GERICHTE MIT GESCHICHTE:
Als Kinder waren wir in den Sommerferien oft mit den Großeltern in Heigenbrücken im Spessart. In den unendlichen Weiten dieser Spessart-Wäldern haben wir damals begeistert oft eimerweise Heidelbeeren gepflückt, abends hatten wir oft Bauchweh. 😉 Waldheidelbeeren schmecken übrigens viel intensiver, sind auch deutlich kleiner als die Zuchtbeeren und im Inneren durchgehend tief dunkelblau. Köstlich…Erinnerungen verschönern das Leben.
(Anm.: Zum Thema Sommerfrüchtchen gibt es hier auch meine anderen köstlichen Blog-Artikel zu lesen… zum Beispiel Wissenswertes über: „Erdbeeren“…“Kirschenmichel“…und „Rhabarber“… und für den Winter: Den Winterapfel… )

LESEDAUER: Zirka 5-10 min.

DAS HEIDELBEER – MÄNNLEIN

Manchmal aber war dann alles im Wald wie leergeputzt...wir suchten und suchten, fanden mal hier und dort nur ein paar wenige Heidelbeeren. Als unsere Großmama uns dann erzählte, dass es gelegentlich einen kleinen Waldgeist gäbe, dem die Beeren auch gut schmecken würden, er käme extra schon ganz früh morgens, wenn alle noch schliefen, dann hörten wir ihr wie gebannt zu, waren dann aber doch etwas enttäuscht…
Das Heidelbeer-Männlein?

Dichtung oder Wahrheit?

Wo warst du? Hast wohl Beerlein gepickt vom Heidelbeerstrauch.
Oh, sieh nur, wie blau um das Mündchen du bist!
Das bekommt man ja nur, wenn man Heidelbeeren isst“ . – Zitat: © Ines Sturm , 6020 Innsbruck.

EIN GEDICHT…

Die Wahrheit aber ist hier ein kulinarisches „Gedicht“: Seit der Kindheit liebten wir Omas „Heidelbeer-Auflauf“: Dieses unser Lieblings-Rezept wurde, wenn wir einmal wieder in Aschaffenburg zu Besuch waren, von meiner liebsten Großmutter „Christina Röcking“ (1892 -1981) für uns Kinder zur Heidelbeerzeit oft im Sommer zubereitet. Der Name des Desserts war „Hoiber-Datschi“…Hoiber? Was ist das denn?

Blaubeermäulchen leuchten weit – lieben diese Blaubeerzeit!
Blaubeerbärte blitzen frech – schon ist die Blaubeertorte wech“ ! –
Zitat: © Sigrid Hartmann

HOIBER?

„Schwarzbeeren“ werden auch Moosbeeren genannt, aber auch „Hoiber“ oder „Hoaber“: So heißen die Heidelbeeren in den verschiedensten Regionen Bayerns.

Wie wärs denn mal mit einem Heidelbeer-Snack zwischendurch? Zum Beispiel einem Heidelbeer-Shake? Nicht nur im Hochsommer herrlich erfrischend: einfach eine Handvoll Heidelbeeren mit kalter Milch und Vanillezucker mixen…vielleicht noch eine Kugel Vanille-Eis dazu mit in den Becher geben?

Aus den wunderbaren Heidelbeeren bereitet man schon seit Jahrhunderten in manchen Bayern-Regionen, also auch in „Franken“ einen Hoiber- oder Hoaber-Datschi oder auch Hoiber-Wacker zu, wie man im „Bayerischen Wald“ sagt. Eine gut bekannte kulinarische, regionale Spezialität.

Lange vorbei sind die Zeiten, als die Menschen in mühsamer Kleinarbeit im Wald und auf der Heide zentnerweise Beeren zum Weiterverkauf pflückten und sich insbesondere in der Nachkriegszeit einen Zuverdienst sicherten.

DATSCHI?

