• GERICHTE MIT GESCHICHTE:
    Als Kinder waren wir in den Sommerferien oft mit den Großeltern in Heigenbrücken im Spessart. In den unendlichen Weiten dieser Spessart-Wäldern haben wir damals begeistert oft eimerweise Heidelbeeren gepflückt, abends hatten wir oft Bauchweh. 😉 Waldheidelbeeren schmecken übrigens viel intensiver, sind auch deutlich kleiner als die Zuchtbeeren und im Inneren durchgehend tief dunkelblau. Köstlich…Erinnerungen verschönern das Leben.
    (Anm.: Zum Thema Sommerfrüchtchen gibt es hier auch meine anderen köstlichen Blog-Artikel zu lesen… zum Beispiel Wissenswertes über: „Erdbeeren“…“Kirschenmichel“…und „Rhabarber“… und für den Winter: Den Winterapfel… )

LESEDAUER: Zirka 5-10 min.

DAS HEIDELBEER – MÄNNLEIN… es war einmal…


Manchmal aber war dann plötzlich alles im Wald wie leergeputzt...wir suchten und suchten, fanden mal hier und dort nur ein paar wenige Heidelbeeren. Als unsere Großmama uns dann erzählte, dass es gelegentlich einen kleinen Waldgeist gäbe, dem die Beeren auch gut schmecken würden, er käme extra schon ganz früh morgens, wenn alle noch schliefen, dann hörten wir ihr wie gebannt zu, waren dann aber doch etwas enttäuscht…
Das Heidelbeer-Männlein?

Dichtung oder Wahrheit?

Wo warst du? Hast wohl Beerlein gepickt vom Heidelbeerstrauch.
Oh, sieh nur, wie blau um das Mündchen du bist!
Das bekommt man ja nur, wenn man Heidelbeeren isst“ . – Zitat: © Ines Sturm , 6020 Innsbruck.


EIN GEDICHT…

Die Wahrheit aber… ist hier ein kulinarisches „Gedicht“: Seit der Kindheit liebten wir Omas „Heidelbeer-Auflauf“: Dieses unser Lieblings-Rezept wurde, wenn wir einmal wieder in Aschaffenburg zu Besuch waren, von meiner liebsten Großmutter „Christina Röcking“ (1892 -1981) für uns Kinder zur Heidelbeerzeit oft im Sommer zubereitet. Der Name des Desserts war „Hoiber-Datschi“…Hoiber? Was ist das denn?

Blaubeermäulchen leuchten weit – lieben diese Blaubeerzeit!
Blaubeerbärte blitzen frech – schon ist die Blaubeertorte wech“ ! –
Zitat: © Sigrid Hartmann


HOIBER?

„Schwarzbeeren“ werden auch Moosbeeren genannt, aber auch „Hoiber“ oder „Hoaber“: So heißen die Heidelbeeren in den verschiedensten Regionen Bayerns.

Wie wärs denn mal mit einem Heidelbeer-Snack zwischendurch oder einem Heidelbeer-Shake? Nicht nur im Hochsommer herrlich erfrischend: einfach eine Handvoll Heidelbeeren mit kalter Milch und Vanillezucker mixen…vielleicht noch eine Kugel Vanille-Eis dazu mit in den Becher geben?


Aus den wunderbaren Heidelbeeren bereitet man schon seit Jahrhunderten in manchen Bayern-Regionen, also auch vor allem in „Franken“ einen Hoiber- oder Hoaber-Datschi oder auch Hoiber-Wacker zu, wie man im „Bayerischen Wald“ sagt. Eine gut bekannte kulinarische, regionale Spezialität.

Lange vorbei sind die Zeiten, als die Menschen in mühsamer Kleinarbeit im Wald und auf der Heide zentnerweise Beeren zum Weiterverkauf pflückten und sich insbesondere in der Nachkriegszeit einen Zuverdienst sicherten.


DATSCHI?

