunst“ werden so bezeichnet. Der Ausbildungsweg für jemanden, der freier Künstler werden will, ist heute klar: die Ausbildung beginnt meist an einer Kunsthochschule (z.B. drei Jahre Bachelorstudium), FH oder Kunstakademien. Hier sollte man heute eine abgeschlossene Berufs-Ausbildung absolviert haben.

Bildende Künstler/innen drücken ihre gestalterischen Ideen durch Kunstwerke in anderen verschiedenen Kunst-Arten wie Skulptur, Grafik, Malerei, Raum, Installation, Performance, Fotografie und Video, Live-Art oder den neuen Medien aus.


„Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle“. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
ALBERT EINSTEIN (1879-1955) gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit.

WAS IST EIGENTLICH WIRKLICH KUNST FÜR MICH?

Kunst beflügelt unsere eigene Fantasie
Meine Gedanken“ zur individuellen Beurteilung von Kunst:
Was ist mir persönlich hier eigentlich wirklich wichtig…?
Warum spricht uns eigentlich ein Kunstwerk an…?
Welche Gründe spielen dabei für mich eine Rolle…?

Folgende „für mich“ absolut wichtige, entscheidende Begriffe könnten dazu genannt werden:

Die „Schönheit“ bzw. die “ Ästhetik“ des Kunstwerkes? Die „Kunstfertigkeit“, mit der das Kunstwerk geschaffen wurde? Die „Erinnerung“ an erlebte Dinge des Betrachters, die eventuell durch das Kunstwerk ausgelöst wird? Das „Rätselhafte oder Magische oder Geniale“ eines Kunstwerkes? Eine „religiöse“ Komponente? Eine bestimmte „Stimmung“ oder „Harmonie“, die das Kunstwerk schafft?

Wenn „eines oder mehrere“ dieser oben angeführten Kriterien erfüllt sind, kann man – meiner Ansicht nach – durchaus guten Gewissens von einem Kunstwerk sprechen und zwar unabhängig von der Reputation des Künstlers oder der Materialbeschaffenheit des Objektes.

Wie gesagt…das ist meine ganz persönliche Meinung.

SUBJEKTIV – OBJEKTIV? Jeder Mensch hat andere Ansichten, andere Gefühle…Was empfinde ich persönlich eigentlich als Kunst? Etwas Gestalterisches zu erschaffen, was nicht jeder zu erschaffen in der Lage ist und was viele Menschen wirklich berührt, das ist in meinen Augen Kunst. Beispielsweise ein tolles Theaterstück zu schreiben, welches die Zuschauer fesselt, ist für mich ebenfalls Kunst oder ein Tanztheater mit dem starken Ausdrucks-Tanz einer wunderbaren „Primaballerina“…


Nun folgt noch der „pekuniäre“ Aspekt der Kunst, d.h. der äußerst lukrative Kunsthandel – und – Wandel in unserer Zeit.

„Bunt ist meine Lieblingsfarbe“. Zitat: Walter Gropius, amerikanischer Architekt deutscher Herkunft.

WIE FUNKTIONIERT EIGENTLICH DER KUNSTHANDEL?

Der vor allem in Europa und den USA (z.B. „Art Miami“) konzentrierte „Kunsthandel“ wird seit den 1990er Jahren nun zunehmend durch Schwellenländer wie z. B. Brasilien, Südafrika, Korea oder die Golfstaaten erweitert, die zum Beispiel „eigene Biennalen“ veranstalten.
Was wird denn nun eigentlich so an Kunst alles verkauft z.B. auf der „Art Basel“: DER weltweit berühmtesten Kunst-Messe? Wir haben sie mehrmals selbst begeistert besucht (aber nichts gekauft ;-))
Welcher Unterschied besteht hier zur „Biennale“ (Venedig) oder zur „Documenta“ (Kassel)?
Es sind auf der „Art Basel“ (oder auf der „Art Basel in Hongkong“) die „Blue Chips“ des Kunstmarkts zu sehen, die dort „sofort“ gekauft und mitgenommen werden können (im Gegensatz zum Beispiel zur Biennale oder Documenta als große weltbekannte „Ausstellungen“).
Von „Gerhard Richter“ (geb. 1932) zum Beispiel wurde ein Bild (ein „zwei auf zwei Meter“ messendes Quadrat) im Jahre 1994 gemalt, das in warmen Karmintönen gehalten ist. Es war jetzt zum Preis von 19 Millionen US-Dollar erhältlich!
Und „Roy Lichtensteins“ (1923-1997) Riesenformat-Werk «Cosmology» ist der Blickfang in NY bei „Lévy Gorvy“ (Diese Galerie ist in New York eine ganz neue Größe auf dem internationalen Parkett): «Cosmology»: Dieses kapitale Werk von 1978 kostet hier 18 Millionen Dollar.

