„Vielleicht ist das, was wir Leben nennen, ein Traum und das, was wir Traum nennen, das Leben.“ – Zitat: © Platon (428 – 347 v. Chr.) war ein Schüler von Sokrates.


Hatte Platon Recht? Ist das Leben ein Traum oder ist es tatsächlich möglich, dass wir unser Leben nur träumen? Träume können beflügeln, inspirieren, ängstigen – sich aber auch in Luft auflösen … Was vor über 2000 Jahren die alten Griechen noch glaubten, wird in unserer heutigen Welt nicht mehr so ohne weiteres akzeptiert oder ist vielleicht doch etwas Wahres daran?


LESEDAUER: ca. 15-20 min. (je nachdem wie ausführlich) Quellenangaben am Blog-Artikel-Schluss.

WAS SIND EIGENTLICH „TRÄUME“?

Unter Traum oder Träumen versteht man das Phänomen, „während des Schlafes“ unbewusst irgendetwas zu erleben. Der Traum ist somit eine besondere Form unseres menschlichen Bewusstseins. Während der Körper – wenn man ihn von außen beobachtet – sich völlig entspannt, also in völliger Ruhe befindet, können dem Schlafenden im Traum bewegte Bildergeschichten erscheinen.

Prof. Dr. Michael Schredl, Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim beschreibt es – meiner Erinnerung nach – wie folgt: Als Träumen bezeichnen wir das „subjektive“ Erleben während des Schlafes, an das wir uns manchmal auch noch nach dem Aufwachen genau erinnern können.

Wie dieses subjektive Erleben während des Schlafens entsteht und wie es genau funktioniert, beschäftigt die Neuro-Wissenschaftler heute noch immer intensiv. Es gibt einige Theorien, aber letztlich ist die Frage genauso schwer zu beantworten, wie die nach der Entstehung des Bewusstseins im „Wachzustand“. Dies ist alles im Wesentlichen ebenfalls noch ungeklärt.
Was wir heute wissen: Ähnlich wie im Wachzustand ist auch im Schlaf das „gesamte“ Gehirn an der Entstehung unserer Gedanken beteiligt.

Bewegt man im Traum z.B. einen Arm, dann ist wahrscheinlich ein bestimmtes Gehirn-Areal (Motorcortex) gerade aktiv, das die willkürlichen Bewegungen steuert. Und wenn man im Traum spricht, dann wird auch das dafür zuständige ( motorische und sensorische) „Sprachproduktionszentrum“ (u. a.: Broca-Areal, Wernicke-Zentrum) stark aktiv.

Wir leben in einer Welt ohne Magie. Deshalb haben wir Träume und Fantasie.

Was passiert eigentlich in unserem Schlaf – damit wir träumen können?

Unser Körper schaltet im Schlaf in den „Standby-Modus“ : Aber unser hormonelles System ist in der Nacht überaus aktiv. Die Zirbeldrüse (Epiphyse) wandelt das am „Tage“ im Gehirn gebildete Hormon Serotonin in der Dunkelheit der „Nacht“ in Melatonin um: Gegen Abend beginnt die Zirbeldrüse größere Mengen des Hormons Melatonin auszuschütten, wodurch unser Stoffwechsel gebremst wird.  Die Zirbeldrüse steuert also unsere innerste Uhr und reguliert unseren Schlaf. Bei beiden Hormonen handelt es sich um so genannte „Neurotransmitter“. Das sind körpereigene Botenstoffe, die als Verbindungsstellen in allen Nervenzellen des Körpers fungieren und von dort aus die elektrischen Impulse entsprechend weiterleiten.

Auch das „Immunsystem“ ruht nicht, während man schläft. Die Makrophagen* unseres körpereigenen Abwehrsystems sind im Schlaf besonders aufmerksam. Forschungsergebnisse belegen tatsächlich, dass zwischen Schlaf und Immunsystem eine sehr enge Wechselbeziehung besteht. Als Beispiel überfällt z.B. manch einenbleierne“ Müdigkeit, wenn die eigene Gesundheit angeschlagen ist – so gilt das bekannte Motto: Schlaf ist die beste Medizin.
Schlaf` Dich gesund…heißt auch eine alte Volksweisheit....

Die Makrophagen* (Leukozyten) haben die Aufgabe, in den Körper eingedrungene Erreger wie Bakterien, Viren oder Toxine zu vernichten.

Wie hängt Schlaf mit der Funktion des Immunsystems zusammen?  

Forscher konnten kürzlich einen neuen Mechanismus nachweisen, dass ausreichender Schlaf das Immunsystem fördert. Schlaf sei sehr wichtig für die Bildung eines „immunologischen“ Gedächtnisses und damit wohl für die Entstehung von Immunität gegenüber vielen Infektionskrankheiten. Das alles ist letztendlich – wie so vieles beim Schlaf – noch nicht genauestens bis ins kleinste Detail erforscht…

Träume sind wie Sterne am Himmel – sie sind unfassbar….

Die vier Schlaf-Phasen

TRAUMHAFT:
REM = Rapid Eye Movements: Experten nennen diese intensivste Traum-Schlaf-Phase den REM-Schlaf.
Die Entdecker des REM-Schlafes: „Eugène Aserinsky“ (1921-1998) und der Schlafforscher „Nathaniel Kleitman“ (1895-1999) beobachteten zusammen an der Universität Chicago bereits im Jahre 1953 erstmals eine sehr auffällige Hirnaktivität der vierten Schlaf-Phase, den sog. „bewegten“ Traum-Schlaf.
Heute vermutet man, dass in dieser Phase insgesamt das Gehirn dem „Wachzustand“ viel näher zu sein scheint, als dem des Schlafes – daher wird der REM-​Schlaf auch als „paradoxer“ Schlaf bezeichnet, in dem allerdings die Muskeln normalerweise maximal entspannt sind.

Man unterscheidet also insgesamt vier Schlafphasen. In drei dieser ersten Schlaf-Phasen sind Körper und Gehirn noch so ruhig und entspannt, wie das für den Schlaf typisch ist.
Unsere Träume bestehen zu mehr als der Hälfte aus bewegten Bildern, zu einem Viertel aus akustischen Eindrücken, auch aus Körperempfindungen und sogar aus Gerüchen und Geschmacksempfindungen.

1. Schlafphase: Einschlafphase (Non-REM-Phase): Weil das Gehirn häufig schon vor der Muskulatur zur Ruhe kommt und „abschaltet“, tritt in dieser Phase manchmal ein Gefühl des Fallens oder ein plötzliches Muskelzucken in den Beinen auf.

2. Schlafphase: Leichtschlafphase (Non-REM-Phase): In dieser Leichtschlafphase (mit etwa 90-minütigem Schlafzyklus) ist unser Schlaf jedoch nach wie vor oberflächlich, so dass wir durch kleine Reize oder Störungen in dieser Phase noch immer recht schnell aufwachen könnten.

3. Schlafphase: Die „Tief-Schlafphase“ (Non-REM-Phase): Die Tiefschlafphase ist sowohl physisch als auch psychisch die erholsamste und daher die wichtigste unserer Schlafphasen. Es ist die Phase tiefster körperlicher Entspannung: Wir atmen rhythmisch und sowohl unsere Muskel-, als auch die Hirnaktivität sind auf ein Minimum beschränkt. In dieser Tiefschlafphase schlafen wir besonders fest und sind entsprechend nur sehr schwierig wach zu bekommen – werden wir dennoch aus ihr geweckt, fühlen wir uns zunächst total benommen und müssen erst einmal ganz langsam wieder zurück in unser Bewusstsein finden.

Nach 60 bis 90 Minuten des Tiefschlafs folgt – nach der Reihe von Einschlaf-Phasen – dann die erste „Traum-Phase.

4. Schlafphase: Die „Traum-Schlaf“ Phase (REM-Phase): Diese „Phase Vier“ geht mit beschleunigter Atmung und auffälligen, schnellen Augenbewegungen einher: Den REM = Rapid Eye Movements. Diese schnellen, unruhigen Augenbewegungen sind die Namensgeber des REM-​Schlafes, der seit seiner Entdeckung von den „drei“ anderen Phasen des „Nicht-​REM-​Schlafes“ – die ganz ruhig in der Nacht stattfinden – deutlich abgegrenzt wird.
Unser Schlaf ist in der REM-Phase wieder viel leichter, so dass wir aus dieser Schlafphase trotz intensiven Träumens wieder relativ schnell aufgeweckt werden können. Schlafforscher vermuten, dass in dieser Traumphase nicht nur Informationen, sondern insbesondere „emotionale Sinneseindrücke“ verarbeitet werden. Eine REM-Phase dauert meist zwischen fünf und zwanzig Minuten lang: Gegen Morgen werden diese Phasen dabei länger. Die REM-Phase kann während einer Nacht 4 bis 6 Mal auftreten.