  • Das Wort „Datschi“ leitet sich übrigens aus dem mittelhochdeutschen Wort „detschen“ oder „datschen“ ab, das man als „hineindrücken“ („tatschen“) übersetzen kann, also in den Teig hineingedrücktes Obst.
  • Es gibt auch einen Zwetschgen-Datschi…Der Zwetschgendatschi, heißt es, sei typisch für Augsburg. So typisch, dass die Stadt im Volksmund bisweilen auch „Datschiburg“ genannt wird. 
  • Die Heidel-Beeren werden also hier in den Teig „gedatscht“ und versinken dann beim Backen ganz von alleine in dem Teig… Und erst beim Anschnitt kommt die Überraschung mit den vielen saftigen „gedatschten“ (versunkenen) Beeren zutage.

Den „Datschi“ gibt es – wie oben gesagt – auch mit anderem Obst, z.B. als Zwetschen-Datschi: Die Brüder Grimm fanden das Wort  „Zwetschentatsche damals schon in schwäbischen Schriften. Im „Deutschen Provinzial-Wörterbuch“ aus dem Jahr 1792 wird der „ZwetschenDatschi“ auch als „Augsburger Kuchen“ aufgelistet. Zwetschgendatschi, oft auch kurz nur „Datschi genannt, gilt als bekannte kulinarische Spezialität der Stadt Augsburg. (Quelle: Wikipedia)

„WUIST A DATSCHI, BUA?“ fragt die Mutter ihren Bub… „Na, freilich… Muada“ . 😉

Ja, im Sommer, eß‘ ich Beeren: Him- und Erd- und Heidelbeeren.
Oft kommt eine Birn dazu. Ach, Sommer, lieber Sommer…
komm doch bald herbei“ … (Altes Kinderlied)


DER HOIBER-DATSCHI

  • Großmamas Heidelbeer-Nachtisch wird in einer feuerfesten Auflauf-Form oder wie meine Großmutter immer sagte, in einer „Reine“ gebacken.
  • Sie nahm dazu einen Bräter, also ein flaches, rechteckiges, rundes oder ovales Gefäß mit zwei Henkeln, mit dem man zum Beispiel auch den Schweins- oder Gänsebraten im „Rohr“ (Backofen) garen kann.
  • Eine normale rechteckige oder runde Auflaufform ohne Teflon oder Antihaftbeschichtung ist ebenfalls gut geeignet, wie z.B. aus Jenaer-Glas, Keramik, Silikon, Emaille, feuerfestes Porzellan, Guss-Eisen, Edelstahl etc.
  • Römertopf? Habe ich noch nicht ausprobiert…Meine ovale Keramik-Form hat eine Größe von zirka 18 auf 30 cm. (siehe mein Foto im Backofen weiter unten).
  • Man kann aber auch ein hohes normales Backblech nehmen, dann muss man aber die Menge im Rezept verdoppeln.

„Ich lobe eine reine, gute, ehrliche Hausspeise“.
ZITAT: ©
Martin Luther (1483 – 1546), deutscher Theologe und Reformator


Ich hab‘ mein Herz an Heidelbeeren verloren...


Wir liebten schon als Kinder dieses Dessert...diesen oben knusprig-köstlichen, unten weichen Heidelbeer-Auflauf, vor allem, wenn er ganz frisch aus dem Ofen kam. Wir konnten davon gar nicht genug kriegen…Er ist auch wirklich ratzfatz zubereitet:

LECKER FRISCH AUS MEINEM OFEN:
Schön wäre es, kurz vor dem Servieren ihn mit einer Handvoll frischer (oder ganz kurz karamellisierter) Heidelbeeren auf der Oberfläche noch zu dekorieren. Erst beim Anschneiden entdeckt man plötzlich –
Oooh… als Überraschung – die vielen tief „versunkenen Heidelbeeren“.

DER TRICK: Statt Beeren wie gewohnt in den Teig zu geben und mit zu verrühren, kann man diese vorab mit etwas Mehl von allen Seiten bestäuben und erst dann im Kuchenteig vorsichtig locker auf der Oberfläche „datschen“ – d.h. nur etwas in den Teig drücken). Das Mehl um die Beeren wirkt wie ein natürlicher Kleber und verhindert, dass die Früchte nach unten sinken und so eine Ansammlung am Kuchenboden bilden.


DAS REZEPT IST RECHT EINFACH UND EINFACH GUT!

