GERICHTE MIT GESCHICHTE

  1. Die ursprüngliche Herkunft der Kirschen
  2. Die Kirschblüte (mit Beispielen aus Japan und USA)
  3. Rund um die Kirsche
  4. Der Kirschenmichel (inkl. Rezept)
  5. „Clafoutis aux cerises“ (inkl. Rezept)
  6. Ullas Sommerkuchen mit Kirschen (inkl. Rezept)
  7. Versunkener Kirschkuchen (Tipp)
  8. Sommerliche Kirschmarmelade (inkl. Rezept)
  9. Verschiedenes „Kirschliches“

Was interessiert mich hier am meisten?
Alle Blog-Themen (von 1-9) hier oben – können einzeln – je nach Lust-und Leselaune – „angeklickt“ werden…


Dieser Blogartikel wurde am 17. Juli 2022 aktualisiert.


1. Die ursprüngliche Herkunft der Kirschen

Historisches von Lucullus…

  • Wikipedia berichtet, dass kein Geringerer als der römische Feldherr Lucullus von einem seiner Beutezüge nach Kleinasien diese wundervolle Eroberung in Form von Kirschen mitgebracht hat. Und das bereits im Jahre 74 v. Chr. (!) und fast 2000 Jahre später ist diese Eroberung noch immer in aller Munde…
  • Die eigentliche Heimat der Kirsche liegt also in Kleinasien in den Gebieten der heutigen Türkei. Bereits 74 v. Chr. brachte ein römischer Feldherr namens Lucius Licinius Lucullus (117 v. Chr.; † 56 v. Chr.) die dunkelrote Frucht aus der Hafenstadt Kerasus mit nach Italien.
  • Rund um diese Stadt, die im Nordosten der Türkei direkt am Schwarzen Meer liegt und heute Giresun heißt, sollen die Vorfahren unserer heutigen Süßkirschen (Prunus avium) bereits seit 400 v. Chr. angebaut worden sein.
  • Tatsächlich fanden Forscher dort Steine der Vogelkirsche (Prunus avium subsp. avium), der Urform unserer heutigen Süßkirsche, in Siedlungen aus der Steinzeit – damit zählt die Kirsche zu einer der ältesten Obstpflanzen unserer Geschichte.

Zu uns kam die Kirsche später durch die alten Römer: Sie brachten den Kirsch-Baum mit und zogen sich im unwirtlichen hohen Norden die begehrten roten Kirschen selbst. Die heutigen Sorten reichen zwar nicht so lange zurück, doch sind viele gute Knorpelkirschen bei uns bereits schon nachweislich im 16. bis 18. Jahrhundert gezüchtet worden.


2. Die Kirschblüte

HOCH LEBE DIE KIRSCH-BLÜTE

– Die Blütezeit

Wenn unsere Kirschbäume jedes Jahr im Frühling zu blühen anfangen, ist jeder Baum ein einzelner Traum von einer bezaubernden Blütenfülle…
So erreichen Kirschbäume den Höhepunkt ihrer wunderschönen Blütezeit üblicherweise Mitte April. Die Kirschen-Erntezeit ist dann aber später (über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen) von Ende Mai / Anfang Juni (früheste Sorten) bis meist Mitte / Ende Juli (späte Sorten).

Zunächst erfreut uns im Frühling ein Traum in Pink oder Weiß

Auch in Deutschland haben die aus Japan stammenden Zier-Kirschen-Bäume, die (wie auch unsere heimische Süßkirsche) zur Gattung ‘Prunus‘ gehören, zahlreiche Liebhaber. In sehr vielen europäischen Gärten erblüht inzwischen im zeitigen Frühjahr ein Hauch von Japan die japanische Zierkirsche.

Früchte tragen asiatische Zierkirschen in der Regel nicht –
und wenn – sind sie sehr klein und meist sehr herb.


Puder-Rosé oder schneeweiße Blütenpracht:

Wann fängt der Kirschbaum denn an zu blühen? Je nach Region und Witterungsverlauf öffnen sich die Blüten ungefähr ab Mitte MärzWunderschön und federleicht wirkt diese weiß-rosafarbene Blütenpracht. Die Blüten werden emsig z.B. von Bienen besucht und bestäubt. Der Zierkirschenbaum trägt aber – wie erwähnt – meistens keine oder nur sehr kleine Früchte und produziert daher in der Regel auch nicht wirklich Essbares.

Eine kleine Blaumeise im Kirschbaum


– Die Kirschblüte in Japan –

Die japanische Zierkirsche

Die Zierkirsche ist mit ihrer reichen Blütenpracht auch bei uns ein Blickfang in jedem Garten.
Die zarten Blüten verströmen einen angenehmen Duft und gelten als Symbol von Reinheit und Schlichtheit.

  • Als Ziergehölze sind diese Kirsch-Bäume tief in der Kultur Japans verwurzelt.
  • Sakuranbo sind die Kirschen. Und die Sakura (japanisch für Kirschblüte) ist in Japan ein traditionelles Frühlings-Symbol.
  • Die Sakura steht als Symbol für die Zerbrechlichkeit und Schönheit des Lebens – denn die Saison der Kirschblüte ist sehr kurz.
  • Die japanische Zierkirsche ist nicht nur die offizielle Pflanze von Tokyo, sie bringt im Frühjahr – mit ihrem Erblühen – auch die Schönheit und Wärme zurück ins Land und steht zudem auch für Aufbruch und Vergänglichkeit.  
  • Während dieser Zeit wird im Rahmen der Wettervorhersage auch die genaue „Kirschblüten-Front“ (桜前線 sakura zensen) genau angekündigt… sagt WIKI.

Angesichts der prächtigen, rosa-weißen Blütenfülle (einige wenige Bäume blühen ganz in Weiß, andere in Hell- oder Dunkelrosa) wirken selbst die meist eher zurückhaltenden Japaner ganz entzückt und ausgelassen. Und die Zeit drängt: Die Kirschblüte dauert nur wenige Wochen und wird in Japan als Zeichen der Vergänglichkeit und perfekter Schönheit verehrt.

Prunus speciosa, die Oshima Kirsche, Japanische オオシマザクラ (Oshima zakura),
stammt aus Ōshima (Insel) und der Halbinsel IZU auf Honshu in der Nähe von Tokyo, Japan.


Zarte Kirschblüten

Neben den späteren kleinen Kirschen (Früchten) – die – wie oben erwähnt – manche Kirsch-Baumsorten tragen – sind auch die (zwischen Ende März und Anfang April) früh erscheinenden zarten Blüten der Japanischen Zier-Kirsche essbar. Die Blüten sind leicht süßlich-herb im Geschmack und können unter anderen verwendet werden – z.B. für Salate oder für Süßspeisen – wie Vanillepudding und Eis…sagt WIKI.