Die „Traum-Schlaf“ Phase

Während einer Traum-Schlaf-Phase (REM) zum Beispiel – ist unser Körper (wie erwähnt) besonders aktiv – wie auch die Schlafforscher damals schon beobachteten: Die Atmung ist unregelmäßig, die Herzfrequenz schwankt, und der Blutdruck steigt. Gehirn und alle Organe werden besser durchblutet. Das Einschlafhormon (Melatonin) steigt an, sobald es dunkel wird und der Cortisol-Spiegel sinkt.

Heute zeigen messbare Hirnströme im EEG (Elektroenzephalogramm) dies genauestens auf: Es gibt also verschiedene Schlaf-Phasen während der Nacht: Die erste Tiefschlafphase mit ihren noch sehr langsamen Hirnstromwellen dauert ungefähr 90 Minuten, dann stellt sich wieder ein neuer Rhythmus ein. Der Mensch wird sozusagen „NACHTAKTIV“.

Der Begriff „Traumschlaf“ beschreibt – nach der Einschlafphase – sehr eindrücklich, was jetzt ganz genau beim Träumen mit uns geschieht: Die Hirnströme werden also unruhiger und schneller, die Herzfrequenz beschleunigt sich, die Augen bewegen sich unruhig hin und her. Bestimmte Regionen der Sehrinde* im Gehirn werden aktiver als im Wachzustand – eine Erklärung dafür, weshalb wir im Traum Konturen überscharf und Farben auch viel heller sehen.
Und auch die für die Bewegung zuständigen Hirnregionen werden „aktiviert“: Es entstehen oft völlig bizarre Bilder, in denen wir fallen, fliegen, rennen und klettern…. Im REM-Schlaf treten die heftigsten Träume auf, aus denen man manchmal verängstigt „hochschrecken“ kann und an deren Inhalt man sich direkt beim Aufwachen auch gelegentlich noch deutlich erinnern kann.
(Sehrinde* im Gehirn: Der visuelle Cortex (auch Sehrinde) ist derjenige Teil der Großhirnrinde, der zum visuellen System zählt, welches wiederum die visuelle Wahrnehmung ermöglicht.)


Nun ist heutzutage die Vorstellung, das Gehirn arbeite wie ein Computer, die aktuellste „Metapher“, die in jeder Debatte über Künstliche Intelligenz auftaucht, (Stangl, 2020).

Aber noch niemand hat eine Speicherbank im Gehirn gefunden, die auch nur annähernd so funktioniert wie der Datenspeicher eines Computers. Hinzu kommt die Einzigartigkeit jedes Gehirns, die auf die Einzigartigkeit der Lebensgeschichte jedes Menschen zurückzuführen ist. Das Gehirn arbeitet nicht wie ein Computer. Den Versuchen, es zu verstehen, steht diese „Metapher“ im Weg.
Bislang kann kein Mensch wirklich sagen, worin der „Trick“ des Gehirns liegt, dass es tut, was es tut und Dinge wie Gedächtnis, Bewusstsein und Kreativität realisiert.
Vielleicht mag es so kommen, dass in einigen Jahren eine technische Nachbildung des (homo sapiens-) Gehirns dieselbe Anzahl an Neuronen und deren Verbindungen enthält….wer weiß? Es ist alles wohl nur eine Frage der Zeit: Die Menschheit hat irgendwann einmal als „Einzeller“ angefangen. Das gilt natürlich nur, wenn man nicht an irgendeine göttliche Vorsehung glaubt… 😉


Babys träumen nicht nur nach, sondern sogar schon vor der Geburt…Denn schon in der Schwangerschaft, etwa ab dem 6. oder 7. Monat, kommt es bei einem Kind zu den REM Phasen während des Schlafs.

Was ist denn eigentlich ein „gesunder“ Schlaf?

Das merken wir vor allem am Morgen. Sind wir fit oder eher gerädert? Aktuelle Studien empfehlen rund 7,5 Stunden in der Nacht zu schlafen, um erholt und gesund durch den Tag zu kommen.
Der Tiefschlaf, der später im Verlaufe des Nachtschlafes stattfindet, ist für die Erholung am wichtigsten.
Die biologische Mitte der Nacht liegt zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Dann ist die Körpertemperatur am niedrigsten und die Produktion der Wachstumshormone (z.B. Somatotropin, Melatonin) ist noch eingestellt. Später wird der Körper mit der Ausschüttung des Stresshormons Cortisol – wie schon erwähnt – wieder auf den kommenden Tag eingestimmt.



SCHLAFSTÖRUNGEN

Interessanterweise hat die Natur es so vorgesehen, dass im REM-Schlaf die Impulse in unserem Gehirn zu den „Muskelzellen“ – im Hirnstamm aktiv „blockiert“ werden, um sicherzustellen, dass wir sicher und ruhig schlafen können, während wir doch so intensiv träumen. Unser „Stammhirn“ verhindert also normalerweise in dieser „Traum-Phase“, dass der Körper die Traum-Bewegungen auslebt und sich womöglich auch noch selbst verletzt. Die Muskeln sind also eigentlich „gelähmt“ bzw. ruhiggestellt.

Es gibt über 80 verschiedene Schlafstörungen, die in der Schlafmedizin gegeneinander abgegrenzt werden können. Hier einige Beispiele:

Fehlfunktionen“ (im Bereich einer dieser vier Schlaf-Zyklen) können einige „Störungen“ des Traumschlafs – zu denen zum Beispiel insbesondere die REM-Schlaf-Störung des Traumschlafs und die Narkolepsie zählen – verursachen.
Die REM-Schlaf-Störung ( „REM sleep behavior disorder“ RBD) ist die wichtigste Traumschlafstörung des höheren Lebensalters. Sie ist jedoch noch relativ wenig bekannt.  RBD wurde erstmals 1986 vom Schlafforscher Carlos Schenck/USA beschrieben. Die Störung ist an den REM-Schlaf gebunden und tritt hauptsächlich in der zweiten Nachthälfte auf.
Diagnose und Therapie erfolgt heute am besten durch einen neurologischen Schlafspezialisten: Z.B. Schlafuntersuchung im Schlaflabor unter Videokontrolle (Video-Polysomnografie). Zur Therapie bei chronischen Formen werden „Melatonin“ oder Medikamente der „Benzodiazepin“ – Gruppe (z.B. Clonazepam = Rivotril)  empfohlen. Vor dem Schlafengehen eingenommen, soll dann die Muskelaktivität im REM-Schlaf deutlich reduziert werden.
Bei Untersuchungen ergaben sich Hinweise, dass eine genetische Komponente der „idiopathischen“ REM-Schlaf-Verhaltensstörung bestehen könnte. (Springer Link- Somnologie – Schlafforschung und Schlafmedizin P. Joung 2014)
Auch die Narkolepsie (Schlafkrankheit/Schlafsucht) ist eine Schlaf-Wach-Störung, bei der es zu erhöhter Schläfrigkeit – auch oft schon im Jugendalter – während des Tages und plötzlichen Schlafattacken kommt.
Die zentrale Schlafapnoe:  Hier setzt die Atmung im Schlaf für mindestens 10 Sekunden aus, weil das Gehirn dem Körper keine Signale zum Einatmen sendet. Hier gibt es verschiedene Ursachen. Häufig tritt sie in Zusammenhang mit Schnarchen auf und bezeichnet nächtliche Atemaussetzer. Sie bleiben vom Schläfer meist unbemerkt und bewirken, dass sich der Betroffene trotz vermeintlich gutem Schlaf morgens müde und kraftlos fühlt.
Restless-Legs-Syndrom (RLS): Eine weitere Schlafstörung sind die Restless-Legs. Betroffene verspüren ein starkes Unruhegefühl, Kribbeln oder Ziehen und Schmerzen in den Beinen, das zu stetigen Bewegungen zwingt. Die eigentliche Ursache ist bislang noch weitgehend unbekannt. Experten vermuten als Auslöser der Erkrankung den Mangel eines bestimmten Botenstoffes im Gehirn (Dopamin). So zählt das RLS zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.

PARASOMNIEN sind insgesamt alle Schlafstörungen, die durch körperliche Phänomene oder Aktivitäten wie unbewusste Blasenentleerung, Schlafwandeln, Zähneknirschen oder panikartiges Aufschrecken (Pavor nocturnus) gekennzeichnet sind.