So wird ein „Sammler“ oft zum Investor, zum Spekulanten. Und: „Wie die Großsammler sind auch die Spitzengalerien mit ihren weltweiten Verbindungen und Partnerunternehmen machtbewusste Spieler im lukrativen Kunstbetrieb.“ (Quelle: Literaturkritik.de)
Wie ich finde, werden all diese gehypten Künstler, meiner Meinung nach, oft „ikonisiert“ … wenn solch horrende Summen fließen. Das ist rational oft einfach nicht mehr zu erklären…

Zum Beispiel gibt es ein Werk des berühmten Fotokünstlers Andreas Gursky (geb. 1955): Für dieses Oeuvre d`art: „Paris. Montparnasse“ (1993 – ein Plattenbau) wurden vor kurzem in London 1,75 Millionen Euro erzielt. Man kann vor diesen monumentalen Bildern (mit einer Länge bis zu 5 Metern!) andächtig verharren, sie bieten wirklich Ehrfurcht gebietende Ausmaße. Man staunt über das vermeintlich völlig Unspektakuläre…(und manch einer schüttelt vielleicht nur den Kopf).

Bei „White Cube“ – dem Platzhirschen der Londoner Galerienszene fand ein Werk von „Georg Baselitz“ (geb.1938 in „Deutschbaselitz“ in Sachsen, eigentlicher Name: Hans-Georg Kern) für 575 000 Euro einen Käufer. (www.nzz.ch).
Georg Baselitz ist weltweit bekannt durch seine wild figurativen, expressiven Gemälde und vor allem ist er auch ein Begriff, weil seine Motive oft auf dem Kopf stehen – sein unverwechselbares Markenzeichen seit Anfang der 1970er Jahre. Bei seiner Suche nach „dem Bild hinter dem Bild“ (Baselitz) schafft er damit eine völlig neue Sehweise in der Kunst.

Die Geschäfte in diesem Preissegment laufen alle sehr, sehr gut: Und die Welt sieht erstaunt zu, wie weltweit bzw. international diese „Kunstwerke“ zu absurden, horrenden Höchstpreisen gehandelt werden.

Es ist ein Markt, der sich mit Absicht sehr bedeckt und für sehr elitär hält. Ist das ein Zeichen der Wertschätzung des Objekts? Oder doch eher ein Symptom für einen immer gieriger werdenden Markt?

Diese Prestige-Objekte bzw. hochpreisigen Kunstwerke werden meistens nur als Wertanlage ersteigert und finden sich dann einsam wieder in dunklen Tresoren oder in von der „Securité“ bewachten Räumen. Die Öffentlichkeit wird ausgesperrt.

So lockt der Kunstmarkt seine Opfer“.
Kritischer, ausführlicher Artikel hier nachzulesen über:
https://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-9260051.html

Eigentlich ist es in der Kunst ähnlich wie im „Fußball“. Es gibt ein paar Welt-Berühmte, die sehr, sehr viel Geld damit verdienen und die große Masse der Anderen...

Einen ganz einfache Erkenntnis aber bleibt:
„Geld ist rund und rollt weg… die Kunst (Bildung) aber bleibt“…
(Zitat „frei nach“ Heinrich Heine ((1797 – 1856) deutscher Dichter und Romancier, Begründer des modernen Feuilletons).

ALLES IST BEZAHLBAR. Wirklich alles?

Happy Place, Los Angeles, United States (Joshua Coleman) Foto: „unsplash“

Die Kunstpreise der Boom-Phase fielen damals nach dem Lehman-Crash dramatisch.…“ Zehn Jahre sind seit der Pleite der Investmentbank Lehman vergangen. Inzwischen war der Preis für Kunstwerke wieder astronomisch gestiegen.
NEWS:
In Corona-Zeiten ändert sich nun doch derzeit wieder so Einiges:
Gehypte Kunstmarktpreise kollabieren… Die Rezession entzaubert die PR-Künstler
Vor allem für viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler ist die finanzielle Lage durch die Corona-Pandemie derzeit weltweit existenzgefährdend bedrohlich…


IMAGINE: „Ein „Maler“ ist ein Mann, der das malt, was er verkauft. Ein „Künstler“ dagegen ist ein Mann, der das verkauft, was er malt“. Zitat: Pablo Picasso (1881-1973)
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Zu jeder Kunst gehören immer zwei: Einer, der sie macht, und einer, der sie braucht. Zitat: Ernst Barlach (1870-1938) war ein berühmter deutscher Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner.