Japanische Kirschen (Zuchtsorten enthalten wesentliche Anteile der bekannteren Oshima-Kirsche (オオシマザクラ Zakura), z.B. die Prunus speciosa, die in Japan endemisch wächst). Diese sind recht klein, wild gewachsen – eher säuerlich und leicht bitter. Während das den hungrigen Vögeln weniger ausmacht, ist sie für den Menschen bestenfalls nur essbar, wenn man sie zusammen mit anderem Obst zu Marmelade oder Kompott kocht. 


Unterschieden wird in Japan ein ganz ähnlicher Baum – nämlich die japanische Blüten-Kirsche diese ist ebenfalls essbar. Die Japanische Blütenkirsche wächst als sommergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 8 Meter. Aber auch diese Form ist eher ein Zierbaum. Sie entwickelt dennoch Früchte, die schwärzlich gefärbt und recht klein sind. Diese kann man zwar essen, werden aber von den meisten Menschen eher nicht gemocht. Die meisten Menschen greifen deshalb lieber auf die größere pralle und saftige Süß- oder Sauerkirsche zurück – die auch dortzulande wächst.


Ein beliebtes Volkslied in Japan lautet „Sakura… Sakura“. 
Der Text handelt von der großen Freude, die Kirschblüten in der Blütezeit zu betrachten.


Das Kirschblütenfest in Japan:
HANAMI (japanisch 花見, „Blüten betrachten“)


In ihrer wohl ursprünglichen Heimat Japan ehrt man die Kirschblüte jedes Jahr mit einem großen Volksfest, dem zauberhaften „Hanami“ – das wir selbst auf unserer großen Japan-Rundreise – mit unseren Kindern im Frühling in einem großen Park in Tokyo kurz besucht hatten – siehe hier unser damals aufgenommenes Foto:

Die Kirschblüte beginnt in Japan Mitte oder Ende März in Kyūshū und wandert dann nach Nord-Osten übers Land. So feiern fast alle Bewohner Japans ein Hanami mit Freunden, Kollegen oder Familie in einem großen Park, was meist volksfestartigen Charakter annimmt (Wikipedia)


  • „Hanami“ bedeutet eigentlich „sich die Blüten anschauen“ und ist eine sehr alte Tradition in Japan. Privat trifft man sich hierzu – im Park unter Kirschblütenbäumen – mit Familien und Freunden. Zu Recht gehören die Kirschblüten doch zu den ersten Blüh-Pflanzen im Frühjahr, die mit einer großen, wunderbaren Blütenpracht beeindrucken und den Baum in ein weißes oder rosafarbenes Blütenmeer verwandeln.

  • Eine Hanami-Party bezeichnet auch ein Picknick mit Freunden /Familie unter einem blühenden Kirschbaum. 
  • In den etwa 2-3 Wochen, in denen die japanischen Zier-Kirschen (SAKURA) im Frühjahr in Blüte stehen, feiern fast alle Bewohner Japans mit Freunden, Familie und Kollegen – z.B. zu einer *Sake-Party – unter den blühenden Kirsch-Bäumen in großen Parks diese einzigartige Blütenshow...
  • In manchen Parks werden dafür die nächtlichen Kirschbäume (夜桜 yozakura) angestrahlt.
  • Anm.: *Sake ist ein traditioneller japanischer Reiswein. Sake repräsentiert bis heute Kultur, Geschichte und Landschaft Japans und darf auch bei feierlichen Anlässen und religiösen Ritualen nicht fehlen. Traditionellerweise (zum Beispiel bei Hochzeiten) wird Sake aus einem kleinen Holzbecher (oder eher Holzkistchen), der Masu genannt wird, serviert. (Wikipedia)

„Wenn ich unter einem blühenden Kirschbaum stehen und nach oben schauen würde,
wärst du das eine Blütenblatt, welches sanft auf meine Lippen schweben würde.“
Japanisches Gedicht: Kazumi Shizukasato. (分享. 中文(简体) 


Die Kirschblütensaison ist eine kurze und feierliche Angelegenheit, die nur etwa zwei Wochen im Jahr dauert.


– Die Kirschblüte in den USA –

  • Nicht nur die Japaner feiern die Kirschblüte, auch in den USA sind z.B. in Kalifornien (San Diego im Balboa Park) die hübschen rosa Blüten ein Grund zum Feiern.
  • Mit dem jährlichen Kirschblüten-Festival soll die Freundschaft zwischen den USA und Japan gefeiert werden.
  • Auch – als Beispiel – in New York (Brooklyn Botanic Garden) ist das Kirschblüten-Festival ein absolutes Muss. Der Brooklyn Botanic Garden beherberge sogar 42 verschiedene Arten von Kirschblütenbäumen… Dort gibt es – in der Regel am letzten Aprilwochenende – jährlich ein beliebtes Kirschblütenfest namens Sakura Matsuri... (Wikipedia).

Die Kirschblüte
National Cherry Blossom Festival“ in Washington D.C. 

  • Doch nicht nur die Japaner feiern die Kirschblüte, auch in den USA sind z.B. in Kalifornien (San Diego im Balboa Park) die hübschen rosa Blüten ein Grund zum Feiern.
  • In New York (Brooklyn Botanic Garden) ist es ein absolutes Muss. Dieser beherberge auch 42 verschiedene Arten von Kirschblütenbäumen.. Dort gibt es – in der Regel am letzten Aprilwochenende – jährlich ein beliebtes Kirschblütenfest namens Sakura Matsuri.
  • Auch das National Cherry Blossom Festival in Washington D.C.  – ist zum Beispiel – an das japanische Kirschblütenfest angelehnt und ein wahres Spektakel. 
  • Die vielfältige Veranstaltung zelebriert das Wieder-Erwachen der Natur mit den dortigen bezaubernden Kirschblüten-Bäumen und natürlich auch die dauerhafte Freundschaft zwischen den USA und Japan. Das Festival gehört zu den größten Veranstaltungen in D.C. („District of Columbia“).
  • Anm.: Washington, D.C. – liegt an der Ostküste der USA und ist Regierungssitz. Seit 1801 ist sie die Hauptstadt der Vereinigten Staaten am Potomac River. Die Hauptstadt grenzt an die Bundesstaaten Maryland und Virginia und ist sowohl durch Wahrzeichen wie das Kapitol, das Weiße Haus und den Obersten Gerichtshof, als auch durch imposante klassizistische Denkmäler und Gebäude geprägt… sagt Google.

Die japanische Kirschblüte ist ein Symbol für Schönheit, Aufbruch und Neuanfang, sowie für die Vergänglichkeit.


3. Rund um die Kirsche

– Verschiedene Sorten –

Kirschen-Saison ist bei uns von Mitte Juni bis August.

Es gab für uns Kinder damals nichts Schöneres, als im Sommer saftige Kirschen vom Baum in Großmutters großem Garten zu naschen… und die Kirschkerne durften wir sogar im Garten wieder ausspucken… ein kl. Wettbewerb – wer wohl am weitesten trifft – war immer angesagt.
Reife Kirschen sind saftig, süß, fruchtig und einfach herzhaft erfrischend.