Eigentlich wissen wir schon seit langer Zeit, dass seelische und körperliche Krankheiten unseren Schlaf und unsere Träume beeinflussen. REM-Schlafstörungen – gibt es auch schon bei jungen Menschen, wenn auch seltener – diese Störungen können Vorboten oder Ursachen von Krankheiten sein, die weit in der „Zukunft“ liegen.
Dass unser Schlafverhalten mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen kann, ist eigentlich gar nicht so unwahrscheinlich. Schon in der Antike glaubten Hippokrates und Sokrates, dass Trauminhalte die Vorboten späterer Krankheiten sind. Später schloss sich Sigmund Freud den Theorien an. Beweise dafür gab es damals noch nicht.

Der Mensch verschläft ein Drittel seines Lebens
Die lange Nacht des tiefen Schlafs

Diesen ständigen Wechsel zwischen Tiefschlaf und REM-Phase durchläuft der Mensch jede Nacht vier bis sechsmal.
Diese unterschiedlichen Schlafstadien lassen sich sogar schon beim ungeborenen Kind beobachten.

Im letzten Drittel des Schlafes macht der Körper sich dann aber schon bereits wieder fit für den nächsten Tag: Er schüttet größere Mengen des Stresshormons „Cortisol“ aus, das – wie oben erwähnt – ja anfangs im Schlaf deutlich abgesunken war. Etwa eine Stunde vor dem Aufwachen gleitet der Schlafende wieder in einen ganz leichten Dämmerschlaf, ähnlich wie anfangs – während des Einschlafens…

Auch das Gehirn braucht einmal Pause…
Aus neurophysiologischer Sicht ist der Traum ein für den Körper überaus wichtiger Mechanismus.
Der Neurologe Michel Jouvet (1925-2017) vertrat die These, dass die Bilder und Szenen des Traums zur ständigen „Programmierung“ unserer Gehirnzellen dazu gehören. Jouvet war ein bekannter französischer Neurowissenschaftler und Traumforscher.


BIS DASS DER WECKER KLINGELT…

Es empfiehlt sich, nach dem Klingeln des Weckers noch etwas liegen zu bleiben, die Gedanken zu sortieren und alles gemächlich anzugehen..dann ist der Tag dein Freund 😉

Bis wir aufgewacht sind, erleben wir also pro Nacht etwa bis zu sieben solcher Schlafzyklen … Innerhalb dieser Schlafphasen schlafen wir aber auch „unterschiedlich tief“ – und immer auch unterschiedlich „erholsam“ …

Im Laufe der Nacht finden übrigens bei den meisten Menschen im Schlaf zirka 20 bis 60 ständige Bewegungen und „Lagerungswechsel“ im Bett statt, auch wenn wir dies nicht bewusst mitbekommen. Das alles geschieht also im völlig unbewussten Zustand.


Das „Traum-Ich“ und das „Tages-Ich“

Das Traum-Ich ist die Person im Traum, mit der sich der Träumer oder die Träumerin identifiziert. Es ist die Person, die man im Traum als sich selbst empfindet und mit deren Augen man alles sieht.

Diese Begriffe sind – nach „Sigmund Freud“ – zwei „Traum-Symbole“ und völlig auseinander divergierende Realitäten. Ich meine, das sind recht merkwürdige „Realitäten“, die schon immer Dichter, Denker und Philosophen beschäftigten und noch beschäftigen…Zur psychologischen Sicht der Traumdeutung dieser Traumsymbole gibt es interessante Literatur…es lohnt sich zu „googeln“ 😉
So wird also der Traum zum Objekt der psychoanalytischen Forschung.

Dein „Traum – Ich“ … Dein Unbewusstes ist immer für Dich da …

Kopfkino im Schlaf?

Auch die Art des „Traumerlebens“ ist im Lauf der Nacht oft wie wildes nächtliches „Kopfkino“ und individuell sehr unterschiedlich: „Diese Art des Traum-Erlebens liegt an diesen unterschiedlichen Zyklen, die unser Körper während des Schlafens durchläuft“, erläutert Alfred Wiater. Der Kinder- und Jugendarzt ist Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Quelle: lokal26.de)

Man weiß schon lange, dass der Mensch nach dem Einschlafen über den Leichtschlaf zunächst in eine längere „Tiefschlafphase“ sanft hinübergleitet. Der Körper ist total entspannt, das Gehirn arbeitet kaum. Die Träume in diesen Schlafphasen sind sehr kurz und unwirklich. Dann geht es hinüber in den sog. REM-Traum-Schlaf. „Im REM-Schlaf sind die Träume am intensivsten“, so Wiater.

Traumdeutung: Wird von einem Ufo-Angriff geträumt, soll dies aufzeigen, dass der Betroffene sich danach sehnt, seine Gefühle zu zeigen und auszuleben, sich jedoch hiervor fürchtet…wers glaubt? Es wird viel zu viel gedeutelt… Es gibt ein Lexikon für Traumdeutung, mit unzähligen Traumsymbolen, die immer eine ganz bestimmte Bedeutung haben sollen …Die generelle Deutung von Traumsymbolen ist eine sehr umstrittene, wenn auch extrem beliebte Disziplin.

Wie ist das Schlafverhalten eigentlich im Alter?

Der Volksmund sagt ja, im Alter brauche man weniger Schlaf… – „Das ist Quatsch! Ein Mythos, der sich leider wacker hält“ sagt Prof. Dr. med.Ingo Fietze (Schlafmediziner u.a., Charité Berlin). Kann man denn den Schlaf am nächsten Tag nachholen, geht das überhaupt? – „Na ja.. Es gibt drei Müdigkeitsfenster, die liegen normalerweise zwischen 9 und 10, zwischen 12 und 14 und zwischen 16 und 18 Uhr. Mein Müdigkeitsfenster ist täglich zwischen 16 und 18 Uhr“ …das muss jeder Mensch selbst ausprobieren, meinte Ingo Fietze im Interview mit der taz.

Bei manchen älteren Menschen, die nachts oft kürzer durchschlafen, ist täglich ein kurzes „Nickerchen“ also Mittags-Schläfchen wohltuend und wichtig. Man kann übrigens keinen „Schlaf nachholen“… wie oft behauptet wird. Der Körper reguliert in gewissem Maße selbst eventuelle Schlafdefizite. „Gelegentlich“ versäumter Schlaf wird von unserem Körper also ohne Probleme ausgeglichen. Ein chronischer Schlafmangel dagegen nicht, der kann einen wirklich krank machen …

Schlaf ist ein passiver Zustand, er wird auch als kleiner Bruder des Todes bezeichnet.


Wer sagt: „Ach herrjeh…ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan …“ , der erfährt spätestens im Schlaflabor, dass er doch, wenn auch nur wenig, geschlafen hat. Bereits eine kurze Schlafzeit gewährleistet ein Minimum an Erholung und verhindert, das wir an Schlafmangel leiden.


Wie ist das mit den alten Volksweisheiten: „Morgenstund`hat Gold im Mund“. Oder: „Mit den Hühnern zu Bett ist gesund“ ??
Diese „weisen“ Aussagen gelten nur für Morgenmenschen, die Lerchen. Für Abendmenschen, also die Eulen, treffen diese Weisheiten überhaupt nicht zu.

„Träume entspringen wachen Gedanken!“ – Zitat: © Cheng-En (um 1500 – 1582), chinesischer Schriftsteller

Die Fähigkeit, sich morgens an Träume zu erinnern, ist verschiedenen Studien zufolge bei allen Menschen sehr variabel (von fast nie bis jeden Morgen).

Träume und Gedanken, kennen keine Schranken.“ – Deutsches Sprichwort.

Wieso-Weshalb-Warum?

  • Wieso träumt man? Man verarbeitet damit am Tag Erlebtes, Verdrängtes, unbewusst Wahrgenommenes. Auch Vorahnungen können „erträumt“ werden.
  • Weshalb erinnert man sich nur an manche Träume? Im REM-Schlaf träumt jeder. Nur, wenn ein Teil des Gehirns noch aktiv ist, erinnert man sich an den Traum, oft an kleinste Einzelheiten, etwa wie Farben oder Beschaffenheit eines Objekts.
  • Warum wiederholen sich manche Träume? Verdrängtes wird wieder vorgeholt, damit man sich damit auseinandersetzt. Tut man’s nicht, kann der Traum zum Albtraum werden.