Das Wort „Datschi“ leitet sich übrigens aus dem mittelhochdeutschen Wort „detschen“ oder „datschen“ ab, das man als „hineindrücken“ („tatschen“) übersetzen kann. Die Beeren werden also hier nicht in den Teig hineingedrückt, sondern nur locker oben drauf gestreut und versinken dann ganz von alleine beim Backen in dem Teig… Und erst beim Anschnitt kommt die Überraschung mit den vielen saftigen Beeren zutage.

Den „Datschi“ gibt es auch mit anderem Obst, z.B. als Zwetschen-Datschi: Die Brüder Grimm fanden das Wort  „Zwetschentatsche damals schon in schwäbischen Schriften. Im „Deutschen Provinzial-Wörterbuch“ aus dem Jahr 1792 wird der „ZwetschenDatschi“ auch als „Augsburger Kuchen“ aufgelistet. Zwetschgendatschi, oft auch kurz nur „Datschi genannt, gilt als bekannte kulinarische Spezialität der Stadt Augsburg. (Quelle: Wikipedia)

„WUIST A DATSCHI, BUA?“ fragt die Mutter ihren Bub… „Na, freilich… Muada“ . 😉

Ja, im Sommer, eß‘ ich Beeren: Him- und Erd- und Heidelbeeren.
Oft kommt eine Birn dazu. Ach, Sommer, lieber Sommer…
komm doch bald herbei“ … (Altes Kinderlied)

DER HOIBER-DATSCHI

Omas Heidelbeer-Nachtisch wird in einer feuerfesten Auflauf-Form oder wie meine Großmutter immer sagte, in einer „Reine“ gebacken. Sie nahm dazu einen Bräter, also ein flaches, rechteckiges, rundes oder ovales Gefäß mit zwei Henkeln, mit dem man zum Beispiel auch den Schweins- oder Gänsebraten im „Rohr“ (Backofen) garen kann. Eine normale rechteckige oder runde Auflaufform ohne Teflon oder Antihaftbeschichtung ist ebenfalls gut geeignet, wie z.B. aus Jenaer-Glas, Keramik, Silikon, Emaille, feuerfestes Porzellan, Guss-Eisen, Edelstahl etc.
Römertopf? Habe ich noch nicht ausprobiert…Meine ovale Keramik-Form hat eine Größe von zirka 18 auf 30 cm. (siehe mein Foto im Backofen weiter unten). Man kann aber auch ein hohes normales Backblech nehmen, dann muss man aber die Menge im Rezept verdoppeln.

„Ich lobe eine reine, gute, ehrliche Hausspeise“.
ZITAT: ©
Martin Luther (1483 – 1546), deutscher Theologe und Reformator


Ich hab‘ mein Herz an Heidelbeeren verloren...

Wir liebten schon als Kinder dieses Dessert...diesen oben knusprig-köstlichen, unten weichen Heidelbeer-Auflauf, vor allem, wenn er ganz frisch aus dem Ofen kam. Wir konnten davon gar nicht genug kriegen…Er ist auch wirklich ratzfatz zubereitet:

LECKER FRISCH AUS DEM MEINEM OFEN:
Schön wäre es, kurz vor dem Servieren ihn mit einer Handvoll  
frischer (oder ganz kurz karamellisierter) Heidelbeeren auf der Oberfläche noch zu dekorieren.
Erst beim Anschneiden entdeckt man plötzlich – Oooh… als Überraschung – die vielen „versunkenen Heidelbeeren“.

DAS REZEPT IST RECHT EINFACH UND EINFACH GUT!

Zutaten für einen traditionellen „Hoiber Datschi“:

  • 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 500 ml Milch, 3 Eier (Größe L), 2 El Zucker, 1 El Butterschmalz (oder wie Oma sagte: 1 El „gute“ Butter), ca. 500 g frische Heidelbeeren, 3–4 El Zucker. Zubehör: Eine feuerfeste Auflauf-Form ohne Deckel, Backpinsel.