Zutaten für einen traditionellen „Hoiber Datschi“:

  • 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 500 ml Milch, 3 Eier (Größe L), 2 El Zucker, 1 El Butterschmalz (oder wie Oma sagte: 1 El „gute“ Butter), ca. 500 g frische Heidelbeeren, etwas Mehl (zum Bestäuben der Heidelbeeren) , 3–4 El Zucker. Zubehör: Eine feuerfeste Auflauf-Form ohne Deckel, Backpinsel.

  • Zubereitung: Die Heidelbeeren müssen zunächst geputzt, gründlich gewaschen und im Küchentuch kurz vorsichtig abgetupft werden – sie dürfen nicht feucht sein! Alle Beeren erst kurz vor der Verwendung mit etwas Mehl bestäuben (SIEB).
  • Zu Beginn sollte der Ofen „mitsamt der Auflaufform“ auf 180° Celsius (Ober-/Unterhitze) vorgeheizt werden.
  • FÜR DEN „DATSCHI“: Danach das Mehl in eine große Schüssel sieben und mit einer Prise Salz vermischen. In der Mitte des Mehls eine Mulde formen.
  • Die Milch mit den Eiern und dem Zucker in einer separaten Schüssel verquirlen und nach und nach in diese Mehlkuhle gießen.
  • Alles von innen nach außen hin mit einem Schneebesen gründlich zu einem glatten, flüssigen Teig verrühren.
  • Nun die heiße Auflaufform kurz aus dem Ofen nehmen, auf die kalte Herdplatte stellen und einen Esslöffel Butter oder Butterschmalz darin schmelzen lassen, die Ränder ebenfalls mit einem Backpinsel gut buttern.
DIE KLEINEN KÖCHE: KINDER helfen meist begeistert mit bei der Zubereitung des Teiges…Früh übt sich...

Der Backvorgang:

  • Anschließend sofort vorsichtig den flüssigen Teig in die Auflauf-Form gießen.
  • Schön gleichmäßig die Oberfläche mit den („bemehlten“) Heidelbeeren bedecken und etwas in den Teig „datschen“ – die Beeren sinken dann langsam während des Backvorgangs nach unten.
  • Die Oberfläche danach – mit einem „wedelnden“ Teelöffel – dünn mit etwas Zucker bestreuen.
  • Fertig…nun nur noch fix in den Backofen damit:

Den „Datschi“ für etwa 20-30 Minuten in den heißen Ofen schieben, bis er eine schöne, goldbraune Kruste bekommt und sich die Ränder an der Auflaufform leicht bräunen. Achtung, falls zu braun, bitte oben mit Backpapier abdecken und mit der Hitze etwas runtergehen.
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Danach wird der noch sehr heiße Hoiber-Datschi vorsichtig aus dem Ofen geholt und sollte sofort – auch noch ganz noch heiß erneut – mit etwas Zucker bestreut werden.

PSST! Man hört es richtig „knistern“ 😉

DER DATSCHI


Leckere braune Krüstchen:

Der Datschi wird dann, nachdem man die schönen braunen, köstlichen Krusten vorsichtig von Rand und Boden mit einem scharfen Messer gelöst hat, direkt in der Form in viereckige Stücke geschnitten (daher ist kein „Teflon“ Geschirr ratsam). Diese „Heidelbeer-Datschi-Schnitten“ werden dann mit einem Pfannenwender oder großen Löffel vorsichtig einzeln auf die bereitgestellten Teller gehoben. Die köstlichen Rand-Krusten liebten wir als Kinder natürlich ganz besonders! Dazu schmeckt auch gut eine leckere Vanille-Soße. Omas Rezept zur schnellen Zubereitung findet man hier am Ende des Blogs.


Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht!“ Zitat: Oskar Wilde
Ein traditioneller Kuchen mit saftigem Heidelbeerenbelag ist immer ein Gedicht.


AN GUADN“ – auf „fränggisch“ (fränkisch) oder bayrisch und auf Hochdeutsch: Einen guten Appetit allen Leckermäulchen mit diesem Leckerli…


FLOTTE BEEREN:
Es gibt zahlreiche Rezepte für köstliche Heidelbeerkuchen mit Streuseln, als Rührkuchen, Käsekuchen mit Heidelbeeren-Topping (hier auf dem Bild) etc. Am einfachsten geht das Obstkuchen-Backen mit Mürbeteigböden. Die Böden sind schnell zubereitet.