Und wie lange träumen wir eigentlich? Es gibt 4 bis 5 Traumphasen in denen wir – so die Forschung – nachts ca. 1,5 Stunden lang träumen. Die ersten Phasen dauern 5 min., die letzten bis zu 20 min. In jeder Phase träumt man wieder einen neuen Traum, nach der letzten Phase wacht man dann oft auf.

Nichts Ewiges kann das Glück uns geben, denn flüchtiger Traum ist ein Menschenleben. Und selbst die Träume sind ein Traum!“- Zitat: © Pedro Calderón de la Barca (1600 – 1681), Pedro Calderón de la Barca y Barreda González de Henao Ruiz de Blasco y Riaño, spanischer Dichter

Der richtige Schlaf beeinflusst auch unsere Träume

Wenn du dich nie oder nur sehr selten an deine Träume erinnern kannst, liegt dies häufig auch an „viel zu wenig Schlaf“ und „zu viel Stress“. Wenn du völlig übermüdet ins Bett gehst, nutzt der Körper die ganze Zeit zur Regeneration und hat weniger Energie für das „Traumgedächtnis“.

Leise sein…pssst! Selbst die kleinsten Geräusche können den Schlafenden stören…

Ausreichend schlafen ist also sehr wichtig für die erholsame Regeneration von Körper und Geist. Jeder Mensch sollte auch darauf achten, dass er genügend Schlaf bekommt. Die Dauer des benötigten Schlafs ist dabei sehr individuell und hängt vor allem auch vom Alter ab. Außerdem sollte es im Schlafzimmer eher kühl und wirklich dunkel sein. Während aber doch Kälte verspannt, entspannt die Wärme. Zu empfehlen ist eine Temperatur zwischen 18 und 20°C. unter 16°C sollten es nicht sein. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 50 % liegen.

Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft sich in alles zu verwandeln, was immer sie sich wünschen.“ – Zitat: © Jean Cocteau (1889-1963) war ein berühmter französischer Schriftsteller, Regisseur und Maler.

Die Psycho-Analyse

Die Psychoanalyse hatte früher behauptet, dass der Schlaf ein völlig unbewusster Zustand sei.
Das erscheint jedoch nur so, weil der Träumer schläft und nicht mit der Umgebung kommuniziert. Im Traum sind immer auch Themen und Elemente des „Wach-Erlebens“ dabei, aber die Inhalte werden kreativ gemischt. Man kann z.B. auch von Dingen träumen, die man vorher noch nie gesehen hat. So wie man sich auch im Wachzustand irgendwelche Dinge in seiner Fantasie „ausmalen“ kann.
Man geht heute davon aus, dass diese kreative Mischung von alten und neuen Erfahrungen, die man im Traum hat, bei unserer Gedächtnisfunktion mithelfen kann. So gibt es feste Verknüpfungen zwischen verschiedenen Gedächtnis-Inhalten, die zwar nicht direkt inhaltlich, aber doch auf der emotionalen Ebene etwas miteinander zu tun haben…so die Psychoanalyse heutzutage.

„Träume entstehen aus „zufällig“ ablaufenden Nervensignalen“… behaupteten die Psychoanalytiker noch vor dem Jahre 1953, als gerade – wie berichtet – der Rem-Schlaf entdeckt wurde. So hat sich doch in der Forschung seither einiges getan...

„Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unseren Körper eingeschlossen sind, wie es scheint.“ – Zitat: © Christian Friedrich Hebbel (1813-1863) war ein bekannter deutscher Dramatiker und Lyriker.

Die Historie der Traumdeutung

Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen glauben fest daran, dass Träume gewisse Botschaften unseres Unterbewusstseins sind. Da die Menschen schon immer an der Bedeutung ihrer Träume interessiert waren, hat die Traumdeutung eine sehr lange Geschichte.

Nicht erst mit dem ersten Buch zur Traumdeutung anno 1300 v.Chr., sondern sogar wesentlich früher, also schon etwa seit dem Jahr 4000 v.Chr. soll das „Aufzeichnen“ von Träumen bekannt gewesen sein: Es brachte große Veränderungen im menschlichen Kulturgeschehen. In dieser Zeit erfolgte der Übergang zur Bronzezeit und die Einführung der „Schrift“. Ab etwa 3200 v. Chr. kam es zur Entwicklung der „Schrift“ in Sumer (Keilschrift) und Ägypten (Hieroglyphen). (Wikipedia)

In der Antike glaubten alle Menschen, dass Träume von „höheren Mächten“ gesendet werden. Träume, aber vor allem Alpträume wurden sehr ernst genommen und die vermeintlich spirituellen und „göttlichen“ Botschaften entsprechend gedeutet. Einer Legende zufolge soll der mesopotamische König Gilgamesch in seinen Träumen Anweisungen von Gott erhalten haben, wie er seine Kriege zu führen hat. Auch Odysseus soll die Idee mit dem Trojanischen Pferd im Traum gekommen sein.

„Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.“ – Zitat: © Eleanor Roosevelt (1884-1962) war eine US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin sowie die Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. 

Auch die Ägypter jener Zeit legten großen Wert auf Traumdeutung. Sie glaubten, dass Träume ein Fenster in die Zukunft darstellen und auch eine Verbindung zu den Göttern herstellen, die wiederum Unterwerfung verlangen, vor Bedrohungen warnen und Fragen beantworten.

Das Zeitalter der Vernunft – die Ratio –

Mit dem Zeitalter der „Aufklärung“ veränderte sich auch der Ansatz der „Traumdeutung“. In der um das Jahr 1700 stattgefundene Reformbewegung gewann das „rationale“ Denken* enorm an Bedeutung.
Die Berufung auf die Vernunft unddie Hinwendung zu den Naturwissenschaften“ ließen Zweifel am Charakter des Traums als Überbringer von Botschaften aus dem „Jenseits“ aufkommen. Wissenschaftler und Philosophen sprachen sich damals schon für eine klare Abgrenzung von Traum und Wirklichkeit aus, versuchten aber gleichzeitig ein System aus verschiedenen Arten von Träumen aufzubauen, um diese zu interpretieren.
*Die Kritik der reinen Vernunft ist das erkenntnistheoretische Hauptwerk des Philosophen Immanuel Kant, in dem er den Grundriss für seine Transzendentalphilosophie lieferte. (Wikipedia)


Zum ersten Mal wurden für „Träume“ nicht nur übernatürliche Ursachen, sondern ganz natürliche wie „Gefühle“ und „Erinnerungen“ für die Träume und deren Inhalt verantwortlich gemacht.

„Mein Herz im Traume Wunder sieht, was nie geschah und nie geschieht.“
Zitat: © „Freidank“ (* um 1200 – † um 1240). mittelhochdeutscher Dichter. 

Mythologien

Nur kurz erwähnt und bei Wiki ausführlich nachzulesen sind unsere wichtigsten Traum-Mythologien:
>>Griechische Mythologie: Der Gott „Hypnos“ (deutsch ‚Schlaf‘) ist eine Gottheit der griechischen Mythologie. Er gilt gemeinhin als der Gott des Schlafes. Die Oneiroi sind in der griechischen Mythologie die Verkörperung der Träume. Der Singular Oneiros als Bezeichnung für einen Gott des Traumes gibt es auch. Nach „Homer“ ist das Land der Träume (demos oneiroi) ein Teil der Unterwelt.
>>Römische Mythologie: In der römischen Mythologie – als „Gegenstück“ – entsprechen dem griechischen Wort für Träume Oneiroi: „Die Somnia“, die auch hier Kinder der Nox (Nacht) sind. Ovid nennt Somnus als Vater aller Träume. Er berichtet in den Metamorphosen von tausend Söhnen des Somnus, darunter namentlich die drei Brüder Morpheus („Gestalt“), Phobetor („Schrecken“) und Phantasos („Einbildung,Fantasie“), welche die Götter des Traumes sind. Von ihnen ist Morpheus der mächtigste. Er sollte in den Träumen menschliche Akteure formen. (Zeiträume der Entstehungsphasen bei beiden Mythologien etwa von 1600 bis 27 v. Chr.)
So stammen heute viele lateinische medizinische Fachausdrücke für Schlafstörungen wie z.B. Insommnie oder „mementor somnium“ (ein von Schlafforschern entwickeltes Online-Training) diesen mythologischen Sagengestalten im alten Rom.


Doch was sind eigentlich genau Träume?