Neben Vitamin C und E enthalten die Kirschen (Steinfrüchte) gesunde B-Vitamine sowie das Provitamin A. Die roten Farbstoffe wirken außerdem entzündungshemmend.

Die Kirsche ist eine Steinfrucht und gehört zur Familie der Rosengewächse, die sich ihrerseits wieder in mehrere Hundert verschiedene Kirsch-Sorten aufteilen lassen. Erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird zwischen Süß- und Sauerkirschen unterschieden.


TIPPS…TIPPS:

Wir alle lieben unsere wunderbaren Kirschen! Das Problem:
An dem Obst ist viel Kern für verhältnismäßig wenig Frucht.
Die Lösung: ein Kirschkern-Entsteiner… Zur sauberen Trennung von Kern und Fruchtfleisch – ist dieser optimal… selbst die Küche bleibt sauber… Ein mechanischer Haushaltshelfer ist hier die beste Lösung bei großen Mengen an Kirschen. Ich selbst habe meinen kl. Entsteiner schon seit vielen Jahren im Gebrauch. Hier gibt es im Handel viele unterschiedliche Modelle.

Süß – Sauer- oder Knorpel-Kirsche?


Es gibt zwei Gruppen von Süßkirschen: Zuerst die meist früher reifenden, weichfleischigen Herzkirschen und die eher festfleischigen Knorpelkirschen.

  • Unter einer Süßkirsche versteht man diverse Kulturformen der wilden Vogelkirsche, wie zum Beispiel die köstliche pralle „Knorpelkirsche“ mit ihrem festen, süßen Fruchtfleisch oder die Herzkirsche.
  • Ein Süßkirschen-Baum kann zwischen 15 und 20 Metern hoch werden.
  • Ursprünglich stammt die Süßkirsche aus der Gegend rund um das Schwarze Meer – wie oben erwähnt. Mittlerweile ist die beliebteste Steinfrucht weit verbreitet. Obwohl Süßkirschen weltweit in gemäßigten Klimazonen angebaut werden, stammen 80 Prozent der gesamten Ernte aus Europa. (Wikipedia)

Süßkirschen:
Die Knorpelkirschen mit ihrem festem, süßem Fruchtfleisch oder die Herzkirschen, die sich durch weiches, saftiges und ebenfalls süßes Fruchtfleisch auszeichnet – sind die beliebtesten Kirsch-Sorten. Insgesamt gibt es etwa 500 verschiedene Süßkirschensorten… sagt Wiki.

  • Die Große Schwarze Knorpelkirsche auch PrinzenkirscheBraune PrinzerSchwarze LothkirscheSchwarze von LobenrotWeilheimer RiesenDiemitzer KnorpelBraune KnorpelBiggarreau Noir, oder Cerise Coeur Noir ist eine recht dunkle Sorte der roten Süßkirschen… sagt Wiki.
  • Auch die bekannte alte Sorte „Hedelfinger Riesenkirsche“ gehört zu den Knorpelkirschen. Sie ist eine der ältesten Kirschsorten und stammt aus Frankreich, wo sie anno 1540 erstmals erwähnt wurde. Auch ist sie vermutlich um 1850 in Hedelfingen als Zufalls-Sämling entdeckt worden. Sie ist auch heute noch eine der verbreitetsten Anbau-Sorten. 
  • Arten der Süßkirsche sind Knorpel-Kirschen und Herz-Kirschen.

Süßkirschbäume können bis zu 20 m und die Sauerkirschbäume bis zu 6-7 m hoch wachsen. Verantwortlich für den Wuchs sind die starkwüchsigen Unterlagen, auf welche die Hochstämme vorher veredelt wurden... sagt WIKI…
Für die Ernte von Süßkirschen ist jedenfalls eine große, hohe Leiter notwendig.
Ein neu gepflanzter Kirschbaum braucht etwa drei bis vier Jahre bis er das erste Mal trägt und sieben Jahre bis zur vollen Reife. Ein Hochstamm wird oft bis zu 100 Jahre alt. Er ist ein wertvoller Haus- und Schattenbaum im Garten. Hochstämme sind nur für große Gärten geeignet. 

Sauerkirschen:

  • Die Sauerkirsche – oder auch Weichselkirsche genannt – enthält wesentlich mehr Fruchtsäure und eignet sich eher fürs Kochen, Backen oder Einmachen (Marmeladen).
  • Die bekannten Sauerkirsche-Sorten „Morellenfeuer“ gehören zur Familie der Weichselkirschen.
  • Die Sauerkirschen wachsen eher niedrig an kl. Bäumen oder Sträuchern. Sauerkirschen (Prunus cerasus) sind also kleinwüchsiger und oft selbstfruchtbar. 
  • Bei der bekannte Sauerkirsche Vowi® handelt es sich z.B. um eine Auslese aus der Sauerkirschen-Art „Schattenmorelle“. 
  • Durch ihr relativ süßes Aroma eignet sich auch die Sauerkirschen Art „Ungarische Traubige“ (geringer Säureanteil) ausgezeichnet zum Frischverzehr. 

Dann gibt es noch die Kornelkirschen… diese sind zwar botanisch gesehen keine Kirschen, tragen aber auf Grund ihrer Farbe und Form trotzdem den Namen Kirsche. Nach Zedler’s Universal-Lexicon von 1733, spricht alles für eine Betonung des Namens KORNEL auf der zweiten Silbe. Dort heißt es: Die Corneel-Kirsche
Die Kornelkirsche schmeckt angenehm süß-sauer und lässt sich gut zu Saft, Gelee, Konfitüre verarbeiten. Am Besten erntet man die Kornelkirschen im fast überreifen Zustand, wenn sie dunkel- bis schwarzrot sind. Sie lassen sich dann besser pflücken und sind außerdem süßer, weicher und die Steine lassen sich dann besser vom Fruchtfleisch lösen. Ein Kornel-Kirschenbaum erreicht oft ein Alter von etwa 100 Jahren.
Die Kornelkirsche ist ursprünglich vorwiegend ein Gewächs aus den südlichen, wärmeren Ländern Europas.  Nachweislich wurde in Deutschland die Kornelkirsche schon seit Beginn des Mittelalters angepflanzt, so in den Klostergärten der Benediktiner-Mönche. Schon die Heilige Hildegard von Bingen (1098–1179), eine Benediktineräbtissin, empfahl sie gegen Gicht und für den Magen. 

  • Die Schattenmorelle kennt Jeder…
  • Denn aus dieser köstlichen Sauerkirsch-Sorte werden nicht nur feine Konfitüren und allerlei Kuchen zubereitet, es gibt sie eingelegt auch im Glas zu kaufen. Und als die wichtigste Zutat der berühmten Schwarzwälder Kirschtorte ist sie nun wirklich in unser aller Munde.
  • Die dunkle Weichselkirsche ist übrigens eine bräunlich-rote, saftige Sauerkirsch-Sorte.