Wissenswertes:

Die europäische Wald-Heidelbeere wächst hierzulande in Wäldern auf feuchten und sauren Humusböden. Sie gehört wie die Kultur-Heidelbeere zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), wird jedoch nur zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch.

  • Neben der „echten“ Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), die an buschigen Gehölzen wächst und sich in Laubwäldern und vor allem auch auf der Heide besonders wohlfühlt, gibt es auch noch die „Kultur“ Heidelbeere“ (Vaccinium corymbosum). Die Beeren des Zwergstrauchs werden auch Schwarzbeeren, Waldbeeren, Heubeeren oder Staudelbeeren genannt…. sagt Wiki.
  • Diese Kultur-Heidelbeere wird meist in Gärtnereien oder in großen Kulturplantagen angebaut und hat (im Gegensatz zur wild wachsenden Heidelbeere) kein blaues, sondern weißes Fruchtfleisch. Diese Zucht-Heidelbeere kann viel größer werden und enthält aber deutlich weniger Vitamine und Anthocyane.
  • Die „echten“ bzw. natürlich wachsenden kleinen Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) sind allgemein als Heilpflanzen anerkannt. Sie enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe wie z.B. wertvolle Antioxidantien. Neben zahlreichen Ballaststoffen enthalten die Beeren auch folgende Nährstoffe: Carotinoide, Vitamin A, C, E, sowie Eisen, Magnesium, Kalzium.
  • Wilde Heidelbeeren sind viel reicher an gesunden Nährstoffen als die Kulturheidelbeeren. Ihren „Sekundären Pflanzenstoffen“ werden gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben: Wie unten noch erweiternd erwähnt – sind diese sekundären Pflanzenstoffe nach ihren chemischen Strukturen und Wirkungsweisen eingeteilt:
  • Die gesunden Pflanzenstoffe werden als Carotinoide, Flavonoide, Glucosinolate, Monoterpene, Polyphenole, Phytoöstrogene, Phytosterole, Saponine, Sulfide bezeichnet…
  • Gut zu wissen, aber… Hauptsache, sie sind gesund und schmecken uns allen… 😉

Von Anfang Juni bis Anfang September reifen die wilden Heidelbeeren im Wald und in den Bergen. Die natürlichen, wilden Heidelbeeren sind kleiner als die gezüchteten und unterscheiden sich von den „Kulturheidelbeere“ vor allem im intensiveren Geschmack. Grund genug sich – mit einem Körbchen – in den Wäldern auf die Suche zu machen.


Je nach Region werden die Beeren entweder
Blau- oder Heidelbeeren genannt.

(Kultur-)Heidelbeeren unterscheiden sich von Blaubeeren, auch wenn das Aussehen der Beeren sehr ähnlich ist. Beide gehören aber zur gleichen Gattung: Vaccinium – dies ist eine Gattung innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (bot. Ericaceae) und die bis zu 500 Arten kommen zum Großteil auf der nördlichen Halbkugel vor.

» Mehr erfahren auf: https://www.edeka.de/ernaehrung/expertenwissen/1000-fragen-1000-antworten/gibt-es-einen-unterschied-zwischen-heidelbeeren-und-blaubeeren.jsp

Vorsicht:

DOCH VORSICHT: Manchmal befinden sich aber auch auf den „Wild-Beeren“ bestimmte gefährliche Erreger (z.B. Fuchsbanderreger: Echinococcus). Wenn man auf Nummer sicher gehen will, unbedingt „wilde“ Heidelbeeren (aus dem Wald gepflückt) vor dem Verzehr bei mindestens 70 Grad kurz erhitzen. Das wussten wir damals als Kinder aber noch nicht – wir hatten sie vor Ort genascht und blieben trotzdem gesund. Aber Vorsicht ist ja doch diesbezüglich bekanntlich heute äußerst wichtig. Die Beeren sind erhitzt – dann z.B: auch als Kompott zu Süßspeisen oder als Kuchen-Belag gut zu verwerten.