In früher Zeit verstand man den Traum als „Pforte zur Welt der Götter“. In der Nacht offenbarten die Götter der Menschheit ihre Existenz und sagten Zukünftiges voraus. Doch schon Platon (*427 – † 347 v. Chr. ) ein antiker griechischer Philosoph, sah im Traum den „wilden Teil der Seele“, mit dem der Mensch „seine Triebe zu befrieden suchte“. Platon glaubte aber auch an eine Wirklichkeit „hinter“ den sichtbaren Dingen: Die Welt der „Ideen“. Alle Dinge sind Abbilder dieser Ideen und nicht reell, also von geringerem Wirklichkeitsgrad.
Die wirkliche Welt aber sei „die unsterbliche Welt der Ideen“. Platon verdeutlicht dies in seinem „Höhlengleichnis“ (Dies ist ausführlich nachzulesen bei Wikipedia, da es hier denn Rahmen sprengen würde). 😉

Die Traumdeutung aber ist die „Via regia“ zur Kenntnis des Unbewußten im Seelenleben.“ Zitat: Sigmund Freud – Die Traumdeutung (1900). GW II/III, S. 613

Platon, Träume und die Seele

Was heißt eigentlich platonisch? Der Begriff ist nicht sinnlich, sondern rein seelisch-geistig…eine Art „Seelenverandtschaft“.
Was ist die menschliche Seele? Sie wird als die Gesamtheit dessen, was das Fühlen, Empfinden, Denken eines Menschen ausmacht angesehen. Unsere Psyche ist also demnach „die menschliche Seele“.
Die Seele wird als ein substanzloser, körperloser Teil des Menschen, der nach religiösem Glauben unsterblich ist und nach dem Tode weiterlebt – angesehen. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die „Gesamtheit aller Gefühlsregungen“ und geistigen Vorgänge beim Menschen damit gemeint. In diesem Sinne ist der Begriff „Seele“ weitgehend gleichbedeutend mit der „Psyche“, also dem griechischen Wort für Seele.


Wie Platon schon den „wilden“ Teil der Seele in unseren Träumen sah, schien auch Sigmund Freud diese platonische Betrachtungsweise zu übernehmen. Er war der Begründer der modernen Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts.

DAS TAGES-ICH

Sigmund Freud sah im „Traumerleben“ eine Kompensation unseres „Tages-Ichs“ – all jener Bereiche, die ins Unterbewusste abgedrängt worden waren. Allerdings, so Sigmund Freud, geben sich diese speziellen Botschaften nur in verschlüsselter Form zu erkennen, weshalb die Traumerinnerungen in oft „mühseliger“ Analyse anhand der persönlichen Biografie des „Träumers“ von „Traum-Experten“ interpretiert werden müssen.


Dazu später mehr...

Alle Märchen sind nur Träume von jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends ist.“ – Zitat: © Novalis (1772 – 1801), eigentlich Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg, deutscher Lyriker.

So hat erst im Jahre 2010 der französische Neurophysiologe „Michel Magnin“, entdeckt, dass der Übergang vom Wach- in den Schlafzustand doch einige Bruchlücken hat: „Wie ein Computer beim Herunterfahren ein Programm nach dem anderen beendet, verabschieden sich Teile des Gehirns zu unterschiedlichen Zeiten“.

Michel Magnin hat lokale, sog.“Schlafspindeln“ im menschlichen Gehirn (Thalamus) gefunden:
Es gibt die bekannten Wachsamkeitsstadien (REM-Schlaf und Wachheit sowie der Nicht-REM-Schlaf). Diese entsprechen klar den differenzierten, diskreten und globalen Zuständen des Gehirns. Die Mechanismen, durch die Thalamus und Kortex bei der Erzeugung dieser Schlafphänomene interagieren, sind jedoch noch wenig bekannt.

Was versteht man unter einem „Schlafmodus“?

Bekannt ist, dass einzelne Zentren in unserem Gehirn beim Einschlafen noch im „Wachbetrieb“ arbeiten, während andere sich schon im „Schlafmodus“ befinden“, schreibt der Wissenschaftsautor Stefan Klein, dessen Bestseller ›Die Glücksformel‹ ein internationaler Erfolg wurde.
Chef dieses Löschens aller Lichter ist der „Thalamus“, eine kleine Gehirn-Schalt-Zentrale: Diese liegt im Kerngebiet des Zwischenhirns. Der „Thalamus“ ist die Sammelstelle für alle „Sinneseindrücke“, die sämtliche Signale von Augen und Ohren, Nase, Zunge und Haut an das Großhirn weitergibt.

Schließt dieser Thalamus (auch das Tor zum Bewusstsein genannt) nun nachts jedes einzelne „Programm für Programm“ und entlässt bestimmte Zentren in die Nacht, bleiben andere Regionen der Großhirnrinde jedoch noch wach. Das erklärt uns auch, wieso wir uns schon mit einem Fuß im wundersamen Land der Träume befinden, mit einem anderen Teil unseres Bewusstseins jedoch noch im Tag verhaftet sind. Aus diesem merkwürdigen „Transit-Raum“ gleiten wir also langsam unbemerkt in die Phase des Tiefschlafs.


Ungemalte Bilder:
„Träume können Empfindungen, Szenen und Bilder so eindringlich und schön gestalten wie der wache Künstler es nicht kann.“ – Zitat: Emil Nolde (1867-1956) war einer der führenden Maler des Expressionismus. Er war auch einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nolde ist bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl.

Ein schöner Traum ist wohl wirklich nur dann schön, wenn er ein Traum bleibt. Er verliert dann nichts von seiner Faszination, Wünsche bleiben bewahrt und niemand kann sie dir nehmen.“ – Zitat: © René Simon (1898-1971) war ein französischer Schauspieler und Gründer der „Cours Simon“ Schauspielschule in Paris im Jahr 1925.

Diverse Traumarten

Klar-Träume

So gibt es auch einen „Klar-Traum“, auch „luzider“ Traum (von lateinisch lux, lūcis „Licht“) genannt, ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen ganz klar bewusst ist, dass er jetzt tatsächlich träumt. … Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann wohl auch lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen.

KLAR-TRAUM: Die Zeit anhalten, die Welt auf den Kopf stellen – alles kein Problem… Schweben, mit „Traumfiguren“ reden, um die Welt reisen – Menschen, die ihre Träume bewusst manipulieren können, erleben dies als berauschendes Gefühl. Klarträume werden heute immer öfters zum Freizeit-Vergnügen..Klarträumen kann man erlernen….
https://www.getlucid.de/luzides-traeumen-lernen/

Tag-Träume

Wie der Name schon verrät, träumt man hier am Tag und bei klarem Bewusstsein und im Wachzustand. Im Grunde sind diese Tag-Träume also eher eine Fantasievorstellung, auf die man sich voll konzentriert und somit von seiner Umgebung in dieser Phase nichts mehr mitbekommt. Bestimmte Regionen im Gehirn werden bei entspannten Tagträumen aktiviert, die gleichen wie auch beim Schlafen und bei Patienten, die im Koma liegen. …

Der Schlafforscher Prof. dr. med. Ingo Fietze (*1960) ist einer der Begründer der Schlafmedizin und forscht seit 30 Jahren über den Schlaf. Er stellte fest, dass gerade in Situationen, in denen der äußere Anreiz fehlt, das Gehirn beginnt, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Die schönen Tagträume, denen wir uns nur allzu gerne hingeben, sind manchmal ganz wichtig, um „abzuschalten“.


DER TAGTRÄUMER:
Tagträume sind bildhafte, mit Träumen vergleichbare Phantasievorstellungen und Imaginationen, die im völlig wachen Bewusstseinszustand erlebt werden. (Wikipedia)

ENTSPANNUNG PUR … HAVE A BREAK …

Einfach mal die Augen zu…kleine Verschnaufpausen, Entspannen im Arbeitsalltag machen den Kopf fit für neue Aufgaben und erhalten die Gesundheit. Manchmal wird sogar ein kurzes „Nickerchen“ daraus… Also kurz einmal abschalten, dann schläft es sich auch in der Nacht ruhiger und die schönste Träume sind garantiert… 😉

Die Traumdeutung

Die Traumdeutung hat eine lange Historie. Menschen waren schon immer äußerst interessiert an der Bedeutung ihrer Träume. In den meisten Fällen sind aber unsere Traum-Botschaften sehr komplex, sodass diese erst durch Ihre Deutung einen Sinn ergeben. Das Geträumte lässt sich oft mit einem Symbol beschreiben. Diese Traum-Symbole bilden eine Möglichkeit zur Entschlüsselung der Traumbedeutung.

Die Entwicklung der modernen Traumdeutung steht in enger Beziehung zur Emanzipation der Psychologie von der Theologie, Philosophie und Medizin im 19. Jahrhundert. Dadurch wurde sie zu einer eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin, die allerdings bis heute eine Art Zwitterstellung einnimmt, weil man sie teils den Naturwissenschaften, teils den Geistes- Wissenschaften zuordnet.