KUNST ALS WARE ODER WAHRE KUNST?

„Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. 
Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz 
einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln“.
Pablo Picasso (1881-1973)
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KUNST-KRITIKER
Nehmen wir doch einmal ein großes, schwarzes Quadrat, das auf edle Leinwand gemalt wurde:
Ich habe noch deutlich in Erinnerung, dass ich vor einiger Zeit in einem Feuilleton einen Artikel gelesen habe, in dem über ein „Kunstbild mit einem schwarzen Kubus“ in folgender Weise berichtet wurde: In der Bild-Beschreibung wurden recht „geschraubte und erhabene“ Text-Formulierungen („Worthülsen der Kunstkritiker-Szene“) verwendet, die mich doch etwas irritierten…

Übrigens war hier in dieser Beschreibung NICHT das berühmte schwarzes Quadrat von Kasimir Malewitsch (1879-1935) – dem russischen Avantgardist – gemeint, sondern wohl ein ähnliches, derzeitiges Werk, irgendeines Künstlers unserer Zeit.
Ich habe den „Laudatio-Text“ jetzt zufällig wiedergefunden, leider ohne genauere Angaben über den Namen des Künstlers und des Mäzens oder Museumskurators.

So dient der Text hier eben als Beispiel für diese Art der Kunst-Beschreibung:
Der schwarze Kubus“ auf seinem Bild besticht, obwohl seine ebenso minimalistischen wie raumgreifenden, auf ganz wenige, stets wiederkehrende, ausschließlich schwarze Farbtöne reduzierte Werke genau das haben, was diese scheinbar perfektionistischen Strenge, aber eben auch ein, den formalen Konventionen verhaftetes Prinzip „aufbrechen“ lässt, bevor es in steril-dekorativer Langeweile zu ersticken droht.

Mit diesen schlichten Eingriffen bereichert der Künstler genial die Bildwelten der Kunst unserer Zeit. Wie treffend ist hier doch die Wirklichkeit abgebildet und wie virtuos wurde der schwarze Farbauftrag gehandhabt…“! Unser Gedanken-Labyrinth arbeitet…und arbeitet…und?

Diese „Bild-Hymne“ über den schwarzen Kubus stammte bestimmt von einem recht kunstbeflissenen, berühmten „Kunst-Lektor“ oder wohlgesinnten Mäzen. WOW… Hier findet sich nun wieder ein Kunstobjekt und zwar hochgelobt in „den Augen eines Betrachters“. Aber… ist dieses „subjektive“ Element einer Lektor-Beschreibung wirklich ganz entscheidend bei der „objektiven Bewertung“ eines Kunstobjektes?
Diese „beeindruckende“, überbordende Beschreibung über dieses „Werk“ ist nur als Beispiel gedacht für die – meiner Meinung nach – oft „unverhältnismäßig stark ikonisierende Kunst-Huldigung“ so manchen Lektors oder Mäzens.



Warum hört sich das Gerede über Kunst eigentlich immer so geschwollen an? Man kann sich danach über solch „hochgestochene“, aber leere Kunst-Erklärungen oder -Artikel nur noch wundern.
Ein derart „extrem gehypter“ Künstler wird vielleicht erst dann durch eine öffentliche Ausstellung bekannt werden, um seinen Wert zu steigern.

„Man merkt die Absicht und ist verstimmt“: Man verwendet dieses Zitat, wenn man schlecht verborgene persönliche Interessen deutlich erkennt.

„Rezensionen“ dürfen wohl so sein…,sind aber manchmal im Gegenteil auch durchaus kritisch – in geeigneten Einzelfällen dann auch völlig „vernichtend“: Sie sollten aber immer dem Gebot der Redlichkeit entsprechen.

Das Mäzenatentum in der Förderung von Kunst ist auch in unserer heutigen Zeit bei Künstlern sehr gefragt, vor allem auch lieb und teuer!


Werbefoto: Bei der Fotografie, die Warhol auf einem Flohmarkt fand und auswählte, handelte es sich um ein Werbefoto aus dem Film „Niagara“ aus 1953, in dem Marilyn Monroe zu sehen war. „Nun war da plötzlich eine Kunst, die ein Thema anbot, das alle kannten und viele interessierte: einfache Suppendosen, Hot Dogs, Wirtschaft, Werbung, Comics und schöne Mädchen“…WOW! (Quelle: Weber 1970, 5).