  • Zubereitung: Die Heidelbeeren müssen zunächst geputzt, gründlich gewaschen und im Küchentuch kurz vorsichtig etwas abgetupft werden – sie dürfen nicht zu nass sein! Zu Beginn sollte der Ofen „mitsamt der Auflaufform“ auf 180° Celsius (Ober-/Unterhitze) vorgeheizt werden.
  • Danach das Mehl in eine große Schüssel sieben und mit einer Prise Salz vermischen. In der Mitte des Mehls eine Mulde formen. Die Milch mit den Eiern und dem Zucker in einer separaten Schüssel verquirlen und nach und nach in diese Mehlkuhle gießen. Alles von innen nach außen hin mit einem Schneebesen gründlich zu einem glatten, flüssigen Teig verrühren.
  • Nun die heiße Auflaufform kurz aus dem Ofen nehmen, auf die kalte Herdplatte stellen und einen Esslöffel Butter oder Butterschmalz darin schmelzen lassen, die Ränder ebenfalls mit einem Backpinsel gut buttern. Anschließend sofort vorsichtig den flüssigen Teig in die Form gießen und schön gleichmäßig oben mit den Heidelbeeren bedecken. Die Oberfläche vorsichtig mit einem „wedelnden“ Teelöffel dünn mit Zucker bestreuen. Fertig…nun nur noch fix in den Backofen damit:

Den „Datschi“ für etwa 20-30 Minuten in den heißen Ofen schieben, bis er eine schöne, goldbraune Kruste bekommt und sich die Ränder an der Auflaufform leicht bräunen. Achtung, falls zu braun, bitte oben mit Backpapier abdecken und mit der Hitze etwas runtergehen.
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Danach wird der noch sehr heiße Hoiber-Datschi vorsichtig aus dem Ofen geholt und sollte sofort – auch noch ganz noch heiß – mit etwas Zucker bestreut werden.

PSST! Man hört es richtig „knistern“ 😉

DER DATSCHI

Leckere braune Krusten:

Der Datschi wird dann, nachdem man die schönen braunen, köstlichen Krusten vorsichtig von Rand und Boden mit einem scharfen Messer gelöst hat, direkt in der Form in viereckige Stücke geschnitten (daher ist kein „Teflon“ ratsam). Diese „Heidelbeer-Datschi-Schnitten“ werden dann mit einem Pfannenwender oder großen Löffel vorsichtig einzeln auf die bereitgestellten Teller gehoben.
Die köstlichen Rand-Krusten liebten wir als Kinder natürlich ganz besonders! Dazu schmeckt auch gut eine leckere Vanille-Soße. Omas Rezept zur schnellen Zubereitung findet man hier am Ende des Blogs.


Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht!“ Zitat: Oskar Wilde
Ein traditioneller Kuchen mit saftigem Heidelbeerenbelag ist immer ein Gedicht.

AN GUADN“ – auf „fränggisch“ (fränkisch) oder bayrisch und auf Hochdeutsch: Einen guten Appetit allen Leckermäulchen mit diesem Leckerli…Ich wünsche euch auch viel Vergnügen beim Hoiberdatschi zaubern.


FLOTTE BEEREN:
Es gibt zahlreiche Rezepte für köstliche Heidelbeerkuchen mit Sreuseln, als Rührkuchen, Käsekuchen mit Heidelbeeren-Topping (hier auf dem Bild) etc. Am einfachsten geht das Obstkuchen-Backen mit Mürbeteigböden. Die Böden sind schnell zubereitet.