Schlaf-Träume entstehen also – wie oben ausführlich beschrieben – über Nacht innerhalb der REM-Phase des Schlafs, häufig können wir uns nicht einmal mehr an sie erinnern. Aber genauso passiert es auch, dass Träume so lebhaft und realistisch im Traumgeschehen sind, dass man sie nie wieder vergisst und sich an sämtliche Einzelheiten erinnern kann. Von Bedeutung können auch kleinste Details sein, etwa wie Farbe oder Beschaffenheit eines Objekts oder das Empfinden von Freude oder Angstgefühlen.

„Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.“ – Zitat: Albert Einstein (1879-1955) war ein deutscher Physiker mit Schweizer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit. (Wikipedia)

Traumbilder

Unsere „Traumbilder„, die im Schlaf in uns aufsteigen, empfinden wir selbst – wenn wir uns erinnern können – als bewegt, sie verändern sich ständig während des Träumens: Da verschmelzen plötzlich Personen miteinander, Schauplätze und Situationen wechseln scheinbar übergangslos in Bruchteilen von Sekunden. Auch die „Alpträume“ unterscheiden sich von einem normalen Traum in ihrer Intensität. Der Schlafende wird von Angst und Ohnmacht gepackt, der Herzschlag rast. Zum Schluss wacht der Betreffende oft angstvoll und schweißgebadet auf. Was passiert da mit mir?

DER ALPTRAUM
„Der Tag als Tretmühle; so wirst du zermahlen.“ – Zitat: © Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor.

TRAUMANALYSE

Die wichtigsten Impulse zur Traumanalyse gingen von dem Wiener Neurologen Sigmund Freud aus, aber auch viele andere Schlafforscher trugen ihren Teil dazu bei.

Die meisten Traumdeuter lehnen deshalb auch so genannte „Traum-Lexika“ (mit einer Vielzahl unterschiedlicher Traumbilder, – bzw. -Symbole) ab. In diesen Büchern werden wichtige Begriffe aus der Traumsymbolik – wie zum Beispiel Feuer oder Liebe – erklärt. Das wäre zu banal…Ob die Erklärungen – auch von sog. „Traumdeutern“ aber einen allgemein gültigen Charakter haben, darf man sicher bezweifeln.

In der Traumdeutung gelten schlechte Träume als Warnzeichen. Vor allem dann, wenn derselbe Alptraum immer und immer wiederkehrt. Traumdeuter versuchen deshalb, die Ursachen für den unruhigen Schlaf herauszufinden. Viele Alpträume handeln von gewalttätigen Angriffen, Horrorszenen, unheilvollen Erscheinungen und dem Gefühl zu ersticken, aber auch alltägliche Dinge, wie zum Beispiel Verspätungen, das Verpassen irgendeiner wichtigen Sache treten oft als Alpträume in Erscheinung.

Bei der Abklärung dieser Thematik ist man – meiner Meinung nach – bei darauf „spezialisierten“ Psychologen – hier wohl besser aufgehoben.

Was soll man von Traumdeutern halten, die nicht einmal das wache Leben erklären können“ ? – Zitat: © Gregor Brand (geb. 1957 in Bettenfeld/ Vulkan-Eifel) Jurist, Tätigkeit als freier Autor, Lektor und Privatlehrer.

„Willst du deinen Traum realisieren, dann erwache. “ – Zitat: © Rudyard Kipling (1865-1936) war ein britischer Schriftsteller und Dichter.

Die Traumdeutung bleibt für die Wissenschaft sicherlich weiter ein schwieriges Gebiet. Unbestreitbar ist, dass jeder Mensch träumt. Unklar ist aber noch, warum wir träumen. Die Funktion eines Traumes ist immer noch nicht eindeutig geklärt.

In Träumen verarbeiten wir Erfahrungen, und wir tun dieses mit einem Ziel, wir wollen, was vor uns liegt, besser verstehen, auf zukünftige Situationen besser vorbereitet sein.
Verarbeiten wir früher Erlebtes? Das bedeute aber auch: „Freud hatte vielleicht Unrecht, er meinte ja, Träume kämen aus dem Unbewussten…Ich finde es erstaunlich, das alle sich wundern, wenn man Freud widerspricht, sein Werk die „Traumdeutung“ war ja doch epochal, aber eben vor 115 Jahren…Damals gab es noch keine Computertomografen“ . (Zitat: SWR2 Impuls. Ralf Caspary im Gespräch mit Stefan Klein)
Oder schaltet das Gehirn einfach nur eine Art „Zufallsgenerator“ ein? In Schlaflaboren versuchen Forscher dem Rätsel auf die Spur zu kommen und mehr zum Thema Traumdeutung zu erfahren.


Das große praktische Problem bei der Schlaf-Forschung ist: Träume können „nicht“ im Wachzustand untersucht werden. Einen schlafenden Menschen kann man aber nicht befragen. Und ein Aufwachender kann sich aber nur nicht immer ganz exakt an alle Details des eigentlichen „Traumgeschehens“ erinnern. Das ist hier die Crux…


Lasst uns immer in den großen Traum des Lebens kleine bunte Träume weben.“ – Zitat: © Jean Paul (1763 – 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

Sigmund Freud, der Begründer der modernen „Psychoanalyse“

Sigmund Freud sah – wie weiter oben schon erwähnt – im Traumerleben eine Kompensation unseres „Tag-Ichs“ – all jener Bereiche, die ins Unterbewusste abgedrängt worden waren. Er sah in Träumen keine Verarbeitung der tagesaktuellen Erfahrungen. Stattdessen würde nächtliches Träumen unsere allergeheimsten Wünsche abbilden – und so als Eingangstor in unser Unterbewusstsein dienen. Im Jahre 1900 veröffentlichte er sein Buch „Traumdeutung“. Darin schrieb er nicht nur zum Thema „Traumdeutung“, sondern er begründete gleichzeitig damit auch als Erster die moderne „Psychoanalyse“.

Der Wiener Psychiater Sigmund Freud (1856-1939) war ein österreichischer Arzt, Neurophysiologe und Tiefenpsychologe. Er war der Begründer der Psychoanalyse und gilt heute noch als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. (Wikipedia)


Das Über-Ich

Das Ich und das Es“ ist eine Schrift von Sigmund Freud, die im Jahre 1923 veröffentlicht wurde. Darauf möchte ich hier aber nicht näher eingehen, das würde den Rahmen dieses Blog-Artikels sprengen…Interessantes ist ausführlich nachzulesen im Netz. Laut Sigmund Freud – er war – wie gesagt – auch Begründer der modernen „Traumdeutung“ – sind also Träume weitaus mehr als nur die Verarbeitung unserer Erlebnisse. Besonders bei Kindern stehen die Träume oft mit heftigen Wunscherfüllungen im Zusammenhang.
Bei Erwachsenen ist dies deutlich schwieriger zu erforschen. Um die wahre Bedeutung des Traums (latente Inhalte) zu erkennen, müssen die oft verzerrten und undeutlichen Trauminhalte (manifeste Inhalte) erst einmal gründlich analysiert werden.

 Eine Hängematte im Traum symbolisiert oft die Sehnsucht der Seele des Träumers nach seiner Kindheit, dem gebotenen Schutz. Das Wiegen in der Hängematte ist schön und gleichzusetzen mit dem Wiegen in einer Wiege. … In der Regel ist die Hängematte ein Symbol für Ruhe und Frieden.

Sigmund Freud war der Meinung, dass das Über-Ich all unsere unterdrückten Wünsche im Wachzustand aus dem Bewusstsein fernhält, diese im Schlaf aber erneut zum Vorschein kommen. Zur Selbsterkenntnis können diese dann entschlüsselt werden. Dazu muss der Patient natürlich zunächst seine Trauminhalte schildern, ehe er dann in der freien Assoziation alle Gedanken und Gefühle preisgibt. Anschließend kombiniert der Psychoanalytiker dann erst die veritablen Trauminhalte und die freie Assoziation zur tatsächlichen Traumaussage.

Sigmund FREUD bezeichnete die „Traumdeutung“ deshalb gerne als »via regia«, den „Königsweg“ zur Erforschung des Unbewussten bei der Psychoanalyse. Seine grundlegende Arbeit dazu veröffentlichte Freud im Jahr 1900 unter dem Titel »Die Traumdeutung«. In diesem Werk legt er dar, dass Träume weder Botschaften von Göttern und anderen Mächten noch bloße körperliche Vorgänge sind, sondern aus dem unbewussten Bereich unserer Psyche stammen. Da Freud durch seine Erkenntnisse vom Unbewussten und von den Träumen völliges Neuland beschritt, wurde er zum Vordenker praktisch aller Psychologen seiner Zeit.