Länderspezifisch gibt es noch die bekannte „Schauenburger Kirsche“ – eine alte Obstsorte (circa um 1900).
Sie war die prämierte Schweizer Obstsorte des Jahres 2016 gewesen. Geschmacklich unübertroffen, gilt die Frucht mit ihren 21 mm Durchmesser auch von der Größe her als Top-Kirsche…Heute spielt die Schauenburger Kirsche als Tafelobst meist – außerhalb der Schweiz – keine Rolle mehr.


TROCKEN-OBST:

Getrocknete Kirschen sind die beste Möglichkeit, die Haltbarkeit zu verlängern. Nach der Ernte werden sie in der Sonne getrocknet und dadurch natürlich haltbar gemacht. Getrocknete Kirschen kann man auch mit einem Dörrautomat selber herstellen.

Knorpelkirschen (oder Knuppern) sind spätreifende Kirschen.
Knackige, spätreifende Sorten gehören alle zu den Knorpelkirschen
:
Die Knorpelkirschen bringen die aromatischsten Früchte – mit sehr festem, knackigem Fruchtfleisch.
Die frühreifen Kirschen Arten jedoch – mit weicherem Fruchtfleischsind die beliebten „Herzkirschen“.


4. Der Kirschenmichel

– Wer oder was ist eigentlich ein Kirschenmichel?

Dass der Kirschenmichel nicht vom Michel aus Lönneberga stammt, verstehen ja alle Kinder, aber dass das Gericht einst als ein Arme-Leute-Essen galt, das habe ich nie verstanden. Auch heute wird es bei reichlicher Kirschen-Ernte als schöner, begehrter Sommer-Auflauf von uns allen sehr geschätzt…er ist sehr einfach…aber eben einfach auch sehr, sehr lecker…

Es ist ganz einfach eine süße Hauptspeise, warmes Dessert, nachmittägliche Kuchenalternative oder einfach eine fruchtige Süßspeise zum Naschen – einfach frisch und lecker!

Der Kirschen-Michel ist bei uns im Land vor allem eine traditionelle, altbekannte „Süßspeise“ der deutschen Küche und eigentlich eine „Reste-Verwertung“: Man verwendet meist „Toastbrot“ (oder wie früher auch Zwieback oder Brot/Brötchen vom Vortag): Vergleichbare süddeutsche Spezialitäten mit Obst – zum Beispiel mit Äpfeln – sind auch der „Scheiterhaufen“ (eher in Oesterreich – aber auch in Bayern) oder der „Ofenschlupfer“ (hier „schlupft“ man mehr in Südwestdeutschland). 😉 Zu diesen traditionellen Süßspeisen braucht man an Obst einfach nur ungefähr 1kg saftige Äpfel und eine Handvoll (ca. 50 g) Rosinen (nur bei den Äpfeln) oder aber für den Kirschenmichel die schön aromatischen, reifen dunklen Kirschen.

  • Man kann diese altbekannten „Mehlspeisen“ bzw. Aufläufe aber auch nach dem gleichen Rezept mit Pflaumen/Zwetschgen zubereiten. Die allseits beliebte „Arme Ritter“ Speise wird ebenfalls aus altbackenem Brot – allerdings ohne Obst – hergestellt. Interessant, wo sich die armen Ritter so überall herumgetrieben haben.
  • Es gibt weitere, teils regionale Bezeichnungen: Rostige Ritter, Semmelschmarrn, Weckzämmädä, Kartäuserklöße, Bavesen (Bayern), Pofesen (Oesterreich), Blinder Fisch (mit Zwieback) sowie in der DeutschschweizFotzelschnitten“ (= Fotzel bedeutet ein Stück Fetzen Papier oder „Hallodri“ im Basler Dialekt) (Quelle: Wikipedia)

Süße Kirschen essen… hundert Kerne spucken… juchhuh…


– Meine Kindheitserinnerungen zum Kirschenmichel –

Schätze aus Mutters Küche…unvergessliche Familien-Rezepte

  • Den Kirschenmichel, den auch meine Mutter für uns Kinder früher oft in den Sommermonaten zubereitet hatte, hatte auch einst meine liebste Großmutter Christina Röcking (1892 -1981) aus Aschaffenburg (Unterfranken) – oft extra für mich zubereitet – wenn ich sie in den Sommerferien besuchen durfte.… Ich wohnte damals als Kind mit meiner Familie im Saargebiet.
  • In Franken, der Heimat meiner Großmutter und (früher meiner Mutter), gibt es heute noch tatsächlich riesige Kirschanbaugebiete z.B. in der „fränkischen Schweiz“ (zwischen Bamberg und Bayreuth).
  • Omama hatte selbst viele Obstbäume – darunter auch schöne alte, hohe Kirschbäume – in ihrem großen Garten hinter ihrem Haus in Aschaffenburg am Main direkt am schönen „Pompeijanum“ gelegen…
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  • „Erinnerungen verschönern das Leben: Allein das Vergessen macht sie erträglich“…heißt dieser schöne alte Vers… von Honoré de Balzac (1799 – 1850) einem französischen Romanautor. Nun vergessen möchte ich nichts, im Gegenteil, gerade die Erinnerungen an die eigene Kindheit – möge sie auch nicht immer perfekt gewesen sein – ist so wertvoll.
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  • Besonders die guten, „alten“ Rezepte – die in meinem Blog nun immer mal wieder auftauchen – dürfen einfach – in den jetzigen Zeiten der „Fusion- oder Crossover-Küche“ – nicht in Vergessenheit geraten..
  • Diese Fusion-kitchen- Kombination verschiedener landestypischer Esskulturen, Zubereitungsmethoden und Kochkünsten aus aller Herren Länder – hat aber auch ihren Reiz und wird von mir persönlich auch sehr geschätzt.
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  • In meiner Erinnerung hatte Großmama übrigens an „ihren“ Kirschenmichel immer noch etwas Zimt/Zucker und eine Prise Nelkenpuder als Zutat dabei…aber das ist wohl Geschmacksache, wir fanden dies als Kinder damals immer sehr lecker… „gschmackig“ (wie Oma es nannte…) d.h.: sehr wohlschmeckend…

Woher die Bezeichnung „Kirschenmichel“ wohl stammt?

  • Nein, mit dem „deutschen Michel“ hat der Begriff eher weniger zu tun: Der Begriff leitet sich wohl von dem im 17. Jahrhundert gebräuchlichen Wort „mischel“ für etwas Vermischen ab.
  • Man sagt… so heißt es oft… es gibt aber doch viele Synonyme für den Kirschenmichel, wie Körschmichl, Kirschenjockel, Kerscheplotz, Kerschemischel oder Kirschenmännla … je nach Region in Deutschland.

– Das Rezept: Der Kirschenmichel –

Vorbereitungszeit: 20 min. – Backzeit: 35-40 min. – Ruhe-Zeit: 10 min.