Pop-Art gab es bereits in Großbritannien in den 50er Jahren. In diesen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand also vor allem in England und Amerika eine ganz neue Kunstrichtung, die im Gegensatz zum damals verbreiteten abstrakten Expressionismus einfach wieder lieber Gegenstände in gut erkennbarer Form darstellen wollte.
Die Entdeckung der Pop Art (Abkürzung für „popular Art“): Es war 1960, als Andy Warhol ( 1928 – 1987), US-amerikanischer Künstler und kreativer Künstler, in den Bann dieser Pop-Art geriet. Es ist kaum zu glauben, dass die Pop-Art-Bewegung bereits existierte, bevor Warhol sich mit ihr beschäftigte. Er war sofort äußerst begeistert vor allem von dem fotografischen Siebdruck…

Andy Warhol“ experimentierte damals mit „Serienverfremdungen im Siebdruck“ und sollte kurze Zeit später mit Marilyn Monroe eine Ikone der Moderne geschaffen haben.


„Ohne das Mäzenatentum vergangener Zeiten hätten Malerei, Musik und Literatur nicht das heutige Level oder Niveau erreicht. Mit „Ethik“ hatten edle Spender und Investoren „heute wie damals wenig am Hut“. Kunst war und ist ein äußerst lukratives Geschäft und ein Jahrmarkt der Eitelkeiten.“ (Quelle: RT Deutsch, 04. April 2019)

Einige Menschen würden vielleicht eher wohl nur verständnislos beim Anblick so manchen „Kunstwerks“ den Kopf schütteln. Wahrscheinlich hat jeder schon einmal vor einem Kunstwerk gestanden, mit dem er rein gar nichts anfangen konnte.

Meist fehlt hier aber auch ganz einfach die Bereitschaft,
sich „mit dieser Art“ Kunst ernsthaft auseinanderzusetzen.

Und das aber müssen wir unbedingt immer und immer wieder in jeden Fall tun:
UNS MIT KUNST AUSEINANDER SETZEN.



Das Wichtigste hat der Künstler „Duchamp“ nämlich uns dann doch ganz einfach „mit seinem Flaschentrockner “ gezeigt:

WAS KUNST IST, entscheidet der Künstler“:

Er erhebt ganz einfach das durch ihn designierte „simple Massenprodukt“ zum Kunstwerk. (Mancher denkt vielleicht, weil er dem „Kunstmarkt“ mit seiner Ironie den Spiegel vorhält?)

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt
Diese Worte beruhen übrigens interessanterweise auf einer Übersetzung des französischen Wahlspruchs des Hosenbandordens: »Honi soit qui mal y pense.« (Der vom englischen König Eduard III. anno 1348 gestiftete Hosenbandorden ist der exklusivste Orden des Vereinigten Königreichs und einer der angesehensten Europas). Sorry…ich schweife ab… 😉

Warum kann eigentlich nicht jeder moderne Kunst machen?
SEIN UND SCHEIN: Da stellt sich natürlich die wichtigste Frage, wer entscheidet das eigentlich „wer“ überhaupt ein Künstler ist?

Das tun dann vor allem die „wichtigen“ sog. Kunstexperten in den Museen. Warum können sie das entscheiden? Weil sie die fachliche Expertise haben (sollten).
Außerdem entscheidet natürlich der (Kunst-)Markt, wer als Künstler anzusehen ist und entsprechende Preise für seine Werke verlangen darf.
So mancher vertritt heutzutage vielleicht die Auffassung:
Ein Maler, Bildhauer oder Fotograf, der alle seine Werke vom ersten bis zum letzten Stück verschenken würde, wäre überhaupt gar kein Künstler: Kunst muss also teuer sein, es muss also ordentlich etwas kosten, sonst ist es keine Kunst…???


„Genialität ist Eigentümlichkeit der Auffassung, Talent ist die Fähigkeit des Wiedergebens“. Zitat: Franz Grillparzer (1791 – 1872) österreichischer Schriftsteller.