„Was der Schlaf für den Körper, ist die Freude für den Geist: Zufuhr neuer Lebenskraft.“ – 
Zitat: Rudolf von Jhering (1818 -1892) war ein deutscher Rechtswissenschaftler (Der Zweck im Recht)

Wir sollten nicht verlernen, zu träumen … denn Träume entstehen aus Liebe, genau wie wir selbst. Jeder Mensch ist der Traum eines anderen. Das ist es, was uns verbindet … überall auf der Welt.“ – Zitat: © Robert Maly (*1981), deutscher Aphoristiker.

Eine ganz andere Art der Traumdeutung hatte zeitgleich Carl Gustav Jung (1875-1961) meist kurz C. G. Jung genannt. Er war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie (Wikipedia):

Carl Gustav Jung“ sah die unter Sigmund Freud „wichtige Phase der freien Assoziation“ als nicht besonders notwendig an, um Träume verstehen zu können.
Er war der völlig anderen Meinung, dass Träume ausschließlich die “ innerste“ Wirklichkeit des Träumenden darstellen. An der freien Assoziation kritisierte er das „Abdriften“ vom ganz spezifischen „Traumsinn“. Stattdessen reicherte „C.G. Jung“ jedes Traumsymbol mit der direkten „persönlichen“ Assoziation und der kollektiven Bedeutung des jeweiligen Symbols an. Er betrachtet Träume „nicht“ als reine Wunscherfüllung, sondern als einen Prozess, der als „Ausgleich und Kompensation des Ichbewusstseins“ dient.

Genauso wie Sigmund Freud war aber auch C.G. Jung der Auffassung, dass Träume der einzig reale Zugang zu unserem Unterbewusstsein sind. So stellte der Psychologe C.G. Jung auch erstmals eine Beziehung zwischen den mystischen Vorstellungen des Altertums und der wissenschaftlichen Traumdeutung her.

In unseren Träumen verarbeiten wir Ereignisse, reflektieren Fantasien und erfahren über unser Unterbewusstsein mehr über unsere Bedürfnisse, Sorgen und Ängste. Die Traumdeutung kann dabei helfen, unsere Träume zu deuten, zu verstehen, indem sie bestimmte Traumsymbole erfasst. Sie kann dabei helfen „Traumbilder“ zu entschlüsseln. Allerdings sollte uns bewusst sein, dass ein Traum niemals vollständig gedeutet und interpretiert werden kann. Man kann nur einige gewisse Traumsymbole entschlüsseln und sollte bedenken, dass diese auch von der jeweiligen Lebenssituation und der Kultur abhängig sein könnten.

„Wenn kleine Engel schlafen gehn, dann kann man das am Himmel sehn, für jeden leuchtet dann ein Stern und deinen sehe ich besonders gern.“ Zitat von Unbekannt

Der Schweizer C.G. Jung kritisierte an Sigmund Freuds Lehre vor allem die absolute „Fixierung“ auf die Sexualität. Die Freud`schen „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ stehen gemeinsam mit der Traumdeutung im Zentrum von Freuds psychoanalytischer Deutung. Sigmund Freud war Doktor der Medizin und betrachtete seine Überlegungen als exakte Wissenschaft. Er wußte aber auch, dass die genaue chemische Funktionsweise der psychischen Vorgänge noch der Klärung bedurfte. Das hat auch unsere heutige Zeit noch immer nicht gänzlich geklärt.
In der von C.G. Jung begründeten recht komplexen Psychologie stehen nicht so sehr die sexuellen Inhalte im Vordergrund, sondern vor allem die Konflikte, die bei der Entfaltung des Selbst auftreten.


Sigmund Freuds zum Teil gewagte „Konstruktionen“ gelten heute in vieler Hinsicht als überholt, ebenso wie die von „C. G. Jung“ (1875-1961) geprägte Theorie einer universellen Traumsprache, die sich bestimmter Symbole bedient. Carl Gustav Jung, meist kurz C. G. Jung genannt, war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie.

So wie nicht jeder träumt, der schläft, so schläft auch nicht jeder der träumt.“ – Zitat: © Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus.

So hat noch lange nicht jeder Traum eine tiefere Bedeutung…

Wir ahnen sicher alle, dass sich Dinge, die im Unterbewusstsein schlummern, im Traum in unser Bewusstsein schleichen. Was man träumt, steht oft im Zusammenhang mit Erlebnissen oder unverarbeiteten Situationen. Dinge, vor denen man sich fürchtet, die man verdrängst oder man sich herbeisehnt, können die Grundlage für unsere Träume sein.

Was sich im Traum als vollkommen real anfühlt, entpuppt sich aber oft auch nach dem Aufwachen als völliges Hirngespinst.

Der Engel des guten Schlafes möge dich des Nachts behüten. Er möge dir auch den Engel des Traumes senden, damit er dir in deinen Träumen deinen Weg zeigt. Möge der Engel über dich wachen, wenn du schläfst, damit du jeden Tag erholt, mit neuer Energie und frohen Mutes in deinen Tag startest. Zitat von Unbekannt

Das Traumtagebuch … ein Abendbuch …

Im Morgengrauen werden die Traumphasen nur noch von leichtem Schlaf unterbrochen. Deswegen können sich Menschen morgens direkt nach dem Aufwachen auch einfacher an den Traum erinnern. Nicht nur für „glückliche Träumer“ wäre ein „Traumtagebuch“ eine wunderbare Sache. Denn durch das Aufschreiben kommt man mit der fantastischen, oft unrealistischen Nachtseite seines Ichs in Kontakt. Diese soll jedoch echt äußerst kreativ sein, wie zum Beispiel der weltberühmte Song „Yesterday“ beweist, dessen Melodie Paul McCartney wohl – nach seinen Angaben – im Traum empfing.

DAS ABENDBUCH: Manchmal reicht eben auch Müdigkeit nicht aus, wenn Sorgen und Grübeleien das Einschlafen verhindern. Dann hilft es, sich vor dem Schlafengehen den Kopf frei zu machen. Zum Beispiel, in dem man einfach sofort aufschreibt, was einen nicht loslässt oder bewegt. Die Probleme des vergangenen Tages genauso wie etwas Wichtiges für den kommenden Tag. Solch ein Tagebuch (oder besser Abendbuch) nimmt einem die Angst, etwas zu vergessen. Auf dem Nachttisch deponiert, können diese Gedanken vor dem Einschlafen niedergeschrieben werden.


TRAUMFÄNGER
„Unterschätzt die Träume nicht! Zu träumen haben wir Menschen schon angefangen, bevor wir logisch denken konnten …“ – Zitat: © Wolfgang J. Reus (1959 – 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

Die Traumfänger

Nach der alten „indianischer“ Mythologie fangen die „Traumfänger“ ihre Träume in der Nacht. Sie vernichten die schlechten Träume an den Knotenpunkten des sorgsam geflochtenen Netzes. Diese verbrennen dann sofort im Morgengrauen durch die ersten Sonnenstrahlen. Nur die guten Träume finden den richtigen Weg zum Mittelloch und gleiten sanft vorbei an den Federn hinab zu dem Träumenden.
INDIANISCHER URSPRUNG: Der Traumfänger kommt aus der Ojibwe-Kultur (Chippewa). Ojibwe asabikeshiinh ist eine Wortform für „Spinne“ oder bawaajige nagwaagan in der Bedeutung einer sog. Traumfalle. Die Sprache der Ojibwe wird in großen Teilen Kanadas sowie im Norden der USA gesprochen. Die TRAUMFÄNGER Tradition wurde erst während der Pan-Indianer-Bewegung in den 1960er und 1970er Jahren von vielen anderen indigenen Völkern Nordamerikas übernommen.sind spirituelle Symbole indianischer Völker, Im Zentrum der Traumfänger steht der Kreis: Und der Kreis ist eigentlich in allen alten Kulturen ein Symbol für Einheit, Ganzheit und Harmonie.
Mit Perlen und Federn verziert bekam der Traumfänger seine wunderschöne Optik.

TRÄUM`WAS SCHÖNES: Der Satz bekommt so ein ganz neues Image und kann noch einmal an Bedeutung gewinnen.
Traumfänger sollten demnach schon ganz in der „Nähe“ des Schlafenden oder des Bettes angebracht sein. Nur dort können sie nach indianischer Tradition auch ihre schlaffördernden Pflichten verrichten.