Zutaten (für 4-6 Personen):

500 g frische Kirschen (oder 1 gr. Glas Schattenmorellen (abgetropft ca. 370 g)
200 g Toastbrot
(oder wie früher auch Omas Zwieback oder altbackenes Brot/Brötchen vom Vortag)
300 ml Milch
2 Eier
(Eigelbe/Eiweiß trennen)
80 g Butter
(zimmerwarm)
100 g gehackte Mandeln


WEITERE ZUTATEN:
2 TL Backpulver, 1 Prise Salz, 4 EL Zucker, 1 EL Puderzucker, 1 P. Vanillezucker (oder ein paar Tropfen Vanille-Aroma), etwas Zimt und 1 Prise Nelkenpuder nach Geschmack.
Für die Oberfläche:
100 g Mandelblättchen und Zimt/Zucker. Weiche Butterflöckchen und Semmelbrösel für die Form.
Eine Auflaufform (ca. 27 x 20 cm oder Ø 23 cm)


Benötigte Küchenutensilien:

Eine Waage/kleine Schüssel/hoher Rührbecher/Rührschüssel/Handrührgerät oder Küchenmaschine.
Auflaufform/Pinsel/einfaches Küchenpapier.

Die Zubereitung:

  • Frische Kirschen waschen und entkernen (oder Kirschen aus dem Glas gut abtropfen lassen).
  • 200 g helles Brot/Toast oder Brötchen in kleine Stücke zupfen. Mit 300 ml Milch begießen und in kl. Schüssel mind. 10 Minuten durchziehen lassen. Brot mit den Händen gut ausdrücken, es sollte nicht zu „nass“ sein.
  • Den Backofen auf 200 °C. vorheizen.
  • Eine Auflaufform mit Butterflöckchen gleichmäßig gut fetten und mit 2-3 EL Semmelbröseln (auch an den Seiten) gut ausstreuen.
  • Die 2 Eier trennen. Zuerst die beiden „Eiweiße“ mit 1 Prise Salz und mit den Quirlen des elektrischen Handrührers in absolut fettfreiem hohen Rührbecher schön steif aufschlagen und kurz beiseite stellen.

  • Für den Kirsch-Mandel-Brot-Teig:
    RÜHRSCHÜSSEL: Die beiden „Eigelbe„, 80 g weiche Butter, 4 EL Zucker, Vanillezucker/Zimt – 1 Msp. Nelkenpulver und 2 TL Backpulver mit dem Schneebesen (oder Rührbesen der Küchenmaschine) in der großen Schüssel glattrühren. 100 g gehackte Mandeln in diese Teig-Masse geben und unterrühren.
  • Alle Zutaten gleichmäßig mit dem vorher eingeweichten und sehr gut ausgedrückten und fein „zerzupften“ stückigen Brot homogen vermischen – bis alle Zutaten gut miteinander innig verbunden sind.

  • Ist die Masse zu trocken geraten (diese sollte beim Kneten in der Rührschüssel gut zusammenkleben und leicht feucht aussehen), evtl. noch einen kl. Schuss Milch hinzufügen, falls zu feucht noch ein paar Brotstückchen zugeben.
  • Danach erst alle Kirschen sanft unter den Teig in der Rührschüssel mischen und erst ganz zum Schluss den steifgeschlagenen „Eischnee“ – in der Rührschüssel gut verteilt – vorsichtig unterheben.
  • Sorgsam danach diesen feinen Kirsch-Mandel-Brot-Teig in die (gut mit ein paar Butterflöckchen) gefettete und mit Semmelbröseln ausgekleidete Auflauf-Form füllen

Den „Kirschenmichel“ auf der unteren Schiene des auf 200 °C. vorgeheizten Ofens ca. 35-40 Minuten goldbraun backen. Kurz vor Ende der Backzeit die Mandelblättchen und ein paar „Flöckchen“ Butter sowie 2-3 El der fertigen Zimt/Zucker-Mischung auf dem Auflauf oben verteilen. Achtung – aufpassen, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird… 😉

Die Backzeit variiert je nach Höhe des Auflaufs (flache Aufläufe garen schneller). Der Kirschenmichel ist gar, wenn er oben eine schön goldbraune Mandel-Kruste bekommt.
Falls die Oberfläche nicht richtig goldbraun wird, kann man den Auflauf für die letzten fünf Minuten der Backzeit nochmals kurz unter den Grill schieben… Achtung: Die Oberfläche verbrennt sehr schnell…
Herausnehmen und den heißen Auflauf kurz auf eine abgekühlte Herdplatte stellen
Den Kirschenmichel – wenn möglichst noch schön warm – also frisch aus dem Ofen – genießen.


😉 Mann… ist das saftig und lecker… 😉

Wovon sie besonders schwärmt… wenn es wieder aufgewärmt…
»Zweiten Streich« von Wilhelm Buschs (1832 bis 1908) »Max und Moritz« 


– KIRSCH-AUFLAUF für später… einfach wieder aufgewärmt…

Man kann den Kirschauflauf aber auch einfach später sehr gut wieder kurz aufwärmen (Oberfläche etwas mit ein paar Tröpfchen Wasser besprenkeln und „abgedeckt“ bei 180 Grad – vorgeheizt – im Backofen zirka 15 min. erhitzen. Zum Schluss mittig unbedingt die Kerntemperatur z.B. mit Metallspieß (Schaschlik-Spieß) oder einem Metallmesser etc. in der Form prüfen, in der Mitte ist es immer am kältesten – evtl. nochmals im Ofen weiter erhitzen).


Am besten schmeckt der Kirschenmichel
noch lauwarm mit leckerer Vanillesauce

Dazu gab es immer Omas selbstgemachte kalte Vanille-Sauce, die man ruhig schon tags zuvor zubereiten kann (siehe Omas schnelles Original-Rezept „Feine Vanille-Soße“ …einfach köstlich… nachzulesen in meinem anderen Blog-Artikel-Thema über die Heidelbeeren – mit dem Titel: „Der Hoiber-Datschi“…). Oder einfach eine fertige Vanillesoße vorher im Handel kaufen… 😉


5. „Clafoutis aux cerises“

Ein bisschen wie unser Kirschenmichel, aber doch ganz anders:
„Clafoutis aux cerises“ … wie schön das schon klingt 😉

  • IN FRANKREICH gab es schon immer eine ähnliche Möglichkeit, aus Kirschen ein sommerliches Kirsch-Dessert zu zaubern.
  • Der berühmte französische Kirschauflauf (Clafoutis) stammt – wie es heißt – aus dem Herzen – Frankreichs (also der Mitte) und ist ein äußerst beliebtes traditionelles Sommer-Dessert.
  • Im Limousin oder der Auvergne ist dieser Kirschauflauf auch unter dem Namen Milliard bekannt.
  • Für einen original französischen „Clafoutis aux cerises“ , wird der Teig aber zusätzlich noch ein wenig aromatisiert. Kirschwasser, Vanille und Zimt werden hierfür am häufigsten genommen.
  • Unbedingt muss die Auflaufform zuerst ordentlich mit flüssiger Butter eingepinselt und mit Zucker ausgestreut werden, damit während des Backens, am Rand ein köstlicher Karamell entsteht!