Wissenswertes:

Neben der „echten“ Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), die an buschigen Gehölzen wächst und sich in Laubwäldern und vor allem auch auf der Heide besonders wohlfühlt, gibt es auch noch die „Kultur“ Heidelbeere“ (Vaccinium corymbosum). Diese Heidelbeere wird meist in Gärtnereien oder in großen Kulturplantagen angebaut und hat (im Gegensatz zur wild wachsenden Heidelbeere) kein blaues, sondern weißes Fruchtfleisch. Diese Zucht-Heidelbeere kann viel größer werden und enthält aber deutlich weniger Vitamine und Anthocyane.
Die „echten“ bzw. natürlich wachsenden Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) sind allgemein als Heilpflanzen anerkannt. Sie enthalten ganz viele wertvolle, gesunde Inhaltsstoffe wie z.B. wertvolle Antioxidantien. Neben zahlreichen Ballaststoffen enthalten die Beeren auch folgende Nährstoffe: Carotinoide, Vitamin A, C, E, sowie Eisen, Magnesium, Kalzium. Wilde Heidelbeeren sind viel reicher an gesunden Nährstoffen als Kulturheidelbeeren. Ihren „Sekundären Pflanzenstoffen“ werden gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben: Wie unten noch erweiternd erwähnt – sind diese sekundären Pflanzenstoffe nach ihren chemischen Strukturen und Wirkungsweisen eingeteilt: Sie werden als Carotinoide, Flavonoide, Glucosinolate, Monoterpene, Polyphenole, Phytoöstrogene, Phytosterole, Saponine, Sulfide bezeichnet… Gut zu wissen, aber egal…viel zu kompliziert das Ganze… Hauptsache, sie sind gesund und schmecken uns allen… 😉

Von Anfang Juni bis Anfang September reifen die wilden Heidelbeeren im Wald und in den Bergen. Die natürlichen, wilden Heidelbeeren sind kleiner als die gezüchteten und unterscheiden sich von den „Kulturheidelbeere“ vor allem im intensiveren Geschmack. Grund genug sich auf die Suche zu machen.

Vorsicht:

DOCH VORSICHT: Manchmal befinden sich aber auch auf den „Wild-Beeren“ bestimmte Erreger (z.B. Fuchsbanderreger: Echinococcus). Wenn man auf Nummer sicher gehen will, unbedingt „wilde“ Heidelbeeren (aus dem Wald gepflückt) vor dem Verzehr bei mindestens 70 Grad kurz erhitzen. Das wussten wir damals als Kinder aber noch nicht und blieben trotzdem gesund. Aber Vorsicht ist ja doch diesbezüglich bekanntlich heute äußerst wichtig.
Zuchtbeeren sind in dieser Hinsicht völlig „ungefährlich“ und davon nicht betroffen… Hygiene aber zählt immer, auch diese Zucht-Beeren vor dem Verzehr immer gründlich waschen! Man weiß nie durch wieviele „Hände“ diese gingen…

Ihre blaue Farbe verdanken die Heidelbeeren übrigens dem Farbstoff „Myrtillin“. In Frankreich heißen die Heidelbeeren „MYRTILLE“.
Myrtillin gehört zu den Anthozyanen. Das sind – wie oben beschrieben – „sekundäre Pflanzenstoffe“, die entzündungshemmend und blutbildend wirken bei der Synthese der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Außerdem helfen sie dem Körper, freie Radikale zu fangen und zu neutralisieren…(Siehe dazu am Ende des Blogs mehr Infos zur positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit) .
Anm.: „Sekundäre Pflanzenstoffe“ sind auch Farb-, Duft- und Aromastoffe in Pflanzen. Diese haben auch Aufgaben wie etwa das Anlocken von Insekten und das Abwehren von Schädlingen…


OMAS KÖSTLICHE ECHTE VANILLE-SAUCE:

VANILLESAUCE kann man auch auf Vorrat zubereiten und schmeckt
NICHT NUR LECKER ZU FRISCH GEBACKENEN WAFFELN…

ZUBEREITUNG:

Zutaten für 4–6 Portionen: 400 ml Milch, 3 El Zucker, Prise Salz, 2 Vanilleschoten, 2 Eier, 1 Becher Sahne, 2 TL Speisestärke, 1 El Milch.
Zubehör: 1 kl. scharfes Küchen-Messer, Milchtopf, Gummispatel, Klarsichtfolie. Eine schöne Schüssel (oder „Saucière“) für die Sauce bereitstellen


Die „Speisestärke“ mit einer Gabel in etwas kalter Milch (in einer Schale oder Glas) glattrühren. Die Vanilleschoten etwas platt klopfen, längs (mittig) vorsichtig halb aufschneiden (nicht durchschneiden!), mittig auseinanderklappen, und das Vanillemark mit dem Messer sorgsam herausschaben. Das gelingt am besten mit einem kl. normalen, glatten Messer, dann bekommt man das meiste Mark raus, ohne Schotenfasern.

Dann zuerst die Eier mit dem Handrührgerät oder Schneebesen kurz aufschlagen. Speisestärke-Mix und Sahne zugeben und noch mal kurz gründlich glatt durchrühren.

Danach die Zutaten wie Milch, Zucker, Salz und das Mark der Vanilleschoten kurz in einem hohen (Milch-)Topf erhitzen. „Sofort“ die „Sahne-Eiermischung“ mit dem Schneebesen schnell in die heiße Milch kurz und „kräftig“ einrühren und wirklich nur ganz kurz aufkochen lassen, bis es „blubbert“. Achtung: Immer kräftig und schnell umrühren, es brennt ziemlich leicht an!
„Sofort“ nach dem Aufkochen den Milchtopf vom Herd ziehen und danach schnell mit einem Gummispatel den Inhalt sogleich in die bereitgestellte kalte Schüssel oder Saucière umfüllen, dann kann nichts mehr am Topfboden anbrennen: Das schnelle bzw. zügige Arbeiten damit nichts am Topfboden ansetzt, ist hier die ganze Zauberei.
TIPP: Die Oberfläche der Schüssel sofort mit Klarsichtfolie straff bedecken, damit sich keine „Haut“ bildet. Diese Soße kann man warm oder kalt verwenden. Abgedeckt hält sie sich so bis zu 2-3 Tage im Kühlschrank.

TIPP: Wenn man die Soße im Topf zubereitest, habe ich einen Trick: Erhitze Milch und Sahne erst zusammen mit dem Zucker. Und dann – mit den übrigen Zutaten – alles absolut lange mit dem Schneebesen rühren…rühren….bis die Vanillesauce dicklich aufgeschlagen ist. So brennt garantiert nichts an. Warum? Der Zucker setzt sich als schützender Film auf dem Topfboden ab. Zugegeben, ich war auch erst skeptisch, aber es klappt wirklich!


Nachtrag: Eine Vanille-Soße selber zu machen geht tatsächlich ganz schnell und einfach: Hierfür braucht man wirklich nur wenig Zeit (5 Minuten!) und frische Zutaten. Selbstgemacht ohne Zusatzstoffe schmeckt alles doch am besten..

Vanillesoße über dem Wasserbad zuzubereiten – hat den Vorteil, dass die Zutaten sehr sanft erhitzt werden. Vanille-Ei-Masse über dem Wasserbad unter stetigem Rühren erhitzen, bis die Soße eindickt. Und hier brennt nichts mehr an…

ES IST KEINE ZAUBEREI: Vanille-Sauce selbst gemacht…jeder Tropfen ein Genuss!
„Die Sauce ist der Triumph des Geschmacks in der Kochkunst“. – ZITAT: Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor.

KURZE GESCHICHTE DER HEIDELBEEREN:

Die Heidelbeere hat im deutschsprachigen Raum noch den Name „Blaubeere“, auf französisch nennt man sie (wie oben schon erwähnt) „Myrtille“ und in englischsprachigen Ländern wird sie „blueberry“ genannt. „Heidelbeere“ bedeutete früher eine Beere, die in der Heide, einer sog. Wildnis wächst, also in einer Gegend, wo wilde, nicht bewirtschaftete Landschaften vorherrschend waren.