Reine Zuchtbeeren sind in dieser Hinsicht völlig „ungefährlich“ und davon nicht betroffen... Hygiene aber zählt immer: Auch diese Zucht-Beeren vor dem Verzehr immer gründlich waschen! Man weiß nie durch wie viele „Hände“ diese gingen…

  • Ihre blaue Farbe verdanken die Heidelbeeren übrigens dem Farbstoff „Myrtillin“. In Frankreich heißen die Heidelbeeren „MYRTILLE“.
  • Myrtillin gehört zu den Anthozyanen. Das sind – wie oben beschrieben – „sekundäre Pflanzenstoffe“, die entzündungshemmend und blutbildend wirken bei der Synthese der blutbildenden Zellen im Knochenmark.
  • Außerdem helfen sie dem Körper, freie Radikale zu fangen und zu neutralisieren…(Siehe dazu am Ende des Blogs mehr Infos zur positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit) .
  • Anm.: „Sekundäre Pflanzenstoffe“ sind auch Farb-, Duft- und Aromastoffe in Pflanzen. Diese haben auch Aufgaben wie etwa das Anlocken von Insekten und das Abwehren von Schädlingen…

Zu den Heidelbeeren gehört aber noch:
OMAS KÖSTLICHE ECHTE VANILLE-SAUCE

VANILLESAUCE kann man auch auf Vorrat zubereiten und schmeckt
NICHT NUR LECKER ZU FRISCH GEBACKENEN WAFFELN…


ECHTE VANILLE-SAUCE

ZUBEREITUNG:

Zutaten für 4–6 Portionen: 400 ml Milch, 3 El Zucker, Prise Salz, 2 Vanilleschoten, 2 Eier, 1 Becher Sahne, 2 TL Speisestärke, 1 El Milch.
Zubehör: 1 kl. scharfes Küchen-Messer, Milchtopf, Gummispatel, Klarsichtfolie. Eine schöne Schüssel (oder „Saucière“) für die Sauce bereitstellen.


Die „Speisestärke“ mit einer Gabel in etwas kalter Milch (in einer Schale oder Glas) schön glattrühren. Die Vanilleschoten etwas platt klopfen, längs (mittig) vorsichtig halb aufschneiden (nicht durchschneiden!), mittig auseinanderklappen, und das Vanillemark mit dem Messer sorgsam herausschaben. Das gelingt am besten mit einem kl. normalen, glatten Küchen-Messer, damit kratzt man das meiste Mark heraus, ohne Schotenfasern.

Danach zuerst die Eier mit dem Handrührgerät oder Schneebesen kurz aufschlagen. Speisestärke-Mix und Sahne zugeben und noch mal kurz gründlich glatt durchrühren.

  • Dann die Zutaten wie Milch, Zucker, Salz und das Mark der Vanilleschoten kurz in einem hohen (Milch-)Topf erhitzen. „Sofort“ die „Sahne-Eiermischung“ mit dem Schneebesen schnell in die heiße Milch kurz und „kräftig“ einrühren und wirklich nur ganz kurz aufkochen lassen, bis es „blubbert“.
  • Achtung: Immer kräftig und schnell umrühren, es brennt ziemlich leicht an!
  • Sofort“ nach dem Aufkochen – den Milchtopf vom Herd ziehen und danach schnell mit einem Gummispatel den Inhalt sogleich in eine bereitgestellte kalte Schüssel oder Saucière umfüllen, dann kann nichts mehr am Topfboden anbrennen: Das schnelle bzw. zügige Arbeiten damit nichts am Topfboden ansetzt, ist hier die ganze Zauberei.
  • TIPP: Die Oberfläche der Saucen-Schüssel sofort mit Klarsichtfolie straff bedecken, damit sich keine „Haut“ bildet. Die Vanille-Sauce kann man warm oder kalt verwenden. Abgedeckt hält sie sich so – bis zu 2-3 Tage – im Kühlschrank.
THE BEST OFF

Hhmm…
Echte Vanille-Sauce


TIPP-1: Wenn man die Soße im Topf zubereiten möchte, habe ich einen Trick: Erhitze im hohen Top die Milch und die Sahne erst zusammen mit dem Zucker. Und dann erst – mit den übrigen Zutaten – alles absolut schön langsam mit dem Schneebesen verrühren…rühren….rühren… bis die Vanillesauce wirklich dicklich aufgeschlagen ist.
So brennt nichts an. Warum? Der Zucker setzt sich als schützender Film auf dem Topfboden ab. Zugegeben, ich war auch erst skeptisch, aber es klappt so wirklich!