Wir haben ihn „einst“ bei unseren Freunden kennen und lieben gelernt, wo „Michèle“ – die aus Mâcon, dem Süden der Bourgogne (Präfektur des Départements Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté) stammt – den französischen „Clafoutis aux cerises“ – oft und gerne zubereitet hatte. Der „Clafoutis“ ist also die französische Art eines süßen Kirsch-Auflaufs und ist blitzschnell und wirklich auch kinderleicht zubereitet – und sooo lecker…très délicieux…Goûtez de ce gâteau, il est exquis !

– Das Rezept: „Clafoutis aux cerises“ –

Vorbereitungszeit: 20 min. – Backzeit: 40-45 min. – Ruhe-Zeit: 10 min.

Zutaten (für 6 Personen):

125 g Mehl, 3 Eier, 1Pr. Salz, 50 g Puderzucker, 200 ml Milch, 100 g Crème fraîche, 500 g entsteinte vollreife, dunkle Kirschen, Puderzucker… nach Belieben noch 2 EL Calvados oder Kirschwasser zugeben.

Zubereitung:

Die Kirschen gut waschen, abtrocknen und entsteinen. Alle o.a. Zutaten (bis auf die Kirschen) verrühren und 15 Min. quellen lassen. Die Hälfte des Teiges in eine (gut ausgebutterte) Tarte- oder Auflaufform (28 cm Durchmesser) füllen. Die Kirschen darauf verteilen und den restlichen Teig darüber geben. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober-Unterhitze ca. 40-45 Min. backen. Etwas abkühlen lassen und abschließend noch evtl. mit Puderzucker bestreuen.


Die Franzosen essen den Kirsch-Auflauf oft noch lauwarm und ganz legère bei Tisch direkt aus Auflauf Form, jeder nimmt sich einfach einen Löffel und darf reihum heraus löffeln. Natürlich kann man den Clafoutis auch mit anderen Früchten zaubern: Z.B. mit Rhabarber, Mirabellen, Himbeeren, Aprikosen, Blaubeeren – so ziemlich alle frischen Früchtchen sind dafür geeignet. TIPP: Wir hatten ihn einst – bei unseren Besuchen in Südfrankreich – mit frischen Lavendelblüten garniert – serviert bekommen…also wer diese im Garten hat… 😉 Diese Deko sieht tatsächlich wirklich hinreißend aus!


6. Ullas Sommerkuchen mit Kirschen

Vorbereitungszeit: 20 min. – Backzeit: 60 min. – Ruhe-Zeit: etwa 15 min.

Zutaten:

Für den Boden:
100 g Zucker, 200 g (weiche) Butter, 1 P. Vanillezucker oder Vanillearoma, 300 g Mehl, 1 Tl. Backpulver, 1 Voll-Ei.
Für die Füllung:
500 g frische Kirschen/400 ml Kirschsaft (oder 1 Glas entsteinte Schattenmorellen), 1 P. Vanille-Puddingpulver.
Für den Deckel-Guss-Belag:
3 Eigelb, 1 Becher Crème fraîche, 50 g Zucker, 1 EL Mehl, 3 Eiweiß, Prise Salz, 100 g blättrige Mandeln. Puderzucker zum Bestreuen. Zum Backen eine 26er Springform nehmen

Zubereitung / Mürbeteig:

Zubereitung: Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Aus den Zutaten für den Boden einen geschmeidigen Mürbe-Teig herstellen:
Den Mürbeteig nur „kurz“ kneten, so dass alle Zutaten innig vermengt sind.
Eine homogene Teig-Kugel formen und diese anschließend etwas größer als die Springform rund ausrollen.
Tipp: wenn man den Teig zwischen zwei Seiten eines aufgeschnittenen Gefrierbeutels (oder Backpapiers) legt, geht es noch leichter.
Diese rund ausgerollte Teigplatte in eine 26er Springform geben, einen Rand schön hochziehen und andrücken, den Boden mit Gabelzinken „einpieksen“. Im Kühlschrank etwa 15-30 min. kaltstellen.

ULLAS TIPP: Dies ist meine ganz persönliche Art „Mürbeteig“ zu kühlen, anstatt eine dicke „Teigkugel“ erst im Kühlschrank zu lagern, bis sie „kalt und hart“ wurde, um sie dann später wieder bei Zimmertemperatur so passend bei Zimmertemperatur zu „erwärmen“, damit sie dann auch gleich einigermaßen geschmeidig geknetet und geformt werden kann…
So lege ich also heute immer den schon fertig ausgerollten Teig (der übrigens nicht „klebrig“ ist) lieber sofort – ganz geschmeidig – in der Kuchenform schon fix und fertig aus und kühle die Form mit dem Teig dann gut „abgedeckt“ im Kühlschrank… So wird der Teig perfekt gekühlt – und seither muss ich mich nicht mehr mit einem zu hartem Teig rumschlagen und mein Kuchenboden wird auch nicht „speckig“…

In der Zwischenzeit – in welcher der fertig ausgerollte Kuchenboden in der Form im Kühlschrank ruht – bereite ich schon einmal die Kirsch-„Füllung“ zu

Zubereitung / Füllung:

Frische Kirschen waschen, entsteinen und halbieren (oder Kirschen aus dem Glas nehmen). Den Pudding nach Packungsanleitung zubereiten, dann weiter – wie unten angegeben – verfahren…

  • Zubereitung (bei bereits schon fertig entsteinten Kirschen „aus dem Glas“): Das hat man dann das ganze Jahr über parat. Die Kirschen in einem Sieb abschütten, den gesamten Saft dabei auffangen und abmessen. Der Saft sollte etwa 400 ml ergeben, evtl. mit etwas Wasser auffüllen. Bei frischen Kirschen entsprechend gekauften Kirschsaft nehmen.
  • Dann mit etwas Saft zuerst das Vanillepudding-Pulver und den Zucker in einem größeren Kochtopf schön glatt rühren und mit dem übrigen „Saft“ nach Packungsanleitung (nur ganz kurz) kräftig aufkochen und sofort wieder vom Herd ziehen.
  • Ich nehme hierzu gern auch eine größere „Teflonpfanne“, da brennt nichts an ;-).
  • Anschließend die Kirschen in diesen heißen Pudding-Topf geben und hier sorgfältig untermengen.

Diese heiße „Pudding-Kirsch-Masse“ sogleich auf den vorbereiteten Mürbeteigboden in der 26er Spring-Form geben, schön gleichmäßig rundum verteilen und sogleich im vorgeheizten Backofen bei 180°C etwa „35 Min.“ fertig backen.