Die Ähnlichkeit zu dem indianischen Medizinrad fällt einem vielleicht gleich ins Auge:
Der klassische Traumfänger besteht meist aus einem hölzernen, kreisrunden Reifen aus Weide, in den ein Geflecht eingearbeitet ist. Dieses bestand früher aus tierischen, getrockneten Darmschnüren, Knochenteilen oder Sehnenfäden, heute aber meist aus Naturgarnen. Er kann aber auch aus ganz anderen Materialien bestehen zum Beispiel: Weiches Leder, den schönsten Perlen, sanfte Federn, hübsche Muscheln, auch wertvolle Edelsteine… Fantasievoll werden heute aber auch oft ganz private Materialien den eigenen Traumfänger verzieren.


„Träume sind Schäume“, sagt der Volksmund

Sind Träume denn einfach nur nächtliche Unterhaltung, mehr nicht? Dieses alte Sprichwort versucht hier, wohl nur den Abergläubigen und Ängstliche zu beruhigen.
 „Sie zerplatzen meist wie Seifenblasen“ sagt man. Ob Tag-Traum oder nächtlicher Traum: Wir träumen alle. Wie wichtig aber doch diese „Seelenbilder“ für uns sind, erfahren wir immer wieder. Traumforscher meinen, aus dem Geträumtem lässt sich doch häufiger schon einmal die eine oder andere Erkenntnis gewinnen.
An den Traumdeutungen beteiligen sich – wie berichtet – seit der Antike Heerscharen von Ärzten und Philosophen, von Aristoteles über Freud und Jung bis hinein in unsere Tage.

Warum wir träumen, kann allerdings noch niemand genauer erklären. Das wird möglicherweise ein ewiges Geheimnis bleiben.

„Mögen alle deine Träume bis auf einen in Erfüllung gehen. Denn was wäre das Leben ohne einen Traum?“ – (May all your dreams but one come true, for what is life without a dream?) – Zitat: © David Andrew Gemmell (1948-2006) war ein englischer Autor von Fantasy-Romanen. 


RESÜMEE:

Als Ärztin habe ich viel an Literatur über dieses Thema gelesen. Dass dieses nächtliche Erleben so individuell, so intim ist, machte und macht es den Neurowissenschaften heute immer noch sehr schwer, den Vorgang des Traums genauer zu erklären…Hypothesen dazu gibt es unendlich viele, aber deutlich weniger echt gesicherte Erkenntnisse. Immerhin habe ich hier einige aufzeigen können…

Es gibt leider eben auch noch viel zu wenig „Grundlagen-Forschung“ am schlafenden Gehirn…alle Erkenntnisse sind bisher doch letztendlich sehr oft nur vage Vermutungen: Wir lernen wohl auch im Tiefschlaf, indem unser Gehirn unsere Erfahrungen noch alle einmal durchspielt. Und das, vermuten US-Forscher, lässt uns träumen…

Träume gehören auch in unserem modernen Zeitalter immer noch zu den „größten Rätsel der Wissenschaft“...
Wozu sind sie gut? Wodurch entstehen sie? Wer hat sie erfunden? 😉
Viele Fragen müssen also doch noch offen bleiben…
Freuen wir uns einfach auf unsere schönsten Träume…und ein entspanntes (Er-) Leben...

„Träume nicht Dein Leben? Lebe deinen Traum.“ – Zitat: © Tommaso Campanella (1568-1539) Dominikaner, Philosoph und Dichter.

Die Herkunft des Wortes Traum: althochdeutsch troum → goh, germanisch *drauma- → gem „Traum“. Das Wort ist seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. belegt. Der Traum (mhd., ahd. troum) ist übrigens verwandt mit dem Verb trügen (mhd. triegen, ahd. triugan, triogan), es ist demnach von einer Grundbedeutung wie „etwas, das trügt, Trugbild“ auszugehen; weitere Herkunft unklar. (Wikipedia)


La vida es un sueño
«Was ist Leben? Raserei! / Was ist Leben? Hohler Schaum, / Ein Gedicht, ein Schatten kaum! Wenig kann das Glück uns geben; / Denn ein Traum ist alles Leben / Und die Träume selbst ein Traum.» – Gedicht: © Pedro Calderón de la Barca (1600-1681). Er war ein berühmter spanischer Dichter und Dramatiker.


Beispiele bekannter Redewendungen:
Aus der Traum / der Traum meiner schlaflosen Nächte / nicht im Traum an etwas denken / nicht im Traum einfallen / Träume sind Schäume / die Frau seiner Träume / der Mann ihrer Träume  / der Traum ist ausgeträumt…das Leben einTraum?


„Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.“ – Zitat: © Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), Marie Freifrau Ebner von Eschenbach war eine bekannte österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin.


Die moderne wissenschaftliche „Traumanalyse“ gründet auf der Arbeit sehr vieler Forscher. So unterschiedlich, zum Teil sogar widersprüchlich ihre Theorien auch sind, eignen sie sich doch alle, dem Phänomen Traum aus verschiedenen Richtungen ein wenig näher zu kommen. Eine umfassende Theorie, die alle Fragen beantwortet, gibt es bisher noch nicht.

…“Tsukuru schlief wieder ein. Bald träumte er, dass er aufwachte. Oder nein, wahrscheinlich konnte man es nicht direkt einen Traum nennen. Es war eine Wirklichkeit, die jedoch über alle Eigenschaften eines Traums verfügte. Es war eine andere Phase der Realität, wie nur in einem bestimmten Moment an einem bestimmten Ort freigesetzte Fantasie sie hervorbringen kann“ .
Gefunden in dem Buch von einem meiner Lieblings-Schriftsteller: Haruki Murakami
in „Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki.“

BUCH-TIPP: Ein anderes Buch hatte ich vor vielen jahren einmal gelesen, das mich fasziniert hat: „Der Mensch und sein Gehirn“ – die Folgen der Evolution…(gut verständlich geschrieben) von Heinrich Meier und Detlev Ploog (Autoren) – Taschenbuch – gibt es wohl noch antiquarisch (ISBN 10: 3492224571): ama..n, medi..ps oder bookloo.er und andere…(ca. 3 €).


TIPP-HINWEIS…auf meinen anderen Blog-Artikel: „Alles nur Magie?“…passend zum Thema gibt es hierzu Erstaunliches, Interessantes und Amüsantes zu lesen!


Quellen-Angaben:
https://www.academics.de/ratgeber/warum-traeumt-man
Quelle: Prof. Dr. Michael Schredl ist wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, Mannheim.

  • www,dgsm.de – Dr.med. Alfred Wiater. Der Kinder- und Jugendarzt ist Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.
  • Das gehirn.info. Questioner: BG (Prof. Dr. Michael Schredl, Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim) Kurz-Bericht aufgezeichnet von Dr. Jochen Müller
  • Die Glücks-Formel – Wissenschaftsautor Stefan Klein (Physiker), dessen Bestseller ein internationaler Erfolg wurde.
  • Wikipedia (Träume)
  • http://traumdeutung.blogspot.com/2010/11/die-moderne-traumanalyse.html?m=0
  • Buch: Therapeutisches Arbeiten mit Träumen. Theorie und Praxis der Traumarbeit.
  • Schlummerphase © Copyright 2020 NetDoktor.de – Christiane Fux, Medizinredakteurin
  • Kurz-Interview von „Ingo Fietze“ – Schlafforscher – mit der taz („Schlaf braucht ein neues Image“ – Sofie Schmalz – freie Autorin) vom 15.03.2020. (Prof. dr. med. Ingo Fietze: Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums, an der Charité Berlin.)
  • Bericht „Coliquio“ 24.07.2020: Dr. Luciana Besedovsky, Leiterin der Gruppe „Schlaf und Immunsystem“ am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie an der Universität Tübingen.
  • Verein für REM-Schlaf-Verhaltensstörung, c/o Philipps-Universität Marburg, Neurologie- 35043 Marburg.E-Mailsittig@med.uni-marburg.de
  • https://link.springer.com/article/10.1007/s11818-014-0679-4
  • Verwendete Literatur: Stangl, W. (2020). Neuronen und Gehirn in der Computersimulation. [werner stangl]s arbeitsblätter.
  • WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/Gehirn-Computer.shtml (2020-08-02).
  • (Zitat: SWR2 Impuls. Ralf Caspary im Gespräch mit Stefan Klein). – Stefan Klein-Buch: „Träume“ eine Reise in unsere innere Wirklichkeit.

Blog-Artikel „Die wundersame Welt der Träume“ veröffentlicht am: 01. August 2020