Nachtrag: Eine Vanille-Soße selber zu machen geht tatsächlich ganz schnell und einfach: Hierfür braucht man wirklich nur wenig Zeit (5 Minuten!) und frische Zutaten. Selbstgemacht ohne Zusatzstoffe schmeckt alles doch am besten.

TIPP-2: Vanillesoße über dem Wasserbad zubereiten – das hat den Vorteil, dass die Zutaten sehr sanft erhitzt werden. Vanille-Ei-Masse über dem Wasserbad unter stetigem Rühren mit einem kl. Schneebesen erhitzen, bis die Soße eindickt. Und hier brennt nun auch wirklich nichts mehr an…

ES IST ABSOLUT KEINE ZAUBEREI:
Vanille-Sauce selbst gemacht…jeder Tropfen ist ein Genuss!


Die Sauce ist der Triumph des Geschmacks in der Kochkunst“. – ZITAT: Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor.


HEIDELBEER-STREUSELKUCHEN…


„Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen“. Zitat: © Ludwig Ehrhardt (1897-1977) war ein deutscher Politiker und Wirtschaftswissenschaftler.

KURZE GESCHICHTE DER HEIDELBEEREN:

  • Die Heidelbeere hat im deutschsprachigen Raum noch den Name „Blaubeere“, auf französisch nennt man sie (wie oben schon erwähnt) „Myrtille“ und in englischsprachigen Ländern wird sie „blueberry“ genannt.
  • „Heidelbeere“ bedeutete früher eine Beere, die in der Heide, einer sog. Wildnis wächst, also in einer Gegend, wo wilde, nicht bewirtschaftete Landschaften vorherrschend waren.

ALTES BRAUCHTUM

Einigen Orten und Städten hat die Heidelbeere ihren Namen gegeben…
Die bekannteste Stadt ist wohl „Heidelberg“, diese Gegend war sehr reich an „Heidelbeeren“.
In einer Chronik von 1718 wird berichtet, dass dort auf einem Brunnen in der oberen Burgstraße das Bildnis einer „Jungfrau“ eingemeißelt war, die in ihren Händen einen Strauß „Heidelbeeren“ hielt.
😉
Die Bedeutung der Heidelbeere als kostbares Gut, war auch im Odenwald in einem alten Brauchtum verankert: Es mussten traditionell Blaubeeren als „Opfergabe“ in einen ausgehöhlten großen Stein von jedem Beerensammler gelegt werden. Tat er dies nicht, werde er durch ein baldiges Unglück bestraft werden… (Zitat: © Rolf Reutter: Odenwälder Geschichten)

SAGEN, MÄRCHEN UND LEGENDEN

  • In der damaligen Volkskunst entstanden manche Sagen, Märchen und Geschichten, zum Beispiel eine damals allen Kindern bekannte schwedische Bildergeschichte: „Hänschen im Blaubeer-Wald“, der seiner Mutter Blaubeeren sammeln wollte und sich im Wald verirrte…
  • sowie in den USA ist dort die gut bekannte Bilder-Geschichte eines Mädchens berühmt: „Blueberries for SaL“ (Buch: Robert Mc Closkey: Es bekam 1949 die berühmte „Caldecott-Auszeichnung“ als Kinderbuch). Ein kleines Mädchen gerät in eine Bärenfamilie…alle mögen Heidelbeeren…

Von Heidelbeeren…Blaubeeren und anderen Beeren erzählt ein MÄRCHENBASAR:

http://maerchenbasar.de › mitteleuropa › deutschland

Hier findet man Märchen, Sagen, Fabeln… Märchenbasar ist Deutschlands größtes privates Märchen-Archiv – Tritt ein und lass Dich verzaubern…heißt es dort.


Auch hier wird man fündig – z.B. findet man hier Geschichten zum Vorlesen für Kinder und natürlich zum Selberlesen bestens geeignet… – © Elke Bräunling

Noch heute steht auch in den USA die „Heidelbeere“ immer noch deutlich im Mittelpunkt von Brauchtum und Tradition. Auch kulinarisch sind „Blueberry muffins“ z.B. dort eine der beliebtesten Spezialitäten.


„Blueberry Hill“ for ever…

(The music was written by Vincent Rose, the lyrics by Larry Stock and Al Lewis.)