FAST FERTIG…

Zubereitung Deckel-Guss-Belag:

  • In der Zwischenzeit die drei Eiweiße in einer absolut fettfreien Schüssel mit einer Prise Salz schön steif schlagen.
  • Die anderen Zutaten wie die 3 Eigelbe, 1 Becher Crème fraîche , 50 g Zucker, 1 EL Mehlseparat“ in einer anderen Rühr-Schüssel mit dem Rührbesen gut vermischen.
  • Den steifgeschlagenen Eischnee mit einem Teig-Spatel vorsichtig unter diese Eigelbmasse nur „locker“ – gleichmäßig verteilt – unterheben (nicht rühren!).

Den Kuchen nach „35 Minuten“ aus dem Ofen nehmen und diesen „Deckel-Guss-Belagnun auf der Oberfläche schön locker über den heißen Kirschen verteilen. Die Oberfläche schön „glätten“. Zuletzt noch obendrüber gleichmäßig ein paar leicht angeröstete blättrige Mandeln streuen und erneut bei etwas reduzierter Hitze (175°C.) nochmals zirka „10-15 Minuten“ backen. Aus dem Ofen nehmen und erkalten lassen.

TIPP“: Nachdem der Mürbeteig-Kuchen komplett erkaltet ist, evtl. vor dem Servieren gleichmäßig die Oberfläche noch mit etwas Puderzucker (Sieb) bestäuben.


7. Versunkener Kirschkuchen – mit Trick

TIPP FÜR EINEN RÜHRTEIG:

Will man vermeiden, dass die Kirschen später im Teig – in der Backform – zu Boden sinken, gibt es einen TRICK:

Man füllt die Kuchenform erst nur zu einem Drittel mit dem fertigen Rühr-Teig und stellt die Form für 30 min. ins Gefrierfach. Danach werden die gut abgetrockneten Kirschen mit etwas Mehl bepudert und auf den leicht angefrorenen Kuchenboden-Teig – gleichmäßig verteilt – gelegt. Zum Schluss wird dann der Rest-Teig obendrüber locker verteilt, schön angedrückt und in den heißen Ofen geschoben. Die Garzeit wird um 5 Min. verlängert.

Die Kirschen bleiben dann gleichmäßig verteilt im Kuchen… beim Anschnitt schön anzusehen…

Hier eine schnelle Kirschkuchen-Variante: RUCK ZUCK FERTIG… Als einfacher „Rührkuchen“ gebacken – sehr lecker – aber bitte mit Sahne 😉

„Dieser Kirschkuchen aus der Springform schmeckt herrlich fruchtig, saftig und locker. Mit diesem Rezept gelingt der beliebte Klassiker ganz einfach“. Quelle: https://www.oetker.de/rezepte/r/kirschkuchen-sehr-fein

Zu Hause ist es doch immer noch am schönsten!

ES GIBT KUCHEN – KUCHEN – KUCHEN… DEN MÜSST IHR UNBEDINGT VERSUCHEN:
EINLADUNG ZUM KÄFFCHEN UND FRISCH GEBACKENEM SOMMER – KIRSCHKUCHEN:
KOMMT ALLE…HOCH LEBE DER SOMMER!

Da kommen die Kindheitserinnerungen wieder... z.B. an Omas versenkten Sonntags-Kirschkuchen in der alten Springform, serviert mit frischer Schlagsahne und etwas Vanilleeis als i-Tüpfelchen?

Oder der unwiderstehliche Kirsch-Schokoladen-Kuchen von Mama frisch vom Backblech, der zum Schluss mit fein gerösteten Mandelblättchen bestreut wurde? Vielleicht aber auch die super-saftige Kirsch-Mohn-Tarte von Tante Finchen – mit dem lecker appetitlichem Eierguss? Schön war`s…

Nach dem gleichen Rezept wie oben:
SAFTIGER KIRSCHKUCHEN – OHNE DECKEL-GUSS-BELAG
… wenn es mal schnell gehen soll.


8. Sommerliche feine Kirschmarmelade
CHERRY FÜR MEIN CHÉRIE

KIRSCHMARMELADE…THE VERY BEST
Wer im Sommer fleißig Kirschmarmelade kocht, kann die roten Früchte auch im Winter noch zum Frühstück genießen. Mit dem folgenden – unten angegebenen – Blitz-Rezept gelingt Euch allen die köstliche Kirsch-Marmelade, die selbst unsere Großmütter nicht hätten besser machen können:
Daher unbedingt ausprobieren: 1-2-3 alles keine Hexerei und soooo echt köstlich!

Rezept:
Zutaten: 1 kg frische Kirschen (entsteint) – 1 Pfund Gelierzucker 1:2 – sowie 1 Schuss Zitronensaft

Zubereitung: Die gewaschenen, entkernten Kirschen halbieren und in einen Topf geben, den Gelierzucker hinzufügen, die Früchte leicht pürieren und das Ganze einmal aufkochen lassen. Einen Schuss Zitronensaft hinzufügen und auf kleiner Flamme für ca. 3-5 Minuten weiter köcheln lassen, öfters dabei umrühren. Die Marmelade durch ein Sieb streichen, sofort in Gläser füllen und gut verschließen…ET VOILÀ…Ruck-Zuck-Fertig! Und so köstlich…

P.S.: Den Kirsch-Sirup-Rest – der im „Sieb“ verblieb – kann man aufheben (hält sich ewig) und später z.B. für Eisbecher oder Desserts zum Süßen verwenden…

Ready to eat… saftig-fruchtig-einfach zum Reinbeißen…hhmm…


9. Verschiedenes: „Kirschliches“

– Sommerliches Kirschen-Gedicht/Lied –

Wenn selbst das Vöglein Kirschen nascht von meinen Kirschenbäumen,
dann möchte ich wohl nichts versäumen – um es dem Vöglein gleich zu tun…

So mancher stieg in seinem Traum, schon in den hohen Kirschenbaum,
wollt die schönsten Kirschen haben und sich an süßen Früchten laben.

So ist es oft auch in der Liebe, viel besser wäre es, man bliebe
mit beiden Beinen fest am Boden, doch sind die Süß
.“

Gedichts-Auszug von © Anna Haneken, 2016

„Rote Kirschen ess‘ ich gern,
schwarze noch viel lieber.
In die Schule geh ich gern
alle Tage wieder“ .

(ALTES KINDERLIED – Autor unbekannt)

– Sprichwörter

  • „Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen“.
  • Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken immer ein bisschen süßer“.
  • Kirschen essen ist herrlich, aber auf den Baum steigen ist gefährlich“.
  • Sind die Kirschen da, werden sich die Spatzen schnell finden“.
  • „Wenn die Kirschen abblühen fein, so blüht auch Getreid‘ und Wein“. – Boebel, 90.
  • „Wenn die Kirschen reif sind, braucht man den Spatzen keinen Boten zu schicken“.
  • Kirschen mag der Michel gern – die Guten ins „Kröpfchen“, die schlechten ins Töpfchen“.
  • „Wie Kirschen und Beeren behagen, muss man Kinder und Sperlinge fragen“. – 
    Vossische Zeitung vom 14. Juli 1867 zum Nachlesen.