ALTES BRAUCHTUM

Einigen Orten und Städten hat die Heidelbeere ihren Namen gegeben, die bekannteste Stadt ist wohl „Heidelberg“, diese Gegend war sehr reich an „Heidelbeeren“.
In einer Chronik von 1718 wird berichtet, dass auf einem Brunnen in der oberen Burgstraße das Bildnis einer „Jungfrau“ eingemeißelt war, die in ihren Händen einen Strauß „Heidelbeeren“ hielt.
😉
Die Bedeutung der Heidelbeere als kostbares Gut, war auch im Odenwald in einem alten Brauchtum verankert: Es mussten traditionell Blaubeeren als „Opfergabe“ in einen ausgehöhlten großen Stein von jedem Beerensammler gelegt werden. Tat er dies nicht, werde er durch ein baldiges Unglück bestraft werden… (Zitat: © Rolf Reutter: Odenwälder Geschichten)

SAGEN, MÄRCHEN UND LEGENDEN

In der damaligen Volkskunst entstanden manche Sagen, Märchen und Geschichten, zum Beispiel eine damals allen Kindern bekannte schwedische Bildergeschichte: „Hänschen im Blaubeer-Wald“, der seiner Mutter Blaubeeren sammeln wollte und sich im Wald verirrte… sowie in den USA ist dort die gut bekannte Bilder-Geschichte eines Mädchens berühmt: „Blueberries for SaL“ (Buch: Robert Mc Closkey: Es bekam 1949 die berühmte „Caldecott-Auszeichnung“ als Kinderbuch). Ein kleines Mädchen gerät in eine Bärenfamilie…alle mögen Heidelbeeren…


„Blueberry Hill“ for ever…

Der Heidelbeere wurde schon früh in den USA ein Denkmal gesetzt – mit einem Hit aus den 40er Jahren: Der berühmte Song „Blueberry Hill“ ist also ein Song aus dem Jahr 1940, der später nochmals in der Version von „Fats Domino“ im Jahre 1956 zum Millionenseller wurde…Blueberry Hill ist so – nicht nur vielen Musikfans in den USA – als fantastischer Evergreen der Popmusik weltweit ein echter Begriff geworden.


Historisch gesehen ist die Blaubeere eine der ursprünglichsten Nahrungsmittel unserer Erde. Die Jäger und Sammler der Altsteinzeit, hatten ihre Nahrung größtenteils durch die Jagd auf Wildtiere, den Fischfang sowie durch das Sammeln von wildwachsenden Pflanzen erwirtschaftet.

Heidelbeeren haben erstaunlich positive Wirkungen auf unsere Gesundheit und liegen voll im Trend. Sie waren in frühen Zeiten – für die ersten Menschen auf unserer Welt – schon immer eine lebensnotwendige und unentbehrliche Nahrung und  galten damals schon auch als Heilmittel und Arznei bei vielen Krankheiten. Heute steht die Geschichte der Kulturheidelbeere noch ganz am Anfang. Auf immer mehr Kontinenten werden bereits immer mehr riesige Heidelbeer- Plantagen gebaut…

Paradox?

Das Paradoxe an Heidelbeeren ist: Außen sind sie dunkelblau, innen sind sie – wenn man sie auspresst oder zerstampft – violett, wenn man sie abschält, sind sie grün…merkwürdig…Hauptsache sie schmecken und sind gesund…

<<< DIE KRÖNUNG >>>

P.S.: Die feine Kombination von Gedanken und Bildern ist hier im Blog nicht einfach…Ich finde, Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker. Manch` bekannte oder unbekannte Zitate-Spruchweisheiten und kurze Gedichte umrahmen daher meine Gedanken in diesem Blog.


BLOG-Artikel veröffentlicht am 12.11.2019


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