PICASSO (1881-1973) soll am 2.Mai 1952 in Madrid eine sensationelle Rede gehalten haben, in der er sagte: „Seit die Kunst nicht mehr die Nahrung der Besten ist, kann der Künstler seine Talente für alle Wandlungen und Launen seiner Phantasie verwenden. Alle Wege stehen einem intellektuellen Scharlatanismus offen. Das Volk findet in der Kunst weder Trost noch Erhebung. Aber die Raffinierten, die Reichen, die Nichtstuer und die Effekthascher suchen in ihr eine Neuheit, Seltsamkeit, Originalität, Verstiegenheit und Anstößigkeit. Seit dem Kubismus, ja schon früher, habe ich selbst alle diese Kritiker mit zahllosen Scherzen zufriedengestellt, die mir so einfielen und die sie umso mehr bewunderten, je weniger sie ihnen verständlich waren. Durch diese Spielereien, diese Rätsel und Arabesken habe ich mich schnell berühmt gemacht. Und der Ruhm bedeutet für den Künstler: Verkauf, Vermögen, Reichtum. Ich bin heute nicht nur berühmt, sondern auch reich. Wenn ich aber allein mit mir bin, kann ich mich nicht als Künstler betrachten im großen Sinne des Wortes: Große Maler waren Tizian, Rembrandt, Giotto und Goya. Ich bin nur ein Spaßmacher, der seine Zeit verstanden hat und alles, was er konnte, herausgeholt hat aus der Dummheit, der Lüsternheit und Eitelkeit seiner Zeitgenossen“ .


ÜBER DEN KÜNSTLER PABLO PICASSO:
„Jeder Versuch, Picasso zu verstehen, bleibt hoffnungslos, wenn wir nicht davon ausgehen, dass er niemals einen Menschen so nah an sich heranließ, dass dieser hätte erahnen können, welch immense Unruhe in ihm lauerte. Eine seiner beachtlichsten Leistungen während der mehr als neunzig Jahre seines Lebens bestand darin, diese große innere Angst soweit zu beherrschen, sodass sie ihn zum Arbeiten anregte – und wie er arbeitete! Arbeit war sein Zaubertrank gegen die Angst“ .
(Norman Mailer (1923-2007) berühmter US-amerikanischer Schriftsteller, Regisseur)



Kunst wollte schon immer, dass wir die Welt mit anderen Augen sehen. Ob sie das tatsächlich auch fertigbringt, hängt nicht allein vom Können des Künstlers ab, sondern auch von unserem Können als Betrachter. Denn nachdem sich moderne Kunst von allen traditionellen Formen der Gestaltung befreit hat, bekommt man immer wieder zu hören, ob denn das noch Kunst sei? Bilder tauchen auf...in uns selbst, wir können sie uns schaffen, jeder in sich selbst. Schön, dass jeder Mensch für sich selbst entscheiden kann, was für ihn Kunst ist.

WE SEE WHAT WE WANT.
Unser Leben ist ein weißes Blatt, die Farben sind in uns. Malt es unbedingt schön bunt und leuchtend…
Hier hoffe ich, als recht kunstinteressierter Laie, allen meinen Blog-Lesern gegenüber einen kleinen Beitrag zu diesem interessanten Thema geleistet zu haben.


Picassos berühmtes Anti-Kriegsgemälde „GUERNICA“: Die gleichnamige spanische Stadt (im Baskenland) wurde 1937 von der deutschen Wehrmacht zerstört. Nach der Pariser Weltausstellung 1937 reiste Picassos „Guernica“ (für 40 Jahre ins Exil) ins New Yorker Museum of Modern Art. Eine Ausstellung in Spanien war damals undenkbar. General und Diktator Franco verbot alle Nachdrucke und stellte den heimlichen Besitz einer Reproduktion unter Strafe. Künstler: Pablo Picasso, 1937. BILD: Öl auf Leinwand. 27 Quadratmeter groß (349 × 777 cm). Heute: im Museo Nacional Reina Sofía (Madrid). 

Als Abschluss habe ich eine kleine bunt-gemischte Bilder-Reihe mit „Impressionen“ zum Thema „Ist das Kunst?“ zusammengestellt, sie ist sicher nicht repräsentativ bzw. weit davon entfernt für den derzeitigen Kunstmarkt, jedoch passend als „Bilder-Potpourri“ mit unterschiedlichen Techniken und Motiven gemalt. Nur der schwarze Kubus, der fehlt…

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.
Zitat von „Thukydides“ (um 455 – 396 v. Chr.),

(griechischer Flottenkommandant im Peloponnesischen Krieg und Historiker)


P.S.: Die feine Kombination von Gedanken und Bildern ist hier im Blog nicht einfach…Ich finde, Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker. Manch`bekannte oder unbekannte Zitate-Spruchweisheiten und kurze Gedichte umrahmen daher meine Gedanken in diesem Blog.
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Blog-Thema: „KUNST“ veröffentlicht am 16. 8. 2019