„Mir ist es wie in einem Traum – Ich sitze hier im Kirschenbaum.
Die Sonne scheint so hell und klar – Mein Schatz ist auch noch da.
Wir essen die süßen Kirschen – Und lassen uns nicht erwischen“ .

Zitat: JO DANTES (*1957) – Autor – Gedichte – Zitate – Bücher (@blondix13)
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/themen/kirsche/

„Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen“? Aber würde man mit demjenigen lieber eine Schokolade teilen? Wohl kaum! Die bekannte Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als die Kirschen noch sehr selten und teuer waren. Nur besser betuchte Leute konnten sich diese süßen Früchte leisten und trafen sich gelegentlich auch zum gemeinsamen Kirschenessen. Entdeckten sie in der Runde jedoch ungeladene oder unfeine Gäste, wurden diese einfach mit Kirschkernen und -stielen bespuckt, bis sie wieder verschwunden waren – Das war also nicht gut Kirschen essen mit diesen hohen, feinen Damen und Herren... so hieß es damals im Volksmund.
(Quelle: https://www.geo.de/geolino/redewendungen)


Was hatte meine Oma Christina in Aschaffenburg in ihrem herrlich verwunschenen Garten immer zu uns Kindern gesagt?

  • „Zwitschert im April der Star, gibt’s ein gutes Kirschenjahr!“

Die SÜSSE VERSUCHUNG – KIRSCHEN IN NACHBARS GARTEN? Es ist endlich Sommer… Da bringt mir ein leichtes sommerliches Lüftchen den Duft der Kindheit zurück: 
DIE ERNTE… kommt… ALLE…

„Lass uns in die Kirschen gehen…“


– Wie die Profi-Pflücker richtig pflücken…

  • Kirschen erntet man üblicherweise über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen, von Ende Mai / Anfang Juni (früheste Sorten) bis Mitte / Ende Juli und August (späte Sorten).
  • Profi-Pflücker legen Wert darauf, dass das Pflücken der Kirschen immer mit Stengel erfolgt, da sonst eine Wunde an der Kirsche entsteht und diese schneller verdirbt.
  • All die wunderbaren Kirschbäume mit Süß – oder Sauerkirschen – die derzeit im Monat Juni übervoll und prall mit reifen Früchten hängen – sind für die Besitzer nicht nur ein Segen, sondern bedeuten für die Erntehelfer auch knallharte Arbeit mit den süßen Früchtchen…
  • In einem Interview der MOPO (Hamburger Morgenpost), das ich kürzlich gelesen hatte, erklärte Obstbauer Thies Harms (aus (Francop) dem Alten Land, einem bekannten großen Kirschanbau-Gebiet), worauf man beim Pflücken unbedingt beachten muss:
  • Kirschen also immer mit Stengel ernten: „Man packt die Kirsche direkt am Stengel und reißt sie schnell nach oben weg. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht die zarten „Bukett-Knospen“ mit pflückt.
  • Sonst kommen im nächsten Jahr da keine neuen Kirschen.“ sagte Bauer Thies Harms, er nahm einen Eimer in die Hand: Zehn bis zwölf Kilogramm passen da etwa rein.
  • „Das sollte man wohl in einer Stunde schon schaffen“, sagt Harms. „Ein geübter Pflücker schafft wesentlich mehr.“ Zehn Stunden arbeiten er und die anderen Erntehelfer in der Erntezeit pro Tag.

Auch wenn die Arbeit heute weniger aufwendig ist, weil die Bäume kleiner geworden sind – die qualitativ hochwertigen «Tafelkirschen» werden weiter immer noch von Hand gepflückt. Bei Sorten für die Verarbeitung zu Marmelade oder Kirschwasser kommen dann die kräftigen sog. «Massekraft- oder Seilschüttler zum Einsatz», erläuterte Thies Harms.

Schnell sind die Eimer randvoll mit den sinnlich-saftigen, dicken, runden Kirschen…

Nach dem Pflücken geht’s dann recht schnell zum Sortieren. Nachdem die Kirschen bereits grob beim Pflücken aussortiert worden sind, werden sie jetzt noch mal genau nach verschrumpelten, zu hellen oder beschädigten Kirschen hin genauestens untersucht und sorgsam in eine Kiste gefüllt. Dann müssen sie noch verarbeitet werden…

WOW…ich glaube, ich könnte vor lauter Muskelkater – nach dem Pflücken – mich jetzt gar nicht mehr bewegen…Wenn ich das nächste Mal eine Kirsche esse, werde ich sie auf jeden Fall bewusster essen. Schließlich weiß ich jetzt, wie enorm viel Arbeit es ist, sie zu ernten…Man sollte alle Kirschen feiern, weil sie so kostbar sind…

SOMMER-PICKNICK IM GRÜNEN…was braucht man mehr…

Die symbolische Bedeutung der Kirsche:

„Die Kirsche ist das Pflanzensymbol für heitere Erotik, weibliche und geistige Schönheit und für den Segen des Paradieses.“ Kleiden sich die leckeren Früchte – während ihrer bildschönen Kirsch-Blüte – doch zunächst in unschuldiges Weiß, um sich dann nach wenigen Wochen in der verführerisch roten Farbe der Liebe zu zeigen… (Zitat: www.poesieundpatina.de)

Die Kirschen in Nachbars Garten…die waren so süß und so rot…


Die Kirschen in Nachbars Garten…die waren so süß und so rot…

Als Bübchen mit heißem Verlangen
Sah oft ich zum Nachbar hinein
Dort sah einen Kirschbaum ich prangen
Der lud mich zum Naschen ein.

Die Kirschen ganz heimlich gestohlen
Was besseres wusst` ich mir kaum
Ich kroch durch den Zaun, sie zu holen
Und klettert auf Nachbars Baum.

Kaum konnt` ich die Stunde erwarten
Wo sich die Gelegenheit bot
Die Kirschen in Nachbars Garten
Die waren so süß und so rot…


Auszug-Songtext: Peter Alexander (*1926-/† 2011) war
ein österreichischer Sänger, Schauspieler, Pianist,
Parodist und genialer Entertainer. 

URHEBERRECHT:
Der größte Teil der veröffentlichten Gedichte, Zitate usw. hier – sind von Dichtern und Autoren, die bereits seit siebzig Jahren verstorben sind und daher in der Regel für den privaten Gebrauch verfügbar.
Alle Gedichte sind mit Copyright und Namen versehen.


P.S.: Die feine Kombination von Gedanken und Bildern ist hier im Blog nicht einfach…Ich finde, Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker. Manch` bekannte oder unbekannte Zitate-Spruchweisheiten und kurze Gedichte umrahmen daher – mit den passenden Bildern – meine Gedanken in diesem Blog.