Der Heidelbeere wurde schon früh in den USA ein Denkmal gesetzt – mit einem Hit aus den 40er Jahren: Der berühmte Song „Blueberry Hill“ ist also ein Song aus dem Jahr 1940 (Louis Armstrong), der später nochmals in der Version von „Fats Domino“ im Jahre 1956 und 1956 als cover „The George Souls Group“ zum Millionenseller wurde…Blueberry Hill ist so – nicht nur vielen Musikfans in den USA – als fantastischer Evergreen der Popmusik weltweit ein echter Begriff geworden.


Historisches

Die Heidelbeere (Vaccinium) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Historisch gesehen ist die Blaubeere eine der ursprünglichsten Nahrungsmittel unserer Erde. Die Jäger und Sammler der Altsteinzeit, hatten ihre Nahrung größtenteils durch die Jagd auf Wildtiere, den Fischfang sowie durch das Sammeln von wildwachsenden Pflanzen erwirtschaftet.

  • Heidelbeeren haben erstaunlich positive Wirkungen auf unsere Gesundheit und liegen voll im Trend. Sie waren in frühen Zeiten – für die ersten Menschen auf unserer Welt – schon immer eine lebensnotwendige und unentbehrliche Nahrung und  galten damals schon auch als Heilmittel und Arznei bei vielen Krankheiten.
  • Heute steht die Geschichte der Kulturheidelbeere noch ganz am Anfang. Auf immer mehr Kontinenten werden bereits immer mehr riesige Heidelbeer-Plantagen gebaut… man kann sie mittlerweile in fast allen Supermärkten das ganze Jahr über kaufen…

Blaubeeren, Moosbeeren, Bickbeeren, Schwarzbeere oder Heubeere werden sie regional auch genannt…

  • Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden 75 bis 100 neue Sorten kultiviert. Kulturheidelbeeren machen heute tatsächlich über ein Drittel des Beerenverzehrs aus. Bekannte Heidelbeer-Anbaugebiete in Deutschland sind die Lüneburger Heide und die Gegend um Oldenburg in Niedersachsen, die sandigen Regionen in Brandenburg sowie Mittelbaden.

Deutsche Heidelbeeren bekommen wir Verbraucher im Sommer meist von Ende Juni bis September, in den Wintermonaten kommen die Heidelbeeren im Supermarkt meist aus südamerikanischen Ländern wie Peru, Chile oder Argentinien.

  • Die Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist nur eine Art aus der großen Familie bzw. Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium), zu denen auch Cranberries oder Preiselbeere gehören. Alle Heidelbeeren gehören wiederum zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) . (Quelle: Wikipedia)

Paradox?

  • Das Paradoxe an Heidelbeeren ist: Außen sind sie dunkelblau, innen sind sie – wenn man sie auspresst oder zerstampft – violett, wenn man sie abschält, sind sie innen grün…merkwürdig…Hauptsache sie schmecken und sind gesund…

<<< DIE FEINE KRÖNUNG >>>


P.S.: Die feine Kombination von Gedanken und Bildern ist hier im Blog nicht einfach…Ich finde, Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker. Manch` bekannte oder unbekannte Zitate-Spruchweisheiten und kurze Gedichte umrahmen daher meine Gedanken in diesem Blog.


BLOG-Artikel: „Hoiber-Datschi“ veröffentlicht am 12.11.2019 – zuletzt überarbeitet im Juli 2022.


EIN SLOGAN
– von einem bekannten STERNEKOCH –

VOM EINFACHEN NUR DAS BESTE


Das war die Devise eines meiner Lieblings-Köche –
damals noch in Freiburg (Breisgau) – wo wir ihn einst besuchten:
Franz Keller (*1927-/+2007) wuchs in einer Winzer- und Gastronomen-Familie in Oberbergen am Kaiserstuhl auf. Seine Mutter Irma wurde dort im berühmten „Schwarzen Adler“ (Stammhaus) bereits seit 1969 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.


URHEBERRECHT: Der größte Teil der veröffentlichten Gedichte, Zitate usw. sind von Dichtern und Autoren, die bereits seit siebzig Jahren verstorben sind und daher in der Regel für den privaten Gebrauch verfügbar. Alle Gedichte sind mit Copyright und Namen versehen.



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